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M

Miamee
Gast

Ich bin ein so unglaublicher Angsthase und bilde mir seit geraumer Zeit ein, Krebs zu haben. Ich hatte innerhalb der letzten 4 Wochen schon Haut-, Lymphdrüsen-, und Brustkrebs... Den Hautkrebs konnte man zum Glück im Rahmen eines Hautkrebsscreenings ausschließen, ebenso den Brustkrebs durch den Frauenarzt...
Nur die Lymphknoten, die haben es mir leider angetan... Und im Rahmen alltäglicher Selbstkontrollen habe ich leider unter der rechten Achsel, ca. 2-3 cm über dem brustansatz einen knubbel entdeckt, der so lange maltretiert wurde bis er sich anfühlte wie ein blauer Fleck und auch richtig schön dick war. Meine Frauenärztin schloss schon etwas bösartiges aus könnte aber nicht sagen um was es sich handelt. Es sei kein Brusttumor und es Taste sich völlig harmlos. Daraufhin könnte ich es mal gut 4 Tage in Ruhe lassen bis mein Kopf meinte ich müsse doch mal kontrollieren ob es auch wieder kleiner geworden ist... Mit dem Ergebnis das ich nicht mehr einschätzen konnte wie groß es vorher war und weiter daran herumgespielt habe.
Ich war eben bei meinem Hausarzt um ihm die knubbel zu zeigen. Er tastete und meinte sofort das es sich dabei um ein harmloses Lipom handelt, von dem ich einfach die Finger lassen soll, damit es sich wieder beruhigen kann. Eigentlich hätte ich es dabei belassen sollen aber Nein! Ich fing mal wieder an zu googlen und habe dadurch ein wenig das Vertrauen in meinen Arzt verloren, da dort stand, das ein hautarzt die Diagnose stellen sollte, außerdem was von Biopsien und evtl. Entartungen zum Liposakrom... Wo wir wieder beim Krebs wären
Kann mir bitte mal jemand den Kopf waschen und mir sagen das ich nicht mehr alle hab! Ich will einfach nur wieder in Ruhe leben und das Leben geniesen, ohne mir ständig Gedanken zu machen das ich schwer krank bin...
Sorry für den langen Text, aber danke an die, die sich die Mühe gemacht haben ihn zu lesen!

16.02.2019 x 1 #1


53 Antworten ↓
T

tanilein
Gast

Mein Hausarzt ( ein sehr besonnener, vernünftiger, unängstlicher, lebensbejahender Mann) hat mir einmal erzählt, dass er in seinem Studium einmal kurz davor war, das Studium zu schmeissen,
weil er bei jeder Krankheit, die im Studium durchgenommen wurde, die beschriebenen Symptome auf einmal alle auch sich selbst zuordnen konnte und er auf einmal ständig dachte, er hätte diese Krankheiten auch.

Da kann man sehen, was - sogar einem angehenden Mediziner - passieren kann, wenn man sich in der reinen Theorie ( also durch das Internet, durch Literatur und Erzählungen ) zu viel mit Krankheiten und deren Symptomen befasst.

Das ist schon für psychisch Gesunde gefährlich, aber für Angsterkrankte ist es ein absolutes No Go.

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, wenn ich ein Sypmtom verspüre, zunächst hier in diesem Forum in der Stichwortsuche dieses Symptom einzugeben.

Und wenn ich dann sehe, wie viele Bekloppte ( das ist durchaus liebevoll gemeint Wink) mit diesem oder ähnlichen Symptomen auch schon von Krebsangst verfolgt waren und sich dann hinterher rausgestellt hat, dass es NICHTS war, dann bin ich quasi schon wieder auf dem richtigen Weg und kann mir guten Gewissens sagen " Hey, du spinnst einfach nur - wie so viele andere hier auch "

Hilft ungemein ! Cool

28.04.2015 14:29 • x 4 #22


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Ich habe ständig Krebs!

