Hallo beside,
das tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. Wurde denn deine Histamintoleranz mal ärztlich begleitet, dir ein Fahrplan für die Lebensmitteltestung gegeben oder so?
Deine Diät klingt ja eher nach der anfänglichen Auslassphase. Wie lange ernährst du dich denn schon so? Normalerweise kommt dann eine Testphase, in welcher man verschiedene Lebensmittel probiert, und dann eine Dauerphase und da sollte dann definitiv mehr auf deinem Speiseplan stehen können. Lässt du die Vitamine und Mineralstoffe im Blut überprüfen? Ohne tierische Lebensmittel musst du vor allem B12 im Auge behalten. Aber auch alle anderen B-Vitamine, Folsäure, Calcium, Magnesium, Eisen sind wichtig. Wenn du nicht genug Vitamin B6 und Vitamin C hast, kann dein DAO-Enzym gar nicht mehr arbeiten. Dann baust du gar kein Histamin mehr ab, was natürlich schlecht ist. Und wenn du nur zu bestimmten Phasen rausgehen kannst, wie schaut es denn mit Vitamin D aus?
Wenn der Körper so empfindlich auf Histamin reagiert und/oder massig Histamin ausschüttet und es selbst nicht abbauen kann, dann stimmt zumeist irgendetwas im Körper nicht. Wahrscheinlich hast du das alles schon mehrfach überprüft, aber zur Sicherheit noch einmal:
- Dauerhafte Entzündung (z.B. Zähne, Nasennebenhöhlen, Mandeln, Abszesse, unbehandeltes Asthma, Chronisch entzündliche Darmerkrankung…) (bei mir waren es die Mandeln, ich hatte mit jeder Erkältung Angina, bis ich mich von den Dingern getrennt habe)
- Allergien (Du hast eine Allergie auf Frühblüher, wenn du von März bis Mai Antihistaminika einnimmst? Wann hattest du den letzten Allergietest? Eine Allergie auf ein Dauerallergen kann dein Histamin-Karma am Tag sehr verschlechtern. Die üblichen Verdächtigen sind hier Hauststaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare. Hier hilft natürlich hauptsächlich Allergenkarenz und eventuell eine Hyposensibilisierung. Hast du eine ursprüngliche Allergie auf bestimmte Lebensmittel? Oder Kontaktallergien?)
- Medikamente gecheckt, ob da was bei ist, das die Histaminausschüttung fördert, bzw. den Histaminabbau hemmt?
- der Klassiker: Stress. Chronischer Stress. Arbeit, Familie, Wohnumgebung? Mein Hauptstressfaktor war eine über Jahrzehnte verschleppte PTBS. Auch da kann man was machen. Mir hat eine Therapie sehr geholfen.
- Hast du mal Mastzellstabilisatoren probiert? Chromoglycinsäure? Das ist sehr gebräuchlich für Augen und Nase, das sind die Tropfen, die man sechs Wochen vor der Saison bereits nehmen soll. Das gibt es auch für den Verdauungstrakt, am besten als Pulver, das man auflöst, dann wirkt es schon auf der Mundschleimhaut. Das stabilisiert die Mastzellen, dass sie nicht so viel Histamin ausschütten. Sehr sanft. Wirkt nicht bei jedem. Muss über Wochen aufdosiert werden. Manche Ärzte können es sogar auf Kasse aufschreiben, obwohl es nicht verschreibungspflichtig ist. Ist leider teuer. Aber wo immer man Histamin einsparen kann, desto besser.
Vielleicht war ja noch etwas dabei, das dir hilft. Ich kenne ja schon einige, die Probleme mit Histamin haben, aber das die Raumtemperatur da so einen extremen Einfluss hat, habe ich noch von niemandem gehört. Nur bei einer extreme Kälte (Minusgrade) und bei einer anderen Hitze (über 30 Grad), aber keine von beiden kommt in einen bedrohlichen Zustand deswegen. Dein Zustand klingt sehr belastend.
Viele Grüße von einer Atopikerin, die mit zahlreichen Allergien, Asthma und Neurodermitis nach langjährigem Hin und Her, doch ein ganz entspanntes Leben führt. Histamin spielt natürlich immer eine Rolle, aber inzwischen reicht es, wenn ich komplett auf Alk. verzichte und nicht zu einer Mahlzeit ein halbes Kilo Sauerkraut mit Sojasauce, Parmesan und Salami auf einmal esse
