Hallo alle zusammen,
ich bin neu in diesem Forum und wollte mich mal mit Gleichgesinnten austauschen
Ich bin 23 Jahre jung und männlich. Ich war körperlich und geistig immer sehr gut dabei, habe viel Sport getrieben und mein Studium erfolgreich absolviert. Jedoch änderte sich dies ab Anfang September 2018. Ich verspürte ein leichtes ziehen an der Hüfte bzw. Leistengegend. Ich vermutete evtl. einen Leistenbruch. Der Gedanke operiert werden zu müssen machte mich wahnsinnig und meine Panik begann so langsam so richtig ins Rollen zu kommen.
Ich steigerte mich immer mehr in dieses leichte ziehen hinein und meine Gedanken wurden immer schlimmer. Was wenn es evtl sogar Darmkrebs ist? (Mein Vater erkrankte mit 40 Jahren an Darmkrebs, ich war dort um die 16 und bekam alles mit - Mein Vater ist heute vollständig geheilt.) Ab dem Tag ging es erst richtig mit meiner Panik los, der Gedanke Darmkrebs hat mich nicht mehr losgelassen. Und oh wunder, 2 Wochen später hatte ich leichte Blutauflagerungen auf dem Stuhlgang. Ich begann zu googlen und das erste was ich fand war Darmkrebs. Ich erlebte meine erste Panikattacke und rannte sofort zu meiner Ärztin. Sie beruhigte mich und schickte mich zur Beruhigung zur Darmspieglung, da sie nichts schlimmes vermutete. Bis zu dem Termin der Spieglung war ich nur noch zuhause, fühlte in mich hinein, hatte Todesängste und es entwickelten sich immer mehr Symptome. Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsprobleme, müde Augen, allgemeine Trauer und Panik, ziehen unter den Rippenbögen, ziehen neben dem Bauchnabel, Druck auf der Brust, Herzrasen, ziehen im Rücken, Kloßgefühl im Hals , Appetitlosigkeit etc. etc. Die Darmspieglung (November) war letzendlich ohne Befund. Ziemlich genau eine Woche hielt meine Freude über das Ergebnis, ich war wie neu geboren und verspürte wieder lebensfreude und die Symptome waren grösstenteils wie vom Winde verweht.
Dann wieder der Schock. Erneut Blutauflagerungen auf dem Stuhl. Ich wieder zu meiner Ärztin vollere Panik. Sie beruhigte mich wieder und vermutete Hämohoriden dahinter und machte zusätlich noch eine Stuhlprobe. Auch diese Probe wieder ohne Befund.
Meine Ärztin meinte zu mir, sie denke bei mir eher an eine Hypochondrie und Angststörung, welche auch für die anderen Symptome verantwortlich seien. Ich glaubte ihr nicht so wirklich und holte mir noch eine zweite und dritte Meinung ein von zwei anderen Hausärzten. Beide sagten mir ebenfalls dass sie es eher auf die Psyche schieben würden als auf eine organische Ursache.
Jetzt haben wir bereits Ende Januar und meine oben genannten Symptome sind noch immer da. Mal mehr , mal weniger. Sie begleiten mich Tag für Tag. Ich bin seit einer Woche in einer Psychiotherapie und hoffe dass ich hier Hilfe finde. Ich muss dazu sagen, dass ich bereits als kleiner Junge hypochondrische Züge in mir trug und schnell überinterpretiert habe. Auch mein Vater hat hypochondrische Züge an sich.
Nun verbringe ich den ganzen Tag zuhause, lebe in den Tag und habe keine Beschäftigung, was meinen kreisenden negativen Gedanken natürlich noch mehr fördert. Ich bin antriebslos und komme morgens kaum aus dem Bett. Ich denke halt wirklich dass sich in mir eine schwere Krankheit breit macht und habe Angst daran zu sterben. In meiner Familie gab es so viele Krebsfälle. Vor 2 Jahren ist mein Opa an Lungenkrebs verstorben, er war ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben und hat mich stets begleitet. Auch bei ihm habe ich den ganzen Leidensweg miterlebt.
Ich danke jedem der sich diesen langen Text durchgelesen hat und mir dazu seine Meinung schreiben kann. Denkt ihr es ist wirklich alles psychisch?
