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moonlight2

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Hallo ihr Lieben...

Ich hatte gerade eine schwere Panikattacke gehabt und dachte mir, das ich mich jetzt unbedingt austauschen muss, da ich einfach keine Kraft mehr habe.

Meine erste Panikattacke hatte ich mit 23, das war vor 12 Jahren. Damals starb mein Cousin mit gerade mal 17 an einen Hirntumor. Ich war dann auch gerade in seiner Krankenzeit schwanger. Er starb dann als meine Tochter 1 jahr alt war. Die Zeit danach war schrecklich. Ich durchlebte alle möglichen Krankheiten. Rannte 4 mal die Woche zum HNO-Arzt, der hat mich schon nicht mehr für voll gehalten. In der schlimmsten Zeit meines Lebens, war meine Mutter an meiner Seite. Sie blieb eine volle Woche bei mir (ich glaube ich hatte von Morgens bis Abends nur Panik) und sie brachte mich auch wieder runter. Ich half mir damals selber, indem ich mir einredete das es jetzt immer besser werden würde. und das tat es dann auch. Ich änderte einiges in meinem Leben und langsam kam die Freude und das Glück zurück. Auch meine Tochter war mir eine riesen Stütze, sie war noch klein und ich stürzte mich mit ihr in Märchen Geschichten und malte zusammen und bastelte usw...

Jetzt sind die Jahre vergangen. Eigentlich gings mir ganz gut. Ich habe im März glücklich geheiratet, allerdings können mein Mann und ich noch nicht zusammen sein, daher er im Ausland arbeitet. Er kommt ende des Jahres. Die ganzen letzten Jahre waren so aufregend und abenteuerlich für mich, das glaubt man nicht. Stress und Sorgen beherrschten mein Leben. Ich erzähle das jetzt nicht alles, sonst sprengt das den Rahmen. Nun, nach all den Strapatzen, (Operation SD wurde entfernt, ich erkrankte an Diabetes und meine Psyche spielte auch nicht so richtig mit) wurde ich im April krank geschrieben und bin amtlich bis 01/16 nicht arbeitsfähig. Ich genoss die Zeit, ohne Arbeit. Komplett auf mein Leben und mich konzentrieren, dachte ich. Auf meine Tochter und darauf das mein Mann ENDLICH nach 5 Jahren Fernbeziehung mit mir zusammen ist.
Ja und dann ßpassiert das, was mich jetzt aus der Bahn geworfen hat...
EIGENTLICH ist alles gut. Die ganzen Sorgen haben sich in den letzten Wochen (fast) aufgelöst. Der Balast ist abgefallen. Doch freuen - kann ich mich nicht! Am Dienstag fing es an, das ich plötzlich einen Muskelkribbeln im Bauch bemerkte. Das war etwas, was ich noch NIE hatte! Ich rief meine Mutter an, die dann auch direkt kam. Es fühlte sich an, als wenn ich gleich gelähmt werden würde. Mama beruhigte mich dann einigermaßen. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind. Am nächsten Tag war es so git wie weg. wir wollten dann alle zusammen einen Ausflug machen, doch ich wollte nicht mit. Meine Angst war zu groß, das das wieder zurück kommen könnte. Ich ging letzten Endes doch mit, und alles war super. Mein Gedanke war nur "was wenn du wieder alleine zu hause bist?" kaum zuhause - gings wieder los mit dem kribbeln und strom durch den Körper laufen... Am Donnerstag ging ich zu meiner Hausärztin. Sie checkte dann erstmal mein neues Diabetiker Medikament, welches ich seit 5 wochen nehme, aber daran kann es nicht liegen. Sie meinte das es vermutlich ein Wirbel an meiner Wirbelsäule ist (irgendwie habe ich auch das Gefühl das es von dort kommt, bzw aus geht) Meine Tochter wollte mich dann Donnerstag Abend an der Stelle massieren - und WUMM - mein kompletter Bauch wurde hart und begann zu zucken... ich hatte so eine Angst, das ich eine fette Panikattacke bekam. Ich beruhigte mich mal wieder selber. Am nächsten Tag am Morgen, traf ich mich mit meiner Cousine die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Alles bestens. Keine Probleme. Kaum war ich zu Hause, ging es wieder rund. Gestern kam dann meine Mutter kurz vorbei. Sie meinte dann das ich ganz sicherlich etwas mit dem vegetativen Nervensystem habe, irgendeine Störung. Und wir googelten und fanden dann tatsächlich all diese Symptome. Dann rief mich eine sehr gute Freundin an, die leider weit weg wohnt, und ich erzählte ich alles. Sie meinte sie hatte haargenau die gleichen Dinge erlebt, vor vielen Jahren, und das das die Nerven sind. Das alles beruhigte mich sehr, und das ganze UNGEWISSE verlor seinen Schrecken. Ich wusste jetzt ungefähr was ich habe...

