ich bin seit Anfang des Jahres in einer schwierigen beruflichen Situation.
Ich habe versucht über das Jahr das beste daraus zu machen.
Abgrenzung, Risiken aufzeigen, versuchen die Sache nicht ernst zu nehmen. Chef Marke Kontroll Freak und Ja Sager Mentalität.
Anfang des Jahres war ich kurz krank geschrieben - so ca. 10 Tage. Ich habe auch nach einem Platz bei einem Psychologen gesucht, nach mehreren Erstgesprächen hat sich das im Sand verlaufen. Die letzte Diagnose war dann PTBS Akut. Die Kassenärztliche Vereinigung hat mich auf "Warteliste" gesetzt.
Eine Frage: Wann war bei Euch beruflich der Zeitpunkt erreicht (nicht mehr aus dem Bett kommen) wo Ihr nicht mehr konntet? Wie seit Ihr damit umgegangen und wie habt Ihr das Thema in Angriff genommen? Wart Ihr danach länger Krank geschrieben und seit Ihr in eurer Altes Berufliches Umfeld wieder zurück?
Ich weiß, viele persönliche Fragen, aber ich stehe an einem Punkt zwischen - ich kippe gleiche um (das denke ich) und Du musst unbedingt durchhalten, weil Du ein höheres Ziel vor Augen hast.
• • 22.10.2026#1
10 Antworten ↓
Fred68 Mitglied
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Zitat von Rimski:
Du musst unbedingt durchhalten, weil Du ein höheres Ziel vor Augen hast.
Hallo Rimski ich kann dir leider keinen Ratschlag geben da es mir momentan genauso geht. Ich bin jetzt seit Februar arbeitslos da ich gekündigt wurde und habe jetzt wieder eine Stelle gefunden wo ich Anfang November anfangen soll.
Im laufe der Arbeitslosigkeit ist es bei mir aber schlechter geworden mir hat die Ablenkung in der Arbeit gut getan. Anfang August habe ich leider wieder meine Angststörung zurück bekommen, nehme jetzt Antidepressiva und habe viele Nebenwirkungen. Ob das im neuen Job funktioniert weis ich nicht aber ich versuche es.
Ps. Deine Katze im Profilbild gefällt mir hatte auch so eine bis 2024.
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A
Burnout - Wann habt Ihr die Reißleine gezogen
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Mila40 Mitglied
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@Rimski
Hallo,
dein Text berührt mich sehr, weil ich genau an dem Punkt stand, an dem du jetzt bist. Ich habe selbst einen schweren Zusammenbruch erlebt, weil ich genau wie du dachte, ich müsste für ein „höheres Ziel“ unbedingt durchhalten. Mein Körper hat die Entscheidung für mich übernommen. Ich konnte einfach nichts mehr tun, dachte zeitweise sogar, ich sterbe. Mein Cortisolspiegel war komplett im Keller und der Körper hat die Zusammenarbeit verweigert. Bitte warte nicht, bis dieses „Umkippen“, das du jetzt schon spürst, endgültig passiert. Dein Gefühl ist bereits das Warnsignal, dass es nicht mehr geht.
Der einzige Weg war der komplette Cut. Ich bin zum Hausarzt gegangen, habe die Karten auf den Tisch gelegt und mich krankschreiben lassen. Wenn die Kassenärztliche Vereinigung dich vertröstet, bitte deinen Arzt um einen Dringlichkeitscode (Vermittlungscode) auf der Überweisung für die Psychotherapie. Damit muss dir die 116 117 schneller helfen. Bei akuter PTBS und diesem Erschöpfungszustand ist oft auch eine psychosomatische Akutklinik eine Option, um ohne Monatsfristen sofort aus der Schusslinie zu kommen. Ich war danach deutlich länger als nur ein paar Tage krank. Bin es bis heute noch. Und ganz ehrlich. In ein Umfeld mit einem toxischen Chef zurückzukehren, macht in den allermeisten Fällen wieder krank. Die Zeit der Krankschreibung ist dafür da, gesund zu werden und dann mit klarem Kopf zu überlegen, wo es gesund für dich weitergehen kann. Bitte nimm das Gefühl, gleich umzukippen, ernst. Kein "höheres Ziel" der Welt ist es wert, dass du deine Gesundheit dauerhaft ruinierst. Geh zeitnah zum Arzt und lass dich aus dem Verkehr ziehen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft . Du bist mit dieser Situation nicht allein!
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x 1#3
User_0815_4711 Mitglied
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Ich habe damals an meiner letzten Arbeitsstelle Herzbeschwerden bekommen. Herzschmerzen. Ein höheres Ziel gab es dort nicht, es ging jedem nur um sein Geld. Das höhere Ziel war nur Fassade. Nachdem ich mental Abschied genommen hatte, ging es mir viel besser. Einige Zeit später war der befristete Vertrag zu Ende, ich habe mich dort nicht mehr beworben, sondern habe einige Jahre freiberuflich gearbeitet. Weniger Einkomen, mehr Zufriedenheit. Bis ich schließlich vor 17 Jahren von heute auf morgen, aber erwartungsgemäß, die Pflege meiner Eltern übernommen habe. Auch hier geriet und gerate ich hin und wieder an meine Grenzen, aber es geht. Ist das nicht einer der Sinne im Leben, immer wieder seine Grenzen auszutesten? Und rechtzeitig die Reißleine zu ziehen?
