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Schneewitchen

Schneewitchen
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Hallo zusammen,
ich war eine lange lange Zeit abwesend. Das lag daran, dass ich meine wundervolle Tochter zur Welt gebracht habe und mein Leben sich ab dem Moment schlagartig geändert hat. Es ging mir die letzten 1,5 Jahre wirklich gut. Durch meine Tochter bin ich psychisch komplett über mich hinaus gewachsen und meine Angststörung war kaum noch relevant für mich. Ich habe nach der Entbindung aber auch direkt mit Opipramol angefangen, wovon ich immer 200 mg genommen habe. Zusätzlich habe ich einen Therapie Platz gefunden und bin seit Mai 2025 dort in Therapie. Außerdem hatte ich eine Familien Hilfe und die Dame, die wöchentlich zu mir kam, war zufällig auch noch Yoga Lehrerin und Heilpraktikerin. Mit ihr habe ich ein ganzes Jahr lang zusammen gearbeitet und auch sie hat sehr viel zu meiner Besserung beigetragen. Es hat sich also wirklich sehr viel positiv in meinem Leben verändert. Arzt Besuch oder gar Krankenhaus Besuche gab es kaum noch bei mir. Außer, ich war wirklich total krank. Früher war die Notaufnahme mein 2. zuhause, weil ich jeden Tag der Meinung war, ich sterbe. Es ging wirklich alles bergauf. Natürlich war ich nicht ganz geheilt und hatte auch mal Angst behaftete Tage oder habe mich komplett im Bett verkrochen aber diese Tage waren selten.
Seit 2022 arbeite ich in einer Firma (ich bin im Homeoffice). Von Oktober 2023 an war ich aufgrund meiner Psyche damals im Krankenschein. Ende 2024 habe ich meine Tochter auf die Welt gebracht und war dementsprechend natürlich das erste Jahr ebenfalls komplett zuhause ohne zu arbeiten. Nun ist meine Tochter 1,5 Jahre alt und wird bereits betreut. Ich bin seit 2 Wochen wieder zurück in meinem Job. Morgen beginnt die 3. Woche. Ich arbeite täglich 6 Stunden und hatte keine Wiedereingliederung. Morgens habe ich eine halbe Stunde, in der ich meine Tochter zur Betreuung gebracht haben muss und pünktlich auf der Arbeit sein muss. Also sehr sehr stressig. Mittags habe ich ebenfalls nur eine halbe Stunde zwischen Feierabend und die Kleine abholen. Mein Partner arbeitet leider sehr viel und auch sehr lange, weswegen er es nicht schaffen würde, sie weg zu bringen oder abzuholen. Da er der Hauptverdiener ist und das meiste Geld nachhause bringt, wäre eine Stunden Reduzierung bei ihm nicht möglich, da wir noch einige Dinge abzubezahlen haben und dementsprechend Schulden haben. Nicht immens hohe aber trotzdem sind sie da. Ansonsten ist der Tag natürlich von sehr Trubel, Geschrei und schlaflosen Nächten begleitet. Das macht die Arbeit natürlich nicht sonderlich leichter. Seit ich wieder arbeite, geht bei mir alles von vorne los. Panische Angst, 24/7 der Gedanke an einen Schlaganfall. Panische Angst, umzukippen, keinerlei Vertrauen in den eigenen Körper. Einkaufen gehen ist eine Katastrophe und da ich im Homeoffice arbeite, komme ich kaum noch vor die Tür. Ich bin seit letztem Jahr regelmäßig alle 3 Wochen beim Sport gewesen. Seit der Arbeit war ich nicht mehr dort, weil ich nach der Arbeit fix und fertig bin und bis abends mit meiner Tochter alleine bin. Wenn mein Partner nachhause kommt, ist es dunkel draußen. Ich traue mich mit meiner Tochter aktuell nicht alleine nach draußen. Mittlerweile nehme ich nur noch 150 mg Opipramol, da ich sehr sehr sehr viel an Gewicht durch das Medikament zugenommen habe (was mich zusätzlich sehr stark belastet) und meine Therapeutin möchte, dass es so niedrig wie möglich runter dosiert wird. Gestern wollten wir shoppen gehen und ich habe in der umkleide so eine Panik bekommen, dass ich einfach nur noch raus bin. Ich bin also wieder in einem richtigen Loch der Angst gefangen. Es ist nicht möglich, dass ich die Stunden reduziere, weil es finanziell einfach nicht reichen würde. Ebenfalls kann ich kein Bürgergeld oder Ähnliches beantragen, weil mein Partner zu viel verdient. Schulden usw werden vom Amt ja nicht mit berechnet. Ich muss also irgendwie durch die Arbeit durch. Ich habe so Angst, dass jetzt alles wieder von vorne los geht. Ich fühle mich so aufgeschmissen wieder. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich in 3 Tagen meine Periode bekomme und ich PMS habe. Es ist vor meiner Periode also alles sowieso nochmal deutlich schlimmer. Ich habe solche Angst, jetzt wieder zurück zu fallen mit allem…

08.02.2026 x 1 #1


6 Antworten ↓


M
Hallo @Schneewitchen,

Zitat von Schneewitchen:
Das lag daran, dass ich meine wundervolle Tochter zur Welt gebracht habe und mein Leben sich ab dem Moment schlagartig geändert hat. Es ging mir die letzten 1,5 Jahre wirklich gut. Durch meine Tochter bin ich psychisch komplett über mich hinaus gewachsen und meine Angststörung war kaum noch relevant für mich.