Heute fuhren meine Eltern in den Urlaub. Toll. Ich bin ganz allein. Kann nicht wirklich raus, wegen den Symptomen. Mama ist weg, mein Mann ist 7000 KM weit weg. Nur meine Tochter ist da, aber für die habe ich ja nun die volle Verantwortung. Der heutige Tag verlief sehr gut. Alles war toll. Ich wusste ja nun, es sind die Nerven die das auslösen. Immer wieder bekam ich einen schub, das es wie Strom durch meinen Körper läuft. Es kribbelt ganz unangenehm, es durchläuft meinen kompletten Körper, Bauch bis in den Rücken. Dann zuckt es mal unter dem Auge. Dann juckten vor ca. 1 Woche meine Füsse so schrecklich, und nichts half (Nerven?) Dieses Kribbeln geht durch den kompletten Körper, in die Lunge (ich hatte das Gefühl ETWAS aushusten zu müssen) bis in den Bauch und in die *beep* (das klingt jetzt vielleicht doof, aber war schrecklich unangenehm). Ich habe versucht das alles zu igrnorieren was mir heute auch sehr gut gelang. solange ich abgelenkt bin, habe ich auch nichts. sobald ich mich auf mich konzentriere - nimmt das gefühl zu. Heute Abend habe ich mit meinen Mann telefoniert. Die Verbindung war grauenhaft und er hatte mich nicht verstehen können. Meine Mutter die ja seit heute im Urlaub ist - hat auch keinen Empfang. Toll, dachte ich. Keiner da, ich allein. Das nährt die Angst natürlich. Habe dann meinen Mann erklärt was ich habe. Daher er mich nicht verstanden hat, habe ich die Symptome schon fast ins Telefon hinein geschrien. Mich strengte das alles so sehr an und plötzlich pulsierte mein Rücken, und ich dachte mir "OK, du hast eine Entzündung im Rückenmark, das pocht so. Oder ein Nerv vom Gehirn ist entzündet, das sind nicht "nur" Nerven die sich bemerkbar machen, das ist eine seltene Krankheit, du stirbst, du wirst gelähmt, das wars jetzt." "Wenn ich noch bis nächste Woche warte bis ich zum Neurologen komme, dann ist es zu spät". Ich fing so das weinen an, ich zitterte am ganzen Körper (was ich in dem Moment auch als Symptom einer ernstzunehmenden Krankheit sah) meine Hände meine Beine, alles war wie taub.
Durch das Lesen hier im Forum habe ich mich einigermaßen beruhigt. Allerdings bin ich absolut belastet. Ein kleiner "Funke" kann mich jetzt sofort wieder panisch werden lassen. Ich traue mich kaum aufzustehen.

Morgen habe ich eine Termin bei meiner Therapeutin. Ich glaube ich bin noch nie so froh gewesen sie zu sehen wie jetzt. Ich mache seit 1 Jahr die Therapie, dachte immer ich bin gestärkt. Bin ich aber nicht. Und jetzt weiß ich erst wieder, wie schlimm es mir wirklich geht. Ich denke das alles ruht darauf, das ich in den letzten Jahren immer stark sein musste, ich durfte nicht krank sein, oder sonst was. Ich denke nach wie vor, das da tatsächlich etwas in meinem Rücken ist (das sich anfühlt wie strom - schmerzen habe ich übrigens keine), allerdings ist das wohl eine kleine Fliege, doch durch mein Missempfinden sehe ich einen Elefanten... Ich kann so nicht mehr. Vor 10 Jahren haben mir meine Ärzte Lorazepam verschrieben. In all den Jahren habe ich 4 Packungen verschrieben bekommen. Das ist wahrlich nicht viel. Ich habe lediglich immer nur eine viertelte oder halbe genommen. Doch meine Ärtztin & ein Psychiater bei dem ich vor einiger Zeit war wollten mir überhaupt nichts mehr verschreiben... Das einzige was ich bekommen habe, waren antidepressiva. Ich weigerte mich immer diese zu nehmen, dennoch habe ich jetzt seit 2 tagen angefangen damit. Hilft ja erst nach wochen. Ich nehme eh schon 1000 Medis. Ich würde gerne wieder Tavor oder Lorazepam haben, wie gesagt, ich nehme das Zeug ja nicht missbräuchlich, sondern nur im NOTfall ein. Und das auch in Maßen.

