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Kreuzkoenig21
Hallo guten Tag zusammen . Mein Name ist Chris und ich bin 30 Jahre alt. Mein Papa ist dieses Jahr an Krebs verstorben nach einem langen und harten Kampf mussten wir Ihn gehen lassen. Das ganze hat mich echt mitgenommen, er war mein bester Freund und eben auch Vater.
Ich war bei jeder Chemo und jeder Strahlentherapie dabei.

Nunja seit dem Kämpfe ich immer wieder mit Problemen wie Magenprobleme ( die sind aber Gott sei dank wieder weg dank meiner Internistin).

Aber ich hab quasi seit dem Todestag Kopfschmerzen. Ich mach mich echt fertig deswegen. Ich war beim Hausarzt, Internisten, neurologen.

Hausarzt sagt es ist der Stress und das Gedankengemache.

Internistin sagt das selbe mit dem Zusatz ich soll eine Verhaltenstherapie machen um meinem Körper wieder zu trauen.

Mein Neurologe sagt es ist ein Umstellungskopfschmerz weil sich nunmal alles im Umfeld ändert und sagt ich soll die Ruhe bewahren.

EKG zeigt nen schnellen Puls aber alles super sonst.

Ultraschall ist auch ohne Befund und alles gesund.

3 Bluttests alles Tippi Toppi.

Augen sind auch vollkommen okay und über dem Durchschnitt.

Ich hab ständig Angst vor einem Hirntumor. Manchmal zittert meine Hand, dann kribbelt das Gesicht, dann drückt es in verschiedenen Regionen des Kopfes.
Ich google mich so durch das Internet und komme immer auf das Thema. Ich zwar keine typischen Symptome von dieser Krankheit und ich hab Tage da ist alles gut und Tage da ist alles für den Popo.

Es gibt Momente da hab ich Blackouts in Form von einem leeren Kopf. Ich sehe zwar alles, aber weiß in dem Moment nicht was ich wollte und tun soll. Gestern war so ein Moment. Ich wollte am PC ne Datei suchen und bin 100x drüber aber hab es nicht hinbekommen.

Wenn ich zum Kraft Sport gehe ist alles in Ordnung und ich sollte doch eigentlich nen Druck im Kopf spüren wenn ich dort was hätte wenn ich gewichte hebe oder?

Wenn ich abgelenkt bin hab ich auch nichts. Wenn ich mich auf die Arbeit konzentriere ist alles gut, wenn ich etwas mache das mich nicht fordert dann werd ich wieder in immer kreisenden Gedanken gefangen.

Ich weiß nicht was ich noch tun soll. Es belastet mich alles ungemein. Ich würde gern einfach wieder frei von dem Schmerz sein.

Gibt's jemanden der vielleicht ähnliches durch hat? Wie seid ihr da raus gekommen?

Ich freue mich von euch zu lesen.

LG Chris

22.11.2021 14:46 • 02.12.2021 x 1 #1


17 Antworten ↓


fearhunter
Hey Chris,

was Du beschreibst sind ganz klar Stresssypmtome aufgrund Deiner Gedanken. Auch wenn Du sagst, dass beim Sport nichts vorhanden ist, zeigt das, dass Du Dir selbst extremen Druck machst.

Versuche Strategien für Dich zu finden wie Du aus dem Gedankenkaruesell raus kommst und die Dich beruhigen. Achte sehr gut auf Dich und tue Dir etwas gutes anstatt im Google nach Symptomen zu suchen (das ist das schlimmste was Du machen kannst, denn Google erklärt jedem Laien, dass er mit einer tödlichen Gefahr zu kämpfen hat). Ich weiß nicht was Dir gut tut, aber versuch möglichst vieles aus. Zum Beispiel in die Natur gehen, Lesen, ein warmes Bad nehmen, usw. Das alles kann wunder wirken, vor allem aber achte gut auf Dich und tue Dir sofort etwas gutes, wenn Du merkst, dass diese Symptome auftreten. An der Stelle kann ich Dir aber als Psychologe versichern, dass Du keine schlimme Krankheit hast - Deine Symptome sind Angstzustände und Deine Beschreibungen deuten genau darauf hin.

