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Hallo,

ich habe schon lange Krankheitsängste. Angefangen hat es vor ca. 25 Jahren mit Schwindel und danach dann Angst vor einer Schizophrenie. Ich stehe immer neben mir und beobachte mich ...das hat dann zur Folge, dass ich mir selber fremd vorkomme. Habe eine lange Therapie gemacht und hatte das auch ganz gut im Griff ....bis zum WE. Mein Vater, ehemaliger Alk., hat mich angerufen und mir gesagt, dass er Stimmen hören würde ....Psychiatrie etc. Jetzt ist bei mir diese Angst vor der Psychose wieder da ....höre ich vielleicht auch Stimmen etc. Das hat zur Folge, dass ich die Rolle des Beobachters wieder eingenommen habe und schaue, ob mit meinen Gedanken etc alles ok ist ...das kostet wahnsinnige Energie und macht mich zZ auch fertig.

03.05.2016 08:51 • 07.05.2016 #1


24 Antworten ↓


Vergissmeinicht
Hey Silk,

nun, wenn jemand Dro. nimmt oder lange Alk. verkonsumiert ist das prädistiniert für Psychosen etc. Dennoch hat es mit Dir nichts zu tun. Die Gedanken, die Du hast, gehören zu Deiner Angststörung.

Konntest Du aus der Therapie nicht mehr mitnehmen und nimmst Du Medis? Hab mal geschaut, Du hast ungeheure Angst vor HIV, Krebs etc. Diese geht nicht einfach so weg. Du musst etwas dagegen tun.

03.05.2016 09:17 • #2



Angst vor Psychose - Selbstbeobachtung

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Zitat von Vergissmeinicht:
Hey Silk,

nun, wenn jemand Dro. nimmt oder lange Alk. verkonsumiert ist das prädistiniert für Psychosen etc. Dennoch hat es mit Dir nichts zu tun. Die Gedanken, die Du hast, gehören zu Deiner Angststörung.

Konntest Du aus der Therapie nicht mehr mitnehmen und nimmst Du Medis? Hab mal geschaut, Du hast ungeheure Angst vor HIV, Krebs etc. Diese geht nicht einfach so weg. Du musst etwas dagegen tun.


Habe eine Verhaltenstherapie gemacht ....über mehrere Jahre aber bei mir kam viel dazu. Nehme Lasea und Johanniskraut. Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe 1000 Baustellen die mich belasten und die ich zZ nicht bearbeitet bekomme ...dann vor drei Jahren Trennung von meiner Frau (sie hatte schwere Depressionen) etc. Ich muss lernen mir selber Sicherheit zu geben das alles ok ist mit mir.

03.05.2016 09:28 • #3


Vergissmeinicht
Hey Silk,

dann geht es darum die Baustellen Step by Step abzuarbeiten. Man kann auch nicht schreiben, das Du nichts hast; Deine Seele schreit und da gilt es hinzuschauen.

03.05.2016 09:49 • #4


Ich komme mir so dämlich vor ....da macht man 70 Stunden Therapie und es geht mir immer noch so, dass ich nix gelernt und geändert habe ....

03.05.2016 09:52 • #5


Vergissmeinicht
Hey Silk,

Medikamente, Therapie ... sind Hilfestellungen. Die meiste Arbeit liegt an/in Dir! Habe das alles selbst hinter mir.

