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Yorai
Hi ihr!

Hab seit Jahren Panikattacken gehabt und war ca. 2 Jahre gezielt in Behandlung und zu Neujahr sollte mein "Abschlusstest" eine Fahrt von Wuppertal nach Berlin sein, da dort ein Freund wohnt, der Bescheid wusste.
Ich war Wochen, Monate vorher unheimlich nervös mit all den üblichen Begleiterscheinungen.
Was einem da die Psyche dann in Träumen und Ängsten um die Ohren haut, ist echt gewaltig.
Aber mir hat es unheimlich geholfen mir den Besuch positiv/optimistisch vorzustellen und ich hab einfach stur weiter dran geglaubt und all meine Kräfte gesammelt.
Ich muss aufs Geld achten, also hab ich mir auf der Mitfahrgelegenheit-Seite einen Fahrer gesucht.
Neben den üblichen Freuden (und 300g Schokolade!) hab ich noch Promethazin-Tropfen bekommen und mich reichlich damit abgeschossen (sonst wär ich garnicht erst aus dem Haus gekommen).

Da stand ich dann morgens um 6h im Regen und war am bibbern und fast am explodieren und dieser A*** is dann einfach nich gekommen. (Falls du das hier liest, brenne in der Hölle!)
Ich bin nach Hause gerannt, ach was gerast!
Mit viel gut Zugerede hab ich nach einigen Stunden einen 2ten Versuch gestartet! (ich war so stolz auf mich)
Wieder zum Bahnhof, wieder Panikattacken und die beklopptesten Gedanken und wieder kam der Fahrer nicht, auch diesmal war das Handy ausgeschaltet.
Ich "flog" quasi wieder nach Hause und hab mich erstmal in ne Badewanne gepackt und geheult (ja ich bin ein Mann, aber bei mir is das irgendwie so drin und ich kanns nich ändern).

Abends hab ich mich in skype getraut/bin ans Handy rangegangen und wurd da super lieb betüddelt und ich solls doch nochmal versuchen und das tat ich am nächsten Morgen! Und der Fahrer kam! (ich dachte mir nur: so ein Mist, jetz musst du das auch durchziehen).
Zu 5t eingepfercht in einer graulila Nuss-Schale neben einer jungen Frau, die wohl zuvor was mit Zwiebeln gegessen hatte, verbrachte ich teilweise völlig weggetreten die nächsten 5 Stunden Fahrt.
Dabei hab ich den Insassen erzählt, ich hätte Dro. genommen und wäre deshalb so komisch drauf... keine Ahnung was mich da geritten hat.
Irgendwann kamen wir in Berlin an und es wurde einer der schönsten Abende meines Lebens!
Doch am nächsten Morgen gings los.
Hatte ne 20 Minuten Panikattacke und hab echt gedacht ich sterbe da jetzt und kann nichts dagegen tun.
So heftig wars schon Jahre nicht mehr gewesen.
Wir haben noch so einen Fahrer gesucht und telefoniert für mich, dass ich schnell zurück komme (bin da fast durchgedreht). Es gab aber nix.
Da hab ich meine Taschen geschnappt und bin zum Bahnhof und hab mir ein Zugticket für 115 euro gekauft (das ist ne Menge Geld für mich) nur um schnell wegzukommen.
Die Rückfahrt hat alles andere was ich bisher so erlebt hab in den Schatten gestellt.
Ich war 4 Stunden lang am heulen, anfang wars mir peinlich und ich hab mich weggedreht, aber irgendwann war das alles egal und ich saß da nurnoch mit angewinkelten Beinen und hab gehofft, dass der verdammte Zug schneller fahren sollte (der bekam dann nen Technikschaden und konnte nurnoch 180km/h max fahren).
Ich bin ausgerastet, hab die Leute angeschrien, mir Suizidpläne durchdacht und den Abschiedsbrief angefangen, mein Gesicht und die Arme zerkratzt und fuhr einen Film nach dem nächsten. Das hatte ich so noch nie!
Dann bin ich irgendwann an meiner Wohnungstür angekommen und bin seither nicht mehr raus gegangen und ich habs auch nicht mehr vor...

