Chrischa88
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vielleicht stelle ich mir erstmal vor.
Ich bin Chriss, 35 und komme aus dem hohen Norden.
Begleitet werde ich von dieser Krankheit nun schon seit etwa 19 Jahren; mal mehr - mal weniger.
Und nun bin ich (wieder) hier in diesem Forum gelandet und halte es für eine sehr gute Idee damit anzufangen, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Dennoch ist es "erschreckend" und gleichermaßen faszinierend wie oft ich mich hier selbst wiedererkenne und einfach nur denke "Hast du das geschrieben, als du schlafgewandelt bist?!"
Entstanden ist dies alle dadurch, dass innerhalb eines kurzen Zeitraumes viele meiner Familienmitglieder (u.A. auch an Krebs) verstorben sind. Alle die mir Nahe standen. So richtig damit umzugehen wusste ich nicht wirklich. Trauerbewältigung wäre der richtige Schritt gewesen; jedoch war ich grade mal 14 und die Unterstützung. Verbesserungswürdig.
Trigger
Ich vermisste sie alle schrecklich und wusste mir nicht anders zu helfen, als einen Suizidversuch zu unternehmen, damit ich sie alle wieder um mich rum habe. Dadurch, dass ich mit Kraft sämtlicher Schutzengel überlebt habe, folgte der erste von insgesamt 3 stationäre Aufenthalt.
Der Kehlkopf wurde größer (also normal, ich wurde älter und bin auch natürlich gewachsen) - Zack! Panikattacke. So zog es sich eine Zeit lang durch bis es von ganz alleine Verschwand.
Empfehle ich wirklich absolut NIEMANDEN! Macht das nicht ! Niemals! Nein! Denkt nicht mal darüber nach ohne das mit dem Arzt abzusprechen und/oder "austherapiert" zu sein.
Ja, wenn man so will habe ich teilweise mit meiner Psyche "Russisch *beep*" gespielt und habe krachend und mit Bravour verloren. Ich bin und war nicht der Stärkere von uns beiden, aber ich weiß und bin mir sicher - Irgendwann werde ich es sein und ich werde ein super Verhältnis mit meiner Psyche haben. Vielleicht ist es auch einfach eine "Liebe zur Hypochondrie" und doch will ich sie definitiv loswerden. Sie ist ein Teil von mir und ich habe sie akzeptiert, aber es ist an der Zeit, dass sie akzeptiert, dass Eskalation und ständige Angst und Panik uns nicht auf einen Nenner bringt.
"Diesmal bin ich ganz sicher schwer Krank und meine Psyche spielt mir aber DIESES MAL definitiv keinen Streich" Doch nein, ich glaube nicht und doch ist die Psyche um ein so Vieles stärker als ich gegenankämpfen kann; nicht ansatzweise.
Dabei war alles in Ordnung - ich habe einen fantastischen Job mit tollen Kollegen und einen super Arbeitgeber, der mir absolutes Verständnis für meine Situation entgegenbringt; habe gerne gearbeitet, mich innerhalb kürzester Zeit hochgearbeitet und doch. geht seit April gar nichts mehr. Den Job habe ich zwar noch, jedoch ist die Beförderung zumindest vorrübergehend "storniert" worden und ich starte irgendwann wieder bei 0 - zumindest sobald ich wieder arbeitsfähig bin. Die Konzentration ist an dieser Stelle das Problem. Selbst diese Worte hier grade niederzuschreiben ist wahrlich nicht leicht, da ich immer wieder abschweife sobald auch nur das kleinste Symptom auftaucht.
Ich habe 2 wundervolle Kinder, für die ich einfach alles tun würde. Beide erfüllen mich mit Stolz, geben mir den Lebenswillen und zeigen mir immer wieder, wie schön die Welt sein kann. Von Papa´s "dunklem Kapitel" wissen beide nichts und ich versuche es so gut es geht vor ihnen zu verstecken; meist gelingt mir das ganz gut.
