App im Playstore
Pfeil rechts
15

kadisha

kadisha
Mitglied

Beiträge:
787
Themen:
28
Danke erhalten:
272
Mitglied seit:
Hallo ihr lieben,

mich würde interessieren ob unter uns auch Menschen sind, die eine starke Angst-/ und oder Panikstörung hatten und diese erfolgreich ohne Medikamente besiegt haben.


Wie war eurer Weg? Wie lange habt ihr dadrunter gelitten? Was hat euch geholfen? Und warum wolltet ihr keine Medikamente?

Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen!

Liebe Grüße 🫂

• • 01.11.2026 x 2 #1


8 Antworten ↓

F-Wenninger
Hi kadisha
Ohne Medikamente wirds wohl nicht gehen.
Ich mache Entspannungsübungen, Atemübungen und ich meditiere.
Dadurch ist die Dosis von meinen Medis sehr klein.
Das ist meine Einstellung.
Servus

• x 1 #2


A


Angst-/Panikstörung ohne Medikamente besiegen

x 3


Greta__
Was verstehst du unter "besiegen"? Einen Weg zu finden sich damit zu arrangieren oder gesund zu werden?

Ich sehe es pragmatisch. Wenn ich eine Krankheit habe, hilft Medizin. Also bei Brüchen, Schilddrüse, Diabetes etc. würde keiner auf die Idee kommen und sagen "Ich nehme keine Medikamente". Warum ist das bei psychischen Erkrankungen nicht so?

Warum sich tagtäglich quälen, die Lebensqualität geht total flöten, aber ich nehme keine Medikamente? Warum? Das ist etwas was ich nicht nachvollziehen kann.

Wenn einem ein Medikament helfen kann, dann würde ich mich immer dafür entscheiden es zu nehmen.

• x 3 #3


l3mureS
Guten Morgen meine Liebe Kadisha

Hab es 6 Jahre ohne Medikamente probiert und gnadenlos versagt.
Gott, was habe ich alles probiert.
Von Meditieren bis zu Atemtechniken. Vom intensiven Sport bis zu Physio usw.

Du selbst schreibst von einer schweren Panik u. Angststörung.
Deshalb glaube ich das es ohne nicht gehen wird.
Es ist nun mal nur eine Krücke und den Rest müssen wir eh selber machen.

Persönlich würde ich die Chemie auch gerne weglassen oder zumindest die kleinste Dosis davon nehmen.
Leider bin ich an einem Punkt wo ich jede Hilfe in Anspruch nehme die ich bekommen kann.

Lg Alex

• x 1 #4


Schlaflose
Die Panikattacken an sich habe ich damals ohne Medikamente oder sonstige Methoden wegbekommen, indem ich trotzdem alles normal weitergemacht und nichts gemieden habe. Mir hat es gereicht zu wissen, dass es keine körperlichen Ursachen gibt, nachdem ich ärztlich untersucht wurde (nur 2-3 Mal beim Hausarzt, einmal beim Orthopäden und einmal beim HNO). Medikamente wurden mir gar nicht angeboten und ich wusste nicht, dass es überhaupt welche gab. Nach einem halben Jahr waren die PAs weg.
Das Grundproblem wurde dadurch aber nicht gelöst und 2-3 Jahre später fing es mit den extremen Schlafstörungen an, die ich dann aber nur mit Medikamenten halbwegs in den Griff bekam.

• x 2 #5


Rick
Ich hätte ohne Medikamente keine Chance gegen meine Angst gehabt.

• x 2 #6


-juli
Ich glaube, dass es stark auf die Ursachen ankommt. Bei mir lagen die Auslöser unmittelbar in meinem Leben. Also wirklich so nah, dass es gereicht hat, ein gewisses Umfeld zu verlassen, damit meine Symptome vollständig verschwanden, aber ich glaube nicht, dass das der klassische Krankheitsverlauf ist, wenn man eine Angststörung oder Panikstörung hat, sondern ich das vielleicht nie „wirklich“ hatte und/ oder man es nicht von der Belastungsreaktion auf mein Umfeld differenzieren konnte.

Dadurch habe ich keine Medis gebraucht, aber es ging mir recht lange in dem Umfeld schlecht, wodurch ich ziemlich viel Zeit an die Symptomatik verloren habe. An meisten hat mir die Therapie geholfen, die ich dann begann, weil der Therapeut da mir sagte, dass es nicht meine Schuld wäre und ich nur der Symptomträger sei. Wir haben dann Stück für Stück an meiner Flucht (anders kann man es nicht nennen) gearbeitet.

