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Bullwei

Bullwei
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1
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Sammelthema
Hallo liebe Leut´,
ich denke mir, daß viele von euch, wie auch ich, schon diverse Therapien gemacht haben.
Vor einiger Zeit hatte ich auch einmal eine Konfrontationstherapie gemacht und meine Ängste und PAs waren so gut wie weg.
Leider, wie das eben so ist, kamen die PAs und die Erwartungsangst durch erneutes Auftreten von Attacken wieder zurück.
Gut, der Anlaß, beim Auftreten war schon derb´, ich war gerade auf dem Weg von Russland zurück nach Hamburg, mit dem Auto, und stand gerade zwischen dem letzten russischen Posten und dem ersten polnischen Posten, wo durchkam, daß dieser Dussel von polnischen Präsidenten mit seinem blöden Flugzeug abgeschmiert ist.
Ihr könnt euch vorstellen, daß dann erstmal auf polnischer Seite nichts mehr lief. Da war erstmal stundenlange Trauerbeflaggung angesagt.
Ich konnte also nicht mehr zurück und nach vorne ging stundenlang auch nichts.
Da haben meine Nerven wieder ganz schön geflattert und die PAs schickten mir einen Gruß nach dem anderen.
Gut, man soll sich ja immer wieder nach einem Rückfall auf die alten helfenden Verhaltensmuster besinnen und sich dann wieder zurück kämpfen.
Auf keinen Fall sollte man das alte Verhaltensmuster wieder aufnehmen;
denn das macht Alles nur noch schlimmer und dann kommen auch wieder Depris und
man grübelt ständig, was wirklich nicht schön ist.
Bei meiner Konfron-Therapie habe ich die Übungen mit kleinen steigernden Schritten geübt, was eigentlich ganz gut half.
Jetzt habe ich aber auch gelesen, daß die beste Methode ist sich gleich der größten vorstellbaren Angstsituation auszusetzen und die dann folgenden PAs einfach auszusitzen, mit dem Ziel, daß diese dann nachlassen.
Soweit die Theorie, ach ja, glaubt mir, auch ich kenn die wirklich derben PAs, wo man nachher dann doch auch mal den Notarzt ruft. Ich habe auch schon Leute kennen gelernt, die sich wirklich nur unwohl fühlten und meinten sie hätten eine PA

Was haltet ihr denn davon sich gleich der derbsten Angstsituation auszusetzen

Meine Angst ist natürlich, sollte ich das mal versuchen und es haut nicht hin, was dann
wir kennen ja solche Gedanken, klapp´ ich zusammen, renn ich schreiend weg, oder sonst irgend sowas.
Wer von euch hat es schon einmal auf diesem derben Weg probiert und Erfahrungen damit gemacht
Ach ja, demnächst, in 2 Wochen muß ich wieder nach Russland, da ist zwar meine Frau dabei, aber irgendwie beruhigt mich das nicht
viele Grüße,
Bullwei

14.01.2020 #1


12 Antworten ↓

B
Hallo!

Ich glaube ja eh' nicht, dass es eine einheitliche Hilfe für alle Angstpatienten gibt. Jeder muss für sich selber herausfinden, was für ihn das Beste ist. Aber in Deinem Fall würde ich mich nicht gleich mit der größten Angst konfrontieren, sondern lieber versuchen langsam und möglichst kontrolliert erst die kleinen Sicherheiten wegzulassen und unspektakulärere Angstsituationen zu bewältigen. Und versuche Dich zwischendurch immer mal wieder bewußt zu entspannen. In zwei Wochen hast Du ja eh' wieder eine angstbesetzte Situation vor Dir. Also würde ich mich jetzt nicht noch zusätzlich mit heftigen Konfrontationsübungen stressen.

Alles Gute!

