Zitat von Brownie26:Manchmal wünsch ich mir, ich wäre nochmal ein kleines Kind. Da hatte man noch keine Sorge und Ängste.
Man hat einfach gelebt und die Sachen zu genommen wie sie sind.
Hier findest du evtl. die Lösung für deine Erkrankung. Du schreibst, du wünscht dir, manchmal einfach nur Kind sein zu können.
Ein Kind ist abhängig von den Eltern (die stark und mächtig sind und für das Kind alles tun).
Vielleicht hast du angst, autonom, autark und selbstständig "draußen im Leben" für dich zu sorgen und für dich Verantwortung zu übernehmen?
Logisch, es ist nur eine Vermutung von mir. Ich kenne dich ja nicht. Aber ich kenne die Krankheit sehr genau. Und bei mir war es so, dass mein Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein massiv geschwächt war.
Diese Krankheit basiert darauf, dass man sich nichts mehr zutraut. Dass man klein ist und sich am Liebsten von jemand anderen abhängig machen will. Man kann noch nicht einmal alleine Bus fahren. Oder alleine Zuhause sein. Und man traut seinem Körper nichts mehr zu.
Bus fahren ist aber eine Sache, die man als Kind mal gelernt haben sollte und auf die man als Kind stolz sein sollte, dass man das jetzt nun alleine kann. Jedes Kind will das, was es jetzt endlich mal alleine gelernt hat, auch alleine weitermachen. Das stärkt das Selbstbewußtsein. Jedes Kind hat also das Interesse daran, endlich Stück für Stück von den Eltern unabhängiger zu werden.
Und genau diese als Kind erlernten Fähigkeiten sollen jetzt auf einmal vorbei sein. Als wenn man nun als Kind wieder in den Schoß der Eltern zurückkriechen möchte. Denn nur an deren Hand kann ich alleine Bus fahren.
Vielleicht sehnt man sich danach, einfach nur Kind zu sein, damit man für sich keine Verantwortung tragen braucht, sich dem Leben nicht stellen braucht, sondern alles wieder an jemanden abtreten kann, der stärker und mächtiger ist als man selbst. Die Eltern, die für alles eine Antwort haben, die immer genau wissen, was zu tun ist, die keine Angst vor irgendwas haben. Weil man sich selbst das alles nicht zutraut. Noch nicht mal zu atmen.
Denn ein Kind ist auch sehr körperbeobachtend. Es lernt seinen Körper in frühen Jahren ja erstmal kennen, seine Stimme z.B.. Und genau das macht man innerhalb dieser ERkrankung auch sekündlich.
Mein Arzt sagte damals zu mir: Es ist völlig normal, dass der Körper auch hier und da mal eine Regung zeigt, also es hier mal zwackt oder das Herz mal schneller schlägt, oder man merkt, dass der Darm sich bewegt oder mal der Kopf wehtut.
Das ist der Körper, sagte er, der muß sich doch den ganzen Tag bewegen, der lebt doch, und mal bekommt man das mehr und mal bekommt man das weniger mit, ganz nachdem, ob man den Focus darauf legt oder nicht. Ist man abgelenkt, merkt man gar nichts davon und alles geschieht automatisch.
Vielleicht wäre das insgesamt ein Gedankenkgang, der helfen kann?