• x 2 #7


Lokalrunde
Im Umgang mit Medikamenten ist es immer gut, dass man ganz genau erklärt bekommt, warum und weshalb es sein muss. Bei Psychopharmaka war dies lange Zeit nicht so, jeder x-beliebige Hausarzt konnte oder kann es verschreiben. Ich bin der Ansicht, dass es aber immer in die Hand eines Facharztes gehören sollte.

Als ich 1998 erkrankte, war der Hausarzt lange Zeit die Ansprechperson, bis die Krankenkasse Alarm schlug und wissen wollte, warum ich immer wieder AU geschrieben wurde. Ich war dann bei einem Arzt für Neurologie und Psychiatrie. Alle 14 Tage bekam ich Diazepam verordnet in Tropfenform, keine Therapie, aber erneut eine Krankmeldung.

Durch eine gute Freundin bekam ich einen superschnellen Termin bei einem Facharzt für psychotherapeutische Medizin, jede Woche 50 Minuten Therapie und keine Medikamente. Ganz schnell kam ich dann zum medizinischen Dienst. Die Krankenkasse hatte eine amtsärztliche Untersuchung angeordnet, man glaubte mir nicht so recht bei den hohen Fehlzeiten auf der Arbeit. Dort begutachtete und untersuchte mich die Ärztin, telefonierte mit meinem Therapeuten, der schon eine Reha angeordnet hatte, und ich bekam eine AU bis auf weiteres erst einmal für drei Monate.

In meiner Reha in der Kleeblattklinik in Rastede wurde auch ohne Medikamente therapiert. Es gab Patienten, die welche bekamen zur Unterstützung oder wegen eines Entzuges. Ich konnte damit gut klar kommen, keine Antidepressiva oder Benzodiazepine zu schlucken. Wusste ich doch von der Wirkung vom Diazepam und wie das einem den Kopf vernebelt. Später hatte ich noch diverse Rückfälle und bei Panik hatte ich ein Notfallmedikament, das ich auch benutzte, für ein/zwei Tage. Habe in meiner Reha gesehen, wie viele erst einen Entzug machen mussten und wie die schreiend am Boden lagen während der Therapiestunden! Ich weiß aber auch, dass es manchmal nicht mehr anders geht, etwas zu nehmen!

• x 2 #8


Kruemel_68
@kadisha Ich gehe meinen Weg ohne Medikamente - wobei ich mich nicht als "geheilt" bezeichnen würde. Ich bin halt noch auf dem Weg dahin. Ob ich jemals dort ankomme, sei mal dahin gestellt.

Mir haben Medikamente bisher nicht weitergeholfen, wobei ich auch sagen muss, dass ich nach zwei Versuchen die x. voll hatte. Escitalopram habe ich nicht vertragen und es hat es alles noch schlimmer gemacht. Mirtazapin hat mir Null geholfen, aber ich hatte eine enorme Gewischtszunahme und ich habe aufgrund der Absetzproblematik zwei Jahre gebraucht, bis ich es wieder ausgeschlichen hatte.

Meine persönliche Meinung ist, dass ADs eine Berechtigung bei schweren Depressionen und Angstzuständen haben und wenn nix anderes mehr geht. Sie sind aber nicht zur Dauermedikation gedacht, daher sollte immer wieder überprüft werden, ob es das noch braucht. Was in meinen Augen gar nicht geht, ist eine Medikation in Lebenskrisen, das Zuballern von Frauen in den Wechseljahren und eine Medikation ohne begleitende Therapie. Ein AD kann ein Baustein sein, ist aber nicht zur alleinigen Behandlung der Problematik geeignet. Denn es ist halt nur eine Krücke, die unterstützen kann - sie löst aber nicht das Problem.

Ich finde es nach wie vor schlimm, dass die Ärzte den Patienten eine Medikation mit ADs als alternativlos verkaufen und viele wirklich in dem Glauben sind, sie müssten diese Medikamente nehmen. Eine Aufklärung über weitere Ansätze wie Sport, Lebensstilanpassung, Therapie etc. gibt es aus Zeitgründen nicht. Außerdem wäre es in meinen Augen essentiell, dass ganz am Anfang erst einmal eine komplette körperliche Abklärung inkl. Schilddrüse, Status von Hormonen, Vitaminen, Aminosäuren etc. stattfindet. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen mit ADs behandelt werden, die aber eigentlich NEMs oder Hormone bräuchten.

Was mir bisher geholfen hat, kannst Du hier nachlesen wenn Du Lust hast:

erfolgserlebnisse-f59/mein-tipp-koerper-psychotherapie-bei-somatoformer-stoerung-t106750.html

• #9





Youtube Video

Dr. Christina Wiesemann
App im Playstore