#2


A


Konfrontationstherapie

x 3


T
Hallo
Also wenn man die Kraft hat, die derben Konfrontationen durchzustehen, dann sage ich nur zu.
Ich für meinen Teil komme mit kleinen Schritten ans Ziel. Dadurch habe ich zwar immer mal wieder Angssymptome, aber seit Anfang Mai keine einzige Panikattacke mehr gehabt.
Heute will ich mal wieder das Einkaufen Proben. Hab mir einen Dro. ausgesucht und gehe da mal rein zum schauen wie es wird.
Gestern war ich in einem Schmuckgeschäft da hatte ich keine Probleme, gestern Abend bei einer Geburtstagsfeier, hab da erst mal ein bisschen Symptome gehabt, hab dann 2 Gläser Sekt getrunken und dann war ich ganz locker und habs gut ausgehalten, ist zwar keine Lösung aber es hat geholfen.
Man verkrampft sich halt automatisch, weil es könnte ja ne PA kommen.
Manchmal bin ich ganz verzweifelt, weil alles was vorher selbstverständlich war auf einmal nicht mehr geht, und da mach ich mir dann Gedanken warum das so ist.


LG Tatjana

#3


A
In der Literatur findet man ganz unterschiedliche Ansätze. Mal wird für eine langsame Steigerung, mal für die Konfrontation mit der größten Angst plädiert.
Ich finde, hier muss jeder für sich selbst den Weg finden, womit er am besten zurecht kommt.

Ich versuche ja nun auch schon eine ganze Weile immer wieder mit Konfrontation zu arbeiten. Habe auch mit den größten angstauslösenden Situationen begonnen. Bisher fehlt aber der wirkliche Durchbruch, dass ich sagen kann, "ja es funktioniert". Es tut sich nichts. Egal wie oft ich ins Kino, Restaurant, Kirche .... gehe.
Die Angst ist bisher immer geblieben!! Obwohl ich immer alles "ausgesessen" habe bzw. noch tue

Ein bischen geht es mir wie Tatjana. Ich frage mich auch warum es einfach nicht besser wird. Was ich vielleicht falsch mache?

Dir wünsche ich jedenfalls, das du den richtigen Weg für dich findest, wie auch immer er aussehen mag

#4


Bullwei
Ja, das ist nicht einfach, den richtigen Weg für sich selber zu finden.
Ich habe nun schon seit mehr als 20 Jahren Panikattacken und habe auch schon sehr viele durchgestanden, bin aber auch schon mal gescheitert (Notarzt rufen oder Krankenhaus aufsuchen). Eigentlich müßte ich ja wissen, das mir Nichts passiert, aber wenn diese blöden Panikattacken dann doch mal wieder aufkommen ist es als wenn ich Bretter vorm Kopf habe. Ich bin wie ausgewandelt und kann nicht mehr klar denken. Es kostet imense Überwindung sich nur auf das Wesentliche und die Umgebung zu konzentrieren und zu beobachten wie die Angst wieder abnimmt. Das kommt einem wirklich wie eine seelische Vergewaltigung vor und da soll man dann hinterher keine Angst mehr haben, daß es wieder kommt.
Ich möchte einmal einen Psychologen erleben, der selber Panikattacken hat, mal sehen was der dann sagt.
Zum Glück hatte ich auch schon ein paar Jahre zwischendurch, wo die Panikattacken eigentlich weg waren. Das baut natürlich auf und zeigt auch, daß die Angst wieder weg geht. Aber der Weg dahin ist für jeden individuell
Natürlich möchte auch ich diesen FEIND so schnell wie möglich wieder los werden und bin auch bereit dafür viel Mühe auf mich zu nehmen. Aber manchmal kommt es einem so vor, als wenn es überhaupt nicht weiter geht.
Manchmal beneide ich schon die Menschen, die so stupide und blöd daher leben, in den Tag hinein, sich keine Sorgen machen und sowas, was wir haben, niemals, nicht mal im Ansatz, begreifen könnten.
Immerhin wollen wir doch nur GESUND sein und mit weniger Sorgen leben können.
Zurzeit bin auch ich dabei wieder mit kleineren Schritten voran zu gehen, was auch immer kleine Schritte bedeutet. Ich gehe natürlich zur Arbeit, einkaufen usw., aber in 2 Wochen wieder mit dem Auto nach Russland zu fahren, das wird schon anstrengend.
Ich habe schon mehrmals in der Vergangenheit, seit 10 Jahren, immer wieder auf diesen Fahrten Panikattacken bekommen, habe aber mich auch immer wieder dazu durch gerungen wieder auf Tour zu gehen. Denn am schlimmsten ist es doch wenn man aufgibt und ich muß wirklich zugeben, wenn ich dann wieder die Tour geschafft habe bin ich auch ein wenig stolz und zeige den Krankenhäusern beim Vorbeifahren freudig den Mittelfinger .

