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Vanessa98
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Hallo Zusammen,

zunächst vorab vielen Dank fürs Lesen meiner Geschichte.

Ich bin 27 Jahre alt, bisher sportlich und leide nun seit 5 Jahren an wiederkehrenden Herzsymptomen.

Angefangen hat alles mit einer Art Benommenheitsschwindel (so als wäre man leicht angetrunken) der beim Spazieren/ Einkaufen/ generell beim Gehen fast immer präsent war und gehäuftem Herzstolpern. Das massive Herzstolpern verschwand irgendwann. Es kommt nur noch vereinzelt vor, dafür aber teilweise mehrmals hintereinander. In einigen EKGs wurden VES und SVES aufgezeichnet.

Ich war bei bereits bei einer Vielzahl an Kardiologen, Pulmologen und anderen Fachärzten. Es wurden mehrere Langzeit-EKGs, Belastungs-EKGs, Herzecho, Belastungsecho und ein Stress-Kardio-MRT gemacht. Alles ohne Befund. Blutwerte waren auch immer in Ordnung.

Der Schwindel hat in den letzten Jahren stark in seiner Intensität variiert. Es gab Phasen, da schränkte es mich kaum ein und es gibt Phasen wie die aktuelle, in der ist kaum ein Schritt in der Wohnung möglich.

Vor 5 Wochen verschlechterten sich meine Symptome schlagartig. Ich habe beim Sport plötzlich Herzstolpern bekommen und bin daraufhin in die Notaufnahme gefahren. Dort angekommen hatte ich nach ca. 2h plötzlich das Gefühl ich werde ohnmächtig und habe starkes Herzrasen bekommen. (Puls 140) Ich wurde vor stationär aufgenommen und blieb 3 Tage im Krankenhaus. Ich bekam erneut ein Langzeit-EKG und ein Herzecho. Es wurden Sinustachykardien bis 175 bpm aufgezeichnet. Ich nehme seitdem täglich 1,25 mg Bisoprolol. Leider bin ich nun gar nicht mehr belastbar. Ich habe ständig Herzrasen beim kleinsten Dingen im Haushalt. Treppensteigen fällt mir schwer. Ich habe das Gefühl ständig schlecht Luft zu bekommen und dieser Schwindel ist bei jedem Schritt mein Begleiter. Außerdem habe ich oft abends im Bett das Gefühl mein Herz hätte Aussetzer, plötzlich ist der Abstand zwischen zweit Schlägen länger. Ich verspüre zudem eine extreme innere Unruhe und häufig Todesangst.

Das erste Mal hatte ich das Gefühl ohnmächtig zu werden, die Todesangst und das Herzrasen nach einem Canabiskeks. Könnte der einmalige Konsum eine Herzerkrankung ausgelöst haben?

Die Ärzte sagen mir mein Herz sei gesund, das kann ich aber nicht glauben, da ich nicht mal meinen normalen Alltag bestreiten kann . an Arbeiten ist seit 5 Wochen auch nicht zu denken . Ich habe ständig Angst vor einem Herzstillstand und kann kaum alleine sein. die Anwesenheit eines Arztes beruhigt mich auch nicht . kann das wirklich von der Psyche kommen? Ich habe aktuell keinen Stress aus Arbeit. Habe lediglich einen neuen Partner mit Kind und Schichtarbeit. Meine Kindheit war leider geprägt von Gewalt und fehlender Zuneigung.

Hat jemand ähnliches erlebt?

PS: ein Termin mein Psychologen habe ich bereits vereinbart

24.05.2026 #1


13 Antworten ↓

Gina-Na
@Vanessa98 Frag doch deinen Arzt mal, ob er es befürwortet, daß du regelmäßig "Tromcardin Complex" Tabletten nimmst. Verschreiben wird er sie dir nicht, man muß sie meines Wissen selber in der Apotheke bezahlen. Soo teuer sind sie aber nicht. Sie enthalten wichtige Nährstoffe für das Herz. Selber hab ich damit gute Erfahrungen und hab oft gehört/gelesen, daß Beschwerden, wie du sie schilderst, sich schon nach recht kurzer Zeit der Einnahme gut gebessert haben. Angst vor etwas Dramatischem mußt du nach all den Untersuchungen, die du schon hattest, sicher nicht haben. Alles Gute dir!

x 1 #2


A


Diverse Herzsymptome seit 5 Jahren ohne Befund

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Nick21
Zitat von Vanessa98:
Hallo Zusammen, zunächst vorab vielen Dank fürs Lesen meiner Geschichte. Ich bin 27 Jahre alt, bisher sportlich und leide nun seit 5 Jahren an ...

