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Hallo, ich bin neu hier.

Ich habe vor 5 Jahren die Diagnose Generalisierte Angststörung und Panikstörung mit Agoraphobie bekommen. Es kam sehr heftig mit mehrmonatigem Klinikaufenthalt. Danach war ich bis vor 1,5 Jahren durchgehend in Therapie, um das Leben zu meistern.

Nun bricht irgendwie alles zusammen. Ich spüre nichts mehr, ich Schwebe so vor mich hin, als wäre ich nicht mehr in meinem Körper. Mir kommt alles so fremd und unwirklich vor, dass ich am liebsten schreiend weglaufen würde. Ich habe außerdem das Gefühl, mir kommen alle Menschen auf der Straße bekannt vor und andere verrückte Dinge passieren mir.
Ich war bereits bei einer Psychologin und einer Psychiaterin, die aber weiterhin der Meinung sind, dass es nichts psychotisches ist. Ich hingegen bin davon fast restlos überzeugt, ich Spinne total, es ist alles so fern und fremd, ich bin verloren gegangen. Ich kontrolliere mich permanent, um heruaszufinden, ob ich eine Halluzination hatte, was die Psychose beweisen würde. Trotzdem habe ich Panikattacken, die ich aber auch entfernt von mir erlebe. Es sind auch keine Klassen PA wie früher, sondern wie eine Walze über meiner Brust, ich kriege kaum Luft und mein Herz sticht.

Ich könnte noch so viel mehr schreiben, aber das würde hier den Ramen sprengen. Meine Frage ist, ob trotz solcher extremen Wahrnehmungsstörungen und dem scheinbar psychotischen Symptomen eine Angststörung vorherrscht? Wieso sieht kein Psychiater die Psychose, viell sagen die es mir nicht oder sie beziehen sich auf die Angst, weil ich diese Diagnose schon bekam? Was meint ihr als erfahrene "Angsthasen"? Eine Psychose ist für mich schon lange die Horrorvorstellung und nun bin ich geradewegs auf dem Weg in eine, das ist so schrecklich:(

Liebe Grüße, Oppossum

11.11.2013 22:42 • 19.12.2019 #1


20 Antworten ↓


ich dachte das auch immer dass ich total verrückt werde, da ich stark unter derealisation litt. aber meine therapeuten sagten mir immer, solange mir das ja bewusst ist, dass es unwirklich wirkt, hab ich eben keine psychose. bei ner pschose bildet man sich ja dinge ein, die eben absolut nicht real sind u man ist überzeugt davon, sie wären es. is ja bei uns irgendwie umgekehrt.

leider gibts kaum mittel gegen derealisation. ich hab aber die erfahrung gemacht, je mehr du sie ignorierst u akzeptierst, desto besser wirds. anfangs ist das schwer, aber glaub mir, mit der zeit gewöhnst du dich dran. irgendwann denkst du nur, aha, fühl ich mich mal wieder so. nervt zwar, aber irgendwann weiss man dass man nicht verrückt wird.

und was du auch nicht vergessen darfst: psychische symptome haben ja auch ihren sinn. in dem fall will sich deine seele abspalten um sich vor etwas zu schützen. ich hatte es immer ganz stark auf arbeit. kannst dir vllt vorstellen wie ich mich dann konzentrieren konnte aber ich hab meine arbeit gehasst. also eigentlich wollte ich gar nicht dort sein u meine seele hat das einzig richtige getan eigentlich, auch wenn ich es total lästig fand.

11.11.2013 22:48 • #2



Starke Depersonalisation-Angst vor Psychose

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Danke für deine Antwort.