Ich würde diese Tatsache etwas näher betrachten. Welcher Aspekt an der (neuen?) Mutterrolle führte wohl zur Besserung der Angststörung? Bedenke, dass sich nicht nur das Leben ändert sondern wir verändern auch unser Leben. Dieses "Über-Dich-Hinauswachsen" warst ja letzten Endes Du und nicht die Umstände.

Ich bin der Meinung, dass die sogenannten "Lebensumstände" und unser Erleben derselben sich gegenseitig beeinflussen und - im Falle von wesentlichen Veränderungen im Außen - innere Transformationen ermöglichen können. Und ich könnte mir vorstellen, dass dies hier bei der Geburt vollzogen wurde.

Darum würde ich mich darauf besinnen, eine Formulierung für diese "Befreiung" zu finden. Versuche zu verstehen, warum die Geburt seinerzeit aus Dir "einen anderen Menschen" machte. Oder: einen zeitweise "verdeckten" Menschen (wieder) zum Vorschein brachte.

Zitat von Schneewitchen:
Ich bin seit 2 Wochen wieder zurück in meinem Job. Morgen beginnt die 3. Woche. Ich arbeite täglich 6 Stunden und hatte keine Wiedereingliederung.

Zitat von Schneewitchen:
Ansonsten ist der Tag natürlich von sehr Trubel, Geschrei und schlaflosen Nächten begleitet.

Zitat von Schneewitchen:
Es ist nicht möglich, dass ich die Stunden reduziere, weil es finanziell einfach nicht reichen würde.

Auch die jetzige Situation ist eine wesentliche Veränderung. Und auch hier würde ich mich fragen, weshalb genau die Ängste zurückkehren. Was hat sich an Deinem Erleben verändert?

Ich könnte mir vorstellen, dass Du Dich lediglich nicht (mehr) als Herr der Lage erlebst. Und nach der Geburt gab es - zumindest temporär - nur noch Dich und Deine Tochter. Das war a) überschaubar (wenngleich auch anstrengend), b) erfüllend und c) weitgehend unter (Deiner) Kontrolle.

Diese drei Aspekte sind eigentlich sehr weitgehend das, was man gemeinhin unter einem Sinn-vollen Leben, also unter Lebenssinn versteht.

Kann es sein, dass es aktuell daran hapert?

x 2 #2


A


Geht jetzt alles wieder von vorne los?

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N
Hallo, ich sehe hier zwei Auslöser. Erstens der Job und zweitens die Reduktion des Medikaments.
Als du noch zu Hause warst, deine Rituale hattest, warst du stabil. Jetzt kippt es wieder. Vielleicht ist es die Umstellung und du fängst dich schnell wieder, wenn nicht, musst du an den äußeren Umständen (Job) was ändern.

LG Nicky

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Abendschein
Du bist viel zu Früh wieder arbeiten gegangen, das hört sich alles nach Streß an.
Damit ist keinem geholfen. Das alles hälst Du nicht lange durch. Ich weiß wovon ich rede.

x 2 #4


Schneewitchen
Zitat von moo:
Hallo @Schneewitchen, Ich würde diese Tatsache etwas näher betrachten. Welcher Aspekt an der (neuen?) Mutterrolle führte wohl zur Besserung der ...

Ich danke dir für diese Sichtweise. So sehe ich es auch. Es war alles unter meiner Kontrolle, es waren strukturierte Tagesabläufe, es war nur ich und die Kleine. Ich bin ein großer Kontroll Freak und hasse es, die Kontrolle abzugeben oder drastische Veränderungen im Leben zu haben. Das bedeutet für mich direkt Kontrollverlust und das wiederum bedeutet für mich bzw für meinen Kopf Gefahr. Ich danke dir für deine Worte und werde definitiv nochmals über deine Worte nachdenken! 🙂

x 1 #5


Schneewitchen
@Nicky78 Ja, dass denke ich leider auch. Vielleicht hätte ich nicht kurz vor Job Beginn die Medikamente runter dosieren sollen und sollte vielleicht doch noch mal drüber nachdenken, wenigstens für den Anfang noch mal auf 200mg hoch zu gehen.

x 1 #6


Schneewitchen
@Abendschein Das befürchte ich leider auch…

#7





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