03.05.2016 09:59 • #6


Hallo silk ,

Ich kann dich beruhigen, denn ich kenne das auch was du schreibst, ich habe mich selbst beobachtet und auch andere extrem, und alles kam mir nur noch fremd vor ,ich habe jeden Tag dran denken müssen und wenn ich wieder daran gedacht habe war alles komisch.
Ich war in einer tagesklinik und ich habe am Anfang nur davon geredet das ich eine Psychose habe ,meine angst war so groß , aber nach ein paar Wochen habe ich verstanden das ich keine habe.
Sie haben mich Sachen gefragt die ich alle mit nein beantworten konnte.
Lg

03.05.2016 20:26 • #7


Hallo,

Ich kenne das leider auch. Habe extreme Angst davor, schizophren zu werden/zu sein. Beobachte mich selbst die ganze Zeit... Leider habe ich jetzt schon so viel über diese Krankheit gelesen und weiß sogar schon die kleinsten Symptome davon, sodass ich mir diese alle einbilde (oder vielleicht auch nicht?) und dann bekomme ich richtig Panik... Ich habe einfach Angst, die Kontrolle über mich zu verlieren.
Meine Therapeutin sagt mir, dass dies auch Zwangsgedanken sind (leide an Zwangsgedanken in einem anderen Bereich), und sie bei mir eine Psychose sehr sicher ausschließt. Sie betont immer wieder, dass man Menschen mit einer Psychose keine Angst davor haben, sie merken es nicht mal, dass etwas nicht mit ihnen Stimmt... Wenn man davor ANGST hat, dann ist das leider "nur" die angststörung. Irgendwie beruhigend, aber bei mir kommt dann immer ein "aber was wenn...".
Was macht ihr dagegen? Ich habe so Angst davor, etwas zu hören, was die andern nicht hören und dann verrückt zu werden... Ich weiß nicht mal mehr wie man "normal" denkt, weil ich mich die ganze Zeit so beobachte, vor allem meine Gedanken, und überprüfe die ganze Zeit ob ich diese oder diese Symptome habe. Ätzend...

03.05.2016 22:34 • #8


Vergissmeinicht
Hey Nf,

eine Psychose ist etwas ganz anderes. Man hört Stimmen die einem befehlen, dies oder das zu tun. Die Zwangsgedanken, wie Ihr sie alle hier beschreibt sind Bestandteil der Angst. Sie sind lästig, ungewohnt, aber sie hören auch irgendwann wieder auf. Dies alles ist bei einer Psychose nicht der Fall.

03.05.2016 22:37 • #9


Zitat von Nf1115:
Hallo,

Ich kenne das leider auch. Habe extreme Angst davor, schizophren zu werden/zu sein. Beobachte mich selbst die ganze Zeit... Leider habe ich jetzt schon so viel über diese Krankheit gelesen und weiß sogar schon die kleinsten Symptome davon, sodass ich mir diese alle einbilde (oder vielleicht auch nicht?) und dann bekomme ich richtig Panik... Ich habe einfach Angst, die Kontrolle über mich zu verlieren.
Meine Therapeutin sagt mir, dass dies auch Zwangsgedanken sind (leide an Zwangsgedanken in einem anderen Bereich), und sie bei mir eine Psychose sehr sicher ausschließt. Sie betont immer wieder, dass man Menschen mit einer Psychose keine Angst davor haben, sie merken es nicht mal, dass etwas nicht mit ihnen Stimmt... Wenn man davor ANGST hat, dann ist das leider "nur" die angststörung. Irgendwie beruhigend, aber bei mir kommt dann immer ein "aber was wenn...".
Was macht ihr dagegen? Ich habe so Angst davor, etwas zu hören, was die andern nicht hören und dann verrückt zu werden... Ich weiß nicht mal mehr wie man "normal" denkt, weil ich mich die ganze Zeit so beobachte, vor allem meine Gedanken, und überprüfe die ganze Zeit ob ich diese oder diese Symptome habe. Ätzend...


Genau so ist es bei mir auch ...wenn ich mich dann selbst beobachte, kommt noch eine Entfremdung hinzu und die macht mir dann auch noch Angst. Ich weiß, dass Ablenkung hilft und ein geplanter Tagesablauf.

04.05.2016 08:15 • #10


Vor allem hilft hier auch das Forum enorm weiter, seitdem ich hier angemeldet bin habe ich vieles gelesen wo ich mich auch selber wiedergefunden habe und damit nicht allein da stehe.