Wenn Du selbst klar kommst und Strategien findest, ist das ausgezeichnet. Andernsfalls würde ich an Deiner Stelle nicht zögern mir Unterstützung zu holen - Du kannst durch eine psychologische Begleitung auch neue Strategien lernen. Dadurch kommst Du einfacher ans Ziel als wenn Du es alleine versuchst (wobei letzteres auch funktionieren kann!)

Alles Liebe,
Martin

22.11.2021 15:08 • x 1 #2



Angst nach Tod meines Vaters

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Hallo Chris,
mein Vater ist zum Glück nicht verstorben, aber ich kenne auch solche körperlichen Symptome mit wahrscheinlich psychologischer Ursache. Kopfschmerzen ist eines davon. Ich stimme Martin zu: ein warmes Bad nehmen, in die Natur gehen, Sport wenn das geht.
Natürlich muss man erst ausschließen, dass es einen medizinischen Grund gibt.

22.11.2021 15:15 • x 1 #3


Perle
Mir hat in meinen schlimmen Kopfschmerzzeiten Progressive Muskelentspannung geholfen. Man lernt dabei, aktiv einzelne Muskelgruppen an- und wieder zu entspannen. Versuche das mal jeden Tag zu machen. Gesprochene Anleitungen findest Du im Netz und auch sehr viele Krankenkassen stellen es zur Verfügung.

Zudem rate ich Dir, Deine Trauer über den Verlust Deines Vaters zuzulassen und nicht zu verdrängen. Körper und Seele lassen an Schmerzverarbeitung sowieso immer nur so viel zu wie verkraftet werden kann. Es ist ein Trauerprozess, der seine Zeit braucht. Gib Dir diese Zeit.

22.11.2021 17:49 • x 4 #4


eba782
Es tut mir Leid, dass du deinen Vater viel zu früh und nach so hartem Kampf gehen lassen musstest.

Ich glaube, es ist ganz normal, dass Trauer sich auch körperlich Bahn bricht.

Meine Schwester ist erst vor drei Wochen verstorben und so stehe ich erst ganz am Anfang des Weges. Es war auch ganz plötzlich und bis jetzt musste viel geregelt werden und so richtig trauern konnte ich noch gar nicht. Aber mein Körper läuft Amok.

Es ist gut und wichtig, dass du die Symptome ärztlich abklären lassen hast. Aber jetzt ist vielleicht Zeit am die Seele ran zu gehen ... Verhaltenstherapie, so dass du deinem Körper wieder traust, klingt gut in meinen Ohren. Und ein Therapeut, der sich mit Trauer auskennt oder eine Selbsthilfegruppe für Trauernde oder ähnliches. Manchmal brauchen wir Hilfe beim Trauern und das ist okay und normal. Du musst nicht stark sein. Such dir Hilfe.

Für mich ist die Trauer manchmal ein Biest, dass es zu bezwingen gilt. Aber ich glaube, dass das kein gutes Bild ist.

Zur Zeit stelle ich mir die Trauer oft wie ein großer Ozean vor, den ich durchqueren muss. Das macht müde. Manchmal ertrinke ich fast. Ich bin erschöpft. Manche Abschnitte muss ich alleine schwimmen. Aber manchmal kann ich mit anderen schwimmen. Manchmal gibt es eine Insel oder ein Boot, wo ich mich erholen kann und dann wieder werde ich ins Wasser geworfen. Der Ozean scheint unendlich und unüberquerbar, aber irgendwann wird es leichter werden mit dem Verlust zu leben.

Alles Gute!