x 3


marialola

marialola
Mitglied

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6
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Mitglied seit:
Ich kenne diese Hölle. Die Hölle in mir.
Seit frühester Kindheit; allerdings ohne jeden Grund und Anlass.
Ich erinnere mich, ich war vielleicht 11, da hatte ich einen völlig harmlosen Grützbeutel
an der Wade. Meine Mutter schleppte mich zu unserem, sehr lieben, Hausarzt.
Ich schrie wie am Spieß, ich will nicht sterben, ich will nicht sterben...
Ich hatte die Überzeugung, dass es diese Krankheit ist und ich zwang den Arzt, das
rausgeschnittene Ding vor meinen Augen zu entsorgen, weil ich auf keinen Fall wollte,
dass er es einschickt. Ich wollte nicht wissen, wenn ich sterben muss.
Diese Panik blieb mein ganzes Leben.
Es gab Jahre, wo es mir super geht.
Aber wenn dann mal ein Pickel oder, am Schlimmsten, ein Lymphknoten da wäre,
dann stürze ich ins Bodenlose.
Mir ging es jetzt viele Jahre supergut.
Ich bin ein sehr glücklicher Mensch und ich bin extrem lebensfroh.
Vermutlich ist das der Grund, ich lebe so gerne.
Vor einem Jahr kam mein bisher schlimmster Absturz.
Ein Jahr lang war ich überzeugt, sterben zu müssen.
Ich traue mich nicht einmal, das hier ausführlich zu beschreiben.
Beruf, Freundschaften, alles geht dabei den Bach runter.
Vor Angst oft gestörter Schlaf, Bauchkrämpfe, Zittern.
Irgendwann fand ich mich damit ab, sterben zu müssen.
Das ist extrem, gerade wenn die Welt ringsum so schön ist.
Die Menschen fröhlich.
Sie haben Zukunft*heulheulheul*
Um Weihnachten herum geschah das Wunder, die Ursache der Angst verschwand.
Ich bin bis heute noch extrem dünnhäutig, finde ganz langsam ins Leben zurück.
Ich habe natürlich leider noch Angst, dass ich nur träume und es zurück kommt.
Zur Frage weiter oben - Ja es triggert mich, wenn ich von Fällen lese oder höre,
wo Menschen so Schlimmes widerfährt.
Ich habe unendliches Mitgefühl aber zugleich Panik. Es kam. Jeden so wahllos treffen.
Angst. Angst. Angst.
Dann sage ich mir wiederum, man reagiert nur auf die Horrormeldungen.
Wie vielen Menschen geht es aber gut.
Drauf achtet aber kaum einer.
So.
Und nun ist ein enger Freund, er war für uns wie ein echter Bruder, tatsächlich umgekommen.
Wie damit umgehen?
Weihnachten noch normal zusammen was gegessen.
Er litt da unter einer Erkältung mit verschleppter Bronchitis.
Ich erspare Euch die Einzelheiten.
Das tut uns allen nicht gut.
Vielleicht war es sogar noch gnädig für ihn in dem Unglück.
Nach der Diagnose war er innerhalb von drei Wochen nicht mehr unter uns.
Wie gehe ich, als Ängstler, damit um?
Ich sage mir natürlich, ok, er war seit frühester Jugend Kettenraucher.
Nur die harten Dinger, ohne Filter.
Auch zum Schluss.
Er musste sich Morphium spritzen, um Luft zu bekommen und hat sich danach
eine angezündet.
Wir suchen Erklärungen für das Unerklärliche.
Dann geht es uns etwas besser.
Man sagt, der hat geraucht, der andere hat vielleicht was anderes getan.
Die Gedanken drehen sich.
Ich denke, man muss wirklich versuchen, diese Gedanken zu unterbrechen.
Ich denke, man muss versuchen, sich auf das Positive zu fokussieren.
Das hat mir mal vor Jahren ein alter Neurologe gesagt.
Gedanken kann man sich immer noch machen, wenn es soweit ist.
Aber nicht vorher und nicht ohne Anlass, überwiegend kommt es sowieso völlig anders.
Das was man am meisten überlegt und fürchtet, tritt nie ein, dafür etwas ganz anders,
an das man gar nicht denkt.
Schön wäre es ja.
Ich wünsche allen, dass ihr heute schöne Momente genießt und nicht so viel sorgt.