Nunja, uns allen ein gutes Vorankommen und nur nicht aufgeben.
mfg,
Bullwei

#5


T
Hallo Bullwei

In einem anderen Forum ist eine Expertin die Psychotherapeutin ist, und die bekam auf einmal Panikattacken und konnte entsprechend nun ganz anderst auf die anderen eingehen und auch das Verständnis war anderst.

Mein Einkauf gestern war leider nicht so schön, obwohl ich mich trotzdem mit einem neuen Düftchen belohnt habe, ich hatte Schwindel, Herzrasen, und 3 Herzstolperer und bekam ganz weiche Beine. Ich bin immer für mein Leben gerne einkaufen gegangen zumal ich auch gelernte Kauffrau im Einzelhandel bin, und das ganze ich schon extrem vermisse, aber andererseits vor den Symptomen so ne Angst habe, daß ich es viel zu wenig probe, vor allem weil ich auch niemand habe der mit hingeht, bzw. sich anbietet.


Tatjana

#6


Neuromancer
Hallo,

ich bin auch gerade dabei meine PAs mit der Konfron zu zerstören und habe schon einige Interessante Sachen dazugelernt. Unteranderem die Tatsache, dass wenn du die Einstellung hast diese zuzulassen wenn sie denn kommen, dann kommen die PAs seltener und in abgeschwächter Form.

Versuch deinem Körper zu vertrauen, der Weiß was zu tun ist. Egal wie intensiv du diese negativen Gefühle in dir hervorrufst, es geht vorbei und du hast gewonnen!

Grüße

Neuromancer

#7


Q
Hallo,

also ich persönlich halte nichts davon, sich selbst herauszufordern über eine arge Angstsituation.

Einmal wird hier immer wieder erklärt, man soll in kleinen Schritten seine psych. Probleme angehen, dann kommen wieder solche (grundlegend gegensätzliche) Methoden auf.
Also was sich da jemand denkt.. Ich halte das nicht für sehr logisch und wissenschaftlich schon gar nicht.

Mal kurz zu meiner Meinung zum konkreten Problem:
Autofahren so einer langen Strecke ist eigentlich kein gutes Verhalten (rein gesundheitlich - Streß) aus meiner Sicht.
Wenn man schon solche Strecken bewältigen muß und man merkt man bekommt da Probleme muß man versuchen diese Fahrten sich erstmal etwas besser zu organisieren.
Das fängt beim Zeitplan an. Man sollte auch mehr Pausen machen (und in den Pausen dann etwas Entspannungstechniken machen oder paar Schritte zumindestens gehen - je mehr desto besser, können ja auch Liegestütze oder Kniebeugen sein - und wenn man einen Beifahrer hat, der vielleicht selbst fahren kann, sollte man auch wechseln, so das man auch mal etwas abspannen kann wenn man dann Beifahrer ist... usw.
Da läßt sich vielleicht noch mehr einfallen, wenn man mehr ins Detail geht und noch einiges verbessern. Man kann auch noch viel mehr machen in Vorbereitung auch auf solche Fahrten auch, nicht nur bei der Fahrt ansich.

Dies müßte dann dazu führen, das es dann besser klappen müßte. Es ist aber noch kein Garant für ausbleibende Probleme, weil PA's (psych. Probleme) aus einem schlechtem Gesamtverhalten sich erklären und nicht nur aus einer einzelnen langen Autofahrt mal heraus.

