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Hallöööchen, ich leide seit fast 20 Jahren an Angst und Panikattacken. Es kam ganz plötzlich mit 16 Jahren auf einer offenen Straße und begann mit einer Schwindelattacke. Zuerst hieß es, es wäre normal, das sei die Pubertät, aber es wurde immer häufiger und schlimmer. Ich hatte das Gefühl überhaupt keinen Halt und keine Kontrolle mehr zu haben, es war mir so peinlich, dass ich nicht mehr aus dem Haus bin. Alle meine Freunde haben sich von mir abgewandt, mein damaliger Freund machte Schluss weil ich angeblich "ein Freak" sein. Meine Familie sagte nur ich hätte keine Lust zu arbeiten. Als es auch nach 2 Jahren nicht besser war und ich in Verzweiflung anfing mich zu ritzen, nahm meine Mutter mich endlich ernst. Sie hörte sich mein Problem an und versuchte mich immer wieder vor die Tür zu locken (Einkaufen im kleinen Supermarkt etc.). Es wurde nicht besser, die Symptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche und Schwindel blieben, trotzdem suchte ich mir immer wieder Arbeit in der Hoffnung das es vorüber gehen würde. Meine Sichere Zine wurde schließlich über Jahre hinweg immer kleiner, sodass ich es mittlerweile fast nichtmal mehr mit dem Auto zum 2 Minuten entfernten Supermarkt schaffe. Immer wieder kreisen in meinem Kopf Gedanken wie "Was ist wenn die Schwerkraft jetzt einfach nachlässt und ich ins Nichts fliege?" oder "Was ist wenn ich mit dem Auto liegen bleibe und nicht weg komme?" Lauter absurde Gedanken, obwohl ich mir selbst immer wieder sage, dass es Quatsch ist. Spazieren gehen, Rad fahren. absolutes No Go für mich, alles was offen ist, und sei es nur ein Parkplatz, geben mir sofort das Gefühl als würde ich gleich den Kontakt zum Boden verlieren. Geht oder ging es vielleicht jemanden genauso? Was hat euch geholfen?
• • 07.04.2026x 1#1
7 Antworten ↓
fourofour Mitglied
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Hallo und Willkommen im Forum,
das ist echt eine Leidensweg.
Darf ich fragen, ob Du in der Zeit einmal eine fundierte Psychotherapie hattest und Du eine Diagnose von einem Arzt gestellt bekommenhast'?
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#2
A
Angst vor der Angst
x 3
Schlaflose Mitglied
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Zitat von @fourofour Zitat von Eike:
Geht oder ging es vielleicht jemanden genauso? Was hat euch geholfen?
Ist schon 40 Jahre her. Mein Glück war, dass ich keine sichere Zone hatte. Miich überkamen diese Schwindelatracken mit dem Gefühl gleich in Ohnmacht zu fallen oder zu sterben überall, ob drinnen oder draußen, vor allem auch zuhause. Es gab also keine Möglichkeit des Vermeidens und ich konnte jedesmal erleben, dass nichts von dem passierte und ich führte mein Leben ganz normal weiter. Nach ein paar Monaten wurden die Attacken seltener und schwächer und hörten nach einen halben Jahr komplett auf.
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x 1#3
E
Eike Mitglied
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@fourofour Ja, das ist es wirklich.. Ich wünsche mir so sehr ein "normales Leben" vor allem auch wegen meinem Sohn. Und nein, ich habe nie einen Therapieplatz bekommen.. Ich war einmal dann mit meiner Mutter bei einem Psychologen in der Notfallsprechstunde und dieser wollte mir dann direkt Oxazepam verschreiben. Da ich das nicht wollte hat er dann einfach die Diagnose "dann kann es ja auch nicht so schlimm sein" verpasst. Damit war das Thema dann ganz schnell vom Tisch. Ich bin jetzt seit 8 Wochen bei einer Heilpraktikerin für Psychotherapie als Selbstzahler, sie macht mit mir die ACT-Therapie, aber bis jetzt will es noch nicht so wirklich klappen.
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#4
E
Eike Mitglied
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@Schlaflose Oh Gott, ich beneide dich grade so sehr, dass es bei dir so schnell vorüber gegangen ist. Ich wünschte mein Kopf würde auch endlich so funktionieren.
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#5
Kruemel_68 Mitglied
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Zitat von Eike:
Ich bin jetzt seit 8 Wochen bei einer Heilpraktikerin für Psychotherapie als Selbstzahler, sie macht mit mir die ACT-Therapie, aber bis jetzt will es noch nicht so wirklich klappen.
Das kann es nach 8 Wochen auch noch nicht. Eine Therapie ist ein Marathon, kein Sprint. Und wenn Du schon so lange Jahre da drin steckst, kannst du nicht erwarten, dass es in wenigen Wochen besser wird. Du hast noch einen langen Weg vor Dir.
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#6
E
Eike Mitglied
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@Kruemel_68 Dessen bin ich mir "leider" durchaus bewusst, allerdings hofft man nach so langer Zeit trotzdem auf jede noch so kleine Besserung 😊
@Kruemel_68 Dessen bin ich mir "leider" durchaus bewusst, allerdings hofft man nach so langer Zeit trotzdem auf jede noch so kleine Besserung 😊
Liebe @elke , ich habe ein Leben lang, schwere Angst und Panikattacken gehabt, zum Teil immer noch. Was mir geholfen hat, waren Therapien. Mir ist klar geworden, so wie ich denke, kommt die Angst und dann die Panik. Das was Du denkst, das bist Du.