16.02.2019 14:30 • x 2 #53


Zum Beitrag im Thema ↓


Nev3rMind
DU hast sie nicht mhr alle und hast KEINEN Krebs! Laughing Gern geschehen. Wink

Wenn sich das ein Arzt angeschaut hat wird der dich sicher nicht anlügen. Wenn er keine Ahnung davon gehabt hätte, hätte er dich an einen Anderen überwiesen. Aber sowas gehört eher zur Grundausbildung, sogar meine Mutter die Krankenschwester ist hätte dir wahrscheinlich das gleiche erzählt. Wink

#2


M
Danke! Very Happy
Das schlimme ist, ich bin auch Krankenschwester... Aber leider scheine ich die Realität momentan nicht sehr gut einschätzen zu können...

x 1 #3


T
Hallo Miamee,

hier im Forum bist du mit deiner unbegründeten Krebsangst bestens aufgehoben.

Ich - und sehr viele andere hier - deute quasi JEDES Symptom, JEDE Miß- oder sogar nur Empfindung als möglichen Krebs fehl.
Es ist zum ausrasten.

Das einzige, was mir derzeit hilft ist ERFAHRUNG.

Je öfter mir mein Kopfkino vorgaukelt, ich hätte Krebs und erfahre dann letztlich, wie dermaßen unbegründet meine Ängste waren, je mehr kann ich versuchen, beim nächsten Symptom gelassen zu bleiben.
Gelingt mir mal mehr, mal weniger.
Aber in letzter Zeit dafür immer häufiger.

Ich bin aber aus eigener Anschauung davon überzeugt, dass man mit Krankheitsängsten nur halbswegs lernen kann, umzugehen (was bleibt einem auch ?).
Besiegen wird man sie wohl nie. seufzen

Aber so wie andere mit einem Klumpfuß oder anderen chronischen Krankheiten leben lernen (müssen), so müssen wir das mit unserer Angsterkrankung.

Schön ist das nicht, aber es gibt auch schlimmeres.

x 2 #4


M
Aber ich finde es ganz furchtbar, weil ich mittlerweile das Gefühl habe, es nimmt mein gesamtes Leben ein. Ich habe es seit meinem Frauenarzt Besuch letzte Woche tatsächlich geschafft bis vorgestern ein wieder ganz normal zu leben...
Doch dann wieder dieser knubbel, der immernoch nicht weg war, jetzt natürlich wieder geärgert wurde und der auch noch als Lipom diagnostiziert wurde, was laut Internet teilweise auch ein Sarkom ist oder wird... Sad

x 1 #5


T
seit wann hast du denn diese verstärkten Krebsängste ?
Und gab/gibt es einen für dich identifizierbaren Auslöser ?

x 1 #6


M
Seit nun ca. einem Monat. Aber was der Auslöser war kann ich gar nicht sagen.
Ich bin im Winter das ein oder andere Mal im Solarium gewesen und bin irgendwann auf den Gedanken gekommen, das ich ja noch nie beim Hautkrebsscreening war. Daraufhin fing ich n Hautkrebs zu googlen und laut Google hat man ja immer Krebs...
Leider haben diese Ängste nach der Untersuchung der Leberflecke nicht aufgehört sondern haben sich neue kontrollierbare Dinge gesucht Sad

#7


igel
Natürlich, die Krebsangst sucht und findet immer neue Wege.

x 1 #8


M
Ich will aber dass das wieder aufhört! Ich hab mich da so hineingesteigert, das ich schon Angst habe da nie wieder raus zu kommen...

#9


T
hmmm, ein Monat ist ja noch keine allzu lange Zeit.

Wenn du dich von deinen Krankheitsängsten aber bereits jetzt schon so stark beeinträchtigt fühlst, musst du unbedingt schnell gegensteuern.
Je länger du wartest, je mehr chronifiziert sich der ganze Mist.
Vielleicht solltest du mal über vorübergehende therpeutische Hilfe nachdenken...?!