23.11.2021 08:08 • x 3 #5


Lieber Kreuzkoenig21,
erst einmal mein Mitgefühl zu dem Verlust des Vaters und Freundes. Härter geht es nicht. Dieses Jahr starb meine Mutter und eine alte Freundin und ein Onkel. Ein bisschen kann ich mir vorstellen, was du durchgemacht hast. Der Kreuz König ist die Karte der Hilfsbereitschaft und Güte. Du hast viel auf dich genommen und es ist kein Wunder, dass du nach dem Tod deines Vaters derart zusammenfällst. Wie kommt man wieder heraus? Ganz klar und deutlich gesprochen: indem du alles, was passiert ist, akzeptierst. Alles. Wir sind alle sterblich und alles, wirklich alles, ist endlich. So hart es ist: es ist die Realität des Lebens, in das wir durch die Geburt kamen. Du warst für deinen Vater da, das ist von dir wunderbar, damit hast du dem Leben und deinem Vater einen übermenschlichen Dienst erwiesen. Aber du konntest ihn nicht retten, es ist nicht möglich. Leider. Die Ärzte vermochten es auch nicht. Diese Ohnmacht angesichts des Lebens musst du akzeptieren, vielleicht bist du reif dafür obwohl du noch so jung bist. Du wurdest früher mit der gnadenlosen Endlichkeit konfrontiert als die meisten anderen Menschen. Ich kann dir nur raten: hebe deinen Kopf und gehe gerade, du kannst stolz auf dich sein. König! Erkenne die Endlichkeit und "Sinnlosigkeit" an und gebe dem Leben Sinn, indem du deinen Interessen und Talenten nachgehst. Ich wünsche dir, dass du liebe Menschen um dich hast, die dir zur Seite stehen. Du wirst bald besser draufkommen und dann um einiges reicher sein in der Seele. Jetzt pflege dich, sei gut zu dir, wenn möglich fahre mit einer Freundin oder einem Freund für zwei Wochen weg. Vergiss die Angst, weise sie von dir, sie ist es nicht wert!
Ganz liebe Grüße

23.11.2021 10:16 • x 4 #6


moo
Zitat von eba782:
Zur Zeit stelle ich mir die Trauer oft wie ein großer Ozean vor, den ich durchqueren muss. Das macht müde. Manchmal ertrinke ich fast. Ich bin erschöpft. Manche Abschnitte muss ich alleine schwimmen. Aber manchmal kann ich mit anderen schwimmen. Manchmal gibt es eine Insel oder ein Boot, wo ich mich erholen kann und dann wieder werde ich ins Wasser geworfen. Der Ozean scheint unendlich und unüberquerbar, aber irgendwann wird es leichter werden mit dem Verlust zu leben.

Danke - ein schönes Bild und es ging mir ähnlich.

Nahezu jeder Mensch macht irgendwann in diesem Leben zum ersten Mal eine Trauer durch, die ihn persönlich wirklich betrifft. Meist ist das ein Familienmitglied oder ein guter Freund. Auch mein Bruder und einige weitere Personen aus meinem Umfeld sind heuer gestorben. Inzwischen gehören diese Abschiede ziemlich verlässlich in mein Jahr und die Trauerarbeit machte einen tatsächlich erwachseneren Menschen aus mir. Zudem beschäftige ich mich inzwischen viel mit Alter, Krankheit, Sterben und Tod. Und zwar nicht im gesellschaftlichen Sinne, sondern durchaus existenziell.

Zu dem Ozeanbild möchte ich noch an das gegenüberliegende Ufer erinnern, das man irgendwann erreicht und nun zum ersten Mal das neue Leben lebt, von dem aus das alte Ufer nicht mehr in der Art und Weise gesehen oder gar betreten werden kann, wie man es früher tat. Das hat etwas Ernsthaftes, wie wir es vielleicht nicht kennen aber doch irgendwie ersehnen.

23.11.2021 14:09 • x 3 #7


fearhunter
Hey moo,

danke für das Teilen Deines Beitrages.

Zitat:
Zudem beschäftige ich mich inzwischen viel mit Alter, Krankheit, Sterben und Tod. Und zwar nicht im gesellschaftlichen Sinne, sondern durchaus existenziell.


Warum denn existenziell? Was ist Deine Situation, wenn ich fragen darf?

Alles Liebe,
Martin

24.11.2021 10:59 • x 1 #8


moo
Hallo Martin,

mit existenziell meine ich, dass diese Themen als für die Existenz als relevant sehe. Jeder Mensch wird oder ist unmittelbar potenziell damit konfrontiert. Deswegen ist für mich die offene Auseinandersetzung damit unabdingbar, um sowas wie ein sinnvolles Leben zu führen.

