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D

DunkelBunt9
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Hallo ihr Lieben,

nach langem Überlegen und Lesen in diesem Forum hab ich mich dazu aufgerafft auch eine Beitrag zu verfassen, weil es mir momentan ganz und gar nicht gut geht und ich einfach hoffe, dass mir der Austausch etwas hilft und ihr vielleicht TIpps habt wie ich mit all dem umgehen soll.

Ich leide nämlich an der furchtbaren Angst jemanden zu enttäuschen. Meist meine Eltern. Und das obwohl ich schon 37 Jahre alt bin. Es lässt mich einfach nicht los und begleitet mich schon mein Leben lang in verschiedenen Formen, grad ist es besonders schlimm. In letzter Zeit fing es damit an, dass ich panische Angst davor bekam mich in der Öffentlichkeit übergeben zu müssen. Ich meide seither alles was das auch nur auslösen könnte, öffentliche Verkehrsmittel, Veranstaltungen usw. obwohl mir das eigentlich immer Spaß gemacht hat. Aber seitdem ich als Kind mich mal im Flugzeug übergeben habe und mein Vater mich ausgemeckert hat, ist da so eine Angst. Angst ich könnte etwas falsch machen. Seitdem beobachte ich meinen Körper genau und wenn mir ein bisschen übel wird (was meist allein durch die Anspannung passiert), dann geht das Gedankenkarussel los. Wie soll ich mich verhalten? Gehen? Zur Toilette? Eine Tüte raus? Ich will es unbedingt richtig machen, aber weiß gar nicht wie. Da es immer schlimmer wird habe ich mich entschlossen demnächst eine Therapie dazu anzufangen.


Jetzt ist aber noch ein neues Problem dazugekommen und das halte ich kaum noch aus. Vor ein paar Wochen war ich krank, so richtig mit Fieber und allem, dann ging es besser, ich ging wieder auf Arbeit. Jeden Morgen rief meine panische Mutter an, ich soll mich mehr schonen, das kann gefährlich sein und dann passierte es mir wurde so schwindelig, meine Fitnessuhr zeigte Vorhofflimmern an, meine Nachbarin rief den Krankenwagen. 2 Tage war ich in der Klinik alles wurde durchgecheckt, MRT vom Kopf, 24 EKG, Echo vom Herz, alles super. Ich wurde entlassen und 2 Wochen krank geschrieben um den Infekt richtig auszukurieren. Seitdem weiß ich nicht mehr weiter. Ich lebe allein, mir ist ständig schwindelig, ich habe Bauchschmerzen, ich kann nichts essen, traue mich kaum noch aus dem Bett. Immer diese Stimme im Kopf, was wenn was passiert, wenn ich umkippe weil ich aufgestanden bin, soll ich schnell wen anrufen, schaff ich das noch, wie kann ich es richtig machen. Es macht mich wahnsinnig und ich weiß nicht was ich tun soll. Habt ihr Tipps? Findet man irgendwo Hilfe? Ich war mal so ein lebenslustiger Mensch und jetzt hab ich das Gefühl mein Leben entgleitet mir total.

Tut mir Leid für den langen Text, ich glaube ich musste das einfach mal loswerden.

28.04.2026 x 1 #1


21 Antworten ↓
Luce1

Luce1
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Zitat von DunkelBunt9:
Sie betont immer wieder dass sie sonst keinen hat und ihr Leben zuende wäre, wenn mir was passiert.

Ich schätze, dass Deine Mutter eine Angsterkrankung hat, wahrscheinlich nie diagnostiziert.
Sie hat nun unbewusst ihre Angst auf Dich übertragen.
Du bist praktisch in ihr Verhalten “reingewachsen”.
Ich nehme mal an, Deine Mutter macht das nicht mit Absicht, sie ist halt so, zu 90 Prozent war ihre eigene Mutter oder Vater auch so.

Kein Elternteil macht das mit Absicht.


Ich denke, in der Therapie werdet ihr da mal einen Plan machen ohne dass Du Gewissensbisse bekommst 😀

Du musst halt auch lernen, für Dich einzustehen, Du kannst ja nicht immer nur schlucken und Deine Krankheit wird schlimmer, aber Deine Mutter weiß nichts von dem Ausmaß.

28.04.2026 15:05 • #17


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Angst zu enttäuschen

x 3



NeonPixie
Als Kind hat dein Gehirn eine Verknüpfung gebaut: Körper macht etwas Unkontrollierbares = ich mache etwas falsch = Konsequenz. Seitdem beobachtest du deinen Körper permanent. Körpersignale müssen sofort bewertet und kontrolliert werden, sonst passiert etwas Schlimmes. Das Gedankenkarussell ist ein Kontrollversuch gegen eine Angst, die sich nicht kontrollieren lässt.

Alles wurde gecheckt und alles ist gut. Es ist also dein Nervensystem, das nach einem Schreckerlebnis im Alarmmodus feststeckt und nicht mehr selbst herausfindet.