Ich kenne das ja auch seit 5 Jahren, es ging nie weg, war aber schwach. Außerdem ist erwiesen, dass Psychosen teilweise jahrelange Vorphase, eben durch seltsame Wahrnehmung gekennzeichnet, voraus geht. Jetzt ist es so heftig, dass ich nicht weiß wohin mit mir, am liebsten würde ich nur schlafen, um nichts erleben zu müssen. Ich bin zum Studium in eine andere Stadt gezogen , aber, dass es so endet, hätte ich nicht gedacht.
Ich hätte einen Platz dort in einer Klinik für Psychotherapie zur Intensivpsychotherapie, aber ich habe vor allem Angst. Ich schaffe es nicht mehr raus, kann keinen Menschen anschauen, weil ich Angst vor dieser Wahrnehmung habe.
In der Klinik müsste ich ja voll funktionieren, mich unterhalten, mit anderen essen etc. Und wenn die Ärzte dann doch an eine Psychose glauben, komme ich in die Psychiatrie oder so und erlebe einen Albtraum.

Vielleicht habe ich einen Tumor oder eine Aussackung an einem Gefäß, das ist nicht nur Angst. Mein Gehrin hat einen regelrechten Kurzschluss, habe ich das Gefühl. Ich bin total am Ende, ich wollte studieren und jetzt versage ich im ersten Semester.
Aber dieses Forum ist ein Segen, ich habe nie! einen Menschen mit solchen Ängsten getroffen, in all den Jahren, hier aber versteht man mich (hoffentlich)

11.11.2013 23:06 • #3


Hallo,

mir ging das bis vor 8 Wochen noch ganz genau so. Ich habe mich sogar extra auf eine Psychosestation in der Uniklinik aufnehmen lassen, um das abzuklären. Die erste Woche habe ich dort täglich 2 Stunden mit Ärzten gesprochen, weil ich fast durchgedreht bin.

Nach weiteren 2 Wochen und 50 Fragebögen haben die mir absolut versichert, dass das alles nichts mit einer Psychose zu tun hat. Das sind Wahrnehmungsstörungen, wie Du schon sagst. Die ergeben sich aus Stress, Depressionen, Ängsten.....

Mir hat die Klinik und die folgende Struktur dahingehend sehr gut getan. Vielleicht auch das Antidepressivum, das ich bekomme. Und auf jeden Fall auch die vermehrte Aktivität und die 2 neuen Kontakte zu Mitpatienten.

Dieses körperlose Gefühl, dass ich vorher täglich hatte, ist vollständig weg. Ebenso Wahrnehmungsstörungen wie Du sie auch beschreibst. Mir ging das sehr ähnlich mit Gesichtern von fremden Menschen. Häufig sahen die auch unförmig aus, ich dachte bei raschelndem Laub an flüsternde Stimmen, usw.!

All das hatte ich aber auch ständig den Ärzten erzählt und die sagten jedesmal ganz gewiss, dass das nichts mit psychotischem Erleben zu tun hat. Ich hab da auf Station auch richtige Psychotiker kennen gelernt - die waren teilweise jenseits von gut und böse, mit Wahrnehmungsstörungen hatten ihre Beschwerden wirklich NICHTS mehr zu tun....

Also, ich denke Du "schwimmst" allgemein wieder, weil Dir z.B. konkrete Ziele und Strukturen fehlen. Darum fühlst Du Dich auch so und Dein Hirn spinnt sich was zusammen, weil es keine konkreten Aufgaben hat....

Nutze die Tage, tu was! Dann wirst Du in 2 Wochen plötzlich feststellen, dass zumindest solche Beschwerden nachgelassen haben. Vergrab Dich nicht zuhause. Geh raus und nimm möglichst gut am Leben teil....

Such Kontakte, tu was Du kannst - je mehr Du Dein "Ich" wiederfindest, desto mehr wirst Du Dich auch wieder spüren!

Bei mir sind die Panikattacken schlimmer geworden, aber solche Dinge sind wirklich komplett weg!

11.11.2013 23:29 • x 1 #4


Wow, das mit dem raschelnden Laub kenne ich auch, jedes Geräusch wandelt sich in meinem Kopf zu einer potentiellen Halluzination und einer Bestätigung für die Psychose.

