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Alltagsmüde
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Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und hoffe auf positive Impulse zu meiner derzeitige Situation. Kurz zu mir: 41, weiblich, verheiratet, kinderlos

Als junge Frau litt ich eine lange Zeit unter Panikattacken, Angststörungen. Ich mache Therapie, eignete mir viele Übungen zum bewältigen der Angst an und war viele Jahre beschwerdefrei.

Seit 2022 hat mich die Angst/Panik wieder im Griff.Zu meiner Situation: Ich habe 2022 mit meinem Mann ein Haus auf dem Land gekauft, weil er gerne raus ausder Großstadt wollte. Ich bin diesen Traum mitgegangen, weil ich dachte, dass sich nun endlich mein lang ersehnter Traum erfüllt: Haus, Hof, Hund, Kinder, zwei Autos vor der Tür.

Nun ja. Haus, Hof und Autos sind da und meine Panikattacken auch wieder. Nach ein paar Monaten merkte ich, dass mich bei nahazu jeder Autofahrt Panikattacken ereilten. Es wurde so schlimm, dass ich nicht mehr fahren konnte. Im Laufe der Suche nach Lösungen, Therapeuten etc. wurde ich auf Autismus und ADHS diagnostiziert. Inzwischen habe ich auch einen Pflegegrad. Auf einmal wurde ein Bild draus und vieles, was ich alle die Jahre erlebt/gedacht/gefühlt hatte, ergab plötzlich einen Sinn. Ich bat meinen Mann wegzuziehen, Haus zu verkaufen. Mein Mann war natürlich nicht begeistert. Ich wollte zurück in die Großstadt, denn dort fühle ich mich sicher, bin nicht immer auf das Auto angewiesen und fühle mich mehr autark. Dazu möchte erwähnen,dass ich Teilzeit berufstätig bin,noch ein Nebengewerbe habe. Für beides habe ich keine Kraft mehr. Aber ich funktoniere, maskiere und halte irgendwie durch. Am liebsten würde ich mich krank schreiben lassen und Erwerbsminderungsrente beantragen. Ich kann einfach nicht mehr. Einen unverfüllten Kinderwunsch habe ich. Ich traue mir Kinder dauerhaft nicht zu, ich bin mit meinen Diagnosen einfach zu sensibel.

Nun waren wir 1 Jahr raus aus dem haus, hatten es vermietet und sind selbst zur Miete in die Nähe der Großstadt gezogen. Mein Mann möchte nicht mehr in der Stadt wohnen. Es ging mir ort ewas besser, ich war mehr autark. Kurze Strecken bis 30 min. Auto fahren gehen meistens, aber auch nichtimmer. Die Vermietung ist leider scheif gelaufen, wir mussten aus finanziellen Gründen zurück ins Haus erstmal, weil man Häuser einfach nicht so schnell verkauft bekommt.

Nun sitze ich wieder in meiner persönlichen Hölle. Ich verlasse das Haus nur wenn ich muss. Ansonsten bin ich nur im Haus, Arbeite, putze und lebe irgendwie vor mich hin. Wir wollen verkaufen, aber so schnell geht das nicht und eigentlich will mein Mann das auch nicht. Er macht es nur mir zuliebe, so wie ich nur ihm zuliebe im Haus bin. Ich habe ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen. Wir haben oft über Trennung gesprochen, aber sind immer wieder dabei gelandet, dass wir uns sehr lieben und das gemeinsam schaffen.Nun ist es jedoch so, dass ich nicht mehr kann. Ich funktioniere, maskiere, aber selbst das klappt nicht mehr gut. 1x die Woche bricht alles aus mir raus, so wie gestern.

Nun bin ich wieder verzweifelt. Gucke nach Wohnungen in der Großstadt um mir einen Übergangs-Zufluchtsort zu schaffen. Aber das kann es ja auch nicht sein. Ich möchte mich wieder frei, unbeschwert und symptomfrei fühlen.

Habt ihr vielleicht einen guten Tipp / Rat etc. was ich in meiner Situation gerade tun kann?

15.03.2026 #1


1 Antwort ↓

Lina60
Liebe @Alltagsmüde, Ihr seid da in einer sehr schwierigen Situation, da Dein Mann die ländliche Ruhe benötigt, und jedoch das städtische Leben um ausgeglichener zu sein , und vor allem keine Panikattaken mehr zu haben. Da
denke ich, dass es wie hilft fest zu stellen, dass Du ( die ja öfters zu Hause bist, wenn Kinder kommen sowieso...das schaffst Du, wenn sich Deine Ängste gelegt haben !) mehr unter dem jetzigen Zustand leidest als Dein Mann ( der ja sicher tagsüber bei der Arbeit ist). Es geht darum ganz nüchtern die Lage zu betrachten, und da liegt es auf der Hand, dass Du einen Rückzug in die Stadt ganz dringend benötigst. Wenn es schon so weit ist, dass Du gar nicht mehr aus dem Haus gehen magst, und darin fast apathisch wirkst.

Ich selbst lebte ein einziges Mal im Leben 2 Jahre lang auf dem Land. In Städten aufgewachsen, wollte ich das unbedingt erleben. Ich bekam trotz alles Schönheit des Gebietes mit der Zeit immer stärkere Depressionen, und Sehnsucht nach dem städtischen lebendigen Betrieb. Mein Ex-Mann verliess das Land ebenfalls ( wie Dein Mann) ungern, doch er sah wie ich immer mehr verwelkte. Als wir dann wieder in die Stadt zogen, blühte ich regelrecht auf, und schwor mir nie nie wieder aufs Land zu ziehen. Und damit bin ich bis heute sehr gut gefahren. Ich will Dich also unbedingt ermutigen wieder in die Stadt zu ziehen, und dort zu bleiben. Drücke Daumen, dass das klappt.

#2





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Dr. Christina Wiesemann
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