App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

13

DauerVerspannt9

DauerVerspannt9
Mitglied

Beiträge:
7
Themen:
1
Danke erhalten:
3
Mitglied seit:
Und zwar leide ich wohl (kanns noch nicht richtig akzeptieren) unter Angststörungen und hatte auch schon ein paar panikattacken. Meistens ausgelöst durch brustschmerzen und ziehen, komisches gefühl in der brust usw. Ihr kennt es sicherlich.
Jedenfalls war ich 5 mal in der Notaufnahme und alles ist tip top.
Ich habe angefangen das zu akzeptieren. Jetzt seit ca 1 Woche wo ich eine sehr heftige panikattacke hatte, ist im kopf alles sehr komisch und schwer zu beschreiben. Vorweg, hab seit 8 wochen ziemliche nackenverspannungen. Diese kamen zum Vorschein als ich vor elf wochen canna und Alk. komplett abgesetzt habe. Da war ich auch schon komisch im kopf, aber erträglich und konnte trotzdem den Alltag bewältigen, trotz schwindel, Benommenheit und co. Seit es aber in der brust einmal zog geht es nur noch bergab. Komplett die ganze brust, Nacken plus Schultern und teils rücken sind komplett verspannt. Das ist im Moment aber nicht mal das Hauptproblem. Am meisten Angst machen mir momentan heftiger schwindel, ich denke immer ich sack gleich zusammen, und so ein komisches inneres aufschrecken als würde ich eine Stufe verfehlen und hinfallen. teils auch mehrmals und kommt sogar im liegen vor. Ist das die sogenannte Derealisierung ? Ich versuche es zu akzeptieren dass es so ist wie es ist. Es ist halt nur morgens sehr schlimm und bin grade dabei mein leben auf die Reihe zu bekommen da ich obdachlos bin und habe morgens momentan viele Termine. Ansonsten würde ich mich hinlegen und gut. Gestern war schwindel auf dem weg zum termin und Rückweg so schlimm, glaube das wirkte den ganzen tag nach.
Jedenfalls meine Frage, gibt es da irgendwelche Tipps? Außer geh zum Arzt? Da muss ich noch eventuell 2 wochen warten bis es geht, da mein Antrag beim jobcenter noch nicht durch ist.
Ich liege momentan auch viel auf dem Bauch, was mich sehr beruigt aber auf Kosten des Nacken geht, und viele dieser Symptome wieder triggert. Sozusagen Teufelskreis.

Danke vorab Wünsche euch allen viel Gesundheit

22.04.2026 #1


15 Antworten ↓

NeonPixie
Dieses "innere Aufschrecken als würdest du eine Stufe verfehlen" nennt man hypnagoge Myoklonien oder Angst-bedingte Startle-Reaktionen und die sind bei deinem Problem häufig. Das Nervensystem ist gerade dauerhaft im Alarmmodus, und das produziert genau diese Symptome. Der Alk. und Canna. hat das Nervensystem zusätzlich durcheinandergebracht. Das kann Wochen bis Monate nachwirken, auch ohne dass du "süchtig" warst.

Was du als Derealisierung beschreibst, klingt plausibel, ja. Schwindel + Benommenheit + das Gefühl, nicht ganz da zu sein sind klassisches Bild bei anhaltender Anspannung und Schlafmangel.

Das Morgentief bei Angststörungen ist physiologisch. Kortisol ist morgens am höchsten. Nicht sofort aufspringen. Kurz hinsetzen, orientieren, dann erst aufstehen.

Für den Schwindel unterwegs: Fokuspunkt fixieren, langsam durch die Nase atmen, Füße bewusst auf den Boden spüren. Klingt banal, wirkt aber, weil es dem Gehirn sagt, dass du nicht hinfällst.

x 2 #2


A


Komisch im Kopf

x 3


DauerVerspannt9
@NeonPixie bin ja auch tatsächlich noch nicht hingefallen. Ja dieses als wenn man eine Stufe verfehlt ist wirklich beängstigend. Danach wackelt auch erst mal alles im kopf. Wird das mit der Zeit besser ? Oder geht das nur mit Hilfe eines Therapeuten oder Medikamenten weg ? Medikamente will ich sowieso meiden so lange es geht.