Einerseits hab ich den Test "Berlin und zurück" quasi bestanden (Teilerfolg) aber im Nachhinein bereuhe ich das unheimlich. Das war dermaßen über die Grenzen von meinem Geist und meiner Seele.
Was konnte das bitte gewesen sein (Promethazin-Nebenwirkung?) und wie bekomme ich mich wieder hin?
Mein Therapeut hat natürlich Jahreswechselurlaub und mein Betreuer auch.
Allein hab ich mich nicht zum Tannenhof (Psychartrie) getraut.
Ich komme seither nicht mehr wirklich runter, egal was für Pillen ich nehme.
Es schwankt immer wieder zwischen ner Heul/Verzweiflungsphase, totaler Katatonie, dann einer Zeit nur im Kopf (Ich sprech dann mit mir selber und erzähle mir was - irgendwie schlecht zu beschreiben) und einigen Ess-/Schlaf"pausen".
Mein Betreuer kommt am Dienstag aus dem Urlaub und ich versuch bis dahin durchzuhalten, aber das wird mit der Zeit immer schwieriger, nicht besser.
Außerdem schäme ich mich wegen der Rückfahrt und meiner zerkratzten Haut und hoffe, dass das schnell abheilt, sonst würde ich warten müssen.
Ich will nicht sterben oder tot sein.
Aber mittlerweile kommt mir das als Alternative zu einem Leben (90% der letzten 20 Jahre) in Leid, Schmerz und Angst sehr verlockend vor.
Meine Körper-/geistige und seelische Kraft ist einfach aufgebraucht und ich weiß nicht so recht was jetzt in den nächsten Tagen passieren wird.
Ich denke nich, dass ich diesmal meinen Suizid versuchen werde, aber die Gedanken kreisen schon um sonst nichts mehr.
Leider finde ich einfach keine Gründe noch weiterzukämpfen. In der letzten Zeit gehen mir einfach die Gründe aus...
Keine Familie, bester Freund tot, chronisch physisch und psychisch krank (ersteres ohne Hoffnung auf Besserung).
Keine Beziehung; Irgendwie empfinde ich da eh wenig. Geliebt hab ich glaub ich noch Niemanden (Familie oder Partner). Aufgewachsen ohne das zu lernen oder Jemandem vollständig vertrauen zu können, sitz ich hier wieder mal in meinem sprichwörtlichen Brunnenschacht und weiß nicht mehr ob noch irgendwas wichtig für mich ist.
Mal sehen was die Zeit bringt...
Die Kernessenz ist wohl, dass ich in Berlin erleben musste, wie viel Glück anderen zuteil wurde.
Der oben genannte Freund ist eines dieser Goldenen Kinder.
Er ist gesund, schön und hat einen super Charakter.
Liebende Familie, nahestehend und ein Gefühl der Geborgenheit vermittelnd,
stabile Beziehung, bester Freund vorhanden, hat sein persönliches Talent erkannt und richtet sein Leben darauf aus und er hat im Prinzip in seiner Freizeit nur Freunde und Spaß und Sex und kA.9
Ich bin nicht böse-neidisch (du hast aber ne tolle Banane, her damit!)
sondern eher gut-neidisch (du hast aber ne tolle Banane, ich hol mir auch eine).
Aber wer so ein Leben wie ich geführt hat, Jahrzehnte Schmerzen, Depressionen und Angst, der wüsste hier glaub ich auch nicht mehr weiter.
Ich frage mich halt ob es noch lohnt weiterzukämpfen. Ich werde dieses Jahr 30 und das einzige Talent von mir ist 20 jahre in einem Schwimmbad voller schei. oben zu schwimmen.
Was Liebe und Vertrauen wirklich heißt, werd ich eh kaum erleben oder mir selbst kaputt machen.

Aber ich glaub ich habe ein Recht auf meine Eifersucht, gleichzeitig versucht ein anderer Teil von mir, mich an etwas Gutes zu erinnern.
Mein Therapeut hat mich mal gefragt, was meine letzte tolle, freudige Erinnerung war - ich konnte ihm keine nennen.

Berlin war einen Abend lang wunderschön, daran werd ich mich vielleicht erinnern (bin so ein Verdränger, da wird offt die komplette Erfahrung zugeklebt)
Hat sich das gelohnt? Ich glaube nicht.


So Roman zuende von der Seele geschrieben (geht grad besser) - Vielleicht fällt euch ja was hilfreiches ein.
Im Moment überlege ich nur, ob ein kurzer Psychartrieaufenthalt Sinn macht, da ich am 22sten zur Reha fahren soll, oder ob ich die Reha ganz sein lasse und wirklich mal richtig in eine psychartrische Klinik gehe (nicht immer nur für ne Nacht).
Ich hoffe einfach, dass es schnell Dienstag wird.

06.01.2013 01:11 • 11.04.2013 #1


18 Antworten ↓


Hi,
also ich bin ein Mensch, der sehr offen seine Meinung sagt. Ich schreibe jetzt mal das, was mir im ersten Moment dazu einfiel: Den Therapeuten, der dir das geraten hat, sollte man in einen Zug ohne Rückfahrtschein ins St. Nimmerleinsland setzen!
Wo leben wir eigentlich? Dass Leuten ein Medikament in die Hand gedrückt wird und sie dann geraten bekommen, sie sollen sich mit wildfremden Leuten auf Tour machen?
Das hat ja scheinbar einen Rückschlag bei dir ausgelöst. Ich würde mal überdenken, ob ich diese beknackten Therapeuten noch mal aufsuchen würde! Vielleicht suchst du dir lieber anderweitig Hilfe.
Ich würde den Teufel tun und auf sowas hören! Da bewege ich mich lieber in DEM Radius, in dem ich mich halbwegs gut fühle. Ich müsste das weder MIR, noch irgendeinem Therapeuten beweisen. Da sch... ich doch drauf. Dann fahre ich eben KEINE hunderte Kilometer mit dem Zug. Na und? Kann ich gut und gerne mit leben.
Ich halte von diesen "nehmen Sie mal ein Medikament und setzen sich der Situation aus"-Therapien rein gar nix. Dass diese Medikamente auch nix bringen, hört man ja dann immer wieder!
Mir hat auch ein Arzt mal ein Rezept für so ein Zeugs ausgestellt. Von mir aus kann er sich das in den Allerwertesten stecken!
Jawohl! Und nun denk nicht mehr an dieses Erlebnis. Sei froh, dass du es überstanden hast. Und vielleicht schaust du dich mal nach einer anderen Alternative um.
Hier sind auch viele Leute, die dich unterstützen. Ganz bestimmt. Hier sind viele Leute, die schon ganz Unten waren und denen es heute auch wieder besser geht. Gib nicht auf.

