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@Dundun
Liebe dundun,
Erstmal: Es tut mir unendlich leid, was ihr gerade durchmachen müsst. Diese Diagnose ist ein Schock, der alles auf den Kopf stellt – und dann noch so viele Fragen, Unsicherheiten und gleichzeitig die Sorge, dass der Partner leidet. Ich finde es ganz stark, dass du dich hier meldest und versuchst, Orientierung zu bekommen – das ist alles andere als selbstverständlich in so einer Situation.
Tumoren die zu groß oder ungünstig liegen, um sofort operiert zu werden werden vorher oft geschrumpft – z. B. weil sie zu nah an wichtigen Blutgefäßen oder Organen sind.
Je nach Art des Tumors kann das bedeuten Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente oder lokale Verfahren, wo der Tumor direkt über die Blutgefäße behandelt wird.
Oder in bestimmten Fällen auch eine Bestrahlung, wenn das machbar ist. Ich hoffe mal dass der Arzt euch da fix zurück ruft und ihr wenigstens wisst was da nun auf euch zukommt. Ungewissheit und warten ist der größte Mist dabei.
Wichtig ist: Das Ganze ist kein Hinauszögern, sondern ein geplanter erster Schritt, damit die OP überhaupt möglich oder erfolgreicher wird. Viele Patienten erleben das als große Hoffnung – denn wenn der Tumor kleiner wird, rückt eine Heilung in greifbare Nähe.
Was tun gegen die Übelkeit?
Das, was du beschreibst, ist für viele Patienten ein riesiges Problem – und absolut ernst zu nehmen. Denn wenn man nichts essen kann, fehlt dem Körper Kraft, und auch mental zieht es einen noch mehr runter.
Und dein Mann muss sich nicht mit Übelkeit abfinden. Es gibt sehr wirksame Medikamente dagegen, sowas wie Ondansetron, MCP oder irgendwas dergleichen. Ich verstehe nicht dass die Ärzte das bei der Symptomatik nicht von sich aus aufgeschrieben haben.
Sprich unbedingt mit dem Arztteam, falls noch keine dieser Möglichkeiten ausprobiert wurden. Es gibt auch Medikamente in Tropfenform oder als Schmelztablette, wenn Tabletten nicht möglich sind. Kein Patient muss sich über Tage hinweg mit ständiger Übelkeit quälen.
Tipp für dich als Angehörige: Wenn du merkst, dass deine Worte beim Arztgespräch untergehen, schreib dir vorher Fragen auf, mach eine Liste und sprich sie Punkt für Punkt durch. Es ist völlig legitim, aktiv zu sein – das zeigt Fürsorge, nicht Nervigkeit.
Und all die gut gemeinten Ratschläge …
Ja, ich weiß genau, was du meinst. „Trink doch mal dies“, „Iss mal das“, „Meine Cousine hatte auch Krebs und ist gestorben“ – solche Sätze sind wie Schläge ins Gesicht, obwohl sie vielleicht nicht so gemeint sind.
Du darfst da ganz klar deine Grenze ziehen. Ein einfaches:
„Danke, aber wir gehen unseren eigenen Weg, und ich brauche gerade keine Ratschläge.“
reicht völlig. Du bist niemandem eine Erklärung schuldig – nur euch beiden.
Niemand interessiert jetzt Tante Hilde die das auch hatte...bla bla bla.
Wenn jemand Horrorgeschichten erzählt, brich das Gespräch ab. Dein Nervensystem hat gerade Wichtigeres zu tun, als sich mit fremden Dramen zu belasten.
Was du jetzt noch tun kannst, hol dir Informationen bei den richtigen Stellen holen – z. B. bei der Deutschen Krebshilfe oder direkt bei der Klinik, in der ihr in Behandlung seid.
Du darfst dir ganz genau erklären lassen, was geplant ist, wie lange es dauert, und welche Chancen das Ganze hat.
Essen in kleinen Schritten wieder möglich machen.
Vllt wirklich mal mit den behandelnden Ärzten über antiemetika sprechen. Verstehe nicht warum sie da nicht von selber drauf gekommen sind.
Ansonsten hilft vielleicht auch Flüssignahrung aus der Apotheke, die viele Kalorien bringt, aber leicht runtergeht. Gibt's auch auf Rezept bei Krebs.
Für dich selbst sorgen.
Du bist jetzt die tragende Säule – und die hält am besten, wenn sie sich nicht selbst vergisst. Bitte iss, schlaf, sprich mit jemandem (auch hier, wenn du magst), und denk daran:
Du bist nicht allein.
Es ist eine schwierige Phase, aber es ist eine Phase.
Und mit dem richtigen Team, klarer Info und Unterstützung – ist sie zu bewältigen.
Fühl dich ganz sanft gedrückt. Du machst das richtig gut, auch wenn’s sich gerade alles nur schlimm anfühlt.
24.03.2025 16:46 •
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