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Wenn ich so genau darüber nachdenke, dann habe ich das wohl schon seit ungefähr 17 Jahren. Denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Anfänge schon in meiner Teenager-Zeit lagen. Warum, weiß ich noch nicht so genau.
So richtige Panikattacken, bis ich sie entlarvte, dann Jahre später. Nun kamen noch körperliche Symptome hinzu. DIe vielleicht von einer allgemein schlechten Verfassung kommen. Anfälligkeit für Krankheiten, geringe Widerstandskraft, Rücken- und Nackenprobleme. Tja und so schnürt sich dann ein Paket zusammen.

Wäre dein Freund denn umzugsbereit irgendwann? Auf kurz oder lang kann er dich doch auch besuchen kommen. Wenn du ihn besuchst, sind deine Kinder doch sicher auch irgendwo untergebracht - oder wie alt sind die? Dann könntest du sie ja ebenso unterbringen, wenn ER dich besucht? Ich weiß. Das sind nun mal wieder so Gedankengänge von einem selbst Betroffenen... Im Laufe der Jahre ist man sehr spitzfindig, wenn es um Ausreden, Lügen usw. geht.

Ich kann auch absolut diejenigen hier verstehen, die ihr Leiden nicht preis geben wollen. Mir geht es auch so. Es ist doch so, dass die wenigsten Leuten dafür Verständnis haben. Wie denn auch? Für körperliche Krankheiten hat allgemien jeder Verständnis. Aber psychischen Leiden schlägt immer noch Unverständnis, Angst und Misstrauen. Gerade der älteren Generation kann man das auch nicht verübeln.
Wir können wirklich froh sein, in der heutigen Zeit zu leben. Ich habe erst kürzlich einen Bericht über vergangene Zeiten gelesen. Davon, dass psychisch Kranke früher umgebracht wurden oder lebenslang weg gesperrt, üblen Versuchen unterzogen, zwangsweise medikamentiert usw. Das ist noch in vielen Köpfen der älteren Generation verankert.
Und nicht zuletzt werden ja sogar Worte wie schizo als Schimpfwort gebraucht.
Also ICH habe keine Lust, mich zu offenbaren. Nein, ganz bestimmt nicht.

06.01.2013 10:38 • #21


Eine Kollegin von mir leidet unter bösen PA beim Autofahren, kommt manchmal völlig fertig im Büro an. Habe sie einmal wieder nach Hause geschickt.

Jedenfalls ist sie ein mitteilungsbedürftiger Mensch und erzählt jedem davon. Was passiert ? Hinter ihrem Rücken wird, von einigen zumindest, gelästert.

06.01.2013 11:00 • #22



Angst alleine unterwegs zu sein

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novemberrain
Hallo Tinchen,

rede mit ihm offen darüber. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, je mehr ich wollte, dass es keiner weiß, um so stärker wurde die Angst.
Seitdem rede ich offen darüber- auch meine Kollegen wissen Bescheid.
Seit ich diese Linie fahre, bin ich wesentlich entspannter. Ich muss keine Ausreden mehr finden und ich kann sagen: Leutz, ich habe gerade mega Panik !
Und seid ich weiß, ich darf es sagen, kommt die Angst gar nicht mehr so oft.

Tinchen, Du sagst, er kann nciht zu Dir kommen wegen den Kids.
Wo sind die aber, wenn Du zu ihm fährst? Bei dem Kindsvater?
Dann konnte ja theoretisch Dein neuer Freund zu Dir kommen, wenn die Kids sowieso beim Papa sind.

Aber rein therapeutisch gesehen, müsste ich Dir raten: Fahr so oft Du kannst selbst. Nicht, um ihn zu sehen, sonderm um Dich zu therapieren