Dann sollte ich wohl in die Klinik gehen. Oder generell was machen, klar, aber es geht eben nicht. Es geht einfach nicht.

Das für mich schlimmste Symptom ist, dass ich "spüre", was andere spüren. Also jemand fährt sich durchs Haar und ich stelle mir das so intensiv vor scheinbar, als würde ich es selbst machen. Das ist mir schon fast peinlich, ich habe es aber dich der Ärztin gesagt und trotzdem: Angeblich keine Psychose.

Dass du dich jetzt nicht mehr so körperlos fühlst, macht mir etwas mit. Antidepressiva sollte ich auch nehmen, nach 3 Tagen dachte ich, ich hätte dadurch ein serotoninsyndrom und würde sterben. Ich bin von 23uhr bis 8 Uhr morgens heulend durch meine Bude gerannt und nehme es seitdem nicht mehr. In der Klinik könnte ich es vielleicht schaffen.

Du sagst, die psychotiker dort waren ganz anders, wie meinst du das?

Dass du nun stärkere PA hast, tut mir leid für dich. Vielleicht, weil du dich wieder mehr spürst oder die Medis müssen erst ihren Spiegel erreichen.

11.11.2013 23:49 • #5


Hallo Opossum,

ich kenne dieses schreckliche Gefühl auch. Vor einigen Woche hatte ich auch eine so starke Derealisation, dass ich dachte ich müsste druchdrehen und bin sogar ins Krankenhaus gefahren. Dort haben mir dann auch 3 Psychiater nach einander bestätigt, dass das nicht psychotisch ist (sogar ohne Naachfrage, offenbar um mich zu beruhigen). Der Unterschied zur Psychose besteht einfach darin, dass deine Realitätserkenntnis voll intakt ist, d.h. du fühlst dich zwar "komisch", aber du weißt im Grunde, dass esnur deine Wahrnhemung verändert. Be einer Psychose dagegen sind die Erkrankenten von Dingen überzeugt, die gar nicht existieren (haben also Wahngedanken und Halluzinationen) ... diese Information hat mir letztens erstmal geholfen. Dennoch ist es natürlich furchtbar, die Welt so "verändert" wahrzunehmen. Da ist es wichtig - auch wenn es blöd klingt - dass du dich nicht zu sehr reinsteigerst. Die DR ist ja u.a. ein Symptom der Angst und je mehr Angst und Panik du bekommst und je mehr du dich gedanklich damit beschäftigst, desto quälender wird es.
Wichtig ist also, es erstmal so hinzunehmen, wie es ist, und sich möglichst viel abzulenken. Mir hat es geholfen, möglichst früh aufzustehen und dann einen halbwegs straffen Tagesplan durchzuziehen. Dabei habe ich viele Dinge getan, die den Kopf nicht so sehr beanspruchen (z.B. aufräumen, putzen, Besorgungen machen, Sport). Wenn du in einer Aktivität voll drin bist, wirst du DR für einen Moment gar nicht mehr bemerken.
Wenn es dich allerdings so sehr quält, solltest du dir natürlich überlegen, ins Krankenhaus zu gehen. Da kannst du zur Ruhe kommen (soweit ich weiß, muss man auhc nciht gleich alles mitmachen) und wirst von Experten beraten. (auch für die Medikamenteneinstellung. Was für ein AD hast du denn bekommen? Manche vertragen nicht jede Sorte.)

12.11.2013 09:00 • #6


Zitat von Opossum:

Dann sollte ich wohl in die Klinik gehen. Oder generell was machen, klar, aber es geht eben nicht. Es geht einfach nicht.





wieso geht es nicht? du hast im post davor geschrieben, dort müsstest du "funktionieren". ich denke viel eher, das muss man, wenn man im alltag bleibt. in der klinik bist du ja, um deine baustellen zu klären u das gute is, da guckt auch keiner komisch wenn man mal durchdreht. dort kannst du das auch offen aussprechen wie du dich fühlst. das fand ich immer sehr angenehm in der klinik.

und zum thema medikamente: keiner kann dich zwingen, welche zu nehmen. ich ahb mich in der klinik auch durchgesetzt da ich keine nehmen wollte. bin auch froh darüber, es so geschafft zu haben, da man doch von blöden nebenwirkungen u absetzphänomenen hört. aber das musst du selbst entscheiden.