Dass du schon eine Therapie geplant hast, ist gut, richtig und wichtig. Das ist der wichtigste Schritt. Wann geht es los?

#2


Greta__
Moin & willkommen im Forum.

Eine Verhaltenstherapie hilft in diesem Fall sehr gut. Eine Tagesklinik kann auch sehr hilfreich sein.

Ich wünsche dir gute Besserung und das du bald eine geeignete Therapie findest. 🌼

x 2 #3


Schlaflose
Zitat von DunkelBunt9:
Ich leide nämlich an der furchtbaren Angst jemanden zu enttäuschen. Meist meine Eltern. Und das obwohl ich schon 37 Jahre alt bin. Es

Man enttäuscht seine Eltern oder andere Leute doch nicht, wenn man sich in der Öffentlichkeit übergibt oder krank wird. Man enttäuscht liebe Menschen, wenn man sie anlügt, hintergeht, bestiehlt, betrügt usw.

x 1 #4


D
Danke für die lieben Antworten, meine Therapie startet Mitte Mai. Bis dahin heißt es irgendwie durchhalten. Dass die neue Panik jetzt oben drauf kommt macht es richtig schwer, gerade ist jeder Tag irgendwie ein Kampf und ich versuche einfach nur dass die Zeit irgendwie vergeht.

x 2 #5


NeonPixie
Gibt es jemanden, mit dem du darüber sprechen kannst, wie es dir geht? Einfach damit jemand Bescheid weiß.

#6


Athina
Zitat von DunkelBunt9:

Ich leide nämlich an der furchtbaren Angst jemanden zu enttäuschen. Meist meine Eltern. Und das obwohl ich schon 37 Jahre alt bin.

Magst vielleicht mehr erzählen von dir? Lebst du allein?
Wie kommst du auf Arbeit mit den Mitarbeitenden zurecht?

#7


Luce1
Zitat von DunkelBunt9:
. Jeden Morgen rief meine panische Mutter an, ich soll mich mehr schonen, das kann gefährlich sein und dann passierte es mir wurde so schwindelig

Hat Deine Mutter auch ein ängstlich vermeidendes Verhalten?

Würde mich mal interessieren- habe Zuhause ähnliche Konstellation

x 1 #8


Mypat
Ja ich kann dich gut verstehen. Mein Nervensystem ist überlastet und jedes Körpersignal wird von mir bewertet. Auch bei mir wurde alles abgecheckt und alles Ok.Allerdings habe ich Anfang des Jahres einen "milden" Schlaganfall erlitten. Mittlerweile spüre ich von dem Anfall nichts mehr. Bin 52 ohne Risiko Faktoren. Ich habe die Sicherheit auf beiden Beinen zu stehen zwar nicht verloren, aber sehr angekratzt. Therapie würde dir bestimmt helfen. Oft braucht es einen Fachmann, der dich beobachtet und einschätzt. Du bist Jung und das wird mit der Zeit bestimmt besser.

#9


D
Nochmal danke für die vielen Reaktionen, damit hab ich gar nicht gerechnet. Es tut wirklich gut das endlich mal jemandem zu erzählen. Ich schleppe das schon so lange mir mir rum. Drüber geredet hab ich noch nie mit jemandem, ich wüsste auch nicht mit wem. Ich lebe alleine und habe jetzt auch keine sehr engen Freunde. Seit Corona arbeite ich auch nur noch im HO, was sehr entspannt ist aber der Kontakt zu Kollegen fehlt halt. Ich bin eigentlich ein geselliger Mensch und komme mit fast jedem klar, auch auf Arbeit, aber das ist halt alles oberflächlich. Ich hatte schon immer Probleme Leute an mich ranzulassen. Ich denke das hängt auch irgendwie damit zusammen. Ich denke immer wenn ich mich wem öffne und man all meine Fehler sieht dann will man eh nichts mehr von mir.

Was meine Ma angeht. Ja sie hat auch so ein Verhalten, sie ist oft ängstlich und beim Arzt. Aber mir gegenüber ist es besonders schlimm. Sie betont immer wieder dass sie sonst keinen hat und ihr Leben zuende wäre, wenn mir was passiert. Das setzt mich sehr unter Stress und ich übertrage das und bin dann selbst immer ängstlicher. Leider kann ich nicht mir ihr darüber sprech, weil sie sich sehr schnell angegriffen fühlt. Die Sache mal ausgenommen haben wir eigentlich ein gutes Verhältnis und ich will sie ja auch nicht verletzen oder verlieren.

x 2 #10


D
@Mypat Oh das tut mir Leid, wie bist du damit umgegangen wenn ich fragen darf? Ich kann mir vorstellen dass es viel Kraft braucht danach ins normale Leben zurückzufinden

#11


NeonPixie
Bei HomeOffice muss man sehr darauf achten, sich dann anderweitig den sozialen Kontakt in Person zu schaffen.

#12


Luce1
Zitat von DunkelBunt9:
Leider kann ich nicht mir ihr darüber sprech, weil sie sich sehr schnell angegriffen fühlt. Die Sache mal ausgenommen haben wir eigentlich ein gutes Verhältnis und ich will sie ja auch nicht verletzen oder verlieren.

