Hey ihr Lieben,
Ich brauche gerade ein bisschen Rat und Trost. Ich kämpfe seit 3 Jahren mit Ängsten (seit dem Abi), bin Studentin, 21 und schreibe momentan an meiner Bachelorarbeit.
Seit dem ersten Semester plagen mich furchtbare Ängste gegenüber dem Erwachsen werden. Ich hatte mich dann total auf das Thema "Auszug aus Elternhaus" versteift und mich jeden Tag mit dem Gedanken gequält, dass ich den Auszug nie schaffe, und damit auch nie für einen Job wegziehen kann und dann unter der Brücke lande, die Kontrolle über mein Leben verliere etc. Typische Angstspirale eben!
Ich habe mir irgendwie total angewöhnt, mich wie ein hilfloses Kind zu fühlen, weil mir diese Erwachsenenwelt so groß und kalt vorkommt. Als Schülerin habe ich immer noch hoffnungsvoll in die Zukunft geblickt, und habe mich stark und selbstbewusst gefühlt, und mich über viele Dinge gefreut! Davon ist jetzt nichts mehr übrig.
Ich habe Angst vor dem Master, Angst vor der Berufswelt, Angst vor dem "da draußen".
Das hat bei mir irgendwie dazu geführt, dass mir sämtliche Aktionen nach "da draußen" extrem wiederstreben. Dazu gehören eben auch Unternehmungen mit Freunden, Reisen (ich kann nicht mal mehr meine Oma ohne Panik besuchen, was mir extrem wehtut). Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, warum ich vor solchen Dingen Angst habe - was genau diesen Widerstand in mir auslöst. Es ist eben dieses sich hilflos fühlen in einer Welt, in der man funktionieren muss, es aber womöglich nicht kann. Das Verlassen der sicheren Kindheit.
Ich habe Angst, negative Gefühle zuzulassen, weil sich mich angreifbar machen. Angreifbar in einer Welt, in der man als Erwachsener funktionieren sollte. In der Erwartungen an einen gestellt werden.
Jede Anforderung an mich, sehe ich als existentielle Bedrohung. Z.B. bin ich bei Laborpraktikas in der Uni im vorraus immer ganz starr vor Angst. Ich verkrampfe, weil ich meine Nervosität nicht rauslassen will. Ich habe Angst, dass sie mich überrollt und ich dann nicht mehr funktioniere weil ich hyperventiliere oder durchdrehe und mich nicht beruhigen kann. Und mir niemand helfen kann.
Dieser ständige Balanceakt, bloß nicht zu viel Angst zuzulassen, damit sie mich nicht hilflos macht, ist brutal anstrengend. Ich kann einfach nicht mehr. Ich würde so gerne mal wieder zu meiner Oma, ohne Angst vor der Angst zu haben, und meine Oma durch eventuelle Panik zu überfordern oder garnichtmehr heim zu kommen (Züge. Eigentlich keine Problem, aber ich übertrage Angst leider gerne auf Alltagsdinge).
Diese Panik vor der "harten, umbarmherzigen" Außenwelt macht mir mein ganzes Leben kaputt.
Dabei bin ich mir eigentlich garnicht sicher, ob ich mein Kernproblem überhaupt schon gefunden habe. Ich befürchte, mein Therapeut ist langsam auch etwas ratlos.
Ich lass das jetzt einfach mal so stehen. Vielleicht fällt euch zu dem Thema ja was ein.
PS: Eigentlich ging es mir in den letzten Wochen sehr viel besser. Jetzt kämpfe ich grad mit meinen Zyklushormonen und heule seit 2 Tagen durch. Womöglich sind auch meine Hormone Aulsöser für meine momentane Verzweiflung.