12.11.2013 15:22 • #7


Hallo Demiana,

ich bin wohl doch nicht die einzige, bei der das so extreme Maße annimmt. Es ist zwar alles schlimm, aber für mich persönlich sind körperliche Symptome einfacher zu ertragen als die psychischen wie eben Depersonalisation und Derealisation. Das ist so ungreifbar, einfach verrückt halt.

Mich belastet das sehr, da es auch in ruhigen Situationen da ist. Wie ist das bei euch? In einer Stresssituation oder einer PA ist das normal, aber auch sonst? Selbst, wenn es mir verhältnismäßig gut geht bzw. ich gerade keine akute Sorge habe, fühle ich mich völlig fremd und beobachtet das Geschehen wie aus der Ferne.

Ablenkung hilft, das stimmt. Aber häufig ist auch das Putzen oder Kochen eine Qual, weil ich meine Arme und Hände dabei so schweben sehe, als würden sie nicht meine sein, als würde das alles automatisch passieren und nicht Ich die Bewegung machen. Im Grunde ist es ja auch so, es wurde ja erwiesen, dass das Gehirn die Entscheidung für eine Bewegung schon trifft, bevor wir meinen diese Entscheidung zu fällen. Gruselig.

Ich fühle mich mir selbst ausgeliefert irgendwie. Als würde ich in mir gefangen sein und muss zusehen, wie ich durchdrehe ungefähr.

Was haben Dir die Ärzte dort gesagt, außer, dass Du nicht psychotisch bist?

Darf man hier Medinamen nennen? Also ich habe Citalopram bekommen, das habe ich damals auch schon mehrere Jahre genommen, denke, dass diese Panik darauf eher gedanklich war. Aber natürlich regt Serotonin erstmal an und man wird nervös, deshalb wird zur Einschleichphase ja auch empfohlen etwas Beruhigendes noch dazu zu nehmen, aber ich habe vor allem Angst. Die meisten Psychopharmaka haben als (seltene) Nebenwirkung Halluzinationen, ich habe solche Angst vor Psychosen. Antidepressiva sind bei akuten Psychosen auch kontraindiziert bzw. nur mit NL zu geben, da sie eben Psychosen fördern können. Deshalb fällt es mir so schwer das zu schlucken, obwohl es mir vor 5 Jahren geholfen hat. Damals habe ich mich aber nicht damit beschäftigt und einfach alles genommen, was mir in der Klinik angedreht wurde.

Ich habe Monatg ein Gespräch mit der Aufnahmeärztin der Psychotherapiestation. Das ist keine Psychiatrie und dort werden keine Leute mit Psychosen oder psychosenahen Störungen aufgenommen, steht im Flyer. Wenn sie trotzdem der Meinung ist, dass ich dort hinpasse, werde ich das probieren, ich drehe mich sonst nur im Kreis.

12.11.2013 15:26 • #8


wieso geht es nicht? du hast im post davor geschrieben, dort müsstest du "funktionieren". ich denke viel eher, das muss man, wenn man im alltag bleibt. in der klinik bist du ja, um deine baustellen zu klären u das gute is, da guckt auch keiner komisch wenn man mal durchdreht. dort kannst du das auch offen aussprechen wie du dich fühlst. das fand ich immer sehr angenehm in der klinik.