06.01.2013 11:51 • #2



Einmal Berlin und die Folgen

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Kennst du den AusSpruch: "Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst...."
Ich finde nur dann sollte man sich auf so eine Reise begeben...alles andere führt mehr oder weniger zu solchen Dingen wie du sie beschrieben hast. Mein Gott, was sollen solche Gewalt-Therapien eigentlich...ich verstehe es nicht, ich verstehe die Therapeuten nicht.
Entweder hast du einen Umgang mit dir gefunden/erlernt...hast gelernt in Stressistuationen deinen Körper, deine Empfindungen wahrzunehmen etc.; deinen Körper zu spüren, dich zu spüren...und wahrzunmehem was bei dir los ist und kannst damit umgehen...und hast deshalb jetzt Lust auf so eine Reise...oder aber nicht. Dann wirst du es durch so eine Reise schon garnicht lernen.

Ich kann karlakolummnas Beitrag sehr gut verstehen und sehe es ähnlich.

Du bräuchtets mal jemanden, der in aller Ruhe schaut, was du denkst und fühlst....was zu allererst ganz genau in deinem KOPF vor sich geht. Und dieser jemand sollte nicht locker lassen das solange hinzuschauen, bis du und er wissen was los ist, was das Problem ist ...und dann schauen...wie man diesen Gedanken und Befürchtungen begegnen kann...einieges erkennt man dann selber, manches ergibt sich dann..... Alles andere ist für mich fürn A.....Diese HauruckTherapien habe ich noch nie verstanden, weil die meisten Menschen nämlich nicht nur Angst spüren, sondern ein immenses Gedankenpaket diesbezüglich mit sich rumtragen...und dieses Gedankenpaket wird schlimmer, wenn man DAMIT nicht zuerst den UMGANG lernt - hinschaut, sich bewusst macht was man denkt...was genau die Befürchtungen sind etc.... Und dann kann man sich den Gefühlen widmen und den Umgang damit lernen!! Das ist für mich wirkliche psychologische Arbeit...ich finde, diese wird den meisten Menschen in Therapiene regelrecht verweigert/vorenthalten (ja, mich ärgert das, weil ich selbts lange betroffen war!)...So denke ich.

Für mich ist das so logisch, das ich nicht verstehen kann, dass es scheinbar nicht gängige Praxis ist!!


Ich wünsche dir, dass du in deinem Leben mal einen Therapeuten oder Menschen treffen wirst, der das mal halbwegs verstanden hat...und der mal wirklich mit dir arbeitet, dich zu dir bringt, dir einen Umgang mit dir ganz persönlich...so wie du tickst und bist...lehrt - denn nur darum kann es gehen!

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute! Und derweil die Ruhe und die Kraft dich auch mal vor allem und jeglichen therapeutischen Rat zu schützen und dich einfach nur mal wieder zu erholen...in deiner Wohnung, in deiner Badewanne, am PC am TV, in deinem Bett....tue dir gutes, so wie du es kannst und magst. Man muss auch nichts tun, kann es sich einfach mal gepflegt schlecht gehen lassen, ohne etwas zu tun.

P.S.Ich weiß mittlerweile für mich: Wenn mein Kopf und mein Körper auf eine gewisse Art anspringen...dann kann ich das was ich vorhatte getrost lassen, denn dann wird es über kurz oder lang dermaßen über meine Kräfte gehen...es zeigt mir, das ich da noch was lernen muss und ich etwas im Moment einfach nicht kann. Das mir selber zu gestatten und mich da ernst zu nehmen, hat lange gedauert. Aber was soll ich den ernst nehmen, wenn nicht mich selbst und meinen Stress?!?!?!

06.01.2013 13:14 • #3


Yorai
Wir hatten halt gedacht, ich wäre soweit.
Konnte schon wieder allein kurze Strecken mit öff. Verkehrsmitteln fahren und Mitteldistanzen als Beifahrer im Auto.
War nicht toll, ging aber meist irgendwie.
Und Berlin als Ziel hab ich mir (leider) selber ausgesucht, da dort eben ein Freund der mich unterstützt, wohnt.
Das fand ich leichter als irgendwohin wo ich völlig allein bin.

Mittlerweile bin ich ein bisschen ruhiger und die Katatoniephasen halten endlich deutlich länger an, so bekomme ich den Tag auch noch rum bis mein Betreuer wieder arbeitet.
Mir wird jetzt erst richtig bewusst, wie ich auf die Mitfahrenden im Zug reagiert hab und das tut mir echt so leid und ist mir auch total peinlich im Nachhinein. Wahrscheinlich waren die genauso überfordert mit mir, wie ich mit der Situation.

Das sind bisher echt schwere Tage, aber ich hab schon einige meiner "Ausflüchte" (zB. mit Essen/Kotzen abzulenken) weglassen können, was ja ein kleiner Erfolg ist.
Kaputt fühl ich mich immernoch... aber die anderen Ablenkstrategien wirken langsam nur wird mir nach den Erlebnissen klar, dass ich noch nen riesigen Berg vor mir hab, bis ich "normal" leben kann.
Ab und zu frage ich mich immernoch, obs den Kampf wert ist, rein objektiv gesehen.
Nach so vielen Jahren Leid und Depression glaube ich mir selber nicht, dass das noch ein schönes Leben werden könnte.
Das zieht gerade am meisten runter.
Die Frage kann ich mir nämlich nur selbst beantworten, wenn überhaupt jemand.
Meine Perspektive ist halt wieder auf so einen Neutral-Stand zurück zu kommen in dem ich fast garnichts fühle, mehr war in meinem Leben noch nicht drin.

