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Dundun
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Bei meinem Mann (70) besteht aufgrund der Blutuntersuchung und eines CT der Verdacht auf Leberkrebs.
Übernächste Woche hat er im Krankenhaus einen Termin für eine Biopsie.
Er ist seit vielen Jahren aufgrund von Depressionen und Angst in Behandlung, nimmt auch Medikamente u.a. auch Tavor.

In den letzten Jahren geht es einfach nur bergab.

Ich (65) bin selber gesundheitlich sehr angeschlagen (Herzoperationen, Depressionen, Darmperforation/Not-OP etc. ).
Ich bin zur Zeit nicht wegen meiner Psyche in Behandlung, kann aber im Notfall auf eine Psychologin zurückgreifen.

Kinder haben wir keine. Freunde wenige und auch die sind alle sehr belastet.

Mein Schwiegervater ist an Leberkrebs gestorben. Ich habe auch eine Freundin an Leberkrebs verloren.

Wir sind beide zur Zeit nur noch angespannt, mutlos und können unser Kopfkino nicht stoppen.
Ich vermute, mein Mann greift zur Zeit vermehrt auf Tavor zurück.
Er will mit niemandem reden. Selbst sein einziger Freund weiß von nichts.

Danke fürs "Zuhören".

19.06.2025 x 11 #1


199 Antworten ↓
Icefalki

Icefalki
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Zitat von Butterfly-8539:
Man muß ständig selbst allem auf den Grund gehen und Ärzte drauf hinweisen


Wenn man nicht Glück hat, und eine Diagnose bei der Vorsorge gesagt zu bekommen.

Ich möchte mich nochmals für euer Drandenken bedanken.

Und weil es @Dundun vielleicht etwas hilft, wenn ihr Mann im Krankenbett liegt, erzähle ich meine Feststellungen von gestern:

Heutzutage sind die Operationen echt Massenabfertigungen, was das Drumrum anbelangt, nicht die OP selbst. Man liegt dicht an dicht und wird eben von A nach B gebracht.

Anschliessend im Aufwachraum ist es ähnlich. Gestern hatte ich zum ersten Mal mit Narkosenachwirkungen zu kämpfen, Übelkeit und Kreislauf. Wurde aber hervorragend betreut.

Und nun zu meiner Beobachtung. Wenn man als Patient so gebeutelt daliegt, kalkweis und kaum ansprechbar ist, so mag das einen Angehörigen ganz schön erschrecken.

Aber als Patient bist du wie in einer Blase. Du nimmst nur dich wahr, und ausser deinem Bett oder der Liege existiert kein anderes Raumgefühl. Natürlich sind da noch die Schwestern, Partner, alles ok. Aber man ist so ganz auf sich fixiert und irgendwie ist da für Angst gar kein Platz.

Ich persönlich finde es immer so triggern, wenn ich andere leiden sehe. Aber die leiden da ganz anders, als derjenige, der mitfühlend am Bett sitzt.

Ich wollte das nur mal loswerden, dass zwischen dem Aussehen eines Krankens und den Gefühlen und Gedanken des mitfühlenden Partner oder ähnlichem, Welten liegen.

Mein Mann sagte, ich hätte ihn total getriggert, weil ich wie seine sterbende Mutter ausgesehen hätte.

Und wie man lesen kann, heute kann ich schon mit euch schreiben.

Aber eine Wunde schmerzt höllisch. Leider hat die Gyn alles alleine mit mir besprochen, und ich hab die Worte an mir vorbeiziehen lassen, ich meine aber, das ein Schnitt größer als der andere sei, damit sie die Zyste rausholen konnten. Oder ich habs geträumt.

Jetzt genug von mir, ich wollte, wie schon gesagt, nur mal eine andere Sicht aufzeigen, da man, als Angstpatient und Partner, ja durchaus vor Sorge niedergedrückt werden könnte.