Ich will einfach nur wissen, ob ich mich wirklich hineinsteiger... Ob ich vielleicht doch was habe... Sind das psychische Symptome? Warum gerade jetzt? Wo doch eigentlich das Schlimmste hinter mir ist... Was mache ich denn wenn ich wieder panisch werde? Ich bin am Ende... Es ist ja nicht das erste mal, aber ich fühle mich so alleine gelassen und überfordert.
Sorry das ich soviel geschrieben habe... aber das musste jetzt einfach mal raus...


LG Moonlight

13.09.2015 20:05 • 14.09.2015 #1


5 Antworten ↓


ladybird1976

ladybird1976


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Hallo liebe moonlight2,

ich kann deinen Kummer sehr gut nachvollziehen und dass du alles hier rauslassen musst, zumal du im Moment alleine bist. Ich habe auch eine schwere Panikstörung, allerdings erst seit Januar diesen Jahres nach einer Gallenblasen-OP. Jeden Tag habe ich ununterbrochen mit Symptomen zu kämpfen gehabt, habe schon gar keine Kraft mehr gehabt. Habe mich dann ins Krankenhaus und anschließend in die Tagesklinik einliefern lassen. Die Symptome haben sich gebessert, habe zurzeit aber noch mit Atemnot und Benommenheit bzw. Muskelkrämpfen zu tun.

Liebe Moonlight, was für ein Antidepressiva nimmst du zurzeit ein? Ich hatte nämlich eine gewisse Zeit auch ständiges Kribbeln in den Armen und Beinen, dieses Kribbeln allerdings hing mit dem Medikament zusammen (Doxepin), das mir meine Psychologin verschrieben hat zusammen. Hat sich hinterher gelegt. Nehme aber mittlerweile ein anderes, da das Doxepin nicht wirklich bei mir gewirkt hat.

LG Silke

13.09.2015 20:22 • #2


MathiasT


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Hallo!

Ich hatte das auch schon alles so (,bis auf das mit der *beep*). War wohl psychisch bedingt, und irgendwann gings dann weg.
Ich kann dir zu den Panikattacken sagen: warte nicht darauf, wenn sie kommen, dann kommen sie. Natürlich ist sowas grausig und darauf könnte man gern verzichten. Aber im Endeffekt gehen sie bald vorüber und man hat keinen schaden davon getragen.
Versuch dich zu beruhigen. Höre dir gute Musik an und trinke einen Tee. Alles Gute.

13.09.2015 20:24 • #3


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Hallo Moonlight,
die meistens von uns wissen hier, welche Streiche uns die Psyche so spielen kann und welche Symptome sich daraus ergeben. In guten Zeit kann mal hier oder da was zwicken und wir schenken dem ganzen keine Beachtung, was auch gut ist.
Ich stecke auch in so einer Schleife und kann absolut nachfühlen wie es Dir gerade geht. Gott sei Dank hast Du morgen den Termin bei der Therapeutin, mich holt das immer runter. Ich hoffe, es geht Dir auch so. Leg Dich heute mal in Badewanne, mach Dir einen Tee und denk dran, dass die besch... Stunden auch wieder vorbei gehen....

13.09.2015 20:25 • #4


moonlight2

moonlight2


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Hallo ihr Lieben...

Vielen Dank für eure lieben worte...

Es geht gerade schon wieder los Wollte gerade ins Bett... Meine Beine sind wie taub, meine Arme auch. Deshalb hatte ich jetzt gerade das Gefühl zusammen zu brechen... Und dann gings sofort wieder los! Es ist schrecklich das zu fühlen und nicht zu wissen was los ist, ob es wirklich etwas ist (da ist meiner Meinung nach tatsächlich was) oder ob ich mir das einbilde... Es macht mich gerade verrückt. Letzteres spricht ja eigentlich dafür, daher ich nichts hatte, wenn ich abgelenkt bin/war.
Das Antidepressiva was ich nehme heisst "setralin" - allerdings kann das nicht davon kommen, daher ich vorsichtshalber nur "2 mal ne halbe nahm (vor ein paar wochen)" und eben jetzt heute Abend zum ersten mal eine Ganze, somit kommt das nicht von den Tabletten...

Ich wünschte ich könnte jetzt schon mit meiner Therapeutin reden. Muss ihr das Morgen alles erklären... Ich hoffe das es mich runter bringt.
Irgendwie ist das dieses mal alles anders...

13.09.2015 21:31 • x 1 #5


Shimo

Shimo


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Hi,
deine Symptome können durchaus von Sertralin kommen, als ich die nehmen musste, haben sich meine Symptome verstärkt und noch viele dazu gekommen
Habe jetzt ein anderes AD und mir geht es gut
Lg

14.09.2015 07:01 • #6



Dr. Matthias Nagel


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