Hattest du in letzter Zeit viel Stress oder bist nicht zur Ruhe gekommen?

Deine geschilderten Empfindungen klingen ein wenig nach Panikatacken und Ängsten.

Und ja auch die Psyche kann solche Symptome machen.
Trotzdem ist es immer wichtig körperlich untersucht zu werden um mögliche Erkrankungen auszuschließen.

Machst du irgendwas um dein Nervensystem zu regulieren?

#3


T
@Vanessa98

Ich kenne einen Großteil deiner Beschwerden (nur zu) gut. Die körperlichen Symptome meiner Angst- und Panikstörung sind ähnlicher Ausprägung: Schwindel / Schwäche (das Gefühl, gleich "zusammenzuklappen", maximale Nicht-Belastbarkeit im Alltag, beim Treppensteigen, Feuerholz-Holen und dergleichen) sowie Brustschmerzen (Enge- bzw. Druckgefühl). Auch ich habe – mehrfach – alle denkbaren Untersuchungen, insbesondere was das Herz angeht, durchführen lassen; bis hin zu einer Herzkatheter-Untersuchung (ohne Befund). Erst im vergangenen Herbst sagte ein Kardiologe, der ein alter Schulfreund von mir ist, nach einer Untersuchung: "Joa, mein Lieber, dein Herz sieht besser aus als meines". Und trotzdem habe ich immer wieder Phasen, in denen mich die Beschwerden so tief in einen Angststrudel hineinziehen, dass ich mir denke: "Das kann nicht von der Psyche kommen, nicht in dieser Intensität".

#4


V
@Gina-Na danke für deine Nachricht, Tromcardin Complex nehme ich bereits seit einige Wochen, konnte aber noch keine Besserung feststellen

#5


V
@Nick21 ich glaube ich habe nie gelernt richtig zur Ruhe zu kommen. Ich bin schon immer jemand gewesen der viele Dinge gleichzeitig machen wollte. Stress hatte habe ich nicht vermehrt, jedenfalls nicht so dass ich es als solchen empfinde.

Aktuell kann ich leider auch gar nicht abschalten, da ich wirklich 24/7 in mich hineinhöre und Angst vor einem Herzstillstand habe.

Wie kann man sein Nervensystem regulieren?

#6


V
@Tobeatthedevil danke für deine Schilderungen. Den Gedanken „Das kann nicht von der Psyche kommen, nicht in dieser Intensität" kenne ich zu gut.
Hinzu kommen dann noch Gedanken wie „Die Beschwerden sind abhängig von körperlicher Belastung - wie soll das mein kippe sein?“ oder „Auch in Momenten von es mir gut geht, Familie um mich ist und ich seelisch glücklich bin sind die Symptome = körperliche Ursache“

Hat dir etwas geholfen damit umzugehen?

Ich fühle mich wie 80. Kann nicht mehr spazieren oder einkaufen ohne Beschwerden.. muss mich ständig ausruhen etc.

#7


T
@Vanessa98 "Ich fühle mich wie 80" kenne ich auch nur zu gut... Wie oft ich diesen Satz schon zu meinem Hausarzt oder Psychiater gesagt habe. Unzählige Male. Aber im Ernst – bei mir ist es immer phasenweise mit den Symptomen. Mal fühle ich ist es wochenlang schrecklich, mal ist wochenlang gar nichts. Ich habe über die Jahre gelernt, dass die Symptome bei mir mit Bewegung besser werden – d. h. auch in Phasen, in denen die Symptome im Alltag stark sind, mache ich viel Sport und "quäle" mich auf den Fahrrad-Ergometer oder zum Krafttraining. Dann wird es immer besser. Das ist mein 'save haven', dadurch hole ich mir die Gewissheit, dass mein Körper (Herz) funktioniert. Aber es ist hart, es ist jedes Mal ein Kampf gegen den Angst-Teufel, der auf meiner Schulter sitzt und mich mit Engelszungen (Teufelszungen?!) davon zu überzeugen versucht, dass ich meinen Körper AUF GAR KEINEN FALL irgendeiner Belastung aussetzen darf, weil er, mein Körper, das niemals aushalten würde. Aber guess what – der Körper hält es nicht nur aus, es tut ihm richtig gut. Das hilft mir meist, mit den Beschwerden umzugehen. Aber es ist, wie gesagt, ein ständiger Fight.

#8


Nick21
Zitat von Vanessa98:
@Nick21 ich glaube ich habe nie gelernt richtig zur Ruhe zu kommen. Ich bin schon immer jemand gewesen der viele Dinge gleichzeitig machen wollte. ...