22.03.2025 11:59 • x 6 #120


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Verdacht auf Leberkrebs - unsere Nerven liegen blank

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W

WayOut
Gast

@Dundun
Liebe dundun,

Erstmal: Es tut mir unendlich leid, was ihr gerade durchmachen müsst. Diese Diagnose ist ein Schock, der alles auf den Kopf stellt – und dann noch so viele Fragen, Unsicherheiten und gleichzeitig die Sorge, dass der Partner leidet. Ich finde es ganz stark, dass du dich hier meldest und versuchst, Orientierung zu bekommen – das ist alles andere als selbstverständlich in so einer Situation.

Tumoren die zu groß oder ungünstig liegen, um sofort operiert zu werden werden vorher oft geschrumpft – z. B. weil sie zu nah an wichtigen Blutgefäßen oder Organen sind.

Je nach Art des Tumors kann das bedeuten Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente oder lokale Verfahren, wo der Tumor direkt über die Blutgefäße behandelt wird.
Oder in bestimmten Fällen auch eine Bestrahlung, wenn das machbar ist. Ich hoffe mal dass der Arzt euch da fix zurück ruft und ihr wenigstens wisst was da nun auf euch zukommt. Ungewissheit und warten ist der größte Mist dabei.

Wichtig ist: Das Ganze ist kein Hinauszögern, sondern ein geplanter erster Schritt, damit die OP überhaupt möglich oder erfolgreicher wird. Viele Patienten erleben das als große Hoffnung – denn wenn der Tumor kleiner wird, rückt eine Heilung in greifbare Nähe.

Was tun gegen die Übelkeit?

Das, was du beschreibst, ist für viele Patienten ein riesiges Problem – und absolut ernst zu nehmen. Denn wenn man nichts essen kann, fehlt dem Körper Kraft, und auch mental zieht es einen noch mehr runter.

Und dein Mann muss sich nicht mit Übelkeit abfinden. Es gibt sehr wirksame Medikamente dagegen, sowas wie Ondansetron, MCP oder irgendwas dergleichen. Ich verstehe nicht dass die Ärzte das bei der Symptomatik nicht von sich aus aufgeschrieben haben.

Sprich unbedingt mit dem Arztteam, falls noch keine dieser Möglichkeiten ausprobiert wurden. Es gibt auch Medikamente in Tropfenform oder als Schmelztablette, wenn Tabletten nicht möglich sind. Kein Patient muss sich über Tage hinweg mit ständiger Übelkeit quälen.

Tipp für dich als Angehörige: Wenn du merkst, dass deine Worte beim Arztgespräch untergehen, schreib dir vorher Fragen auf, mach eine Liste und sprich sie Punkt für Punkt durch. Es ist völlig legitim, aktiv zu sein – das zeigt Fürsorge, nicht Nervigkeit.

Und all die gut gemeinten Ratschläge …

Ja, ich weiß genau, was du meinst. „Trink doch mal dies“, „Iss mal das“, „Meine Cousine hatte auch Krebs und ist gestorben“ – solche Sätze sind wie Schläge ins Gesicht, obwohl sie vielleicht nicht so gemeint sind.

Du darfst da ganz klar deine Grenze ziehen. Ein einfaches:
„Danke, aber wir gehen unseren eigenen Weg, und ich brauche gerade keine Ratschläge.“
reicht völlig. Du bist niemandem eine Erklärung schuldig – nur euch beiden.

Niemand interessiert jetzt Tante Hilde die das auch hatte...bla bla bla.

Wenn jemand Horrorgeschichten erzählt, brich das Gespräch ab. Dein Nervensystem hat gerade Wichtigeres zu tun, als sich mit fremden Dramen zu belasten.

Was du jetzt noch tun kannst, hol dir Informationen bei den richtigen Stellen holen – z. B. bei der Deutschen Krebshilfe oder direkt bei der Klinik, in der ihr in Behandlung seid.
Du darfst dir ganz genau erklären lassen, was geplant ist, wie lange es dauert, und welche Chancen das Ganze hat.