24.11.2021 15:51 • x 1 #9


Kreuzkoenig21
Danke für eure Beiträge . Gestern hatte ich einen super guten Tag. Kein Kribbeln im Gesicht, keinen Kopfschmerz einfach nichts. Heute ist wieder alles im Eimer. Es war aber auch nen ziemlich stressiger Tag und ich versuche mich jetzt zu entspannen. Ich steh seit 4 Uhr morgens auf den Beinen und bin jetzt erst zuhause. Ich glaub es war etwas viel heute. Aber was tut man nicht für die Familie.

Ich versuche wirklich mir keinen Gedanken um mögliche Krankheiten zu machen zumal ich wirklich von 5 Ärzten gesagt bekommen hab das alles okay ist. Manchmal kann ich aber nicht anders. Und irgendwie ist es beruhigend das so viele Menschen hier das selbe Problem haben, auch wenn ich natürlich nicht möchte das sie leiden. Aber mir zeigt es, das wir nicht alleine sind auch wenn man sich mal so fühlt.

24.11.2021 19:08 • x 3 #10


Zitat von Kreuzkoenig21:
Hallo guten Tag zusammen . Mein Name ist Chris und ich bin 30 Jahre alt. Mein Papa ist dieses Jahr an Krebs verstorben nach einem ...

Du hast viel mitgemacht!
Das ist nicht verwunderlich das es dich aus der Bahn geworfen hat.
Du hast dir fast schon deine Antwort selbst gegeben. Wenn du dich ablenkst hast du nichts.
Und da kann auch die Lösung sein. Sport !
Fordere dich, das lenkt ab UND bringt dir dein Vertrauen in deinen Körper wieder. Ein leistungsfähiger Körper kann ja nicht krank sein. Dann hättest du Probleme beim Sport.
Es gibt hier auch einen Thread dazu : bewegen gegen die Angst.
Schau doch mal da rein.

24.11.2021 19:42 • x 3 #11


Nein. Du bist nicht allein.

24.11.2021 20:33 • x 1 #12


fearhunter
Hey meine Lieben,

danke für eure Rückmeldungen!

Zitat:
mit existenziell meine ich, dass diese Themen als für die Existenz als relevant sehe. Jeder Mensch wird oder ist unmittelbar potenziell damit konfrontiert. Deswegen ist für mich die offene Auseinandersetzung damit unabdingbar, um sowas wie ein sinnvolles Leben zu führen.


OK - jetzt verstehe ich was Du damit meinst. Stimmt absolut - ich bin aber der Meinung, dass das auch ein Gewinn sein kann. Denn wär sich beispielsweise intensiv mit dem Tod auseinandergesetzt hat und ihn als unabdingbar akzeptieren kann, wird feststellen, dass sich dadurch kontraintuitiv mehr Ruhe als Stress einstellen wird.

@Chris: Das klingt stressig - dann schau jetzt gut auf Dich und es wird wieder besser. Es freut mich jedenfalls schon zu hören, dass es Dir mit den Beiträgen hier besser geht - Du bist gewiss nicht alleine mit diesem Thema - vor allem in der heutigen Zeit! Zudem ist es ok, wenn Du Dir manchmal Angst vor Krankheit machst, das hat jeder mal - lass das ganze nur nicht einreißen und übermächtig werden - das ist das Wichtigste!

Ich wünsche alles Gute!

Alles Liebe,
Martin

25.11.2021 12:53 • x 1 #13


Kreuzkoenig21
Guten Morgen zusammen . Ich nehm meinen Beitrag mal als Ventil weil mir gerade wieder schwummrig in der Birne ist und ich noch arbeiten muss.. Meine Arbeit als Koch macht mir echt Spaß und ich kann mir diese Attacke mal wieder echt nicht erklären. Mein Wochenende war super und ich hatte einfach mal kein Symptom das mich sonst so plagt. Ich hab in ruhe auf dem Sofa gelegen und Filme geschaut, mit den Katzen gekuschelt, war im Kino und essen. Also wirklich alles ohne viel Theater. Jetzt bin ich wieder in der Woche angekommen und dann ist mir wieder schwummrig, mich durchlöchern wieder Gedanken das ich doch krank sein könnte. Dann zittert das Bein irgendwie ganz leicht, man fühlt sich wackelig auf den Beinen und schon geht das Gedanken Karussell wieder los.
Mich nervt es nur noch.
Wie kommt man aus dem Mist wieder raus?!
Ich mein einen Termin beim Therapeuten zu bekommen dauert ja echt knapp nen Jahr und ich frag mich wie ich das bis dahin schaffen soll. Ich möchte wieder aufatmen.

