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Mia009
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Hallo euch allen lachen

Ich leide seitdem ich ca 10 Jahre alt (mittlerweile 42) bin an Migräne mit Aura früher war ich noch Tage lang matschig im Kopf und hatte immer danach so Schwierigkeiten mich zu konzentrieren und zu allem überflüss bekomm ich bei jeder Migräne eine extreme Panikattacke.
Leider hatte ich 2025 Brustkrebs (Chemo Radio Op usw usw) und seitdem befinde ich mich in den künstlichen Wechseljahren. Die Krankehit habe ich „gut“ überstanden aber sobald ein kleinster Trigger kommt rastet mein Körper und mit ihm mein Kopf aus!
Heute hatte ich eine Migräne mit Aura und einer kurzen Sprachstörung (mein Mann meinte es war mehr Panik als alles andere). Ich brauch euch nicht zu sagen wohin meine Gedanken gingen oder? Metastasen im Kopf Schlaganfall usw.
Panik vom feinsten 😔
Dann dachte ich ich muss jetzt ins Krankenhaus ins MRT (noch mehr Panik) durch die vielen Untersuchungen im Rahmen des Krebses habe ich eine wahnsinnige Angst vor dem MRT entwickelt.

Ich weiss nicht wieso ich das hier schreibe, vielleicht braucht meine Seele grad ein Ventil bei Menschen die verstehen dass die Panik alles immer nochmal schlimmer macht und das soooo nervt und vielleicht weiss jemand wie man diese panik bei den Auren runterstufen kann?!

Lg

Mia

• • 30.08.2026 #1


3 Antworten ↓

M
@Mia009 oh man, Mia. Es tut mir leid, dass deine Psyche dich jetzt so quält.
Hilft es dir, wenn du dir sagst, dass du die Migräne ja schon Jahre kennst und die nie was mit Krebs, Schlaganfall oder sonst was schlimmen zu tun hatten, sondern immer „nur“ Migräne waren. Mit „nur“ will ich natürlich nicht sagen, dass Migräne nicht richtig quälend ist, sondern dass nichts anderes dahinter steckt. Ich habe sehr starke Gesundheitsängste, aber da ich die Migräne und die Auren schon seit meiner Pubertät kenne, schaffe ich es so nicht zuzulassen, dass meine Angststörung diese Migräne „hinterfragt“. Sobald so ein Gedanke kommt, zwinge ich mich an was anderes zu denken, was nichts mit Migräne und Krankheiten zu tun hat.

Hattest du denn bei deiner Brustkrebserkrankung psychoobkologische Betreuung?
Verstehe ich es richtig, dass du schon vor deiner Krebserkrankung mit Ängsten und Panikattacken zu tun hattest? War es schon immer so, dass du Angst hattest, dass etwas anderes dahinter steckt oder hat dir das Gefühl Angst gemacht? Hattest du noch weitere Ängste außerhalb der Auren und hattest du da sxhonmal Psychotherapie und kannst mal überlegen, was du damals für Tipps bekommen hast?

