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... Deine Psychologin hat Recht - denn jedes Mal nährst Du die Angst, wenn Du ihr nachgibst. Und wenn Du das Autofahren einst geliebt hast, es Dir Spaß und Freude bereitet hat, besteht große Hoffnung, dass es wieder so sein wird. Ich habe eine verkürzte Sehne und bin eine ganze Weile überhaupt nicht gefahren. Vor dem Autofahren an sich hatte ich panische Angst, weil mir zuvor stets eingetrichtert wurde, dass ich nie werde Autofahren können und so war die "verkürzte Sehne" zwar immer ein Grund, aufs Autofahren zu verzichten, für mich dann aber mehr eine Ausrede. Bis ich irgendwann fahren MUSSTE, weil es nicht anders ging. Die Panik war so groß, dass ich deswegen schlaflose Nächte hatte - was, wenn ich gleich zu Anfang den Motor abwürge und es die Nachbarn mitbekommen, was, wenn ich anecke, was, wenn ich keine passende Parklücke finde, was, wenn ich es auf der AB auf dem Beschleunigungsstreifen nicht schaffe, einzufädeln, und, und, und. Es half alles nichts. Ich bin jedenfalls das beste Beispiel dafür, dass die Aussage Deiner Psychologin zutrifft. Die Angst kann nur dann überwältigt werden, wenn Du die Dinge, die sie auslösen, gerade deshalb tust. Es wird IMMER Situationen geben, die Dir Angst bereiten werden aber wenn Du der Angst nachgibst, wird sie immer siegen. Du kannst natürlich aufs Autofahren verzichten, niemand zwingt Dich dazu aber wenn es "nur" wegen der Angst ist, lohnt es sich nicht ...

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Danke2xDanke


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Salzburg
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  14.03.2019 15:54  
Das sind Situationen beim Autofahren, die unvermeidlich sind. Ich hatte auch schon zweimal einen entgegenkommenden Geisterfahrer, einer der mich von rechts überholte, einer der mir auf der Hauptstraße von ner Seitenausfahrt fast reingeprallt wäre wo ich mit nem 100er unterwegs war etc.
Es kann auch was passieren wenn man vor die Haustüre geht oder die Treppe runter. Das ist alles willkürlich, man hat keinen Einfluss darauf, nur beim Autofahren eben doch, da man auf die eigene Reaktion achten kann und dabei auch so gut wie möglich mit dem Kopf bei der Sache bleibt - also im Moment präsent ist. Da kann man auch Gefahrensituationen verhindern, auch wenn sie einem nen ordentlichen Schreck einjagen, so gehts nämlich jedem der sowas schon mal erlebt hat. Man muss das ganze nur hinter sich lassen und sich bewusst werden dass es ja nicht an der Tagesordnung steht und es immer wieder Ereignisse im Leben gibt die einen mit dem Gefühl der Angst konfrontieren werden. Angst ist ja in dem Sinne etwas gutes, da man sie benötigt um Situationen im Leben abwägen kann vom Risiko her. Nur sobald die Angst nicht mehr rational ist, steht sie einem im Wege und hindert einem im schlimmsten Fall an alltäglichen Dingen - was die Angst ja eigentlich vermeiden sollte.
Mach dir bewusst, dass alles in Ordnung ist, behalt den Überblick auf der Straße. Es passiert nicht immer ein (tödlicher) Unfall, denn sonst würd wohl heute keiner mehr Autofahren wenn das gang und gebe wäre. Und wenn solche Unfälle passieren, dann werden sie meistens nur verursacht von Leuten die unter Ablenkung stehen, betrunken sind oder sich selbst überschätzen bei der Geschwindigkeit. Wo man aber selber - als außenstehende, unschuldige Partei - dennoch meistens einen Spielraum hat um auszuweichen wenn man mit dem Kopf bei der Sache ist und seine vorhandene Reaktionszeit bestmöglich nützt.