Ich kann nicht raus, ich traue mich nicht. Draußen sind die Symptome verstärkt und ich habe Angst mit Menschen sprechen zu müssen, weiß auch nicht.
Als es vor 5 Jahren begann war ich noch Teenager und kam in die KiJu-Psychiatrie. Dort erlebte ich erstmal die schlimmsten 3 Wochen meines Lebens. Das beschäftigt mich noch täglich, ich träume sogar oft von Situationen dort. Das schlimmste war, dass ich nicht gehen konnte, da meine Mutter ja bestimmt hat, und sie wollte, dass ich bleibe. Vor 4 Monaten wurde ich operiert, das wr ein Chaos, da man mir die Beruhigungstablette vor der OP nicht gab und ich "voll da" in den OP geschoben wurde zur Narkose. Ich hatte einen Puls von 160 im liegen, das EKG hat die ganze Zeit den Alarmton und ich dachte, ich würde sterben. Ich habe alles in Zeitlupe gesehen und mein Herz schlug so laut in meinem Ohren. Seitdem habe ich Panik vor Ärtzen und Krankenhäusern. Das ist ziemlich paradox, weil ich vorher "Stammkundin" bei Ärzten war. Jetzt traue ich mich nicht mehr und sitze dann zu Hause und male mir all die Erkrankungen aus, die ich jetzt nicht behandeln lassen kann.
Deshalb ist es für mich ein so großer Schritt, da mein Stress die ersten tage dort zumindest superhoch sein wird.

Naja, ich weiß, dass man mir nicht mehr raten kann als in die Klinik zu gehen. Es hilft ja nichts, von allein wird es nicht besser, das merke ich ja.

12.11.2013 15:45 • #9


Also,

eine Psychose ist klassischerweise dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Die Leute, die bei mir auf Station waren, hätten z.B. überhaupt nicht so strukturiert und logisch denken und schreiben können, wie Du das tust. Die waren auch allesamt vorher auf der Geschlossenen, weil sie sonst verhungert wären oder die Mitmenschen gefährdet haben.

Beispiel:

Einer war dort, weil er der Überzeugung war, dass ein Gegheimdienst Botschaften in Konservendosen versteckt hat. Er ist mit nem Dosenöffner in den hiesigen Edeka - Markt und hat Hunderte Dosen aufgemacht. Dabei war er weder ansprechbar noch irgendwie anders zu erreichen....

Sowas ist klassisch psychotisch - paranoider Wahn mit völligem Realitätsverlust. Kennzeichnend ist auch, dass die Betroffenen überhaupt nicht mehr darüber nachdenken, ob sie verrückt sind. Sie betrachten ihren Wahn als Realität und die Umwelt als geisteskrank.

Ich kann Dir jetzt wirklich aus Erfahrung sagen, dass man massive Wahrnehmungsstörungen haben kann, ohne psychotisch zu sein. Das hat damit einfach nichts zu tun, die Krankheitsbilder sind völlig anders.....

Was wäre eigentlich schlimm an einer Psychose?

Und was würde es ändern?

Was ist überhaupt schlimm an Wahrnemungsstörungen?

Letztendlich geht es Dir erst mit der Bewertung schlecht. Und mit der Angst vor etwas!

Welche Angst ist das?

12.11.2013 15:47 • #10


Hallo Opossum,

als ich würde auf jeden Fall zu dem Gespräch am Montag gehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einem jedes Gespräch (auch wenn ein Arzt mal nciht so perfekt ist) hilft - einfach dadurch, dass du über deine Probleme sprichst. Am Anfang ist das meist anstrengend un beängstigend. Aber es wird mit der Zeit leichter und wenn du Glück hast, findest du eine Therapeutin die dich gut versteht und dir kompetent helfen kann. Du kannst ja auch in dem Gespräch einfach mal fragen, was dich auf Station erwartet, wieder Klinikalltag ist usw. Und letztlich weißt du ja, dass du jederzeit gehen kannst, wenn es dir zu viel wird. Jetzt kann dich keiner mehr zwingen, da zu bleiben. Darf ich fragen, warum du damals in der K/J-Psychiatrie warst. Was hat dich so sehr gequält, dass du nun Angst hast, ins KH zu gehen?
Ich selbst sage mir in schwierigen Situationen (z.B. bei einer Besprechung mit nem Prof) immer, wenn es mir zu viel wird gehe ich einfach, dann sage ich "Mir ist nicht gut. Ich glaube ich werde krank" und gehe. Das wird niemand als schlimm empfinden. Tatsächlich habe ich diesen Plan aber noch nie in die Tat umsetzen müssen.