Habt einen schönen Tag meine Lieben ️

29.11.2021 07:51 • x 2 #14


moo
Servus @Kreuzkoenig21 ,

Zitat von Kreuzkoenig21:
Wie kommt man aus dem Mist wieder raus?!
Ich mein einen Termin beim Therapeuten zu bekommen dauert ja echt knapp nen Jahr und ich frag mich wie ich das bis dahin schaffen soll. Ich möchte wieder aufatmen.


Erstmal - Ruhe bewahren. Es ist nichts passiert, Du fokussierst lediglich auf Symptome. Indem Du Dich auf die Suche nach einem Therapeuten begibst, kommst Du ins Handeln. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt für Deine Perspektive.

Wenn es Dir mit den schulmedizinischen Therapeuten bzgl. Termin zu langsam geht, was ja sehr wahrscheinlich ist, kannst Du z. B. während der Wartezeit in Deiner Umgebung einen Heilpraktiker für Psychotherapie kontaktieren. Die sind manchmal auch sehr gut und oft sehr emphatisch. Auch haben sie zumeist weniger Zeitdruck. Allerdings musst Du die Kosten selber tragen. Ich habe hier am Ort z. B. eine, bei der zwei Bekannte schon mal dort waren und die hatten nach nur jeweils 3 Terminen ihre Themen erledigt. Da ging es allerdings nicht um Hypochondrie sondern um Mobbing und Zukunftsängste.

Du kannst Dich auch selber durch die entsprechende Fachliteratur lesen, jedoch bitte ich Dich, achtzugeben, dass Du nicht Hypochondrie bzgl. einer Hypochondrie dabei entwickelst... .

Kurzfristig geht es erstmal darum, aus Deiner (gefühlten) Opferrolle raus und ins Tun zu kommen. Das ist schon mal gut und Du wirst dabei eine Entlastung spüren.

Mittelfristig geht es dann um die Verarbeitung Deines - ich glaube, man kann es in Deinem Fall so nennen - Traumas bzgl. dem Sterben und Tod Deines Vaters.

In diesem Zuge wirst Du auch die langfristigen Strategien für einen angemessenen Umgang mit den Unwägbarkeiten des Daseins entwickeln und idealerweise auch insgesamt daran und dadurch wachsen. Diese Arbeit sehe ich sowieso als wesentlich an und je früher man sich daran macht, umso besser. Natürlich kommen die meisten erst dann damit in Berührung, wenn es sie in irgendeiner Weise selber angeht - und das ist dann oft der Fall, wenn jemand aus der Familie oder dem sozialen Umfeld stirbt.

Also - bleibe nun einfach bei Deinem alten Leben, kümmere Dich um Deinen Job und sehe die Angst-Sache als ein Thema an, dessen Du Dich nun freiwillig annimmst, weil Du einen Sinn darin siehst - nicht notgedrungen. Das ist ein wichtiger Unterschied.

29.11.2021 09:37 • x 1 #15


Kreuzkoenig21
Ja ich setz mich wahrscheinlich immer zu sehr unter Druck. Ich meine das Wochenende hatte ich gar nichts und war total zufrieden und glücklich. Und schon ist man auf der Arbeit und hat ein wenig Stress den ich eigentlich ja ganz gut ab kann und schon versteife ich mich wieder auf alles. Den Schmerz auf den Kopf und glaube jetzt hab ich doch nen Tumor . Oder hab das Gefühl das meine Augen nach lassen obwohl der test sagt das ich über dem Durchschnitt bin mit den Augen. Es ist verrückt und zum bekloppt werden.

