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Seit über zehn Jahren habe ich mich mit Ängsten in verschiedenen Formen (erst Emetophobie, dann 'Erstickungsängste') herumgequält und hatte Phasen, in denen ich entweder nicht vor die Tür gehen oder nicht mehr allein zu Hause bleiben konnte. Ich war in den Notaufnahmen aller naheliegenden Krankenhäusern Stammgast und kannte bald auch die für meinen Bezirk zuständigen Rettungssanitäter.

Nachdem ich vor zwei Jahren mühsam von Citalopram (20 mg) auf Cipralex (20 mg) umgestellt worden bin, treten die Panikanfälle deutlich seltener und auch viel abgeschwächter auf. Dennoch merke ich, dass sich in meinem Umgang mit den Ängsten nicht viel verändert hat. Noch immer suche ich mir überall Sicherheiten und vermeide meistens Dinge, die mir Angst machen könnten. Und ich fühle mich permanent erschöpft, müde, 'abgestumpft' und schlafe viel.

Auch meine beruflichen und privaten Schwierigkeiten gehe ich nicht an und verzweifle immer mehr daran. Ich habe mich selbstständig gemacht und kann mich damit leider nicht finanzieren. Meine Bewerbungen um eine Festanstellung blieben bisher aber leider auch ohne Erfolg. Auch in meiner Beziehung schleppe ich viele Altlasten und Verletzungen mit mir herum und bin immer noch nicht in der Lage, mich gegen meinen sehr dominanten, teilweise jähzornigen Partner durchzusetzen und mich weiter zu entwickeln.

In meinem Leben dominiert die Suche nach Bestätigung, Anerkennnung und Liebe und dafür passe ich mich bedingungslos an und vergesse mich selbst.

Das traurige Resümee: Meine Panikattacken quälen mich nicht mehr jeden Tag, aber dafür quält mich jetzt das Leben selbst!

Liebe Grüsse

24.10.2011 03:14 • 25.10.2011 #1


4 Antworten ↓


Hallo bettinaisabelle,


In meinem Leben dominiert die Suche nach Bestätigung, Anerkennnung und Liebe und dafür passe ich mich bedingungslos an und vergesse mich selbst.


Damit hast Du Dein Problem ja schon selbst analysiert. Was anderes soll man Dir also anderes raten als die Geschichte massiv anzugehen? Am besten mit Hilfe eines Therapeuten.

Viele Grüße
Imanuel

24.10.2011 08:48 • #2



Auch ohne Panikatttacken keine Kraft und Lebensfreude

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Hallo bettinaisabelle,

das, was du schreibst und wie du dich gerade fühlst klingt sehr stark nach Depression.
Und da kommst du wahrscheinlich wirklich nur mit Hilfe eines Therapeuten wieder raus. Sicher gibt es ganz viele Möglichkeiten, dass du deine Lebenskraft und Lebensfreude wieder bekommst. Es sieht nur eben grad so aus, dass du daran etwas ändern musst und dafür brauchst du diese professionelle Hilfe. Du hast ja schon vieles selbst gut erkannt und bist bereits auf dem richtigen Weg. Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit.

Liebe Grüße

24.10.2011 10:04 • #3


In meinem Leben dominiert die Suche nach Bestätigung, Anerkennnung und Liebe und dafür passe ich mich bedingungslos an und vergesse mich selbst.

Das hört sich sehr danach an als ob du in deinem Umkreis suchtkranke Menschen hast/hattest. Ich kenne das aus eigener Erfahrung (suchtkranken Eltern)

LG
Sandra

24.10.2011 12:01 • #4


@ Übermutti, Immanuel: Ganz lieben Dank für Eure Antworten. Ich mache schon seit längerer Zeit eine Verhaltenstherapie, aber außer einer kurzfristigen Entlastung durch die Gespräche bringt mir das Ganze leider nicht viel.

Ich weiß, dass ich im Grunde nur selber mein Leben angehen und verändern kann. Nur fehlt mir ein Ansatzpunkt und die nötige Kraft dazu.

@ Sandra: Nein, habe kein suchtkrankes Umfeld. Aber es gibt leider viele Ursachen für ein brüchiges Selbstwertgefühl und die daraus resultierende Suche nach Liebe und Bestätigung.

25.10.2011 10:29 • #5




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