Dein Leid liest sich mir eher nach einer großen Angst vor dem Tod als nach einer Angst vorm Autofahren selbst, da du ja scheinbar automatisch von einem schweren Unfall ausgehst sobald du ins Auto steigst aufgrund deines damaligen Erlebnisses. Hast du darüber mit deiner Psychologin/Psychiaterin schon mal gesprochen?

Danke1xDanke


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  14.03.2019 16:32  
zuanders hat geschrieben:
Das sind Situationen beim Autofahren, die unvermeidlich sind. Ich hatte auch schon zweimal einen entgegenkommenden Geisterfahrer, einer der mich von rechts überholte, einer der mir auf der Hauptstraße von ner Seitenausfahrt fast reingeprallt wäre wo ich mit nem 100er unterwegs war etc.
Es kann auch was passieren wenn man vor die Haustüre geht oder die Treppe runter. Das ist alles willkürlich, man hat keinen Einfluss darauf, nur beim Autofahren eben doch, da man auf die eigene Reaktion achten kann und dabei auch so gut wie möglich mit dem Kopf bei der Sache bleibt - also im Moment präsent ist. Da kann man auch Gefahrensituationen verhindern, auch wenn sie einem nen ordentlichen Schreck einjagen, so gehts nämlich jedem der sowas schon mal erlebt hat. Man muss das ganze nur hinter sich lassen und sich bewusst werden dass es ja nicht an der Tagesordnung steht und es immer wieder Ereignisse im Leben gibt die einen mit dem Gefühl der Angst konfrontieren werden. Angst ist ja in dem Sinne etwas gutes, da man sie benötigt um Situationen im Leben abwägen kann vom Risiko her. Nur sobald die Angst nicht mehr rational ist, steht sie einem im Wege und hindert einem im schlimmsten Fall an alltäglichen Dingen - was die Angst ja eigentlich vermeiden sollte.
Mach dir bewusst, dass alles in Ordnung ist, behalt den Überblick auf der Straße. Es passiert nicht immer ein (tödlicher) Unfall, denn sonst würd wohl heute keiner mehr Autofahren wenn das gang und gebe wäre. Und wenn solche Unfälle passieren, dann werden sie meistens nur verursacht von Leuten die unter Ablenkung stehen, betrunken sind oder sich selbst überschätzen bei der Geschwindigkeit. Wo man aber selber - als außenstehende, unschuldige Partei - dennoch meistens einen Spielraum hat um auszuweichen wenn man mit dem Kopf bei der Sache ist und seine vorhandene Reaktionszeit bestmöglich nützt.

Dein Leid liest sich mir eher nach einer großen Angst vor dem Tod als nach einer Angst vorm Autofahren selbst, da du ja scheinbar automatisch von einem schweren Unfall ausgehst sobald du ins Auto steigst aufgrund deines damaligen Erlebnisses. Hast du darüber mit deiner Psychologin/Psychiaterin schon mal gesprochen?


Angst vor dem Tod habe ich, ja .. ich habe mit dem Psychiater darüber gesprochen, er meinte könnte Auslöser dafür sein und hat mir deswegen auch Opipramol verschrieben. Mit der Psychologin habe ich auch gesprochen (bin seit 2015 in Therapie) gestern war der letzte Termin, Verlängerung wurde beantragt. Muss jetzt warten, aber sie meint auch weiter Autofahren, ich will es auch nicht aufgeben, diese Freiheit lasse ich mir durch die Angst nicht nehmen. Es ist schon hart, dass sich das Gehirn solche Auslöser speichert und die Symptome auslöst

Trotzdem ich werde niemals aufgeben



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Salzburg
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  14.03.2019 16:45  
Ja, unser Gehirn kann manchmal richtig fies sein. Aber es lässt sich alles wie bei einer Festplatte wieder überschreiben. Bleib einfach dran, such dir vorerst mal schöne Routen aus, wo nicht viel Verkehr ist und fahre diese Routen entlang. Einfach, dass du wieder ein Gefühl fürs fahren bekommst. Wo hast du angefangen zum autofahren? Was waren damals deine Lieblingsrouten? Das Gehirn merkt sich Dinge automatisch die es mit schönen Erlebnissen verknüpft.