06.01.2013 13:25 • #4


Puh wenn ich mich in dei Erlebnis reinversetze wird mir schlecht. ich selber übernachte nicht gerne woanders, hab aber jetzt nicht unbedingt extreme angts weite Strecken zu fahren. Aber die Vorstellung mit einer Mitfahrgelegenheit die ich nicht kenne so eine weite Strecke zu fahren, und das nach schon 2 Misserfolgen. also jetzt mal ganz ehrlich. Das was du von diese Horrorfahrt berichtest, das hätte ja selbst einen gesunden Menschen aud der bahn werfen können.das Ergebnis dieses "ich-stell-mich-meinen-Ängsten-Therapie" soll ja eigentlich sein, dass man positive Erlebnisse hat, und diese sich dann in deinem gehirn speichern. aber was an dieser fahrt kann man als positives Erlebnis rausziehen.... ich kann mir gut vorstellen, dass du jetzt erst mal wieder einen schritt dadurch zurückgefallen bist, anstatt nach vorne zu kommen. aber lass dich dadurch nicht entmutigen. das hier war der falsche weg, das heißt aber nicht, dass es den richtigen weg nicht gibt. Vielleicht hast du ihn einfach nur noch nicht gefunden.
Du fragst dich selber ob es nicht vielleicht gut für dich wäre mal länger als eine nacht in therapeutischer behandlung zu bleiben. ich kenne dich zwar nicht, aber nachdem was du schreibst, würde ich das doch auch für eine gute Möglicheit halten. Ich bin im gleichen Aler wie du, und ich finde es schrecklich wen ein so junger Mensch über zuizid nachdenkt. (ich weiß, mal drüber nachdenken tun wir glaub ich alle mal), aber du klingst selber so sehr Hoffnungslos, dass es mich echt traurig macht.
Bis dienstag ist es ja zum Glück nicht mehr lange, aber wenn du gar nicht mehr kannst, dann lass dir schon vorher helfen.
ich wünsche dir dass du die zeit bis Dienstag irgendwie rumbekommst. ich weiß wie schwer und lange das sein ann, aber halte durch!

06.01.2013 14:37 • #5


Puh wenn ich mich in dei Erlebnis reinversetze wird mir schlecht. ich selber übernachte nicht gerne woanders, hab aber jetzt nicht unbedingt extreme angts weite Strecken zu fahren. Aber die Vorstellung mit einer Mitfahrgelegenheit die ich nicht kenne so eine weite Strecke zu fahren, und das nach schon 2 Misserfolgen. also jetzt mal ganz ehrlich. Das was du von diese Horrorfahrt berichtest, das hätte ja selbst einen gesunden Menschen aud der bahn werfen können.das Ergebnis dieses "ich-stell-mich-meinen-Ängsten-Therapie" soll ja eigentlich sein, dass man positive Erlebnisse hat, und diese sich dann in deinem gehirn speichern. aber was an dieser fahrt kann man als positives Erlebnis rausziehen.... ich kann mir gut vorstellen, dass du jetzt erst mal wieder einen schritt dadurch zurückgefallen bist, anstatt nach vorne zu kommen. aber lass dich dadurch nicht entmutigen. das hier war der falsche weg, das heißt aber nicht, dass es den richtigen weg nicht gibt. Vielleicht hast du ihn einfach nur noch nicht gefunden.
Du fragst dich selber ob es nicht vielleicht gut für dich wäre mal länger als eine nacht in therapeutischer behandlung zu bleiben. ich kenne dich zwar nicht, aber nachdem was du schreibst, würde ich das doch auch für eine gute Möglicheit halten. Ich bin im gleichen Aler wie du, und ich finde es schrecklich wen ein so junger Mensch über zuizid nachdenkt. (ich weiß, mal drüber nachdenken tun wir glaub ich alle mal), aber du klingst selber so sehr Hoffnungslos, dass es mich echt traurig macht.
Bis dienstag ist es ja zum Glück nicht mehr lange, aber wenn du gar nicht mehr kannst, dann lass dir schon vorher helfen.
ich wünsche dir dass du die zeit bis Dienstag irgendwie rumbekommst. ich weiß wie schwer und lange das sein ann, aber halte durch!

06.01.2013 14:38 • #6


Ich hab grad deinen Beitrag gelesen und mir ist dabei richtig unwohl geworden und ich hab mit dir mitgelitten....und ich hab mich echt gefragt,ob dieser Therapeut der Richtige für dich ist?
Da ich selber schon über 10 Jahre unter PA leide weiss ich welche Berg und Talfahrten man da durchmacht und es braucht sooooo viel Zeit bis man wieder ein wenig aufwärts geht und man sich so banale Sachen traut wie rauszugehen,mit der Bahn zu fahren etc.
Du hast ja geschrieben,dass du solche Erfolge schon verbuchen konntest und deshalb versteh ich überhaupt nicht,wie der Therapeut dich auf solch eine Tour schicken kann,noch dazu mit wildfremden Menschen.....
allein das du das schon geschafft hast und das mit 3 Anläufen find ich schon mal echt bewundernswert!
Was du dann Alles erlebt und durchgemacht hast,würde eigentlich jeden Angstpatienten aus der Bahn werfen und ich hab auch den starken Verdacht,dass du mit den Medikamenten etwas übertrieben hast.....all das zusammen kann dann eine umkehrende Wirkung haben.
Ich wünsche dir so sehr,dass es dir bald wieder besser geht und du in Ruhe neue Kräfte sammeln kannst,denn das Leben ist schön (man muss nur genau hinsehen)
und lass es einfach langsamer anlaufen,gib dir Zeit!