LG

06.01.2013 11:09 • #23


Ich muss wernereiskalt Recht geben! Natürlich kann man es innerhalb der Familie erklären. Aber auf der Arbeit wäre ich heutzutage sehr vorsichtig! Wirklich. Wenn man Beamter ist oder sonstwie einen absolut sicheren Job hat, ist das natürlich was anderes. Aber heutzutage hat man es doch im Arbeitsleben schon schwer genug. Warum sollte man sich freiwillig auf der Abschussliste ganz nach Oben begeben? Und sind wir doch mal ehrlich. Wenn der Chef irgendwann die Wahl hat zwischen mehreren Leuten, die er raus schmeißt? Wer ist denn dann dran? In 99,99 % der Fälle der, der sich als psychsich angeschlagen geoutet hat. So ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ich finde es schlimm, dass andere Leute lästern. Das ist auch genau meine Erfahrung, die ich zu Beginn meiner Panikattacken gemacht habe.
Aktuell habe ich wahrscheinlich wieder eine Freundin verloren. Im Spätsommer lud sie mich ein, mit ihr zusammen eine ihrer Freundinnen zu besuchen, die ich wiederum noch aus Schulzeiten kannte. Da ich Angst hatte, hat mein Mann mich dort abgeliefert und ich habe ca. 2 Stunden mit schlimmsten Panikattacken dort ausgehalten. Ich war ein paar mal auf der Toilette und vielleicht habe ich mich auch sonst sehr nervös verhalten. Jedenfalls hat sie sich nicht mehr gemeldet. Hat mir auch nicht zum Geburtstag gratuliert. Weder zu Weihnachten und Neujahr kam noch was. Mir macht das sehr zu schaffen!
Ich denke nun, dass sie sich mit der anderen sicher ausgetauscht hat. Womöglich denken die, ich saufe oder nehme Dro.. Oder sie haben direkt gemerkt, dass ich psychisch was habe. Warum sollte sich jemand sonst nicht mehr melden, nachdem man sich kurz vorher noch getroffen hat?
Es ist doch wohl klar, dass man das dann vertuschen will. Und ich werde des weiter so handhaben. Es ist schon schlimm genug, dass man sowas überhaupt hat. Ich habe keine Lust, dann noch hinter meinem Rücken als Vollidiot angesehen zu werden.

06.01.2013 11:26 • #24


novemberrain
@karlakolumna

Diese Probleme entstehen aber auch, gerade weil wir nicht darüber reden wollen.
Was soll denn Deine Freundin denken? Sie weiß ja nicht, wie beschissen es Dir geht. Sie hatte vielleicht den Eindruck, dass es Dir dort gar nicht gefällt und Du Dich unwohl fühlst.

Und was den Job angeht.
Der Chef kann einen auch rausschmeißen, weil er gar nicht weiß, warum wir uns seltsam verhalten, warum wir öfters mal früher heimgehen, warum wir es nicht auf einer Besprechung aushalten usw.
Wenn man aber mit den Leuten redet, kann man auch etwas gewinnen.
Warum reden wir denn nicht darüber? Weil wir Angst haben, man versteht es nicht?
Falsch! Seit ich mich geoutet habe, haben mir immer mehr Leute erzählt, dass sie genau das Gleiche haben.

Ich fühle mich wesentlich besser, seit ich es nicht mehr verstecken muss.
Was nicht heißt, dass ich es JEDEM erzähle....

Hätte ich den Schritt nur eher gewagt. Ihr glaubt nicht, wie befreiend es ist.

06.01.2013 11:49 • #25


novemberrain
noch was....

Kollegen reden auch, wenn man keine Angst hat.....

06.01.2013 11:51 • #26


ich muss morgen früh in die stadt gehen , da ich für meinen kleinsten feuchttücher brauche und davor habe ich jetzt schon eine heidenangst und würde am liebsten garnicht gehen .
dabei kann ich so speziell garnichtmal sagen wovor ich so ne angst habe , vielleicht vor den vielen leuten , vielleicht vor dem großen geschäft , aber es ist mal wieder ein echtes problem für mich und ich weis nicht wie ichs lösen soll ?

06.01.2013 14:49 • #27


Zitat von novemberrain:
noch was....

Kollegen reden auch, wenn man keine Angst hat.....




...und nicht nur Kollegen tun dies für ihr Leben gern.

06.01.2013 15:43 • #28


Zimtsternchen: Wieso musst du denn deshalb in der Stadt in ein großes Geschäft? Feuchte Tüchter gibt es doch in jedem kleinen Supermarkt. Naja. Und notfalls kann man auch nen nassen Waschlappen benutzen. Rein, Teil greifen, raus. Ach das ist alles doof.

06.01.2013 20:07 • #29


Hallo ihr Lieben!

Sorry, mein Internet wollte heute nicht so wie ich das wollte, deshalb bin ich erst jetzt on.
Vielen vielen Dank für die zahlreichen Antworten, es tut gut hier zu sein

Ich habe es heute getan und mit meinem Freund, wie es euer Rat war, über meine Ängste gesprochen
Er hat sehr verständnisvoll reagiert, obwohl er zugeben muss, damit nicht viel anfangen zu können.
Und weil ich mich wieder schämte (Werner, ich kann einfach nicht anders) schimpfte er regelrecht mit
mir und versprach mich in Zukunft zu unterstützen. Grins, ich bin froh.