Wenn ich beim Sport 100kg weg drücke und es wirklich anstrengend ist und der Schweiß läuft wie blöd, traue ich meinem Körper ja auch.

Ich hab noch keinen Weg gefunden um das vollständig zu blockieren. Manchmal kann ich meine Gedanken weg lenken aber manchmal eben auch nicht und dann bekomm ich den Hammer direkt.

Das dauert dann immer 10-20 min wo es mir dreckig geht. Und das eigentlich eher unvorbereitet und ohne trigger. Und iwann mach ich etwas das Fokus braucht und dann isses weg.

Ich hab meinen Psychotherapeutentermin erst im Februar. Bis dahin muss ich leider wohl durchhalten.

29.11.2021 15:18 • x 2 #16


moo
Zitat von Kreuzkoenig21:
Ich hab noch keinen Weg gefunden um das vollständig zu blockieren.

Hier würde ich mal zur Abwechslung das Prinzip des Eisenweges (no pain, no gain) im Studio lassen. Es geht nicht um Wegdrücken oder Blockieren von Gedanken.

Zitat von Kreuzkoenig21:
Manchmal kann ich meine Gedanken weg lenken aber manchmal eben auch nicht und dann bekomm ich den Hammer direkt.


Es ist viel sinnvoller, genau DAS zu erkennen und leibhaftig zu untersuchen:
Zitat von Kreuzkoenig21:
Das dauert dann immer 10-20 min wo es mir dreckig geht. Und das eigentlich eher unvorbereitet und ohne trigger. Und iwann mach ich etwas das Fokus braucht und dann isses weg.

Es ist ebenso wenig weg wie es da war. Es geht um das Verständnis der Vergänglichkeit. Nicht nur der körperlichen (unser Körper und die unserer Eltern, Freunde etc.) sondern hier um die geistigen Phänomene (Sinneseindrücke, Gefühle, Wahrnehmung, Denken, Bewusstsein).
Lenke Deine Aufmerksamkeit also darauf und nicht auf die Inhalte. Dabei wirst Du feststellen, dass die Bewertungen deutlich leiser werden.

Im Klartext: Angst vor einem Tumor ist nur Angst vor einem Tumor. Dieser Geisteszustand ist vorhanden. 10 Minuten später: Keine Angst, alles in Ordnung.
Resumee: Das eine ist so, das andere so. Das eine ist weder schlecht noch ist das andere gut. Alles ist jetzt und einfach nur so.

29.11.2021 17:03 • x 2 #17

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fearhunter
Hey meine Lieben,

vielen Dank für eure Beiträge und entschuldigt die etwas verzögerte Rückmeldung.

Zitat:
Wenn ich beim Sport 100kg weg drücke und es wirklich anstrengend ist und der Schweiß läuft wie blöd, traue ich meinem Körper ja auch.


Also ich erkenne aus dieser Aussage, dass Du Deinem Körper ja grundsätzlich schon traust - also gesund bist. Weißt Du, hättest Du tatsächlich einen Tumor, dann gehst Du nicht mehr zum Spotz.
Ich gebe moo recht. Vielleicht Überstrapazierst Du Dich auch durch das Sport machen. Das ist bei Menschen in Deiner Situation gar nicht so selten. Dennoch rate ich Dir weiterhin Sport zu machen und zu versuchen hier einen gesunden Mittelweg einzuüben - das wird sich zwangsläufig auch auf andere Bereiche Deines Lebens übertragen.

Ich kann Dir das Angebot machen, dass Du zu mir in ein gratis Erstberatungsgespräch kommst, sollte es mit Deinem Therapeuten für Dich zu lange gehen. Da ich erst mit der Selbstständigkeit gestartet habe - habe ich noch Kapazitäten. Allerdings wäre das nur in eine Onlineberatung. Ich weiß nicht, ob Dir das genug ist. Aus meiner Sicht ist es nicht weniger wirksam, aber das ist selbstverständlich Dir überlassen.

Alles Liebe und wünsche Dir viel Kraft,
Martin

Vor 27 Minuten • #18



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