Zitat von Gaulin: Seit meiner Therapie habe ich krasse Wut im Bauch, ständig. Jetzt weiß ich auch warum diese Traurigkeit, diese Ängste usw. Hilflosigkeit. Die Wut empfinde ich noch sehr stark, die ist noch recht neu und ich muss noch mehr lernen damit umzugehen. Ich raste nicht aus, verletze auch niemanden oder sonst was schadendes, Süchte habe ich auch keine (A Lk, Dr. Oder so). Aber innerlich könnte ich oft platzen vor Wut und weiß dann nicht wohin damit, meist heule ich dann..
In meinen Therapien kam es auch zu Erkenntnissen, die eine Wut erzeugten. Die Frage, die dann thematisiert wurde war, auf wen genau bin ich „nun“ wütend. Der Punkt dabei war, festzustellen wie relevant eine Wut auf Andere heute noch ist, wenn es tatsächlich schon so lange her war, dass mich bestimmte Menschen in der Vergangenheit wütend gemacht haben und ich damals diese Wut weder geäußert noch kanalisiert habe. Letztlich habe ich für mich persönlich festgestellt, dass ich eher wütend auf mich selbst bin, weil ich zur rechten Zeit (also als es einen tatsächlichen Grund gab) meine Wut nicht thematisiert hatte. Und das ich Fehler, die ich gemacht hatte und die sich eher zu meinem Nachteil auswirkten, nur gemacht habe, weil ich dachte, „Ihr wollt was von mir, nee, ich mach das Gegenteil von dem was Ihr wollt“ Klar, da war ich ein Kind oder Jugendlicher und heute weiß ich es besser. Der Punkt ist aber, und das sagte auch ein Therapeut zu mir, damals konnte ich nicht anders handeln, weil ich eben keine Alternativen kannte, mir auch keine damals schlüssige einfielen und mir auch Andere Menschen keine empfohlen haben, die ich hätte in Betracht ziehen können.
Nur all das „Damals“ ist nicht mehr änderbar. Die Wut darüber ist nicht mehr zielführend, ganz gleich wem sie gilt. Sie ist kein Stück zielführender, wie „Alten Zeiten nachtrauern“ denn ich lebe im Hier und Jetzt und muss mich dem stellen, was Hier und Jetzt wichtig ist.
Aus Wut zu weinen ist gut, wenn es gelingt damit die Wut auch mal loszuwerden. Manchmal gibt es auch keinen anderen „vernünftigen“ Weg, mit etwas abzuschließen, wenn etwas nicht (mehr) in der eigenen Macht liegt, es anders zu handhaben. Jemandem Wut, die er in mir erzeugt hat nachzutragen, kostet nur meine Kraft, nicht Dessen.