Essen in kleinen Schritten wieder möglich machen.
Vllt wirklich mal mit den behandelnden Ärzten über antiemetika sprechen. Verstehe nicht warum sie da nicht von selber drauf gekommen sind.
Ansonsten hilft vielleicht auch Flüssignahrung aus der Apotheke, die viele Kalorien bringt, aber leicht runtergeht. Gibt's auch auf Rezept bei Krebs.

Für dich selbst sorgen.
Du bist jetzt die tragende Säule – und die hält am besten, wenn sie sich nicht selbst vergisst. Bitte iss, schlaf, sprich mit jemandem (auch hier, wenn du magst), und denk daran:
Du bist nicht allein.

Es ist eine schwierige Phase, aber es ist eine Phase.
Und mit dem richtigen Team, klarer Info und Unterstützung – ist sie zu bewältigen.

Fühl dich ganz sanft gedrückt. Du machst das richtig gut, auch wenn’s sich gerade alles nur schlimm anfühlt.

24.03.2025 16:46 • x 4 #136


Zum Beitrag im Thema ↓


Sonja77
Schrecklich was ihr gerade durchstehen müsst
Und was du schon alles durchgemacht hast ist mehr als schlimm

Da fehlen einem die richtigen Worte weil es vielleicht keine richtigen Worte gibt

Ich wünsche euch und Vorallem deinem Mann für nächste Woche nur das Beste und das sich der Verdacht nicht bestätigt

Ich kann ihn gut verstehen das er vermehrt zu Tavor greift,würde ich wahrscheinlich auch so tun

Ich drück euch beide mal ganz doll aus der Ferne

#2


D
@Sonja77 Danke, können wir gut gebrauchen.
Muss schon wieder heulen. Aber das hilft mir wenigstens für ein paar Minuten.

#3


Icefalki
Zitat von Dundun:
In den letzten Jahren geht es einfach nur bergab.


Ich gebe dir Recht. Irgendwann kommt ein Mist nach dem anderen. Furchtbar ist das alles.

Aber das Krebsthema, sofern bestätigt, hängt ja auch immer davon ab, wann er erkannt wurde.

Und das mit dem Nicht reden wollen, kenne ich auch. Denn, was soll man denn gross reden? Hilft ja eh alles nix.

Jetzt hängt ihr in der Schwebe, meiner Meinung nach die belastenste Zeit.
So zwischen Hoffen und Bangen gefangen, zerrt unheimlich an den Nerven.

Für dich ist wichtig, dass du erkennst, dass Verweiflung das Ergebnis nicht ändern kann. Insofern dann das Beste draus machen, dass es gibt.

Aber du hast Recht, alt werden ist für manche nicht mehr lustig.

x 4 #4


Tobbi
@Dundun Ich wünsche Euch und vor allem deinem Mann auch nur das Beste.

x 3 #5


D
@Icefalki Danke für deine Antwort.
Ja, es kann sein, dass der Krebs sich erst im Anfangsstadium befindet.
Ich weiß, dass Verzweiflung das Ergebnis nicht ändern kann.
Es kommen nur gerade alle meine Ängste (ich habe selber eine jahrelange Therapie hinter mir) geballt hoch ...

x 3 #6


D
Also mein Mann glaubt wirklich, dass er Krebs im Endstadium hat und kurzfristig stirbt.
Ich bin total überfordert..

#7


S
Liebe @Dundun , das tut mireid zu lesen. Für deinen Mann muss es auch schrecklich sein, wenn er fest glaubt, sein Tod stehe unmittelbar bevor. Wie lange müsst ihr denn aushalten? Wann bekommt ihr die Ergebnisse, die Leberkrebs bestätigen oder ausschließen? Und wie sieht es mit seinen Symptomen aus? Sind die einigermaßen im Griff oder leidet er sehr?