Danke2xDanke


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  14.03.2019 19:27  
@Jasy1983
Hilft dir das Original?
Lg



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  14.03.2019 19:31  
Soulfighter hat geschrieben:
@Jasy1983
Hilft dir das Original?
Lg


Original? Oder meinst du Opipramol?



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  14.03.2019 20:15  
Sorry Autokorrektur meinte natürlich Opipramol



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  14.03.2019 20:41  
Jasy1983 hat geschrieben:

Original? Oder meinst du Opipramol?


@Soulfighter
.. obs hilft kann ich noch nicht sagen, nehme es erst seit 4 Tagen, muss aber sagen 2011, 2014 und 2016 hatte ich es auch verschrieben bekommen und es hat gut geholfen, allerdings konnte ich da noch ohne Probleme Auto fahren und hatte keine Angstsymptome



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  14.03.2019 21:14  
Ich nehme es auch hilft mir ganz gut
Lg



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  14.03.2019 21:30  
Soulfighter hat geschrieben:
Ich nehme es auch hilft mir ganz gut
Lg


Seid wann nimmst du es und wieviel? Ich nehme nur abends 50mg (hat mir damals auch gut geholfen)



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  15.03.2019 00:49  
Ich nehme 3mal täglich 50mg seit ca 4 Monaten



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NRW
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  22.03.2019 21:55  

Eine Erfolgsstory bei Panikattacken auf Autobahnen

Ich schreibe hier erstmals einen Beitrag um alle Betroffenen von Panikattacken Mut zu geben.
Ich habe zum Glück nur wenige Monate unter diesen Angstzuständen gelitten und konnte mich aus eigener Kraft daraus befreien. Ich möchte euch daher gerne mitteilen wie ich es geschafft habe.
Vor einigen Monaten musste ich mich aufgrund eines Arbeitgeberwechsels wieder mit dem Wagen auf die Autobahn begeben.
Ich habe zunächst ein Carsharing-Fahrzeug gemietet um die Strecke zum neuen Arbeitsplatz abzufahren. Ich bekam aber schon nach wenigen Minuten eine Panikattacke und musste die nächste Ausfahrt nehmen.
Weitere Versuche verliefen nicht besser, ich war ziemlich verzweifelt weil ich in wenigen Wochen diese Strecke regelmäßig fahren musste.
Ich habe mir reichlich Literatur zu diesem Thema besorgt und gelesen, weitere Hilfe habe ich mir versucht über Foren von Betroffenen zu holen.
Hier im Forum gab es aber kaum einen, de/die es dauerhaft geschafft hatte diese Angststörung loszuwerden.
Ich hatte zumindest den Vorteil, dass ich selber Arzt bin und eine Psychotherapeutin in der Familie habe.
Beim Literaturstudium ist mir aufgefallen, dass Angststörungen in Zusammenhang mit Medikamenten stehen können.
Unter den möglichen Auslösern waren Schilddrüsenhormone, die ich selber regelmäßig nehmen musste, also habe ich erst einmal die Dosis reduziert.
Weitere Auslöser waren Lebensmittel/Getränke, die den Puls und Blutdruck erhöhen können, also z.B. coffeinhaltige Getränke wie Cafe.
Nach dem Absetzen der beiden möglichen Triggersubstanzen habe ich mich wieder auf die Autobahn getraut. Als weitere Maßnahme habe ich niedrig dosiert Betablocker genommen um erhöhten Puls zu unterdrücken.
Das Ergebnis war, dass es mir möglich war Autobahnfahrten von 30 Minuten und länger durchzuhalten, ohne die nächste Ausfahrt zu nehmen.
Sehr wichtig war es auch, dass ich die Heizung im Wagen komplett abgeschaltet habe, Wärme trägt offensichtlich dazu bei, dass sich die Blutgefäße weiten und somit die Gefahr von Tachycardien erhöht.
Während der Fahrt habe ich mich versuch mit Hörbüchern abzulenken und notfalls Atemübungen durchgeführt.
Am allerwichtigsten war es jedoch, dass ich nicht dem Wunsch nachgegeben habe, die nächste Ausfahrt zu nehmen. Ich bin einfach weitergefahren, bis sich die Aufregung langsam gelegt hat.
Nach nur einer Woche war ich so begeistert von meinen Fortschritten, dass ich angefangen habe laut zu singen, weil ich mich so gefreut habe.
In der zweiten Woche gab es aber gleich den ersten Rückschlag, ich hatte unerwartet eine erneute Panikattacke.
Ich wusste aber, dass die einzige Möglichkeit aus dieser Angstspirale zu kommen darin bestand, sich immer wieder auf die Autobahn zu begeben und nicht aufzugeben. Durch den neuen Job war ich gezwungen täglich 2 Stunden über die Autobahn zu fahren.
Mittlerweile sind 8 Wochen vergangen und die anfängliche Angst vor dem Auftreten der möglichen nächsten Angstattacke hat sich fast vollständig gelegt.
Ich kann sogar problemlos auf die Überholspur, Brücken oder Tunnel fahren ohne jede Angst.
Schon Ende der ersten Woche habe ich die Betablocker wieder abgesetzt, weil sie nicht mehr notwendig waren.
Ich hoffe, dass meine Geschichte anderen Mut macht, nicht aufzugeben.