Da hast du deinen Grund für deine aktuellen Körperlichen Empfindungen.

Wenn du nicht zur Ruhe kommst über einen längeren Zeitraum kapituliert dein Nervensystem irgendwann und dein Körper entwickelt die wildesten Symptome.

Was genau dir hilft um dich zu regulieren kannst nur du selber rausfinden indem du schaust was dir gut tut.

Möglichkeiten gibt es viele: TRE, Achtsamkeit, einfach mal 5 Minuten nichts tun, Atemübungen, moderate Bewegung, Dehnen, traumasensitives Yoga, PMR, Autogenes Training, Ima, Medotation, Tai Chi, Akkupressur, Übungen für den Vagusnerv wie z.B. Summen, Akzeptanz, etc.

x 2 #9


V
@Tobeatthedevil An Sport ist bei mir aktuell gar nicht zu denken. Ich bin ja schon nach 2 Stockwerken aus der Puste bzw. habe ein extremes Engegefühl in der Brust.

Wochenlang gar nichts heißt du hast dann wirklich gar keine Symptome? Das kam so bei mir die letzten 5 Jahre gar nicht vor. Die Intensität variierte zwar, aber komplett weg war gerade der Schwindel nie. Das lässt mich ehrlicherweise zweifeln, dass es in meinem Fall nur die Psyche ist.

#10


Schlaflose
Zitat von Vanessa98:
An Sport ist bei mir aktuell gar nicht zu denken. Ich bin ja schon nach 2 Stockwerken aus der Puste bzw. habe ein extremes Engegefühl in der Brust

Aber je länger man keinen Sport macht, nimmt die Kondition ganz schnell ab und umso schneller kommt man außer Puste und bekommt ein Engegefühl in der Brust. Außerdem ist Treppensteigen besonders anstrengend, weil man gehen die Schwerkraft ankämpfen muss. Das ist nicht vergleichbar mit leichtem Ausdauersport wie z.B. Walking.
Wenn du so gut ärztlich abgecheckt bist und alles ohne Befund war, kannst du ruhig trotzdem Sport machen.

x 1 #11


T
@Vanessa98 Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich phasenweise (leider viel zu selten...) gar keine Symptome habe. Dass ich mich mich "wie 80" fühle, sondern "als könnte ich Bäume ausreißen". Mit den Brustschmerzen plage ich mich schon seit Ewigkeiten, seit ca. 15 Jahren, herum; die anderen Symptome (Schwindel, Schwächegefühl, starke Unruhe- bzw. Nervositätszustände – die komplette Überlastung des Nervensystems) kamen hinzu, als meine Angsterkrankung voll ausbrach. Dies geschah quasi zeitgleich mit COVID und den damit verbundenen massiven Einschränkungen bzw. existentiellen Veränderungen und Unsicherheiten für mein Leben (ich hatte einen tollen, aber extrem anspruchsvollen Job, für den ich als Selbstständiger um die Welt gereist bin, was plötzlich nicht mehr ging; Kindergarten bzw. Schule geschlossen; die Firma meiner Frau existentiell bedroht – wir wussten tatsächlich teilweise nicht mehr, wie es weitergehen soll). Ich war seitdem zweimal stationär in einer psychosomatischen Klinik und bin in sehr guter ambulanter Begleitung – will sagen, ich kann seitdem ganz gut abschätzen, wo die Stressoren liegen und was meine Symptome besonders triggert. Das hilft mir auch mit der Herzangst, da die Ängste / Beschwerden nicht mehr ganz so diffus und rational besser herleitbar sind. Aber schwer ist es trotzdem. Und Rückschläge sind auch immer dabei.

x 1 #12


V
@Schlaflose danke für deine Nachricht. Ich würde liebend gern wieder Sport machen. Allerdings geht es körperlich einfach nicht. Ich verspüre starken Schwindel schon beim Gehen in der Wohnung. Bekomme ein Engegefühl in der Brust beim spazieren und habe oft das Gefühl dass ich jeden Moment wieder Herzrasen bekommen könnte .. manchmal fühlt es sich an als würde der Betablocker den ich aktuell nehme das Herzrasen unterdrücken.. dann steigt so ein komisches Gefühl in mir auf aber der Puls erhöht sich nur um ca. 20-30 Schläge.

#13


V
@Tobeatthedevil ich begebe mich nun in psychologische Behandlung und kann einfach nur hoffen, dass es wirklich „nur“ mein Kopf ist und ich nicht jeden Moment einen Herzstillstand erleide.

Es freut mich sehr, dass du einen Weg gefunden hast mit der Situation umzugehen. lachen

#14


A


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