#8


D
Die Biopsie ist am 10.3.. Wann dann das Ergebnis vorliegt, kann ich nicht sagen.
Er hat viele Symptome, die ihn sehr belasten. Bisher wurde alles immer auf seine Psyche geschoben ...

#9


Icefalki
Zitat von Dundun:
Also mein Mann glaubt wirklich, dass er Krebs im Endstadium hat und kurzfristig stirbt. Ich bin total überfordert..


Das seid ihr beide. Dafür gibt es keinen Rat. Ich habe 1 Woche bis zur erneuten Untersuchung auch gelitten, aber ich will da keinen Trost, da mich eher "dummes Geschwätz" in diesem Fall aufregt.

Ist ja mein Krebs, mein Elend und mein Tod. Was dann wichtig war, waren die Befunde und die Möglichkeiten. Bei Möglichkeiten fasst man dann wieder Mut, bedeutet, man konzentriert sich auf die Behandlungen.

Ich denke, dass ihr bis zum echten Ergebnis einfach durchhalten müsst. Und erst wenn es "amtlich" ist, sieht man weiter.

x 6 #10


boomerine
Ja nur das durchhalten und warten macht mürbe.

Ich drück euch die Daumen, vielleicht geht es doch gut aus.....

x 1 #11


D
@boomerine
Dankeschön

#12


D
Schon irgendwie eine Frechheit die Leute mit so einem Damoklesschwert über ihrem Kopf gute 2 Wochen warten zu lassen.

Ich hoffe natürlich, dass euch diese Bürde erspart bleibt, aber helfen oder Tipps geben kann man in so einem Fall dann leider auch nicht mehr. Da ist jeder anders, manche wollen ihre Ruhe, andere 24 Stunden Bespaßung... ich hoffe ihr kriegt die Zeit irgendwie halbwegs rum.

Daumen sind gedrückt. 😮

x 4 #13


D
@Icefalki Ja, da hast du Recht.
Wir haben schon soviel zusammen durchgestanden - da werden wir auch das irgendwie durchstehen.
Es kostet nur Kraft, die uns seit längerer Zeit fehlt.

x 3 #14


F
Wann hat er den Termin?
Wir werden hier sicherlich den ein oder anderen Daumen drücken ✊🏻
Ich wünsche euch alles Gute und hoffe; diese fürchterliche Wartezeit geht zügig um

x 2 #15


Q
@Dundun Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Älterwerden mit den unterschiedlichsten Krankheiten ist einfach eine schwierige Herausforderung.
Noch habt ihr ja keine Diagnose und falls es sich doch bewahrheitet, ist es bestimmt auch erst ein Anfangsstadium mit verschiedenen Optionen.
Heute hat die Medizin ja große Fortschritte gemacht. Ich denke an dich und deinen Mann und wünsche euch das Allerbeste.

x 2 #16


D
Zitat von Dundun:
Wir haben schon soviel zusammen durchgestanden - da werden wir auch das irgendwie durchstehen. Es kostet nur Kraft, ...

Ich wünsche euch und dir vor allem viel Kraft weiterhin.
Cancer is an as*hole

Hier hast du zumindest einen Ort, deine Gedanken und Sorgen zu lassen. 🍀

x 3 #17

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D
@1fachnurich Danke. Aufnahme im Krankenhaus für die Biopsie ist am 10.3..

x 1 #18


D
Ja toll. Verdacht auf Leberkrebs und mein Mann betäubt seine Panik gerade mit Alk. .. 😪

#19


F
Pop@Dundun schwierig da was zu raten.
Einerseits möchte man sagen „er ist alt genug. Er muss den Schock verdauen“ o.ä.
Andererseits hilft Alk. natürlich überhaupt nicht und gerade wenn’s um die Leber geht, ist es Mist.

Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wäre ich in seiner Haut. Aber die Angst „betäuben“ zu wollen ist nachvollziehbar 😕

x 2 #20


A


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