Ach ja, mir haben die Psychiater gesagt, die DR sei v.a. ein Symptom der Angst. Wenn ich in einer Situation bin, die mir Angst macht (bei mir war z.B. das Problem, dass mein Freund zum Arbeiten in eine neue Stadt wollte), daann flüchtet sich der Geist quasi aus der Situation. Damit schützt man sich vor bedrohlichen Gedanken und Gefühlen. Vielleicht tut das Gehirn das bei manchan Menschen ja, wenn es vollkommen überlastet ist. Wichtig ist, dass man - da das Ganze ja mit Angst zu tun hat - sich fragt, was genau macht mir ejtzt Angst und sich dann sagt, dass ja eingeltich ncihts passieren kann. Und dann muss dann die Situationen einfach aushalten (das ist das Schwerste). Aber je mehr man sich den angst machenden Situationen stellt, desto mehr verschwindet meist auch die DR.

Ich nehme übrigens Opipramol. Das ist kein reines AD, sondern lindert auch Ängste und innere Anspannung. Mir hat es sehr gut geholfen. Seit ich es nehme, aheb ich keine PAs mehr.

12.11.2013 19:01 • #11


Hey,

ich kam damals mit 15 dort wegen starken Panikattacken und Agoraphobie, sowie eben Deperealistatioserleben dort hin. Ich konnte das Haus zu der Zeit ca. 8 Wochen nicht verlassen, ich war ja noch schulpflichtig, da musste was passieren. Zuvor hatte mir ein Arzt Tavor für verschrieben, das habe ich dann immer genommen, immer mehr, dann prophylaktisch...wie das halt so läuft mit Beruhigungsmitteln. In der Klinik war ich dann auf kaltem Entzug, ohne es zu wissen. Dann bekam ich dort wieder etwas und musste das mit einer extra engagierten Pflegekraft, die nur für mich da war, ausschleichen. Das war die Hölle, ich bin ohne es zu wissen, mit 15 abhängig von Tavor geworden und kam mir vor wie ein Junkie als ich jeden Abend gebettelt habe, wenigstens ein Stückchen der Pille zu bekommen.

Ich habe 4 Tage am Stück nicht geschlafen, konnte nichts essen und habe in zwei Wochen fast 10KG abgenommen und hatte ständig einen Blutdruck von über 200/150, musste diese Einzelwache mit bis aufs Klo nehmen und habe ständig hyperventilliert. Die Ärzte waren sich zu Anfang nicht sicher, was mit mir ist und sagten meiner Mutter, dass sie eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis ausschließen wollen. Irgendwie habe ich das missverstanden und war mir plötzlich sicher, dass ich Schizophrenie habe und musste planen, was ich nun mache. Ich dachte, es wäre am besten, zu sterben. Nach 3 Wochen pausenloser Panik und kaum Schlaf, konnte ich meine Mutetr überzeugen mich endlich abzuholen.
Zu Hause ging es dann weiter bergab, mein Puls kam nicht mehr unter 130, das war unerträglich. Nach weiteren 3 Wochen in meinem Bett voller Panik, bin ich wieder in die Klinik und war dort 6 Monate. Danach schaffte ich mit ambulanter Therapie meine Abitur, nur jetzt zum Studium breche ich zusammen und hätte nie gedacht, dass ich nochmal an so einem Tiefpunkt lande. Ich war nie symptomfrei, aber ich habe die Schule geschafft und war sogar mal im Urlaub, jetzt komme ich kaum zum Bäcker nebenan.