Mich verwundert nur, mir ging es zwischen woche 2 und 7 deutlich besser. Erst als es in der brust angefangen hat zu ziehen wurde es immer schlimmer mit allem. Also kopf und Verspannungen in der brust. Hätte niemals gedacht, dass das alles noch elf Wochen nach entzug nachwirkt.

Der Rest, Benommenheit, nicht ganz da im kopf, da kann man einigermaßen mit klar kommen.

#3


NeonPixie
Dein Nervensystem war gerade dabei, sich zu stabilisieren, und dann kam ein neues körperliches Signal, das dein Gehirn sofort als Bedrohung eingestuft hat. Und ab dem Moment war der Alarmmodus wieder an. Das ist keine neue Erkrankung, sondern dieselbe Panikstörung, die sich einen neuen Aufhänger gesucht hat.

Das Brustziehen selbst kommt wahrscheinlich von den Verspannungen.

Ja, kann ohne Therapeut wieder weggehen. Aber es dauert länger und du musst sehr konsequent dran bleiben, das Nervensystem immer wieder runterzuregulieren, statt die Symptome zu beobachten und zu bewerten.

Elf Wochen nach Entzug sind nicht lang. Das Nervensystem braucht manchmal 6 Monate, bis es sich wirklich neu kalibriert hat.

x 1 #4


DauerVerspannt9
@NeonPixie ja du sagst es. War echt gut dabei, dass es bergauf geht. Ab dem brust ziehen kam auch mein Notaufnahmenanfall. Das wird auch nicht dazu beigetragen haben, dass es besser wird. Hatte mir dann auch ne neue Matratze geholt, die alte war sehr weich und durchgelegen, dadurch sind wahrscheinlich auch wieder neue Verspannungen dazu gekommen in der gewöhnungsphase. Naja, jetzt muss ich da durch ^^
Ich versuche mein bestes, aber nicht einfach alles an Symptomen immer einfach abzutun. Und immer wenn ich eine Sache akzeptiert habe, kommt was neues dazu. Dann zieht es krass im arm. Hab das auch dann akzeptiert, auf einmal ist meine atmung ständig mies und schrecke immer hoch und muss tief einatmen obwohl Sauerstoffgehalt gut sein soll etc. Man akzeptiert eines und das nächste kommt dazu. Hab auch den drang ständig am handgelenk den puls zu fühlen und zu rechnen. Vorher war es das blutdruckmessgerät. 😆 Mittlerweile checke ich den puls schon deutlich weniger, weil ich auch keine Lust mehr habe. Ich möchte endlich wieder leben. Hab vier wochen nicht mal mehr gezockt, obwohl das meine Leidenschaft ist. Täglich dreht sich alles um den Mist. Und ab abends wird es meist langsam ruhiger. Wenigstens schlafen konnte ich immer ganz ok, außer zwei Phasen wo ich in paar nächten mit herzrasen aufgewacht bin wegen komischen Träumen. Danke dir jedenfalls.
Woher kennst dich so gut aus ? Selber damit zu tun gehabt? LG

x 1 #5


NeonPixie
"eines akzeptiert, kommt das nächste" ist wie Panikstörung funktioniert. Das Gehirn sucht aktiv nach Bedrohung, weil es gelernt hat, dass Bedrohung kommt. Es nennt sich Hypervigilanz und der Körper liefert immer genug Material, wenn man aufmerksam genug sucht. Das Symptom ist austauschbar, der Mechanismus dahinter ist immer derselbe.

Abends wird man ruhiger, weil das Cortisol abfällt, das Nervensystem kommt runter. Morgens ist strukturell die schwerste Zeit.

Puls checken weniger werden ist ein Zeichen, dass es in die richtige Richtung geht.

Ich habe seit acht Jahren eine Panikstörung, seit Jahren aber fast immer so gut unter Kontrolle, dass es nahezu beschwerdefrei ist. Grundsätzlich bin ich neurodivergent mit ADHS und Autismus obendrauf. Mein Gehirn hört also fast niemals auf, zu analysieren. Irgendwann wird man dadurch unfreiwillig Expertin.