06.01.2013 21:49 • #7


Versuch auf jeden Fall, auf dein altes Level zurück zu gelangen. Lass dir das nicht nehmen! Du hast ja schon viel erreicht. Und dann ist auf diesem Level "eben mal Schluß". Dass du nun einen Rückschlag erlitten hast, nur, weil ein Therapeut das falsch eingeschätzt hat, sollte dich nicht entmutigen. Wirklich nicht. Wir alle erleben diese Rückschläge immer wieder.
Bei mir ist es auch so, dass ich heute halbwegs ohne Probleme einkaufen kann und morgen ist es an gleichem Ort schrecklich schlimm. Ich gehe dann trotzdem wieder hin beim nächsten Mal. Aber eben in DEM Radius, in dem ICH mir das zutraue. Ich fahre eben nicht 20 km bis zu einem anderen Supermarkt. Damit kann ich aber irgendwie dann leben.
Und mach dir keine Gedanken um die Mitreisenden. So schnell wirst du ja wahrscheinlich keinen Zug mehr besteigen und außerdem wirst du wohl kaum noch mal auf einen von denen treffen. Also sch.... drauf! Du siehst diese fremden Leute eh nie wieder. Fertig aus. Du kannst nichts dafür. Dein Therapeut kann was dafür- Der müsste wissen, wie dein Stand ist. Ich habe erst kürzlich auch von so einem Versuch gelesen, wo eine Angstpatientin in ein Flugzeug alleine gesetzt wurde und sie durfte niemandem vorher sagen, wo sie ist und wo sie hin fliegt. Also die Therapeutin hatte das von ihr verlangt.
Bekloppt denke ich mir dann! Selbst wenn die Frau jemanden angerufen oder eine SMS geschrieben hätte. Hätte die Therapeutin eh nicht erfahren. Bei der Patientin hat es zwar geklappt. Aber trotzdem. Wenn ein Therapeut was von mir verlangen würde, wovon ich im Grunde schon weiß, dass ich es nicht schaffe, würde ich sagen: Nö. Mach ich nicht. Da könnte der sich aber auf den Kopf stellen.
Und dieser Mut fehlt vielen von uns! Wir lassen uns Medikamente aufdrängen oder Therapieformen, die uns gar nicht gut tun.

07.01.2013 11:50 • #8


Yorai
Na aber ohne die Tropfen hätte ichs nichtmal bis zum Bahnhof geschafft.
Geschweige denn nach Berlin.

Kennt denn jemand diese Promethazin-Tropfen?
Laut meinem Neurologen würde mich das nur "entspannen", daher denk ich dass der Ausraster psychisch und nich medikamentös bedingt war.
Es war einfach zu viel.
Wobei es mir völlig wider Erwartung besser geht. Hab wieder was gegessen und auch 4 Stunden am Stück gepennt.
Vielleicht stumpft man bei genug traumatischen Erlebnissen ja in der Wirkung ab.... nur ob das so schön is?

07.01.2013 21:03 • #9


Was steht denn in den Nebenwirkungen? Wenn man nur mit Medikamenten nen Zug besteigen kann, dann braucht man es meiner Meinung nach gar nicht versuchen. Denn wenn man "geheilt" wäre, dann würde man das auch ohne schaffen. MEINE Meinung. Ich würde jedenfalls den Teufel tun, und ein Medikament nehmen und mich dann in nen Zug setzen. Nö.
Warum hast du denn so einen Betreuer, wenn ich fragen darf. Sowas habe ich noch nie gehört bei Leuten, die "Nur" Panikattacken haben.

08.01.2013 15:00 • #10


Promethazin würde ich in den Blumenpott kippen.

08.01.2013 15:08 • #11


Hi,

lieber nicht in den Blumentopf, nicht das er dann eingeht spaß.

Bin letztes Jahr 2 mal nach Magdeburg gefahren, sind von mir aus 390 Kilometer, aber ich kannte natürlich die Leute, da hatte ich keine Angst, aber mit fremden, ne danke.

Früher hätte mir das aus nichts ausgemacht, bin nach München mit Bus und Bahn, aber seit meiner Darmkrankheit, trau ich keinen Menschen mehr. Da brauch ich meine Freunde und keine fremden Menschen um mich rum.

Lg

08.01.2013 15:15 • #12


Ich finde es schon bedenklich, ein Medikament zu nehmen, ohne sich vorher eingehend über die Wirkungsweise und mögliche Nebenwirkungen zu informieren. Ich würde ohnehin dann eine zweite Meinung einholen.
Leider hat der Fragesteller keine näheren Angaben gemacht. Ohne ihm zu nahe treten zu wollen, hat er möglicherweise noch weitere Probleme neben den Panikattacken. Vielleicht kommt ja noch eine Antwort. Ich kenne jedenfalls niemanden, der einen Betreuer wegen Panikattacken hat.