Danke3xDanke


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Bayern
450
  22.03.2019 22:36  
Herzlich Willkommen und Hallo.

Du meinst also du hast deine eigene Konfrontationstherapie gemacht und hast es geschafft!

Ich konfrontiere mich tagtäglich mit meinen Ängsten aber leider ohne Erfolg.

Danke1xDanke


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  23.03.2019 08:16  
Vielen Dank. Du bist also wirklich täglich gefahren? Ich galaube das ist ein Teil der Lösung, dass man dran bleibt.

Ich habe mir das Auto fahren einschließlich Schnellstraße zurück erobert. Dann bin ich auf die Autobahn. Zuerst eine 30 km Strecke. Die ersten 2 male ging es gut, beim dritten Mal eine Panokattake. Es hat mich so fertig gemacht, dass ich erst mal 2 Wochen gar kein Auto gefahren bin, jetzt fahre ich wieder Schnellstraße aber auf die Autobahn traue ich mich nicht. Das Gefühl auf der Autobahn Ohnmächtig zu werden ist schrecklich. Genau bekomme dann Herzrasen. Die Idee mit dem Betablocker ist nicht schlecht! Propranolol soll sogar dabei helfen Ängste zu löschen.

Mich nervt es sehr mit der Autobahn, aber ich denke ich buche mir für die ersten Fahrten eine Fahrschule. Meine Therapeutin meinte sie könnte auch mitkommen.

Wie lange hat es gedauert bis Du die Panikattaken überwudn hast? Kannst Du das genauer beschreiben, so einen Heilungsverlauf?

Du hast Recht hier sind wenige die es schaffen. Viele meinen Konfrontation hilft Ihnen nicht. Ich denke wer wirklich nachhaltig und energisch konfrontiert, der hat auch Erfolg.
Leider geht es bei mir langsam und schleichend und ich muss immer wieder aufpassen, dass ich nicht in Vermeidung gehe. Wahnsinn wie langsam das Gehirn di Angst verlernt.

Schön zu lesen, dass es auch Ärzten passiert.



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Essen Ruhrgebiet
78
  23.03.2019 09:07  
Hallo
Super, das Du es geschafft hast.Vertrauen spielt dabei auch ein große Rolle. Bei manchen klappt das aber nicht mit dem Lerneffekt aus der Konfrontation. Bei mir leider auch nicht. Es waren auch gar nicht viele Panikattacken bei mir, wenn ich mal drüber nachdenke, aber diese wenigen waren so prägend für das Selbstbewusstsein, daß Sie mich ü 20 Jahre schon beschäftigen und diese mir komplett ein normales Leben verbaut haben.

