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ja, das hat mir meine Therapeutin, bei der ich auf der Warteliste stehe, auch so erklärt. Sie meinte, dass noch NIEMAND an einer Panikattacke gestorben ist, auch wenn man in dem Moment meint, dass man keine Luft bekommt, das Herz gleich schlapp macht usw.
Aber Du kennst das ja aus eigener Erfahrung, dass in dem Moment der Angst, die Vernunft einfach aussetzt.
Ich habe ganz konkret dann einfach Angst wieder in Ohnmacht zu fallen und mich dann DABEI zu verletzen und hilflos dazuliegen. In meine Gedanken verblute ich dann oder sonst was passiert mit mir, da ich mir selbst dann ja gerade nicht helfen kann.
Wenn ich merke, dass die Angst kommt, rede ich immer selbst mit mir: Dir geht es gut ! Es gibt im Moment keinen Grund Angst zu haben! Es wird nichts passieren!
Aber dann sackt mein Blut in die Beine, mir ist schlecht und schwindelig und ich sehe mich schon am Boden liegen. Ich laufe aufgescheucht von einer Ecke in die andere, suche nach dem Telefon und überlege "wen ruf ich jetzt an?". Wenn ich Glück habe, habe ich mich schnell wieder im Griff, aber ich bleibe angespannt und horche in mich hinein. Wenn ich Pech habe, kommt ein Schub nach dem anderen und ich fange an, meine Kinder anzumotzen und meine Gedanken kreisen von einer Überlebenstechnik zur nächsten. Wenn es vorbei ist, fangen die Kopfschmerzen an (von der ganzen Muskelverspannung im Körper) und ich bin total müde und fertig. Dazu kommt dann, dass ich wieder total unglücklich bin und das heulende Elend kriege, weil ich mir das Leben damit selbst versaue ... natürlich bin das nicht ich, sondern die Attacken! Dann kommt die Wut! Eine wahnsinnige Wut auf meinen Körper und meine Psyche - auf mein Leben!
Geht es mir wieder besser, sage ich mir "siehste, ist nichts passiert!" Aber schon der Zustand alleine macht mich einfach nur traurig, weil es nicht "normal" ist. Ich bin neidisch auf die Menschen, die so unbekümmert durch´s Leben gehen und damit nichts zu tun haben. Allerdings weiß ich auch, dass nur ich was daran ändern kann! Ich hoffe, dass ich bald meinen Therapieplatz bekomme, damit ich endlich dieser Angst ein Bein stellen kann. Ich bin neugierig auf die Ursache! Denn dann kann ich dagegen ankämpfen. Bin eine Kämpfernatur! Mußte mein ganzes Leben gegen irgendwen oder irgendwas kämpfen und ich bin immer noch da. Das hat mich auf einer Seite stark gemacht, aber seit der Sache mit dem Kollaps, habe ich das Gefühl, dass mein bisher bester Freund (mein Körper) mich jetzt auch im Stich läßt. Und das muß ich jetzt wieder hinkriegen.
Ich muß jetzt gleich zu Fuß zur Schule meine Tochter abholen. Sie ist seit gestern auf der weiterführenden Schule und ich will sie nicht gleich alleine gehen lassen. Habe heute kein Auto und so denke ich jetzt schon "Was ist, wenn Dir auf dem Weg zur Schule schlecht wird?" Total bescheuert! 1. Warum sollte mir schlecht werden? und 2. Ich habe mein Handy immer dabei! Kann ja Jemanden anrufen ...
Und so kämpfen gerade mal wieder Engelchen und Teufelchen in mir, wer wohl gewinnen wird.
05.08.2008 12:25 •
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