Aber was ist denn jetzt das Aktuelle?
Alles fing mit meiner bereits vierten Corona Infektion an. Ja, tatsächlich 4 Mal schon. 3 Mal habe ich so gut wie nichts davon gemerkt, ganz abgesehen von einem zweitem Strich auf dem Test. Die vierte. So schlecht ging es mir in meinem ganzen Leben noch nicht. Ich muss aber dazu sagen, dass ich auch noch nie eine "echte" Grippe hatte und man sagte mir, dass es sich eben genau so anfühlt. Es ging mir einfach 3-4 Tage richtig schlecht. Da dachte ich noch "Alles okay; danach biste halt wieder fit! Nervt, aber passt schon!" Ja, aber nix da. Folgeerscheinungen. Paukenerguss mit anschließender Tubenbelüftungsstörung. Harmlos. Nervt, aber generell harmlos. Aber nein. meine Psyche hat sich da etwas Besonderes für mich ausgedacht - "Du bekommt ganz sicher sogar eine Hirnhautentzündung und gehst direkt drauf!"
Ja, natürlich ist es nicht passiert. Es war ja nicht unbehandelt und ich hab's auch nicht verschleppt. Als das zweite Ohr sich auch noch belegte, bin ich zum B-Arzt. Ja, Mittelohrentzündung ! 10 Tage Antibiotikum - viel Spaß und gutes Gelingen. Gesagt getan - Psyche:" Kannste knicken, Junge! Google mal, ob das wirklich bei viralen Infekten hilft
Dann kam ne Magengeschichte dazu. Quatsch. die war sogar vor Corona. verzeiht mir. Auf jeden Fall hatte ich immer wieder Sodbrennen; hab ich mir nix bei gedacht (ja, da gings mir psychisch noch gut) und mir Rennie besorgt. Passt schon.
Abends liege ich im Bett, und ja genau DAS war der Auslöser, lese die BILD über mein Smartphone und es gibt einen Artikel, dass Krebs mehr geheilt werden kann. Coole Sache - lies mal durch. Ja, dumm. In dem Artikel gabs eine Liste mit Symptomen, welche Krebs bedeuten können und was soll ich sagen. NATÜRLICH stand da ständiges Sodbrennen. Das war der Knackpunkt, der mich dahingebracht hat, wo ich jetzt wieder stehe. Völlig am Zeiger gedreht. Selbstverständlich habe ich Magenkrebs! Was denn bitte sonst? Eine lächerliche Gastritis/Magenschleimhautentzündung? Bestimmt nicht! Mein Körper will nur den Krebs! Ja doch. es war eine Magenschleimhautentzündung. Habe ich dem Arzt geglaubt? Natürlich nicht, denn Dr. Google hats mir doch bestätigt! Hallo? Dumm. Googlet NIEMALS eure Symptome! Geht zum Arzt und wenn euch das Ergebnis nicht reicht holt euch eine Zweitmeinung oder bittet um noch genauere Untersuchung aber Googlet niemals!
Also eben nochmal (zum gleichen) Arzt - nochmal gecheckt. Da ist kein Krebs. Ernährung und Gastritis sind die Stichwörter. Na gut, okay. Pantoprazol eingeschmissen. konnte ich leider nicht ab. Mundtrocken- und extreme Übelkeit waren das Ergebnis. Aber hey. das Sodbrennen war weg. Kurzzeitig. Natürlich heilt eine Gastritis nicht innerhalb nicht mal einer Woche. Also gings wieder los und was soll ich sagen. Die Speiseröhre entzündete sich durch die Säure. Kann passieren, tut weh, nervt, aber geht wieder weg, wenn's behandelt wird. Aber nein. Speiseröhrenkrebs ist doch viel "gut" als sowas langweiliges. bitte. Also wieder zum Arzt (Er betreut mich schon seit 12 Jahren, kennt meine komplette Geschichte und weiß wie er mit mir umzugehen hat), er die schnauze voll und sagt "Wir machen einen Gesundheitscheck; haben wir noch nie - wird Zeit" Was soll ich euch erzählen. Blutbild - Top; alles Weitere - Top! Lt. seiner Aussage (ja, es sind Momentaufnahmen, ich weiß) lässt das Blutergebnis auf ein langes Leben schließen, wenn ich mich um mich und meine Gesundheit kümmere! Cooooole Sache, glücklich wie Sau. Nebenbei habe ich das Sodbrennen sowie die Speiseröhrenentzündung/Reizung mit Omeprazol in den Griff bekommen - da gab es zum Glück keine Nebenwirkungen.