Ich denke auch, daß die Panikattacken bei mir durch damals hohen Kaffeekonsum+Rauchen und eine Kontrolldisposition zustande kamen. Man hat eigentlich über nichts so richtig die Kontrolle.

Ich erinnere mich noch an jede Kleinigkeit der Panikattacken, die teilweise schon 18 Jahre her sind.

Einmal stand ich mit einem Kollegen im Stau auf der A40.Die Linke Spur gabelte sich auf die Gegenfahrbahn. Plötzlich ging nichts mehr und wir standen dort. Ich musste dummerweise auf die Toilette. Dort kam das erste mal Panik auf. Was machen etc. Rauslaufen und über die Mittelbetonblöcke hüpfen und am Rand pinkeln? Wie würden die Leute schauen?

Das 2 mal Stand ich mit meinem Wagen auf der Rheinkniebrücke und es war Stau wegen Kirmis. Der Lüftermotor ging im 2min Takt an und reflexartig kam der Gedanke auf, was machst Du, wenn der jetzt liegen bleibt? Die Bordsteine auf der Brücke sind extrem hoch und mit schieben hilft ja in unserer Gesellschaft auch kaum einer. Eher wird man weggehupt.
Schwupp, 2 Panikattacke mit extremen Adrenalinausschüttungen und Fluchtimpulsen. Mein Linkes Bein hat 30min gezittert, ich konnte kaum noch die Kupplung treten.

Die 3 Attacke hatte ich im Supermarkt an der Kassenschlange. Auch extrem belastend. Immer mit Fluchtggedanken.

Die 4 wieder auf der Autobahn. Ich habe mir ernsthaft überlegt, den Wagen auf der Standspur stehen zu lassen und die Böschung hochzulaufen und weg. Es war nur 1 Ausfahrt vor meinem Zuhause.

Es waren noch einige mehr, aber diese haben ausgereicht, um mich komplett fertig zu machen. Ich meine damit die komplette Auslöschung von Selbstvertrauen. Daraus hat sich über die Jahre eine kleine Sozialphobie entwickelt. Ich bin 18Jahre schon nicht mehr aus meiner Stadt herausgefahren, geschweige denn Urlaub. Ich schaffe es noch nicht mal mehr arbeiten zu gehen, weil ich schiss habe mit einer Situation konfrontiert zu werden, die mich wie Du ins Auto zwingt.


Allerdings haben mittlerweile viele Leute diese Attacken. Auch welche, die mit Selbstvertrauen gesegnet sind und fest im Leben stehen, wie Du. Es wäre schön, wenn die Forschung auf diesem Gebiet noch zu meinen Lebzeiten Erfolge erzielen würde.

Ich glaube, daß bei mir diese Attacken aufgrund einer Ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung enstanden sind.

Ich wünsche Dir ein panikfreies Leben.

