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ich arbeite in schichten und war bis anfang april 16 monate am stück in der nachtschicht.
seit dem ich wieder wechselschicht arbeite, plagen mich ab und zu komische dinge.

es fing an beim autofahren: leere im kopf, gedanken der kommenden ohnmacht kamen auf.

besuch beim arzt, blutwerte und schilddrüse etc. alles in ordnung.

dann gibt es widerrum tage, an denen nichts passiert, vor allem wenn ich den ganzen tag über beschäftigt bin, z.Bsp. den ganzen tag draussen bin und mich bewege. es ist noch nichts ernsthaftes passiert, also noch nie wirklich ohnmächtig gewesen. ich will es auch gar nicht.

ich bekomme PA´s fast ausschliesslich im ruhenden Zustand, z.Bsp beim längeren Sitzen, längeres Essen am Tisch.

Die Ärzte meinen es sind vegetative Störungen durch die wechselnde Schichtarbeit.

Der Verlauf ist ganz komisch:
ich konzentriere mich auf das gespräch am Tisch, werde plötzlich nervös, blutdruck und herzschlag bleiben normal, plötzliche leere und kribbeln im kopf. Fühlt sich an wie wenn das gehirn für eine sekunde aussetzt und nicht arbeitet. Nach spätestens 2 sekunden ist das kribbeln vorbei und der blutdruck und adrenalin steigt.

dann kommt der bewegungsdrang, ablenkung durch aufstehen oder sonstiges.

und ich habe das gefühl, dass es von PA zu PA schlimmer wird.

gibt es irgendwelche ratschläge dass man es gar nicht soweit erst kommen lassen kann?
ich denke ständig an die nächste PA und weiss nicht wie ich sie verhindern kann.

Vor allem die Sache im Gehirn lässt mich nicht ruhig... die ersten PA´s war es mehr ein kleines kribblen links und ein anderes mal mehr rechts. heute war es der komplette kopf.
ich habe auch das gefühl vergesslicher geworden zu sein als früher... ist das alles normal? ist jemand schon wirklich ohnmächtig geworden?

13.07.2012 23:45 • 16.07.2012 #1


9 Antworten ↓


Hallo timoadac,

so wie du deine PAs beschreibst, waren auch meine ersten. Sprich: meist aus der Ruhe heraus, Leeregefühl im Kopf etc. . Das Gefühl, dass es stärker wird stimmt sicherlich, aber wenn, dann hängt es einfach nur damit zusammen, dass sich da die sogenannte "Angst vor der Angst" meldet. Das bedeutet, dass du sobald du ein erstes Anzeichen einer PA oder auch nur leichte Nervösität merkst, dich weiter in das Gefühl hineinsteigerst. Die Angst vor der Angst wirkt so als Verstärker.
So. Nun mein Tipp. Du solltest nicht darauf warten, dass eine nächste PA kommt. Betrachte die PAs vielleicht mal als Bekannte, die du an Orten triffst, wo du sie nicht erwartet hast. Und wenn du dann kleine Symptome wahrnimmst, beispielsweise das Kribbeln oder die Nervösität, kannst du mit deiner Angst reden. Z.B. "Nanu, bist du es schon wieder Angst? Was machst du denn hier? Es freut mich, dass du an mich denkst und dich um mich kümmern willst, aber das hier ist gar kein Notfall. Ich komm auch allein zurecht."
Ich persönlich versuche auch manchmal, meine Angst, wie eine Feuerwehr oder den Rettungsdienst zu sehen. Falls du wirklich Hilfe brauchst, kommt sie und helfen dir. Sollten sie einmal kommen, ohne, dass du sie brauchst, wirst du sie ja auch wieder dankend wegschicken oder? Unsere Ängste kommen schließlich auch nur durch Fehleinschätzungen der Situation.