@Rimski , bist du mental noch deiner Arbeit verbunden oder hast du dich schon innerlich davon verabschiedet?
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#4
Burn Mitglied
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Interessant, ich bin wohl die Mischung aus Fred und Mila 😅 Ich konnte nicht mehr hab auch den Weg über die krankschreibung nehmen müssen aber es erging mir dann eher wie Fred… Von 180 auf 0 keine Struktur mehr keine Aufgabe und mir ging es immer schlechter!
Ich kenne ja dein vorheriges Posting und kann dir nach wie vor nur raten , du musst deinen Weg finden aber weder kopflos kündigen noch ewig krankgeschrieben sein. Es wird dich beides nicht nachhaltig weiterbringen
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Ich hatte Glück, dass eine Umstrukturierung stattfand und ich mich aus der Chefetage zurückziehen konnte. Gleichzeitig habe ich mir ärztliche Hilfe geholt, war aber nicht krankgeschrieben und habe dann alles dran gesetzt so zeitig wie möglich in den Ruhestand zu gehen. Opipramol hat mir dabei wesentlich geholfen. Hat so geklappt und seit paar Jahren bin ich weitestgehend raus aus dem Psycho Karussell und lebe jetzt medikamentenfrei, glücklich und zufrieden. Bissel was bleibt aber immer und dafür habe ich als Notfallmedikamente Alprazolam, was ich ewig nicht genommen habe und Promethazin. Letzteres nutze ich aber eher mal zum besseren Schlafen.
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#6
Rimski Mitglied
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Vielen Dank für die vielen Antworten, ich warte die Tage Offline daher konnte ich nicht lesen.
Die Geschichten sind wie zu erwarten sehr unterschiedlich und jeder hat seinen persönlichen Tiefpunkt.
Ich vermute bei mir, das ich mich in "einer" Phase eines Burn-Outs befinde, jedoch bin ich noch nicht zusammengebrochen. Ich bin mit mir der Fürsorglich - ich Reise gerne, nutze meine Freizeit relativ gut, Ernähre mich regelmäßig und gut, Auch Schlafe ich relativ gut. Es kann sein, das das auch dazu beiträgt das ich noch Stehe.
Dennoch kann ich mir nicht vorstellen meine Leben lang in diesem Job zu bleiben.
Mit höheren Ziel meinte ich das ich kommendes Jahr studieren gehen möchte von meinem Ersparten.
Ich hoffe ich schaffe es.
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Rimski Mitglied
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@Fred68 Die Katze ist tatsächlich aus Rumänien (sie hat es ins Internet geschafft), einer der meiner Meinung nach schönsten Städte Brasov. Es war eine Straßenkatze : D das Foto ist gut gelungen. Ich fand Sie so schön da Sie so Wild aber gleichzeitig so gechillt war. Unbedingt mal nach Rumänien fahren, eines meiner Lieblingsländer.
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Rimski Mitglied
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@Fred68 Viel Glück beim neuen Job im November 👍 Ich hoffe Du hast einen guten Einstieg
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Fred68 Mitglied
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@Rimski Danke dir bin schon ziemlich nervös habe ja noch meine Nebenwirkungen von dem AD und zusätzlich Muskel Schmerzen in Hüfte und Bein. Aber ich will es unbedingt probieren und mich durchbeißen. Mit 58 ist es auch nicht mehr so leicht überhaupt noch einen Job zu finden.
Zu dir ich finde es auch vernünftig von dir studieren zu gehen ich hatte leider durch eine schwierige Kindheit nie die Möglichkeit dazu. Du schaffst das glaube an dich. 👍 Lg Fred
@Fred68 Respekt! Ich bin zwar keine 58 sondern 44, aber kann nachvollziehen das es nicht einfach ist. Du hast einen Job gefunden und jetzt musst/sollst Du dich bewähren. Da ist man schon nervös. Ich habe in meinem Leben schon einige Probezeiten hinter mir bis auf eine habe ich alle überstanden.
Ich wünsche dir viel Glück und vor allem Ruhe und Gelassenheit das Du dich in deine Rolle einfindest und das deine Gesundheit mitmacht. Ich mache meinen IT Job schon seit 20 Jahren und habe bereits einmal studiert, nämlich Informatik.
Heute weiß ich das ich den Job aus Gesundheitsgründen (Blutdruck, hoher Stress, Burn-Out) Gefahr nicht mein Leben machen kann. Er macht mir aber auch keinen Spaß mehr. Im kleinen Rahmen als Werkstudent vielleicht noch, wenn der Druck weniger ist.
Mein zweites Studium handelt nur von Sprachen und Kulturen Europas. Ich gehe auch ein Risiko ein, das ist mir bewusst, ich möchte es aber auch als Auszeit sehen, um mich zu erproben und raus aus dem Hamster-Rad zu kommen auch wenn es nur für eine Weile ist.
In dem Sinne versuche die Sache positiv anzugehen, das wünsche ich dir.