Danke1xDanke



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NRW
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  23.03.2019 09:38  
Das verrückte ist, dass ich einen langjährigen guten Freund habe, der seit über 20 Jahren sich nicht mehr auf die Autobahn traut. Ich habe mit ihm über dieses Thema viele Gespräche geführt um ihm zu helfen, leider ohne Erfolg.
Ich persönlich habe vor etwa 30 Jahren einen schweren Autobahnunfall ohne Verletzungen überstanden, in den Monaten danach traten zum ersten mal die Ängste auf der Autobahn auf, vor allem wenn die Situation vergleichbar war, also dunkel und regnerisch. Damals habe ich keine Ahnung von Panikattacken gehabt und bin instinktiv weitergefahren.
Vor einigen Jahren habe ich beschlossen, den Wagen zurückzugeben, da ich es kaum noch genutzt habe. Als ich dann vor einigen Monaten wieder auf die Autobahn musste, bekam ich schon bereits im vorhinein starke Angstgefühle und traute mich kaum noch draufzufahren.
Erst als ich mich in das Thema aus medizinischer und psychologischer Sicht hineingelesen habe konnte ich an den entsprechenden Stellschrauben drehen.
Das ganze ist aber natürlich nicht glatt gelaufen, nach erfolgreichem Beginn habe ich den von anderen beschriebenen Drehschwindel zum ersten mal erlebt und bekam unglaublich starke Angst die Kontrolle zu verlieren.
Die erste Zeit habe ich zudem den Fehler begangen das vordere Fahrzeug zu fixieren, dass hat meine Ängste deutlich befeuert. Die Lösung war am Ende gar kein Fahrzeug zu fixieren (schwer zu beschreiben).
Ich habe genau wie andere Betroffene vor allem Angst auf mehrspurigen Autobahnen gehabt, Brücken und Tunnel waren ebenfalls ein echtes Problem.
Mittlerweile habe ich meine Schilddrüsenmedikation wieder auf die alte Dosis erhöht, ohne das Panikattacken auftraten, lediglich auf den coffeinhaltigen Cafe verzichte ich immer noch, das hat aber andere Gründe. Es gibt auch leckere coffeinfreie Sorten, von denen ich vor allem kein Reflux oder Schlafstörungen bekomme.
Am wichtigsten ist aber die "Gedankenkontrolle", sobald man sich Gedanken macht was passieren könnte, wenn man die Kontrolle verlieren würde, ist es aus mit dem Weiterfahren. Wenn man das ganze 6 bis 8 Wochen geschafft hat, verfliegt die Angst vor Kontrollverlust.
Ich kann mittlerweile ganz entspannt auf die Überholspur fahren und LKW's überholen ohne jede Angst.



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  23.03.2019 10:22  
Triste78 hat geschrieben:
Es wäre schön, wenn die Forschung auf diesem Gebiet noch zu meinen Lebzeiten Erfolge erzielen würde.



so sehe ich es auch! Die Angst war immer die Stiefschwester der Depression und erst jetzt wird richtig geforscht. Ich warte auch drauf. Es gibt die Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie leider privat..dort hat man 2 Stunden Psychotherapie pro Tag plus jeden Tag Expositionen. Die arbeiten mit Angstflutung usw. Es scheint sehr gut zu funktionieren.

Eine normale Psychosomatik von der Kasse bezahlt in der ich war: auf Ängste wurde gar nicht eingegangen, keine Konfrontationen, 1 x die Woche Psychotherapie, etwas kreatives usw...na ja ich habe mich etwas ein wenig mehr kennen gelernt aber gegen die Angst war die Zeit sinnlos.

Ich denke eine richtig gute Therapie gegen Angst ist nun mal für die Therapeuten anstrengend. Die müssen dann richtig arbeiten, wenn die Panik beim Patienten kommt. Ich hoffe die gesetzlichen schauen sich etwas von den privaten ab.



334
Bayern
450
  23.03.2019 10:24  
docsuma hat geschrieben:
Ich persönlich habe vor etwa 30 Jahren einen schweren Autobahnunfall ohne Verletzungen überstanden


Da hast du es ja. Du hast eine PTBS entwickelt. Deine Flashbacks untermauern dies noch.
Wieso trinkst du denn keinen Kaffee? Auch das könnte man als Vermeidungsverhalten deklarieren....diese Gedanken kennen wohl viele Panikerkrankten.



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  23.03.2019 10:28  
Inneresmein hat geschrieben:
Wieso trinkst du denn keinen Kaffee? Auch das könnte man als Vermeidungsverhalten deklarieren....diese Gedanken kennen wohl viele Panikerkrankten.


Ich finde es ist Vermeidungsverhalten! Jeder Körper kommt mit 1 Tasse Kaffee klar. Diese habe ich mir auch in der stärksten Phase nicht nehmen lassen.

Danke1xDanke


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Essen Ruhrgebiet
78
  23.03.2019 10:43  
Ich bin leider ein sehr misstrauischer Mensch. Sebst wenn ich es wirklich schaffen sollte, nach 50x Konfrontation die Panik bzw. Angst vor der Angst zu überwinden, dann ist immer noch der Zweifel mein Freund.

Ich glaube, daß ich nicht mehr ein normaler Mensch werden kann.



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Dr. Reinhard Pichler


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