04.05.2016 09:41 • x 1 #11


Zitat von Nf1115:
Hallo,

Ich kenne das leider auch. Habe extreme Angst davor, schizophren zu werden/zu sein. Beobachte mich selbst die ganze Zeit... Leider habe ich jetzt schon so viel über diese Krankheit gelesen und weiß sogar schon die kleinsten Symptome davon, sodass ich mir diese alle einbilde (oder vielleicht auch nicht?) und dann bekomme ich richtig Panik... Ich habe einfach Angst, die Kontrolle über mich zu verlieren.
Meine Therapeutin sagt mir, dass dies auch Zwangsgedanken sind (leide an Zwangsgedanken in einem anderen Bereich), und sie bei mir eine Psychose sehr sicher ausschließt. Sie betont immer wieder, dass man Menschen mit einer Psychose keine Angst davor haben, sie merken es nicht mal, dass etwas nicht mit ihnen Stimmt... Wenn man davor ANGST hat, dann ist das leider "nur" die angststörung. Irgendwie beruhigend, aber bei mir kommt dann immer ein "aber was wenn...".
Was macht ihr dagegen? Ich habe so Angst davor, etwas zu hören, was die andern nicht hören und dann verrückt zu werden... Ich weiß nicht mal mehr wie man "normal" denkt, weil ich mich die ganze Zeit so beobachte, vor allem meine Gedanken, und überprüfe die ganze Zeit ob ich diese oder diese Symptome habe. Ätzend...


Empfindest Du denn dann auch Symptome? Das man sich selber fremd vorkommt? Neben sich steht? Sich selber beim Handeln zuschaut und denkt: der Handelnde kommt mir fremd vor?

05.05.2016 07:18 • #12


Ja absolut! Ich lag gestern wieder im Bett und dachte mir: irgendwie komme ich mit grade beobachtet vor... Hatte totale Angst dabei. Schließlich merkte ich, dass ich mich von MIR SELBST beobachtet vorkomme... Ich beobachte mein handeln aber vor allem auch mein denken! Habe so Angst, dass ich plötzlich eine Stimme höre, oder irgendwas anderes höre was kein anderer hört...
Seit dem schrecke ich bei jedem Geräusch auf weil ich Angst habe, dass nur ich es hören könnte und es dann ein Beweis wäre, dass ich verrückt bin

05.05.2016 09:01 • #13


Habe mit meinem Therapeuten telefoniert. Ich gehe jetzt in eine Angstselbsthilfegruppe ... mal schauen, was es bringt. Bei mir fing es mit der Scheidung meiner Eltern an, dazu kam das Abitur, danach der Zivildienst und danach dann das Studium ...im Studium habe ich Schwindel bekommen und die ersten Ängste vor Tumor etc. Danach kam dann die Angst vor der Schizophrenie und Entfremdung dazu ...irgendwie habe ich damals die Struktur in meinem Leben verloren ...zuerst war alles geregelt (Schule, Elternhaus, Zividienst) und danach war dann nix mehr mit Struktur ...damit kämpfe ich immer noch und ich habe das Gefühl, ich bin nie richtig erwachsen geworden ...so sieht auch mein Leben jetzt aus. Dieser Schritt zum Erwachsen werden ist bei mir noch nicht ganz vollzogen (und ich bin Mitte 40 )

05.05.2016 09:10 • #14


@Silk01 das tut mir sehr leid für dich. Das mit der Angstselbsthilfegruppe klingt super! Ich glaube auch, dass eine Struktur/ein Tagesablauf sehr wichtig ist... Ich bin noch 18 (: aber habe auch grade mein Abitur gemacht, somit keine Schule mehr und keine richtige Struktur mehr irgendwie...
Hab noch ne frage: kannst du seit der Angst schizophren zu werden auch nicht mehr wirklich alleine sein? Das ist bei mir so. Wenn ich alleine zuhause bin, dann bekomme ich Panik, weil ich Angst habe, dass ich JETZT verrückt werden und stimmen hören werde was auch immer... Obwohl ich es immer sehr genossen habe auch mal alleine zu sein :/