08.01.2013 15:44 • #13


Yorai
Ich nehme alle meine Mediamente die mir verordnet werden.
Wenn ich dann im Internet die Sachen suche und die Nebenwirkungen lese, nehme ichs erfahrungsgemäß nicht (hab ich nie getan).
Ich vertraue ein Stück weit meinen Ärzten, weil ich es allein nicht kann.
Das klingt naiv, ist aber eher ein Mechanismus mich nicht damit zu beschäftigen und daher gut für mich, denk ich.

Und ja, nen Betreuer bekommt man meines Wissens nicht "nur" bei Panikattacken.
Nur in "", denn hier wissen die meisten, das sowas eigentlich keine Kleinigkeit ist.
Grunderkrankungen des Magen/Darms die in teils heftigen Schüben kommen, dann kann ich kaum gehen oder Treppen steigen, geschweige denn zB. Lebensmittel oder Medikamente kaufen.
Dazu kommt noch eine seit 15 Jahren bestehende, ausgeprägte Depression, die noch kein Arzt plattgekricht hat und mehr traumatische Erlebnisse als ich es verkraften konnte.

Ich bemühe mich ja mit all meiner Kraft die ich noch habe, aber ich komm irgendwie aus dem Sumpf einfach nicht raus und sehe mittlerweile "kein Licht mehr von unten in meinem Brunnenschacht" (wie es meine erste Ärztin so blumig und völlig albern beschrieb), den ich seit Jahren immer mal wieder etwas weiter hoch klettere, aber an die Oberfläche komm ich einfach nicht ran.
Ich will nicht sagen "mir gehts schlechter als allen Anderen, machmal kommts einem halt nur so vor, das werden die meisten hier wissen . . .

Das Schlimmste und Nachhallendste der Berlinfahrt ist einen Menschen kennenzulernen, der "Alles" hat.
Da kam ich mir einfach total verloren vor.
Er hat ne liebende, unterstützende Familie und ist seinen Brüdern sehr nah, er ist völlig gesund, schön, in einer jahrelangen Beziehung, der beste Freund ist noch nicht gestorben. und er hat seine Talente erkannt und baut darauf ein berufliches Leben auf.?
Das ist einfach zu perfekt gewesen.
Das war einfach seelisch zu viel für mich.
Ich denk mittlerweile, dass das der Auslöser der ganzen Geschichte war und frag mich halt jetzt die gleichen Fragen wie immer, die mir Niemand beantworten kann.
Wie zB. Warum passiert das mir? Wer ist schuld? Was muss ich tun? Wieso hat der so ein unglaubliches Lebensglück und warum habe ich das nicht? usw.


Die selben Fragen, das selbe im Kreis drehen wie seit zig Jahren.
Ich verdränge meine Probleme im Alltag wenn ich kann, weil ich sonst garnichts mehr habe.
Aber als mir das "das hätte ich sein können" vor den Augen hin und hergelaufen ist, hats einfach klick gemacht, denke ich.
Ist schwer zu erklären für Leute die nie eine Depressionsphase hatten, es war einfach niederschmetternd, kA wie ich das sonst bezeichnen soll 8(

08.01.2013 21:19 • #14


Befass dich mal mit Zen; Zen-Buddhismus / Zen-Meditation...das ist ein toller Weg...zu sich selbst.

08.01.2013 23:23 • #15


Ich will die Diagnosen deiner Ärzte natürlich nicht in Frage stellen. Aber ich würde Ärzten per se nicht einfach mal so trauen. Dafür habe ich schon viel zu viele schlimme Dinge erlebt! Fehldiagnosen, Ignoranz, Verwechslungen etc. Das würde nun hier den Rahmen sprengen. Ich traue niemanden außer mir selbst. Und ich würde den Teufel tun, mir mehrere Medikamente in den Kopp zu knallen.
Vor allem frage ich mich dann: Warum geht es einem denn nicht besser, wenn man das Zeug alles brav nimmt? Aber das sind nur so meine Gedanken dazu und mein Weg.
Das was du beschreibst, kann ich gut nachvollziehen. Es ist ein langer Prozess, sich nicht an anderen Leuten zu messen. Ich habe das auch getan und mache es auch heute noch oft. Aber das ist genau der falsche Weg.
Wie heißt es so schön: The gras is always greener overthere?!
Du wirst immer einen finde, dem es besser geht, der gesund ist, der Geld hat, ne Familie usw.
Aber warum suchst du immer nach Leuten, denen es besser geht? Das zieht dich nur weiter runter. Es gibt im Gegenzug ja auch viele arme Menschen, denen es schlechter geht, nicht wahr?
Man muss aus dem Leben, das man hat, das Beste machen.
Ohne dich zu kennen, könnte ich drauf wetten, dass dich zu viele Leute umgeben, die dir nicht gut tun. Seien es Ärzte, Theraepeuten oder Betreuer. Jeder von denen sagt dir was. Und du denkst, dass du ohne diese Menschen und ohne Medikamente nicht klar kommst.
Ich nehme an, dass dein Selbstbewusstsein total am Boden ist. Du dich klein fühlst und dir einreden lässt, dass du es nicht alleine schaffst.
Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Willst du so weiter machen? Den Rest deines Lebens?
Ich nicht! Ich habe auch ganz schlimme Phasen hinter mir. Wo ich nur noch hysterisch schreiend zu Hause saß. Ich könnte fast nix mehr. Ich war am Boden. Hätte ich auf manche Ärzte gehört, wäre ich dort heute noch. Oder noch tiefer Unten.
Ein paar Leute haben mir gründlich den Kopf zurecht gerückt. U. a. ein Arzt, dem ich sehr dankbar für seine offenen Worte bin.
Ich kämpfe immer weiter, denn meine Panikattacken sind bei Weitem nicht weg. Aber ich kann alleine raus gehen. Wenn mein Radius auch noch eingeschränkt ist. Aber auch das werde ich zu gegebener Zeit hin bekommen.
Und auch du kannst es schaffen! Vielleicht findest du hier oder in anderen Foren Leute, die in deiner Nähe wohnen und mit dir Üben könnten. Oder du findest andere Betroffene, mit denen du dich privat austauschen kannst. Das wäre doch toll, oder? Ich wünsche dir, dass du so jemanden findest.

