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Hey,

Ich sitze hier gerade in der Klinik und komme nicht weiter. ich habe jeden Tag Panikattacken wegen meines Körpers. Kopfschmerzen und Herzrasen verursachen bei mir schlimmste Panikattacken und diese äußern sich auch durch komplette Konzentrationsstörung. die Ärzte geben mir Milnacipran. Bis jetzt geht der komplette Antrieb der AD's mit in die Panikattacken und dadurch geht es mir noch schlechter. Wird dies besser? Nehme das AD jetzt seit einer Woche. Manchmal fühle ich mich wie in einer Psychose (Albtraum) aus dem ich nicht mehr aufwachen kann. Leide seit Januar diesen Jahres extremst daran. Jeder Tag ist eine Qual. Ich bekomme zudem auch Zukunftsängste da ich so nicht mehr arbeiten kann, geschweige den mein Leben... eine schwere Depression ist mir ebenso diagnostiziert.

Lg

05.08.2021 19:35 • 05.08.2021 #1


7 Antworten ↓


Ich kenne das Gefühl der ununterbrochenen Zukunfts- und Verlustängsten, vollgepumpt mit Stresshormonen, unfähig gescheit zu schlafen, irgendwann kommt dann ein Punkt totaler Müdigkeit und Erschöpfung. Das Gefühl jeden Tag diese verrückten Zustände aushalten zu müssen usw. Es gab hier einen großen Wendepunkt für mich und zwar als ich so tief war, dass ich mich nicht mehr gegen die Vorstellung krank zu sein oder zu sterben gewehrt habe. Ich hatte den Tod quasi eingeladen, da ist der ganze Stresskreislauf eingebrochen und Symptome die ich monatelang hatte sind binnen eines Tages verschwunden. Insofern kann ich nur sagen, kämpf nicht gegen an und lass deine Ängste einfach zu

05.08.2021 20:36 • x 3 #2



Täglich schwere Panikattacken und schwere Depression

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LERNWILLE
Das was @MuMPiTz11 sagt ist der Schlüssel und kostet sehr viel Kraft.

Bist du wieder komplett gesund ? Wenn man das so als Nebenfrage stellen darf ?

05.08.2021 20:46 • x 1 #3


@MuMPiTz11 aber wie? Ich bekomme Panikattacken beim entspannen. Und wenn ich liegenbleibe und mich ergebe ist nach paar Minuten die Anspannung danach trotzdem wieder enorm hoch und es geht von vorne los. Ich frag mich einfach wie man sich im Kopf so klar werden soll.

05.08.2021 20:56 • x 1 #4


Zitat von 1RosaRot1:
@MuMPiTz11 aber wie? Ich bekomme Panikattacken beim entspannen. Und wenn ich liegenbleibe und mich ergebe ist nach paar Minuten die Anspannung danach ...

Genauso geht es mir auch..... Die Angst steigert sich über den ganzen Tag. Mittlerweile sag ich mir jedes Mal das es vorbei geht. Mein Geist will es jedoch nicht wahr haben und vermutet immer wieder neu Sachen. Ich versuche auch das Googeln zu lassen..... nur die Konzentration zu bewahren ist wirklich schwierig. Vor allem wenn man schon Morgens aufwacht und nur diese Angst da ist. Abends wird es meistens besser.... aber der Tag ist wirklich schlimm. Nur Pipamperon hilft mir bei schlimmen Attacken. Das soll aber auch keine Dauerlösung sein.... bin auch Suchtabhägig gewesen, weshalb man mir nichts stärker verschrieben will.... wusste nicht, dass alles mal so nach hinten los gehen wird. Würde niemals mehr zum jetzigen Zeitpunkt irgendwelche Dro. konsumieren. Zumindest keine Chemie weil dadurch die Angst und Panik schlimmer wird.

Ich bin gerade mal 24.... und dieser ganze Stress im Privatleben und auf Arbeit haben mich so zugerichtet...

05.08.2021 21:19 • #5


Es war bei mir ein Punkt an dem mir egal war ob ich schwer krank bin oder sterbe, weil ich, auch wenn ich wusste, dass ich mit hoher Sicherheit keine tödliche Krankheit habe, mein Leben in dieser Form nicht mehr lebenswert fand. Vorher war für mich immer alles halbwegs gut wenn ich sagen konnte naja, ich bin nicht schwer krank, es ist halt nur die Psyche. Für mich war dann irgendwann der Punkt erreicht wo ich dachte es ist schei. ob es eine schlimme Krankheit ist oder nicht, Leid ist Leid und an diesem Punkt habe ich die Vorstellung Krebs zu haben zugelassen. Ich dachte dann auch das sterben die Befreiung aus diesem Gefängnis sein könnte. Es gab dann geistige keine offenen Fragen oder Widerstände mehr, es gab nicht mehr wogegen ich hätte ankämpfen müssen, weil mir die schlussendliche Konsequenz zu sterben sehr erträglich schien. Schwer das zu beschreiben, war ein absoluter Tiefpunkt und ich hatte an diesem Punkt auch Suizidgedanken. Wenn man darüber nachdenkt sich umzubringen, wieso sollte es einen dann noch groß jucken ob man schwer krank ist oder was diese Symptome bedeuten, usw? Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob man das einfach so herbei führen kann...