Also so sehe ich das zumindestens. Wenn man der Konfrontationstherapie da zusagt, müßte man ja eher noch längere Strecken oder diese Strecke dann mit noch mehr Zeitdruck versuchen oder so in der Richtung. Aber das könnte ich dann nicht verstehen, das dahinter die Lösung steckt.

VG

#8


jadi
also mein thera hatte früher auch PAs auf grund seiner krebserkrankung......danach entschloss er freier therapeut zuwerden.....und er macht das spitze...aber er macht es genau so ich muss mich immer erstmal noch mit seiner begleitung in angstmachenden situationen begeben....und später wenn ich dann bald soweit bin alleine........

#9


A
Hallo Bullwei,

Das kommt einem wirklich wie eine seelische Vergewaltigung vor und da soll man dann hinterher keine Angst mehr haben, daß es wieder kommt.

Manchmal beneide ich schon die Menschen, die so stupide und blöd daher leben, in den Tag hinein, sich keine Sorgen machen ......

Ach, das hätte ja glatt von mir stammen können. Auch ich beneide diese Menschen, zumindest in dieser Hinsicht

Und so m üssen wir jeder unser Päckchen nehmen und tragen, und versuchen, das Beste daraus zu machen.
Wie? Weiß ich auch noch nicht, aber einige haben es ja hier schon geschafft.

Ich wünsche uns allen weiter viel Mut und Kraft

#10


A

Konfrontationstraining macht es noch schlimmer

Guten Abend zusammen.
Ich leide vermutlich schon seit vielen Jahren an sozialen Ängsten, richtig realisiert habe ich das allerdings erst vor ein paar Monaten. Seitdem versuche ich gezielt daran zu arbeiten, habe mir ein tolles Selbsthilfebuch geholt und lese viel zu dem Thema.

Und in diesem Fall wird ja empfohlen, sich seinen Ängsten zu stellen um sie loszuwerden, aber ich habe langsam das Gefühl, dass das bei mir eher das Gegenteil bewirkt. Je mehr ich mich zu Interaktionen zwinge, desto unangenehmer ist es mir.

Bzw. mache ich teilweise abwechselnd Fort- und Rückschritt, so dass ich manchmal das Gefühl habe es wird besser, aber auf lange Sicht hat sich eigentlich nichts an meinen Ängsten geändert. Mein Selbsthilfebuch sagt dazu, dass ich mich entweder nicht oft genug meinen Ängsten aussetze oder dass ich dabei innerlich abschalte und das Gefühl gar nicht richtig wahrnehme und mich damit nicht wirklich stelle.

Kennt ihr das von euch auch und wie habt ihr eure Motivation behalten? Ich bin jetzt natürlich erst recht versucht, es zu lassen und sämtlichen Menschenkontakt einzuschränken

#11


Kimsy
Hallo Arlin, du hast schon den ersten richtigen Schritt gemacht in dem du dir einen Selbsthilfebuch zugelegt hast. Aber besser wäre noch, wenn du dir professionelle Hilfe holst. Je früher desto besser, bevor es chronisch wird. Kognitive Verhaltenstherapie soll bei Sozialer Phobie sehr wirksam sein.Also nicht aufgeben bitte....

#12


Insorge
Hallo Arlin,
ich denke, dass gerade bei Sozialen Phobien häufiger auch tatsächlich unangenehme soziale Erfahrungen gemacht wurden, also viel eher auch Dauerexpositionen stattfanden, demnach da oft was viel Realeres hinter steht, als bei einigen anderen Phobien (da steht auch was reales hinter, hat aber nicht immer mit der Phobie selbst zu tun). Ich denke, falls deine soziale Phobie also auf realen unangenehmen sozialen Erfahrungen beruht, muss die Konfrontation besonders behutsam sein und mit therapeutischer Unterstützung, mit der man unangenehme Erfahrungen/ Gefühle bei einer Konfrontation sofort besprechen kann.

#13


A


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Dr. Hans Morschitzky
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