Meine KInder sind schon recht groß, die müssen nicht mehr untergebracht werden (20 Jahre, 18 Jahre und
16 Jahre) . Wenn ich dann also zu ihm fahre, bleiben sie alleine oder schlafen bei Freunden.
Ich hoffe, dass er bereit sein wird, wenn unsere Beziehung sich festigt und eine Weile dauert, zu mir zu ziehen.Wir kommen ja ursprünglich auch der selben Stadt (er ist hier aufgewachsen, ich war die beste Freundin seiner großen Schwester).
In etwa drei Monaten will er sich auch ein Auto anschaffen, dann wird er mich sicherlich auch schonmal abholen Hoffe ich.

Ja Werner, wir schämen uns Also habe ich mich verschlossen, immer auf stark getan,äußerlich. Innerlich ging ich kaputt.
Aber warum schämen wir uns? Weil Angst, so denken viele nunmal, immer ein Zeichen von Schwäche ist.
Oder sehe ich das falsch? Wurde uns (oder zumindest mir) r als Kind immer eingetrichtert:Zeige deine Angst nicht, andere sehen das als Schwäche. Ein Teufelskreis.

Zimtsterchen: Dir drücke ich alle Daumen, das du morgen den Weg ins Geschäft ohne große Panik bewältigst

Ichgehe jetzt mal schnell mit meinen Hunden ne Runde Gassi aber morgen werde ich auf jeden Fall wieder hie sein.

Wünsche einen schönen Restabend und viel viel Kraft für morgen

Liebe Grüße
Tinchen

06.01.2013 21:15 • #30


Also ich kann mir nicht vorstellen, dass man mir das nicht ansieht. Ich taumele doch für meine Begriffe und bin immer in Eile und ganz schnell da und ganz schnell wieder weg. Oder ich halt mich irgendwo fest, reiße mir die Jacke vom Leib, klammere mich am Einkaufswagen fest, bin im Laufschritt auf Tour und eile zum Auto... Fällt anderen das wirklich nicht auf? Wenn einem der Schweiß quasi schon auf der Stirn steht? Wenn einem die Hände zittern?
Ich habe so große Angst, dass man das merkt. Deswegen mach ich auch immer schnell die Biege.
Ich kenne einen, der ein Alk. hat. Der hat auch zittrige Hände. Und dann heißt es gleich: Der Hans, der säuft wohl wieder. Zittert immer.
Natürlich reden andere Leute sowieso. So wie wir es alle mal tun. Aber wenn erst mal die falschen Leute wissen, was man hat, dann kann es zu solch üblen Gerüchten kommen, dass man hinterher total ausgeschlossen wird. Ist ja nur meine Meinung. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, umso besser.
Ich erfinde lieber ne Krankheit, wenn ich es nicht zu einem Treffen schaffe. Oder mache mich schnell aus dem Schneider.
Tinchen, wenn deine Kinder schon so groß sind, ist es doch kein Problem, wenn dein Freund mal zu euch kommt. Ich denke, in dem Alter braucht man sich da nun wirklich keine Gedanken mehr zu machen. Wir dachten wahrscheinlich alle, dass du ganz kleine Kinder hast.

07.01.2013 12:03 • #31


ich hatte heute endlich mal ein ganz tolles erfolgserlebniss !
ich hatte ja gestern geschrieben , das ich heute in die stadt musste um ein paar babyartikel zu kaufen und ich dachte mir heute morgen einfach , das ichs einfach mache , gehen muss ich ja oder so und je länger ich warte , desto schlimmer wird ja wohl auch die angst werden !
also hab ich meinen kleinen angezogen , ihn in den kiwagen gesetzt und bin einfach los ohne groß zu überlegen ! auf dem weg in die stadt war mir soo schwindelig und ich merkte wie sich mein hals zu zog . ich fing an immer und immer wieder den ein und selben satz laut zu mir selbst zu sagen alles harmlos , alles ok !
das half mir komischerweise mehr als ich gedacht hatte , ich bin dann in den müller und kaufte die babyartikel , ganz in ruhe und ohne hast , da merkte ich wie die panik immer weniger wurde und ich bekam aufeinmal wieder ganz normal luft , ohne engegefühl .
der schwindel wurde auch besser , so das ich dann auch noch ins thalia gegangen bin um ein wenig nach büchern zu stöbern und ich war mega stolz auf mich selbst ..

07.01.2013 12:17 • #32


Hallo ihr Lieben

Ich hoffe ihr hattet alle einen angenehmen panikfreien Tag. Karlakolummna, leider ist es ein Problem meinen Freund zu mir zu bitten, meine KInder sind noch nicht bereit einen neuen Mann an meiner Seite zu sehen. Sie akzeptieren es zwar, dass ich zu ihm fahre, in unserer Wohnung wollen sie ihn aber nicht haben ich hoffe das gibt sich bald.

