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@Frittensauce
Huhu
😊Wir hatten uns ja bereits in einem anderen Beitrag dazu unterhalten.
Wie du weißt habe ich selbst ADHS (plus autismus).
Ich hatte ja in dem anderen Beitrag schon geschrieben ich verstehe deine angst dahinter.
Aber ich glaube dein Kopf macht die ganze Nummer schlimmer als sie tatsächlich ist. Ängstlicher Kopf macht eben Dinge die Ängstlicher Kopf macht
😅Ich habe meine Diagnose eher als Erleichterung empfunden, weil ich dann endlich wusste, was mit mir los ist.
Und es ist schon lang nicht mehr so wie früher, dass adhs nach einer Diagnose um jeden Preis "raus therapiert werden soll".
Die Therapien Zielen eher darauf ab, dass du lernst MIT dem adhs zu leben. Nicht es los zu werden. Und gerade was deine Ängste angeht könnte das eventuell hilfreich sein.
Ich persönlich nehme auch kein Elvanse, medikinet, Ritalin oder ähnliche BTM. Ich geb zu, hab ich probiert. Aber hatte bei mir einfach keinen "echten" Effekt also hab ichs gelassen.
Ich hab das aber nicht ausprobiert um das weg haben zu wollen, sondern weil ich einfach "neugierig" war, was es mit mir macht, ob es möglicherweise sogar Ängste reguliert (was durchaus möglich ist).
Die horror vision des "ruhig stellens" habe ich bei keinem Erwachsenen mit adhs erlebt. Sowas ist tatsächlich eher bei Kindern eine häufige Nebenwirkung (ja, es ist tatsächlich eine Nebenwirkung und ein Anzeichen von eher falscher dosierung als der gewollte Effekt!).
Das einzige was ich "gegen" mein adhs nehme ist atomoxetin, weil es mir hilft, langweilige, repetitive Aufgaben wenigstens ein bisschen einfacher zu erledigen ohne dass es sich anfühlt wie ein riesen Berg arbeit. Das ist kein BTM, sondern funktioniert ähnlich wie ein reguläres Antidepressivum, nur eben speziell für adhs Gehirne, weil es kein klassisches snri, ssri etc ist.
Und sogar das funktioniert immer je nach Tagesverfassung. Es macht keinen arbeitsroboter aus mir. Es gibt immer noch genug Tage wo ich mich trotzdem gerade zu langweiligen, repetitiven Aufgaben zwingen muss. Aber eben weniger schlimm als ohne.
Und ja, statistisch sterben Menschen mit adhs früher. Auch ne Unfallversicherung mit der Diagnose adhs zu bekommen ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit halt.
es gibt auch andere Erkrankungen, die an sich nicht tödlich sind, aber das Risiko erhöhen, wenn man sie nicht ernst nimmt. Z. B. Depressionen, Angststörungen, Borderline, Zwangsstörungen – da kann’s durch Impulsivität, Vernachlässigung der Gesundheit, Unfallrisiken oder Substanzmissbrauch auch statistisch früher krachen.
Aber es ist kein festgesetzter Punkt, dass das passiert.
Und ich bin der Meinung je besser man sich als "borderliner","depressiver" oder "ashs-ler" versteht umso besser kann man auch ohne Medikamente mit sich selbst umgehen und das Risiko sinkt rapide.
Das ist nix, was dich „ruhigstellt“ oder dich in ne Schublade steckt. Im Gegenteil. Ich hab meinen ADHS-Kopf in vielen Momenten sogar echt gern. Der ist kreativ, schnell, denkt um drei Ecken, macht Verbindungen, auf die andere nie kommen würden. Den will ich gar nicht loswerden – ich finde es halt nur angenehm, zu wissen wo manches bei mir eben her kommt...so kann ich eben noch "besser" drüber schmunzeln, dass andere Frauen in high heels rennen können - und ich kann halt barfuß, im stehen umknicken
😂Aber: Das ist eben nicht alles sofort gefährlich oder tötlich.
Und: ich will dich absolut nicht zu einer Diagnose zwingen. Nichts liegt mir ferner. Sondern dir einfach nur zeigen dass eben ein ängstlicher Kopf Dinge gerne viel viel höher kocht als sie eigentlich sind.
Das macht er eben nicht nur bei adhs...Sondern bei allem. So wird dann eben aus dem Reizdarm nen darmkrebs, aus dem Kopfschmerz nen tumor...
Ich hoffe ich konnte dich wenigstens ein bisschen abholen und gebe dir nicht das Gefühl dich und deine Ängste dazu nicht zu verstehen. Ist für mich schwer nachzuvollziehen, da ich es eben als Erleichterung empfinde zu wissen, warum ich so bin, wie ich bin. Aber ich versuche bestmöglich es aus der anderen Perspektive zu betrachten.
Und:
Eine diagnostik "muss" man sowieso nur machen wenn man in irgendeiner Form unter seinen Symptomen leidet. Oder man wissen möchte, warum man eben "anders" als andere ist.
Ansonsten lass die diagnostik eben und lebt so zufrieden wie es geht dein Leben
🫂 das ist alles kein Muss
🫂