Puh, lange Story, aber das ist meine Geschichte in Kurzfassung. Ich habe halt Angst diese Zeit nochmal zu durchleben, aber ja, du hast Recht, jetzt kann ich gehen, wenn ich will.

Machst du eine Therapie? Ich habe ja über 3 Jahre eine Verhaltenstherapie gemacht und bin ernüchtert, wie sehr ich jetzt trotzdem falle.

12.11.2013 20:11 • #12


Hm, das klingt ja wirklich furchtbar. Da haben die Ärzte aber auch teilweise echt Mist gebaut. Das Gute ist aber, dass du nun ja nicht mehr abhängig bist und keinen Entzug machen musst. Es würden in der Klinik also nur Dinge gemacht werden (v.a. Therapie), die dir gut tuen werden. Und wenn das nicht so ist, dann kannst du - wie schon geschrieben - ja jederzeit gehen. Wichtig ist immer bei Ärzten, dass man genau nachfragt, was passieren soll und gegebenenfalls auch Dinge ablehnt. Das ist dein gutes Recht.

Das du trotz allem die Schule geschafft hast, ist ja ein riesen Erfolg! Da kann ich dir nur gratulieren Manchmal ist es wohl nur leider so, dass Veränderungen (wie der Beginn eines Studiums) dazu führen, dass sich die alten Probleme wieder melden. Oft denkt man gar nciht, dass was passiert und glaubt, man hat die Situation im Griff; aber dann packt einen die Angst doch. Das Gute ist, dass du weißt, dass du es schon einmal geschafft hast, und schon viele Methoden gelernt hast, dir selbst zu helfen. Hast du denn in der Stadt schon Kontakt zu irgndwelchen Leuten und warst du schon in der Uni? Vielleicht musst du auch nur deinen Rhythmus finden und dann wird es langsam besser ... das ist beim Studium manchmal aber gar ncit so leicht, da ja alles so neu ist.

Ich mache auch schon seit einigen Jahren Therapie (v.a. wegen Depressionen, die Angst stand erst gar nciht so im Mittelpunkt). Leider schließt das aber eben auch nicht aus, dass es einem mal wieder schlechter geht. Aber es ist immer gut, wenn man jemand hat, mit dem man reden kann.

12.11.2013 20:37 • #13


Danke.
Ja, das hat sicherlich damit zu tun. Seit einem Jahr baut sich das so auf, Therapie zu Ende, Citalopram abgesetzt und das Studium (habe letztes Jahr den 1. Versuch gestartet und gleich abgebrochen). Ich kenne niemanden, das Semester hat erst vor 3 Wochen angefangen und ich war wenig da, und wenn, saß ich ganz hinten und hatte die Gedanken beim "Überleben". Ich hatte auch eine PA, bei der ich mich von ganz hinten rausdrängeln musste, das war mir danach so peinlich, dass ich mich zusätzlich zur Angst auch schäme, dass ich den Vortrag dort so unterbrochen habe. Die Uni meint, dass ich nächstes Semester einfach wieder einsteigen kann, aber dann wundern sich ja alle: "War das nicht die Komische, die im 1. Semester nach 2 Wochen nicht mehr kam?!". Ich will mein Wunschstudium aber auch nicht wieder wegwerfen, irgendwie muss ich ja mal weiterkommen.

Du studierst ja scheinbar auch. Warst du auch schon zu Schulzeiten betroffen? Denkst du, dass, wenn man die Schule gepackt hat, die Uni auch funktionieren kann?

12.11.2013 21:06 • #14


@Holgerson: Danke, ja so stellt man sich Psychotiker vor. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass dadurch, dass ich mich immer beobachte und alles analysiere, den Anfang eben mitbekomme und jetzt spüre, dass sich etwas anbahnt.