Ja, und dann kam Corona Part 4.
Wie gesagt. Es war alles Top; keine (nennenswerte) Angstzustände mehr, alles im Griff gehabt und dann reichte ein einzige doofer Artikel in der BILD. Ich kann euch nur nochmals den Rat geben, dass ich sowas wirklich zumindest versucht zu meiden, um euch nicht selbst bekloppt zu machen.
Aber was ist aktuell?
Aktuell habe ich "Darmkrebs". Wahrscheinlich nicht, aber die Psyche sagt "DOCH!"
Symptome? Ja, die gibt es zuhauf. Ich habe, natürlich, in der BILD von einem Fall einer jungen Dame gelesen, die Dickdarmkrebs hat. Traurig, passiert, aber ist wahrscheinlich geheilt. Sie hatte Blähungen. Und wer hat einem Tag, nachdem er den Artikel gelesen hat Blähungen? Ja richtig. ich natürlich. Also. nicht wirklich Blähungen. Alles ist eigentlich im grünen Bereich, aber es ist schon öfter als sonst sag ich mal. Denke ich. ne. weiß ich. Es ist schon öfter. Aber natürlich kanns auch stressbedingt sein, da es komischer Weise erst nach dem Artikel aufgetreten ist. Dazu muss ich sagen - es stinkt nicht; tatsächlich gar nicht! Gott sei dank
Wegen des Blutes war ich bei meinem Arzt. Er hat alles erfragt und mit größter Kompetenz mir erklärt, dass Darmkrebs ziemlich unwahrscheinlich bzw. die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering sei, da ich zu jung bin und nicht familiär durch diese Krankheit vorbelastet bin. Auch das Blutbild, das Abtasten, nichts spricht dafür, dass es Darmkrebs ist. Eine Hämorrihdenuntersuchung habe ich abgelehnt, da mir das fürs Erste reichte. Heute morgen dann war der Stuhlgang dünner als sonst (wahrscheinlich). Dies führte dazu, dass ich den ganzen Tag googlete (gut oder? ich rate euch es nicht zu tun, und mache das Gegenteil) in der Hoffnung irgendwas zu finden, Darmkrebs auszuschließen. Wird man nicht. leider nicht. Ich hab den Stuhlgang heute morgen zum dokumentieren fotografiert und jemanden gezeigt. 2 Leuten. völlig normal wurde mir gesagt. Natürlich schießt meine Psyche quer und erzählt mir das Gegenteil, da ich ja definitiv lt Dieser erkrankt bin. Ich bin mir ja der ganzen Tatsachen bewusst, dass Stuhlgang nicht immer gleich aussieht, dass nicht jeder Schmerz Darmkrebs bedeutet, dass Wunden tatsächlich bluten (wahnsinn
Als ich hier heute dann wieder komplett aufgelöst und gänzlich neben mir gesessen habe, wusste ich, dass es ab sofort kein "weiter so; das wird schon" geben kann. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und habe mich für eine stationäre Aufnahme angemeldet, in einer Klinik die auf Hypochondrie spezialisiert ist. Die stellen mich erst körperlich auf den Kopf und wenn wirklich nichts ist (wovon wir doch mal ausgehen
In diesem Sinne - einen schönen Abend euch
• • 23.06.2023 x 1 #1