05.05.2016 09:23 • #15


Vergissmeinicht
Hey Silk,

letztlich hast Du alles selbst und richtig beschrieben. Vom alter her wird es Zeit, das Du Dich findest. Denke, einiges sollte vielleicht mit Hilfe aufgearbeitet werden. Eine SHG hilft auch schonmal, da man sich mit seinen Problemen nicht alleine fühlt.

Ansonsten ist das Gefühl ein Bestandteil der Angst; unangenehm, aber harmlos.

05.05.2016 11:42 • #16


Zitat von Vergissmeinicht:
Hey Silk,

letztlich hast Du alles selbst und richtig beschrieben. Vom alter her wird es Zeit, das Du Dich findest. Denke, einiges sollte vielleicht mit Hilfe aufgearbeitet werden. Eine SHG hilft auch schonmal, da man sich mit seinen Problemen nicht alleine fühlt.

Ansonsten ist das Gefühl ein Bestandteil der Angst; unangenehm, aber harmlos.


Ja, das stimmt. Ich muss mich finden und einige Sachen abschließen. Konnte damals mein Studium nicht beenden und hole das nun nach. Klausuren laufen gut, habe viele Scheine gemacht und stehe jetzt nach etwas längerer Zeit vor dem Abschluss ...muss noch drei Klausuren schreiben und die Abschlussarbeit. Das wäre für mich zB ein riesen Schritt: das Selbstwertgefühl würde rapide steigen , ich hätte eine berufliche Perspektive (bin jetzt schon lange Zeit selbständig aber es ist immer ein Kampf) und würde einen alten Lebensabschnitt abschließen können, vielleicht ist das der entscheidende Schritt zum Erwachsen werden ....weiter muss ich die Symbiose zu meiner Mutter lösen: wenn ich Abends alleine bin, dann fahre ich oft zu ihr um nicht ganz alleine zu sein ...reden, essen etc aber auch das ist der falsche Weg. Mein Problem ist aber, dass ich die "freie" Zeit einfach schlecht füllen kann ...das meinte ich mit Strukturlosigkeit. Ich dümple so in den Tag hinein und das tut mir gar nicht gut ....ich glaube, hier fängt der Weg an ...ich habe viel aufgearbeitet, weiß, woher meine Ängste kommen (Kind eines Alk.) etc ....in der Theorie ist mir das alles klar aber den Schritt zu machen, das fällt mir schwer.

05.05.2016 11:56 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Vergissmeinicht
Hey Silk,

verstehe und denke, Du bist auf einem guten Weg. Daumendrück für die restlichen Klausuren und Scheine

05.05.2016 11:59 • #18


Zitat von Vergissmeinicht:
Hey Silk,

verstehe und denke, Du bist auf einem guten Weg. Daumendrück für die restlichen Klausuren und Scheine


Ich habe früher immer gedacht, dass ich mit Angst etc nix am Hut hätte und konnte das als Symptom von Angst schlecht akzeptieren ...ich habe für mich immer gedacht: hey, das fühlt sich so unwirklich, schrecklich an etc, das muss was ganz schlimmes Psychisches sein ...du wirst den Rest deines Lebens in der Psychiatrie herumdämmern und kannst nie ein glückliches eigenständiges Leben führen ...

05.05.2016 12:05 • #19


Vergissmeinicht
Hey Silk,

mich hatte es für 22 Jahren erwischt und war ein halbes Jahr in der Klinik. Dann hatte ich Ruhe bis es mich dann durch dreckiges Mobbing erneut erwischte. Es gibt immer einen Weg daraus. Wichtig ist hinschauen, an sich arbeiten, verändern, annehmen und vieles mehr.

05.05.2016 12:16 • #20



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