Guten Abend ihr lieben,
bis jetzt habe ich bis auf meinen Threat in dem ich mich vorgestellt habe hier immer nur still mitgelesen, aber nun möchte ich auch mal "meinen Senf dazu geben"
Neben meinem Kontrollzwang und auch teilweise Zwangsgedanken, leide ich vor allem unter der starken Angst, an Krebs zu erkranken. Ich kenne wahrscheinlich inzwischen sämtliche Symptome von allen möglichen Krebserkrankungen. Vor ein paar Jahren hatte ich das schonmal sehr schlimm, danach ein paar Jahre fast garnicht mehr. Und nun hab ich es wieder sehr schlimm. Es fing an mit einer Kontrolluntersuchung der Schilddrüse vor ca. 6 Wochen. Ich hab nur so bei mir gedacht "hoffentlich ist alles in Ordnung". (ich habe "nur" eine Hashimoto-Thyreoiditis) Medis wurden erhöht, ansonsten alles in Ordnung. Und danch gings dann los: täglich fand ich irgend etwas neues, ein Knubbel am Hals, Knoten in der Brust, Bläschen im Mund...ich könnte die Liste ewig weiter führen. Ich war wegen keiner dieser Symptome beim Arzt, weil ich tief im Innern weis, das ich gesund bin. Aber sobald ich irgendetwas neues entdecke, denke ich ich habe Krebs. Es wird dann aufs genaueste untersucht und geknietscht. Dabei bekomme ich immer leichte Panikanfälle, fange an zu schwitzen und mein Puls erhöht sich. Ich kann dann meist auch für den Rest des Tages nichts mehr vernünftiges mit mir anfangen, kann nichts mehr machen, bin total deprimiert, gucke dann im Internet was es sein könnte (ich weis - das soll man nicht machen), wobei natürlich auch immer noch meine Angst bestätigt wird das es Krebs ist. Meist lege ich mich dann ins Bett bis es eh Zeit zum schlafen ist. Am nächsten morgen ist erstmal alles wieder gut, im Laufe des Morgens denke ich dann nochmal drüber nach, aber spätestens nach dem zweiten Tag an dem ich etwas entdeckt habe, bin ich dann der Meinung, das es (wahrscheinlich) harmlos ist. Das Problem ist nur, das ich täglich neue Sachen entdecke oder spüre, manchmal auch mehrere Dinge an einem Tag. Das ist schon sehr belastend für mich und mein Umfeld. Ich gehe Vollzeit arbeiten (bin in der Ausbildung) und wohne mit meinem Freund zusammen. Für dieses "rumgesuche und rumgeknietsche" und im Internet gucken geht natürlich sehr viel Zeit drauf, was mich natürlich zusätzlich stresst und Spannung erzeugt. Meine Therapeutin meint, das mein Gehirn die Anspannung immer möglichst hoch halten will. In letztes Zeit ist das mit der Zwangserkrankung besser geworden, dafür mit der Krebsangst wirklich sehr schlimm.
Nun bin ich ja schon in ambulanter Psychotherapie. Meine Therapeutin meinte, das ich einfach diesen Kreislauf unterbrechen muss, immer wieder zu gucken und zu knibbeln. Und ich hab google-Verbot bekommen und ich soll mir sagen das ich nichts schlimmes hab, sondern dass das nur die Angst ist die mich im Griff hat. Nun ist es aber nunmal nicht so einfach zu denken das man nichts schlimmes hat, wenn man denkt man hat was schlimmes. Ich hoffe ihr versteht was ich meine
Ich habe mir auch selbst Brücken gebaut:
1. Ich bin 23, die wahrscheinlichkeit das ich an Krebs erkranke, ist also sehr gering.
2. Ich bin so aufmerksam und sensibel, das ich es merken würde, wenn etwas mit mir nicht stimmt.
3. Selbst wenn ich Krebs irgendwann bekommen sollte, hilft mir die Angst VORHER vor dem Krebs kein Stück.
Aber schon bei Punkt 2 tritt dann wieder das kleine Teufelchen auf meiner Schulter auf das sagt: Aber wenn du etwas frühzeitig entdeckst, sind die heilungschancen besser. Tja, und dann geht das ganze wieder von vorne los.
Mich nimmt das alles ziemlich mit, und das ja noch zusätzlich zu der Zwangserkrankung. Ich fahre nächste Woche in den Urlaub, und habe Angst das es im Urlaub dann genau so weiter geht, und ich ihn überhaupt nicht genießen kann und mich nicht erhole.
Habt ihr noch irgendwelche Tipps für mich, um aus dieser ständigen Angstspirale auszubrechen? Ich wäre wirklich dankbar

Sorry das der Text so lang geworden ist, ich hoffe ich hab alles verständlich erklärt

Schönen Abend