Du wirst sie doch nicht verlieren.
Wenn sie sich schnell angegriffen fühlt, dann kannst Du ja quasi gar nichts kritisches sagen und bist nur am Schlucken.

Aber Deine Therapie fängt ja in zwei Wochen an, das ist ja schon bald.

#13


Mypat
@DunkelBunt9 Es ging relativ flott und alles war gut bis ich auf Reha einen Bandscheibenvorfall erlitten habe. Das hat mich sehr aus der Bahn geworfen. Mittlerweile geht es besser. Die Ängste und Angsymptome sind vorherrschend

#14


User_0815_4711
Zitat von DunkelBunt9:
Sie betont immer wieder dass sie sonst keinen hat und ihr Leben zuende wäre, wenn mir was passiert. Das setzt mich sehr unter Stress und ich übertrage das und bin dann selbst immer ängstlicher. Leider kann ich nicht mir ihr darüber sprech, weil sie sich sehr schnell angegriffen fühlt. Die Sache mal ausgenommen haben wir eigentlich ein gutes Verhältnis und ich will sie ja auch nicht verletzen oder verlieren.

Tut mir leid, ihr habt kein gutes Verhältnis.
Deine Mutter erpresst dich emotional aufs brutalste.

x 1 #15


NeonPixie
Zitat von DunkelBunt9:
Nochmal danke für die vielen Reaktionen, damit hab ich gar nicht gerechnet. Es tut wirklich gut das endlich mal jemandem zu erzählen. Ich schleppe das schon so lange mir mir rum. Drüber geredet hab ich noch nie mit jemandem, ich wüsste auch nicht mit wem. Ich lebe alleine und habe jetzt auch keine sehr engen ...

Wenn eine Seite emotional unter Druck gesetzt wird und sich ständig zurücknehmen muss, dann stellt das kein gutes Verhältnis dar.

x 2 #16


Luce1
Zitat von DunkelBunt9:
Sie betont immer wieder dass sie sonst keinen hat und ihr Leben zuende wäre, wenn mir was passiert.

Ich schätze, dass Deine Mutter eine Angsterkrankung hat, wahrscheinlich nie diagnostiziert.
Sie hat nun unbewusst ihre Angst auf Dich übertragen.
Du bist praktisch in ihr Verhalten “reingewachsen”.
Ich nehme mal an, Deine Mutter macht das nicht mit Absicht, sie ist halt so, zu 90 Prozent war ihre eigene Mutter oder Vater auch so.

Kein Elternteil macht das mit Absicht.


Ich denke, in der Therapie werdet ihr da mal einen Plan machen ohne dass Du Gewissensbisse bekommst 😀

Du musst halt auch lernen, für Dich einzustehen, Du kannst ja nicht immer nur schlucken und Deine Krankheit wird schlimmer, aber Deine Mutter weiß nichts von dem Ausmaß.

#17

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D
Habt ihr denn vielleicht ähnliche Erfahrungen mit ich nenne es mal komplizierten Verwandten? Letztendlich unterstellt man ja niemandem böse Absichten. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und meist stecken da ja auch nur Ängste usw dahinter. Meine Mutter hat bei einem Unfall ihre Eltern verloren und ich denke deshalb klammert sie jetzt so. Ich hatte ihr schonmal nahegelegt eine Therapie zu machen, aber das möchte sie nicht und ich kann sie ja schlecht zwingen. Wie geht ihr mit sowas um? Kann man sich emotional irgendwie distanzieren ohne gleich die Person aufzugeben?

Und hat schonmal jemand von euch eine Verhaltenstherapie gemacht? Ich frag mich immer ob dass das richtige für mich ist. Ich hab Angst, das man quasi nur an den Symptomen arbeitet und die dann aber bald wieder da sind weil die Ursachen ja nicht beseitigt sind.

#18


Luce1
Zitat von DunkelBunt9:
Ich hab Angst, das man quasi nur an den Symptomen arbeitet


Man arbeitet an der Ursache.

Ich habe einen ängstlichen Vater, der überall Gefahren sieht und mich vor allem warnte.

Ich hab ihm dann immer gesagt, ich möchte das nicht, vor allem fühlt man sich dann immer noch wie 15.
Es war teilweise auch grenzüberschreitend.

Ich bin dann ganz weit weggezogen, das hatte sich so ergeben, nicht wegen den Eltern.

Bei meinem Vater kommt noch dazu, dass er - unbewusst- kontrollierend ist.

Der Wegzug war wie ein Befreiungsschlag.

Ich konnte aber immer mit meinem Vater drüber reden. Geholfen hat es nichts, er ist, wie er ist.

#19


Luce1
Ich habe eine Gesprächstherapie gemacht, das war aber wegen allem möglichen.
Therapie ist schon gut, weil es jemand Neutrales ist, und vor allem tut es gut, dann auch deren Sichtweise zu hören. Mir hat das immer sehr geholfen.

#20


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