Wegen dem Autismus bin ich jetzt aber vielleicht nicht die Beste, dir gut zuzureden.

x 1 #6


Windy
Zitat von DauerVerspannt9:
paar panikattacken. Meistens ausgelöst durch brustschmerzen und ziehen, komisches gefühl in der brust usw.

Kommt vom Hyperventilieren, das dann in die Panikattacke führt und sich dort verstärkt.

Zitat von DauerVerspannt9:
Komplett die ganze brust, Nacken plus Schultern und teils rücken sind komplett verspannt. Das ist im Moment aber nicht mal das Hauptproblem. Am meisten Angst machen mir momentan heftiger schwindel, ich denke immer ich sack gleich zusammen, und so ein komisches inneres aufschrecken

Du atmest generell zu tief und viel ein. Dadurch hast du zuviel Sauerstoff im Blut, was all diese Symptome hervorruft. Wenn du deinen Kohlendioxidspiegel im Blut erhöhst, wird das aufhören. Dafür helfen Atemübungen, wo die Ausatmung länger ist als die Einatmung und die Atempause nach der Ausatmung verlängert wird.

x 1 #7


Windy
Zitat von NeonPixie:
Abends wird man ruhiger, weil das Cortisol abfällt, das Nervensystem kommt runter.

Das kann man mit Atemübungen und Erhöhung des Kohlendioxidspiegels im Blut jederzeit erreichen, braucht aber Übung, nachdem das System so lange auf Überaktivität programmiert wurde.

x 1 #8


Windy
@DauerVerspannt9

Er macht das finde ich richtig gut, mache seine Übungen selber und Pilates, wo auch die untere Rippenatmung trainiert wird.

https://www.youtube.com/@NicoLorenz1/videos

x 1 #9


DauerVerspannt9
@Windy danke ich werde mir das später mal anschauen. Hab schon öfter es mit Atemübungen probiert aber es macht es meist nur schlimmer

x 1 #10


DauerVerspannt9
Jetzt war es grade wieder so weit. Es hat nur zwei mal kurz in der brust gezogen und bin direkt wieder im Modus. Ich atme wieder komisch, schrecke die ganze Zeit hoch und die linke brust fühlt sich komisch an. Wollte grade mal ne stunde an der Konsole sitzen, die lust ist mir direkt vergangen. Kann es auch nicht steuern. Zieht es in der brust wird mir direkt ganz komisch. Schwer zu beschreiben

#11


NeonPixie
Wenn du Atemübungen machst und dabei auf deine Atmung fokussierst, beginnst du bewusst zu atmen, was sich sofort falsch anfühlt, weil der Körper das normalerweise automatisch macht. Das Gehirn interpretiert die erhöhte Aufmerksamkeit auf die Atmung sofort als Signal, dass etwas nicht stimmt.

Der Trick ist deshalb nicht mit Atemübungen anzufangen, wenn es gerade schlimm ist. Sondern in einem ruhigen Moment, z.B. abends, wenn das Cortisol eh schon unten ist. Einfach nur die Ausatmung verlängern. Nicht tief einatmen, sondern langsam und lang ausatmen. Der Rest passiert von alleine.

x 2 #12


DauerVerspannt9
@NeonPixie ich werde es beherzigen danke 👍

x 1 #13


Windy
Zitat von DauerVerspannt9:
Hab schon öfter es mit Atemübungen probiert aber es macht es meist nur schlimmer

Dann atmest du dabei zu tief und lange ein, reicherst dein Blut mit zuviel Sauerstoff an.

#14


Windy
Zitat von NeonPixie:
Der Trick ist deshalb nicht mit Atemübungen anzufangen, wenn es gerade schlimm ist. Sondern in einem ruhigen Moment, z.B. abends, wenn das Cortisol eh schon unten ist. Einfach nur die Ausatmung verlängern. Nicht tief einatmen, sondern langsam und lang ausatmen. Der Rest passiert von alleine.

Ja, sehr gut erklärt.

x 1 #15


DauerVerspannt9
@Windy ich atme nicht lange ein sondern achte nur auf lange ausatmen.

#16


A


x 4





Youtube Video

Dr. Christina Wiesemann
App im Playstore