Auf jeden Fall musst du aktiv werden, denn sonst verstärken sich die Ängste bloß.

Aber was du auf jeden Fall unterlassen MUSST, ist das googlen !

Wie du schon selbst schreibst: selbst beim harmloseesten Zipperlein stößt man unweigerlich auch auf Krebs.

Das ist für fast alle Mißempfindungen aber nicht die Ursache und damit in hohem Maße kontraproduktiv.

x 3 #10


igel
Vielleicht gibt es sich einfach von selbst wieder, ich spreche da aus Erfahrung. Einfach erstmal abwarten.

Und auf Tani hören : Finger weg vom Googel ! Gewitter

x 1 #11


M
Eine Kollegin erzählte mir von einer bekannten deren Tochter ein sakrom hat.
Daraufhin fing ich an sakrom zu googlen und stieß natürlich auf Liposakrom.
Daraufhin dachte ich an meinen knubbel und dann diagnostiziert der Arzt auch noch ein Lipom! Na vielen Dank schicksal!

#12


T
das ist der nächste Fehler ( neben dem googlen), den du machen kannst: anderer Leute Krankheitsgeschichten auf dich selbst zu projezieren.

Falsch, ganz falsch ! Du musst dir sagen: " das ist deren Geschichte, das hat NICHTS mit mir zu tun".

Denn so ist es.

Das, was du von anderen hörst, das haben (leider) die, aber nicht du !

x 4 #13


M
Ja, das ist ganz schwer. Da fallen Google und die Krankheitsgeschichten anderer meistens auch noch zusammen. Man kann ja die furchtbarsten Geschichten lesen...

#14


igel
Habe heute Mittag einen weissen Fleck am Ohr im Spiegel gesehen. Weisser Hautkrebs ? Klar. Allerdings ließ er sich abwaschen Mr. Green .

Reste der Waschcreme von heute Morgen.

Was ich damit sagen will : Wer nach Symptomen sucht, der findet.

#15


T
du musst dir immer und immer wieder vor Augen führen, dass trotz der vielen Krebsfälle, die es im Jahr in Deutschland und auf der Welt gibt, Krebs trotz allem nicht der Regelfall, sondern die Ausnahme ist.

Man kennt so viele Leute und gemessen an dieser Zahl haben doch insgesamt nur SEHR wenige Krebs, oder ?

Es ist wesentlich wahrscheinlicher, keinen Krebs zu bekommen, als anders herum.

Versuche, es mal so zu sehen.

Und wenn ein Arzt dir für irgend ein Sypmtom Entwarnung gibt, dann VERTRAUE ihm.
Wenn ein Arzt auch nur ansatzweise etwas böses vermutet, dann entlässt er dich nicht, sondern leitet weitere Diagnostik ein.

Tut er das nicht, kannst du sicher sein, dass wiederum er sich sicher ist.

Versuche, Dinge, sobald dir ein Arzt Entwarnung gegeben hat, gedanklich abzuhaken.

x 3 #16


M
Ja oder macht sich welche... Mein Hausarzt sagt man kann Lipome unnötig dick drücken wenn man die Finger nicht davon lassen kann.
Nur leider spuckt Google über solche Informationen dann auch nix aus Very Happy

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

T
Zitat von Miamee:
Ja oder macht sich welche... Mein Hausarzt sagt man kann Lipome unnötig dick drücken wenn man die Finger nicht davon lassen kann.
Nur leider spuckt Google über solche Informationen dann auch nix aus Very Happy


Du sollst ja auch das googlen lassen !

x 1 #18


M
Das war schon nachdem ich nach Hause kam. Hab sämtliche Seiten auf denen etwas über Lipome steht durch, bevor ich dachte es wäre vielleicht mal sinnvoller sich auszutauschen.

#19


igel
Mia : Keule wenn Du weiter googelst !

x 2 #20


A


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