09.01.2013 14:43 • #16


Yorai
Ja in der Medizin sind schon schlimme Dinge passiert.
Dauerndes Kopfkino könnte ich aber nicht geistig überleben.
Das hatte ich alles schon ausprobiert.
Meine persönliche Wahl sieht so aus, dass ich entweder den Ärzten usw. traue, dass sie ihre Jobs machen, oder ich vergrab mich wieder selbst in meine Eigendiagnosen und der aufbauende Druck macht mich kaputt.
Verstehe mich nicht falsch, klar ist es im allgemeinen besser, sich da eigenverantwortlich zu verhalten. Aber das hab ich schon lange versucht und hab irgendwann aufgegeben, weil dafür keine Kraft mehr übrig war - vielleicht weißt du was ich damit meine.

Und sich oder sein Leben mit denen Anderer zu vergleichen, ist glaube ich völlig natürlich oder meinst du nicht?
Indem man vergleicht, macht es einem ja zB. auch Hoffnung auf etwas zukünftig besseres oder aber man leidet an den unerfüllten Erwartungen, da hast du sicherlich Recht.
Aber ohne das "über den Tellerrand schauen" gäbe es unsere Gesellschaft und auch unsere Spezies nicht mehr, die definieren sich doch über Standarts und Normen usw.
Wie bist du über so eine mächtige Evolutionsstütze hinweggekommen? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Kann man sich wirklich dazu bringen, mit dem (erfahrungsgemäß winzigkleinen) Selbst abfinden und alles Äußere zu ignorieren?
Erklär das doch bitte, wie du das gemeint hast

09.01.2013 22:00 • #17

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Ich denke, dass bei dir dann der depressive Aspekt sehr groß ist. Das ist natürlich ein Problem. Ich weiß auch nicht, wie genau man gegen Depressionen noch vorgehen kann außer mit Medikamenten. Panikattacken treten natürlich oft zusammen mit Depressionen auf. Es IST ja auch deprimierend, so etwas zu haben.
Wenn, dürfte man sich nur mit Leuten vergleichen, die ebenfalls psychisch krank sind. Was bringt einem Krebskranken der Vergleich mit einem Gesunden? Auch nix.
Natürlich können andere Leute mehr. Die können ohne Angst raus, mit dem Zug fahren, einkaufen usw. Na und? Jeder hat irgendein Päckchen zu tragen. Und man sieht es den meisten Menschen ja auch nicht an, was sie haben. Sich mit anderen zu vergleichen, bringt also gar nix.
Hast du denn mit deinen Ärzten mal über die Medikamente geredet? Vielleicht ist das noch nicht die richtige Zusammenstellung. Es soll ja oft Monate oder noch länger brauchen, bis die Ärzte die richtige "Mischung" gefunden haben. Das weiß ich aber nur aus Berichten. Ich selbst habe noch nie Medikamente genommen. Außer einer breiten Palette an pflanzlichen Mitteln. Wenn es bei dir aber so gewaltige Ausmaße hat, kann es natürlich sein, dass du längerfristig darauf angewiesen bist. Ich finde, es sollte aber dann doch "nach justiert" werden. Wenn, müssten die Medikamente dich ja irgendwie voran bringen.