Der Zustand vorher mit der massiven Panik die schier nicht auszuhalten war, war vorallem ein Zustand permanenten Nachdenkens. Es gab dann irgendwann einen Punkt wo ich sehr tiefgehend entschieden hatte, einfach nicht mehr zu denken. Das ist was das man trainieren kann. Man lässt die Gedanken einfach immer wieder abreißen, wie einen Faden, den man durschneidet. Man lernt immer wieder so schnell wie möglich bedingungslos den inneren Dialog (wie zB Was wenn es Krebs ist?, Was wenn es schlimmer wird?, Was wenn ich nie mehr gesund werde?, Was wenn ich kollabiere und ins Krankenhaus muss?) zu beenden. Einfach grundlos aufhören zu denken. Wenn einem das gelingt und es zur Gewohnheit wird kann man den nächsten Schritt machen und grundlos positiv Denken und Fühlen. Das alles kann aber Monate dauern und ganz ehrlich, ich habe auch meine Tage wo es mir nicht gelingt und wo ich Angst habe und traurig bin, nur eben sehr viel weniger als früher. Ich bin NICHT komplett gesund, ich habe immer noch Symptome, fühle mich regelmäßig schlecht aber im Vergleich zu vorher, wo ich jeden Tag Angst und Panik hatte, depressiv war, ständig über Selbstmord nachgedacht habe, ist mein Leben jetzt SEHR VIEL leichter. Ich habe eigentlich fast keine Angst mehr und wenn ich welche habe, sind sie recht schnell in den Griff zu kriegen. Was ich gerne mache wenn ich Angst habe, ist das Gefühl zu spüren, mich damit zu verbinden und reinzulachen, die Angst auszusprechen, mir gedanklich bewusst zu machen, dass es okay ist wenn das passiert und ich lasse dann grundlos von diesem Gefühl los und erfinde ein positives, manchmal braucht es mehrere Anläufe aber man wird im Laufe der Zeit immer besser darin.


Meditation hilft auch, setzt euch einfach nur hin und schließt die Augen, atmet und werdet zum Beobachter eurer Gedanken und Gefühle. Wenn ihr sie beobachten könnt, bedeutet das, dass ihr sie immer weniger seid. Ihr könnt dann den Unterschied erkennen zwischen euch und euren Gefühlen und Gedanken. Eckhard Tolle und die KRaft der Gegenwart erklärt das ganz gut.

Das alles sind Dinge die Wochen oder Monate dauern... und wie gesagt, ich bin auch noch nicht aus meinem Loch raus und es gibt Tage die mich viel Kraft kosten, aber im Vergleich zu früher 80-90% besser

05.08.2021 21:44 • x 1 #6


Ich denke Angst zu haben ist eine Entscheidung. Klar, niemand entscheidet sich ich will Angst haben, im Gegenteil. Aber es sind die Entscheidungen die man in der Vergangenheit getroffen hat, dass dieser oder jener Zustand schlimm ist und es sind diese Meinungen die man in sich trägt, die einem das Leben dann schwer machen, wenn man sich in einem entsprechenden Zustand wiederfindet. Man muss seine Meinung hier immer wieder ändern das, ist mir egal, macht mir nichts aus, usw... viele Male und am besten in den akuten Situationen, dann wenn es richtig schwer fällt, auch nur so zu denken und man die Worte nicht über die Lippe bringt, da wo der Widerstand am größten ist, sitzt die grötße Angst und da muss man immer wieder die neue Information reingeben...

05.08.2021 21:50 • x 1 #7


Zitat von 1RosaRot1:
@MuMPiTz11 aber wie? Ich bekomme Panikattacken beim entspannen. Und wenn ich liegenbleibe und mich ergebe ist nach paar Minuten die Anspannung danach trotzdem wieder enorm hoch und es geht von vorne los. Ich frag mich einfach wie man sich im Kopf so klar werden soll.


breathwork könnte dir sehr helfen Könntest dir mal das Buch Atem von James Nestor holen. Mir hat außerdem Clarity Breathwork enorm geholfen. Sina Birkholz auf Facebook macht das super und gibt Gruppensessions die nicht viel kosten. Das war total der Turbo für mich und hat meinen emotionalen Keller ausgeräumt... Wenn die Gefühlswelt sehr düster ist, sind die Gedanken kaum mehr in den Griff zu kriegen.. es ist da immer besser an den Gefühlen anzusetzen statt auf gedanklicher Ebene.. Emotionen sind VIEL stärker als Gedanken.

05.08.2021 22:05 • #8




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