• x 1 #2


A


Migräne und Krebs

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M
Hallo, schön, danke für deine Antwort!
Als ich Krebs hatte, hatte ich natürlich auch psychoonkologische Begleitung. Ich hatte da wirklich eine sehr kompetente und nette Psychologin. Und dabei ist eigentlich ziemlich schnell etwas rausgekommen, was ich selbst schon länger von mir kenne: mein extremes Bedürfnis nach Kontrolle und Rückversicherung.
Ich weiß natürlich, dass Kontrolle bis zu einem gewissen Grad sowieso eine Illusion ist. Aber ich bin mit meiner Strategie eigentlich ziemlich lange ganz gut durchs Leben gekommen – abgesehen davon, dass ich immer wieder mal Panikattacken hatte. Ich glaube, dieses Kontrollthema kommt bei mir schon aus der Kindheit. Ich musste sehr früh Verantwortung für andere übernehmen und irgendwie zieht sich dieses „Ich darf die Kontrolle nicht verlieren“ wie ein roter Faden durch mein Leben.
Und dann kam die Krebsdiagnose. Das war natürlich der absolute Schuss ins Knie für mein ganzes Kontrollsystem 😅 Plötzlich war da etwas, das ich eben NICHT kontrollieren konnte.
Also habe ich angefangen, mich an Zahlen festzuhalten. Wenn mir mehrere Ärzte gesagt haben: „Ihr Rückfallrisiko ist klein“, hat mir das zum Beispiel überhaupt nicht gereicht. Ich musste wissen: Wie klein? Wie viel Prozent genau? Woher kommen die Zahlen? Und so weiter. Immer wieder Rückversicherung.
Meine Psychoonkologin hat das natürlich ziemlich schnell durchschaut 😅 und wir haben viel daran gearbeitet, dass es diese hundertprozentige Sicherheit einfach nicht gibt. Für niemanden. Und eigentlich komme ich damit mittlerweile auch ziemlich gut zurecht.
Bis irgendetwas mit meiner Gesundheit ist.
Dann springt dieses alte Programm sofort wieder an. Bestes Beispiel jetzt die Migräne: Ich kenne Migräne mit Aura und neurologischen Symptomen schon von früher. Trotzdem schießt bei mir in so einem Moment sofort die Angst hoch und ich verliere komplett das Vertrauen in meinen Körper und in die Situation.
Ich glaube, dahinter steckt bei mir vor allem diese Angst vor Kontrollverlust. Dieses „Was, wenn jetzt wirklich etwas passiert und ich kann nichts dagegen tun?“ Und natürlich verstärkt die Panik dann wiederum jedes körperliche Gefühl – ein richtig schöner Kreislauf 🙄
Deshalb würde mich interessieren: Kennt das jemand von euch? Habt ihr für solche Situationen bestimmte Gedanken, Sätze oder andere Tools, die euch helfen, nicht sofort wieder in diese Rückversicherungs- und Kontrollschleife zu geraten?
Ich werde mich hier auf jeden Fall noch ein bisschen durchs Forum lesen. Mir ist auch völlig bewusst, dass das Ganze ein Prozess ist. Ich habe eine schwere Erkrankung erlebt und natürlich verarbeitet die Psyche so etwas nicht von heute auf morgen. Aber vielleicht hat ja jemand etwas gefunden, das ihm in genau solchen Momenten hilft.

Upps das war jetzt lang sry znd danke fürs lesen

Mia

• #3


-juli
@Mia009 ich hatte keinen Krebs, deshalb kann ich hier nicht mitreden und weiß daher auch nicht, wie sich das anfühlt. Krankheitsängste sind auch nicht mein Thema, aber ich habe mich trotzdem etwas angesprochen gefühlt, als es um „Rückversicherung“ ging.

Ich hatte dazu im Februar eine Frage gestellt. Ich hatte lange Zeit das Bedürfnis nach Rückversicherung, weil ich eine PTBS habe und die schlimmen Dinge, die ich erlebt habe, mir damals jede Sicherheit genommen haben. Ich habe dann lange versucht, diese Sicherheit bei anderen Menschen zu finden, bis ich irgendwann gemerkt habe, dass das total kontraproduktiv für mich war und es das Problem noch schlimmer gemacht hat. Ich weiß nicht, ob oder wann welcher Fall eintritt.

Ich bin auch körperlich chronisch krank und habe dann versucht, bei den Ärzten Sicherheit zu erfragen. Im Sinne von: Bekomme ich eine Behandlung, wenn sich die jeweilige Erkrankung verschlimmert oder es mir schlecht geht?

Das sollte natürlich grundsätzlich so sein. Allerdings habe ich durch die Schwierigkeiten in unserem Gesundheitswesen immer wieder erlebt, wie ich mit wirklich unangenehmen Erlebnissen alleine war, weil ich keinen Termin bekam oder nicht ernst genommen wurde. Das hat meine Ärzte dann aber unfassbar verwirrt und in einem kurzen Termin kann man den Hintergrund dann auch nicht erklären bzw. habe ich inzwischen für mich entschieden, dass ich das ohne Rückversicherung aushalten muss.

Mir hat es geholfen, etwas anderes zu machen, wenn diese Gedankenspiralen zur ganzen Rückversicherung (bei mir eher zwischenmenschlicher Ebene) aufkamen.

Es gibt keine endgültige Sicherheit für irgendwas, aber wenn ich gut zu mir bin, dann kann ich mir selbst etwas Sicherheit geben.

Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht vielleicht vollständig am Thema vorbei ist…

• x 1 #4





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Dr. Matthias Nagel
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