10.01.2013 14:58 • #18


Yorai
Puh lang nicht mehr hier gewesen,


War inzwischen erst in der Psychartrie und dann in einer verlängerten psychosomatischen Reha.
Letzteres kann ich jedem nur empfehlen, weil man mal endlich Leute trifft, die einem ähnlich sind (wenn man Glück hat).
Auch wenn ich irgendwie der "Schocker" war mit meiner Lebensgeschichte, tat es irgendwie gut, dass mal ansatzweise zu erzählen.
So viel ist passiert in den letzten 3 Monaten.
Ich bin allein Bus gefahren, war ohne Medis allein draußen und es war auszuhalten und hab meine Omma zu mir eingeladen und war ganz entspannt und hab mich gefreut, dass sie mal zu mir kam.
Hab jemanden kennen gelernt unds gleich wieder vermasselt -.- aber es tat gut, sich anders zu fühlen, wenns auch nur für ein paar Wochen war.
Ich bin manchmal richtig mutig geworden und das finde ich sehr schön mittlerweile.
Doof ists wenn dann irgendwas doch nicht klappt.
Als ich aus der Reha zurückkam, völlig motiviert und bereit gelernte Dinge in mein Alltagsleben zu integrieren, bekam ich leider eine Colitis und innere Blutungen. Im Krankenhaus ist mir dann die Decke auf den Kopf gefallen und ich wollte nur noch raus da.
Seit knapp 3 Wochen bin ich zu Hause und der Schwung ist momentan etwas weg, da ich kaum sitzen kann, dank der Schmerzen.
Anfang der Woche war Nachkontrolle und immerhin wurde kein Krebs oder sowas gefunden, da hatte ich ja wochenlang Panik vor und konnte kaum ein Auge zu machen.
Als ich nicht wirklich raus konnte und ich nichts von dem umsetzen konnte, was ich mir vorgenommen hatte, hab ich es dennoch geschafft, mich in eine positive Richtung zu schieben.
Ich male!^^
Verrückt, aber in der Reha angefangen und nun male ich mir einzelne Erinnerungen von der Seele.
Ich hab eine Art Ventiel gefunden und das ist einfach nur großartig.
Neben der Malerei schreibe ich auch wieder viel - ich bin stolz, dass ich mich trotz der Umstände um mich gekümmert habe!
Das wollte ich auch einfach mal in die Öffentlichkeit schreien^^
Und wenn ich körperlich wieder fit bin, werde ich dann versuchen auch die Reha-Vorsätze umzusetzen.
Die 3 Kilo die ich in der Reha verloren habe, hab ich längst wieder drauf
Wenn ich fit bin, meld ich mich im Sportverein an und hoffentlich kann ich mich lang genug motivieren, dass es auch was bringt.
Mein Gewicht-Traumziel wären noch 11 kilo abnehmen. Dann wär ich bei 73 Kilo bei ner Größe von 1,79m das soll so das Zielgewicht für meine Größe sein.
Mal sehen ob sich der Schwung aufrechterhalten lässt.

Das was mir echt noch fehlt, sind Leute hier in der Nähe.
Seit mein bester Freund gestorben ist, konnte ich mich nicht mehr so auf andere Menschen einlassen.
Vertrauen is halt so eine Sache, wenn man mit 5 Jahren von der Mutter mit nem heißen Bügeleisen geschlagen wurde, während die Rippenbrüche vom Vater noch nicht ausgeheilt waren . . .
Aber karla hat schon recht. Jeder trägt ein Päckchen mit sich rum. (nur meins kommt mir oft einfach viel zu groß vor).
Durch die Darmerkrankung und meine anderen Gesundheitsprobleme nehme ich jetzt jeden Tag 14 Tabletten, 50 Tropfen, eine Paste und 2mal son echt wiederliches Getränk mit Flohsamen. Wenns hilft....
Für mich klingt das nach unglaublich viel Chemie, aber ich muss leider ehrlich zugeben, dass es mir deutlich besser geht, als ohne Medis.
Solange das so ist, werd ich brav sein und die wohl weiternehmen.
Mit einigen Leuten aus der Reha halte ich noch weiterhin Kontakt und man stützt sich ein bisschen gegenseitig.
Meinen "gesunden" Freunden fällt es halt schwer meine Situation nachzuempfinden und da hilft es enorm auch mal Leute mit Panikattacken zu haben, die mir erzählen wie die das so regeln.
Ich mache da meinen Freunden keinen Vorwurf, nur manchmal komme ich mir unglaublich allein auf der Welt vor.
Da helfen Gleichgesinnte.
Und jetzt kommt der Hammer (für mich ist das echt toll^^).
Ich hab mich auch mit nem Kerl getroffen und auch mit ner echt beeindruckenden jungen Frau und es hat ein wenig geknistert und endlich mal wieder gab es guten alten Sex (schuldigung *rotwerd*).
Ich finde meine Entwicklung unglaublich. Die letzten 3 Monate waren Chaos pur mit viel Schönem und leider halt auch mit einigem Negativen.
Ich hab seit der Darmbehandlung auch wieder mehr gute als schlechte Tage, selbst 3 mal hintereinander übergeben müssen bei ner DvD gestern trat irgendwie total einfach in den Hintergrund und ich habs super weggesteckt.
ich wahge es mal vorsichtig und sage, mir geht es echt besser!
Viele läuft wie geschrieben noch nicht und die ganz großen Probleme sind natürlich noch da, aber ich kämpfe weiter.
Und wenn ich an einem Tag mal nicht kämpfen kann, dann mache ich mich dafür auch nichtmehr fertig.
Ist echt ein gesünderes Selbst-Gefühl.

Also an Alle hier die sich irgendwie unsicher sind; In ner Reha lernt man soviel über sich selbst und auch die physischen Mechanismen von Trauma-Erlebnissen.
Wir sind nämlich garnicht wirklich verrückt, unser Gehirn hat bei jedem Trauma nur eine völlig natürliche, reflexartige Reaktion gezeigt, die man eben noch ausarbeiten sollte.
Ich bin nicht verrückt!^^
Naja ein bisschen schon.
ich wollte das einfach nur mit Euch teilen, vor allem mit den Antwortern hier im Thema!
Mitte Januar noch kurz vorm Selbstmord und inner Psychartrie und 3 Monate später läuft die Verbesserung an!
Ich find ich darf stolz auf mich sein


(mal sehen wie langs anhält höhö)

11.04.2013 03:00 • #19



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Dr. Reinhard Pichler