In diesem Falle würde ich mir sogar wünschen meine KInder wären kleiner, ich denke dann wäre das Problem nicht so groß, glaube ich zumindest

Es kann natürlich sehr gut sein, dass Außenstehende doch sehen, dass ich mich in einer Attacke anders benehmen und nur ich selbst es nicht wahrnehme und ich glaube eher davon wird mir wuschig im KOpf.

zimtsternchen: Herzlichen Glückwunsch! Hab doch gewusst, dass du das schaffst. Früher hatte ich diesen extremen Probleme auch, aber genau wie du bin ich da immer wieder durch, bis ich sie gut unter KOntrolle hatte.

Siehst du wir sind uns manchmal unserer Stärke gar nicht bewusst, aber wir können alles schaffen

Möchte mich nochmal bei euch bedanken, das schreiben mit euch hilft mir sehr. Fühle mich schon viel sicherer.

Danke danke danke

Liebe Grüße
Tinchen

07.01.2013 13:04 • #33


wie recht du hast ..ich werde auch weiterhin am ball bleiben und immer wieder etwas tun , was ir eigentlich angst macht . für nächste woche habe ich mir fest vorgenommen den wochen einkauf alleine zu meistern , dazu muss ich nämlich auch mit einem öffentlichen verkehrsmittel fahren !!1
ich habe mir heute ein tolles duschgel als belohnung gekauft und dieses werde ich auch heut abend verwenden und darauf freue ich mich schon total .....

07.01.2013 13:15 • #34


Super, dass du das geschafft hast (ich schreibe noch über PN). Ich habe eben beim Postkasten angehalten und einen Brief eingeschmissen, der schon tagelang hier lag. Immerhin. Mal sehen, wann ich Post, Apotheke und Pfandflaschen in Angriff nehme. Das ist so lächerlich, dass ich mir überhaupt Gedanken mache, ob ich das schaffe! Das darf man wirklich keinem erzählen... Bei mir ist es auch so, dass ich, wenn mein Mann mal ein paar Tage daheim war, mutig werde. Oder auch abends, wenn ich auf der Couch lümmele. Dann denke ich: Morgen machst du das und das. Und morgens werde ich dann wach und mir geht es wieder so schlecht, dass ich meine guten Vorsätze gleich wieder in den Wind schieße! So staubt mein Fahrrad weiter im Keller vor sich hin, zum Friseur gehe ich auch nicht (was aber optisch kein Problem darstellt) usw.

07.01.2013 13:50 • #35


oh ja wie bekannt mir das vorkommt ..
also für morgen habe ich mir nun vorgenommen , zu meinem ortopäden zu gehen um mir mal wieder einen termin geben zu lassen ( der liegt bei meiner wohnung fast um die ecke ) ! mehr nicht , das reicht dann schon , denn wenn ich zu mutig werde und jeden tag größere dinge in angriff neme , dann geht das schnell nach hinten los . ich muss mir da echt zeit lassen und mir pro woche nur eine große sache vornemen und wenn ich die geschafft habe , das nächste !

07.01.2013 14:12 • #36


Hallo ihr beiden!

Das hört sich ja richtig gut an bei euch
Aber das habe ich auch, bin ich im Rudel (Kinder, Hunde etc) fühle ich mich stark,könnte alles in Angriff nehmen, aber wehe ich bin dann alleine, dann bin ich plötzlich nicht mehr so zuversichtlich.
Das ist genau das, was ich noch unbedingt lernen muss. Alleine etwas selbstsicher zu tun, dass Vertrauen in mich wieder herzustellen. Oh ja, da wäre ich soooo happy.
Aber gut Ding will Weile haben nicht wahr?

Das Wochenende rückt langsam näher und ich muss mir im klaren darüber werden wie ich die Zugfahrt hinter mich bringe, diesmal sage ich nicht ab

Wünsche euch noch einen schönen Abend.

Bis bald

Tinchen

07.01.2013 15:57 • #37

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Tinchen43:
Hallo ihr beiden!

Das hört sich ja richtig gut an bei euch
Aber das habe ich auch, bin ich im Rudel (Kinder, Hunde etc) fühle ich mich stark,könnte alles in Angriff nehmen, aber wehe ich bin dann alleine, dann bin ich plötzlich nicht mehr so zuversichtlich.
Das ist genau das, was ich noch unbedingt lernen muss. Alleine etwas selbstsicher zu tun, dass Vertrauen in mich wieder herzustellen. Oh ja, da wäre ich soooo happy.
Aber gut Ding will Weile haben nicht wahr?

Das Wochenende rückt langsam näher und ich muss mir im klaren darüber werden wie ich die Zugfahrt hinter mich bringe, diesmal sage ich nicht ab

Wünsche euch noch einen schönen Abend.

Bis bald

Tinchen


zug fahren ist für mich das absolut schlimmste was es gibt .....

07.01.2013 16:34 • #38



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