Und was das Kribbeln am Kopf betrifft, das kenne ich auch. Bei meinen ersten PAs hatte ich noch unglaubliche Angst davor, woher dieses Gefüh kommen könnte. Mit der Weile habe ich aber gelernt es einfach als eben zur PA dazugehörig zu betrachten. Sicher ist das immernoch kein angenehmes Gefühl, aber man kann lernen das super auszuhalten. Du kannst ja auch einfach mal darauf achten. Sicher kommt das Gefühl direkt von der Kopfhaut, denn die ist extrem empfindlich und mit einem sehr dichten Nervennetz versehen.
Und ich bin mir recht sicher, dass da nichts körperliches sein wird, z.B. am Gehirn oder so. Lass es doch einfach mal abchecken, so kannst du dir sicher sein, dass es nichts Ernstes ist.

Im Übrigen finde ich es auch nicht verwunderlich, wenn du mit Schichtarbeit nicht zurecht kommst. Ein Mensch, welcher in Schichtarbeit arbeitet, kann gar keinen Biorythmus mehr aufbauen. Kein Wunder, dass sich dein Inneres jetzt durch PAs meldet, um dir zu zeigen, dass das so nicht geht.
Vielleicht kannst du ja wieder in nur Tag- oder Nachtschicht wechseln? Wenn du zuvor auch keinen solchen Schichdienst hattest?

Lieben Gruß
Lôtta

14.07.2012 11:45 • #2



Mehrere komische Attacken und komischer Verlauf der PA

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Hi Lotta,

Also wenn ich den ganzen Tag über beschäftigt bin dann ist eigentlich nichts.
Wenn ich mit meiner Freundin mal den ganzen Tag nichts mache und nur im Bett liegen will oder stundenlang vorm pc sitze dann kommen ab und zu diese komischen Gefühle. Dann habe ich auch den Drang mich bewegen zu müssen.

Gestern war ich mit mit meiner Freundin in einem großen Einkaufszentrum weil sie shoppen wollte. Dieses Gefühl unter vielen Menschen ohne frische Luft war auf einmal ganz komisch. Hat bisher gut geklappt, komischerweise.

Wenn ich in meinem Auto als Beifahrer sitze wird mir ab und zu auch komisch und muss mich ablenken durch handy oder so.
Wenn ich allerdings in einem anderen Auto sitze ist es auch ab und zu schlimm aber nicht ganz so wie in meinem oder Wenn ich selber fahre.

Ich arbeite seit April wieder wechselschicht. Eine Woche früh und eine Woche spät.
Regelmäßige Arbeitszeiten wären denke ich mal besser für den Rhythmus.
16 Monate Nachtschicht haben mir erst gegen Ende aufs Gemüt gesetzt. Mein leben bestand nur aus arbeiten und schlafen.

Meinst du ich brauche einen Ausgleich für den Blutdruck? Mein Job ist Absolut nicht stressig und sonst bin ich eigentlich auch ein relativ fauler Mensch. Soll ich anfangen Rad zu fahren oder oft laufen dass der Kreislauf wieder Ausgleich hat?

14.07.2012 13:14 • #3


Hallo timoadac,

Sport ist sicherlich eine sinnvolle Idee. Es kann durchaus sein, dass der Bewegungsdrang daher kommt. Andererseits ists auch wichtig zu lernen sich richtig entspannen. Ich weiß nicht, wie gut du das kannst. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich weiß, dass nichts tun nicht mit Entspannung gleichzusetzen ist.
Wichtig wäre denke ich also eine Waage zwischen Sport und Entspannung zu finden.

14.07.2012 14:07 • #4


Ich habe auch schon probiert, vor allem gestern Abend am Tisch, mich auf das Gespräch zu konzentrieren. Es funktionierte auch relativ gut bis ich wieder die Gedanken hatte. Ich bin mittlerweile so weit dass ich es einfach zulasse. Verhindern kann ich sie nicht.

Im Einkaufszentrum hab ich zu mir mit verschlossenem Mund geredet :
"hallo. Du kannst mir nix tun. Du bist harmlos. Du willst mich doch eh nur verarschen. "

Ich bin im Nacken und Schulterbereich immer etwas verspannt. Vielleicht hilft ja die progressive muskelentspannung.

Und ab und zu Wache ich kurz nach dem Einschlafen wieder auf, öffne ein Auge und muss schauen wo ich mich befinde.