Welches AD bekommst du denn, wenn ich fragen darf? Das scheint ja in der Hinsicht zumindest positiv zu wirken.

Bist du eig auf der Psychosrstation geblieben, obwohl diese ja ausgeschlossen wurde?

Dass das nur Begriffe sind, ist mir klar. Im Endeffekt steht das für Kontrollverlust und das Gefangensein in einem Albtraum, ohne zu verstehen, dass es nicht echt ist. Das ist das, wofür die Psychose für mich steht im groben und das macht mir enorm Angst.

12.11.2013 22:58 • x 1 #15


Richtig, die Angst vor Kontrollverlust dürfte ein Dreh- und Angelpunkt sein. Den solltest Du angehen!

Ich bekomme Mirtazapin, aber daran alleine liegt das definitiv nicht. Wenn ich nicht täglich aktiv wäre, würde die schei. wieder schlimmer werden.

Es ist so, dass ich mich tagtäglich durch Angst und Panik bewege und dann rückwirkend immer mal wieder feststelle, dass dies und das ja vor ein paar Monaten noch da war oder schlimmer war.

Und ich denke, dass ich das so weiter machen sollte, um dann nächstes oder übernächstes Jahr plötzlich festzustellen, dass ich ja schon lange keine Panik mehr beim Einkaufen hatte und plötzlich 90 Minuten im Stadion stehe, ohne Beklemmungen zu kriegen.....

Verstehste?

Lebe. Komm in Bewegung. Tu was. Werde wieder Du selber, dann fühlst Du Dich auch wieder....

13.11.2013 01:01 • #16


Hej,

ich habe auch immer stärker diese Depersonalisationsgefühle. Und ich denke, bei mir hängt es starkt mit der Panikstörung zusammen, weil ich das erst kenne, seit es heftiger geworden ist. Hatte das vorher nur sehr selten, eben nur so in Krisensituationen und jetzt kommt das ganz plötzlich und bleibt dann Tage oder Stunden.

Ich finde das sehr nervig, weil man dann gleich viel antriebsloser wird. War natürlich auch gleich am überreagieren, dass ich jetzt auf einmal eine Psychose bekomme und nicht mehr kontrollieren kann, was ich mache Der Freund von einer guten Freund von mir hat eine bipolare Psychose, aber ich kenne das so, dass sich das auch vermehrt durch Agressivität auszeichnet. Er ist auch auf andere losgegangen. Also versuche ich mich immer selbst zu beruhigen, dass schon nichts ist.

Leider ist es bei mir erst schlimm geworden, seit ich die Psychopharmaka genommen habe und jetzt, wo ich sie abgesetzt habe, hat es sich schon wesentlich verbessert. Aber ab und zu kommt es noch mal immer wieder.

Mir hilft dann oft irgendwelche Beruhigungsmusik anzumachen und mich zu entspannen oder das Kontrastprogramm: Ich drehe einen Gute-Laune-Song auf und tanze einfach. so banal das auch klingen mag. Danach fühle ich mich meistens etwas besser. Probier's doch auch mal

17.11.2013 14:32 • #17

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ich hatte immer noch so leicht das gefühl, dass sich gewisse objekte ganz leicht bewegen, wenn ich sie länger angeguckt habe, hat dasd wirklich nichts mit physchosen zu tun ?
habe gerade einen artikel darübe gelesen und mache mir echt ein wenig sorgen

09.04.2018 15:01 • #18


kopfloseshuhn
Och das sind nur Ausgleichbewegungen die das Auge macht das ist ganz normal.
Manchmal sehe ich einen Stern und muss lange hingucken um mir sicher zu sein, dass er nicht doch ein Flugzeug ist, weil ich denke der bewegt sich doch

09.04.2018 15:11 • x 1 #19


tinaliii
Hallo ihr lieben!

Die Beiträge hier sind ja schon etwas älter... wie gehts euch mittlerweile mit der depersonalisation/derealisation?

19.12.2019 12:49 • #20



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