Ich weiß dass im Schlaf nichts passieren kann und aus medizinischer Sicht bei PA's kein Herzinfarkt oder Schlaganfall entstehen kann, da ich immer einen leicht niedrigen Blutdruck habe.

Und bei der PA an sich doch eigentlich auch nicht, weil sich durch Adrenalin der Körper sich in die höchste schutzstufe versetzt und sich auf Kampf und Flucht vorbereitet. Adrenalin erzeugt auch dann nach der komischen leere im Kopf immer einen hohen Blutdruck der aber nach 1 min wieder weg geht, weil nach der PA ja keine Gefahr mehr für den Körper besteht
Ist das richtig?

14.07.2012 16:58 • #5


Hallo Timoadac,

also im Schlaf wird dir sicher nichts passieren, genauso wenig wie im wachen Zustand. Du hast nämlcih Recht mit deinen obigen Ausführungen. Sicherlich gibt es vereinzelt Menschen mit Agoraphobie, die tatsächlich in gefähliche Situationen geraten können, auf Grund eines erhöhten Blutdruck etc., aber diese sind dann auch von vorherein, unabhängig der Angst, körperlich nicht ganz fit. Sofern du dich hast checken lassen, sollte dir definitiv bei einer PA nichts passieren. Mir selbst ist auch noh nie etwas passiert und ich hatte wirklich schon extrem schlimme PAs. Mich selbst plagt aber zum Glück die Angst davor, dass ich sterben könnte oder so nicht allzu stark, schätze mal, dass das ein starker Vorteil ist.

15.07.2012 15:11 • #6


Du kannst die Attacken nicht verhindern und das solltest du auch nicht versuchen. Damit machst du dir nur unnötigen Stress der eh ohne Erfolg ist. Die attacken können dir helfen zu den Ursachen deiner Ängste zu kommen und sind ein guter Wegweiser. Sperr dich nicht gegen sie, versuche sie einfach durch dich durch zu lassen und verkrampf dich nicht. Es ist wie mit Schmerzen, wenn du dich wehrst und dagegen ankämpfst, dann wird es nur schlimmer. Was machst du denn sonst gegen deine Ängste? Eine Therapie? Wenn ja welche?

15.07.2012 15:41 • #7


Also dagegen mach ich eigtl nichts. Ich versuche die Gedanken zu verdrängen.
Ich denke oft an die nächste pa. Weiß nur nicht wann sie kommt. Wenn ich will dass sie kommt dann kommt sie nicht. Gestern beim Autofahren war es wieder kurz davor. Aber nichts passiert.
Ich mache seit gestern muskelentspannung, ich glaube ich fühle mich
Etwas besser.
Was mir auch zunehmend schwerer fällt ist das konzentrieren

15.07.2012 16:57 • #8


Du solltest dir Hilfe holen und einen Therapeuten suchen. Eine angsterkrankung geht nicht von alleine wieder weg. Es gibt Ursachen warum du sie hast und oft ist dir nicht bewusst, wo die sind. Ist ja klar, weil die Ängste meist von verdrängten Dingen ausgelöst wird, die jetzt einfach zu viel werden. Ein Hilferuf der Seele und wenn du nicht hören willst und es ignorierst, wird es immer schlimmer. Kümmere dich um einen Therapieplatz und versuche die Attacken nicht aufzuhalten oder zu unterbinden. Ist absolut vergebene Liebesmüh.

15.07.2012 18:08 • #9


Da kann ich prinzessin nur zustimmen! VErsuche nicht dagegen zu kämpfen, denn es ist ein Kampf gegen dich selbst! Du solltest lernen mit den Ängsten umzugehen, sie zu verstehen, dann werden sie von ganz allein weniger häufig aufkommen und irgendwann eventuell auch ganz verschwinden. Dazu ist ein Therapeut wirklich eine Hilfe. Wichtig dabei wäre, dass du eine Verhaltenstherapie machst. Darin lernst du mit den Ängst umzugehen und meistens wird ebenfalls geguckt, wo die Ursachen sind.
Viel Erfolg!
LG Lôtta

16.07.2012 10:48 • #10



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Dr. Reinhard Pichler