Hallo Angsthaeschen,
willkommen in meiner Hölle. Aber keine Sorge, es kann auch hier ganz gemütlich sein

Meine zentralen Zwangsgedanken betreffen auch das Suizidthema. Es fing mit dem Zwangsgedanken aus dem Fenster zu springen an und letzten Sommer kamen alle möglichen anderen Möglichkeiten sich etwas anzutun dazu. Für einige Monate konnte ich an quasi nichts anderes mehr denken. Und mich trieb/treibt (je nach Tagesform) auch der Zweifel um, ob es wirklich nur Zwangsgedanken sind. Auch genau diese Düsterheit kenne ich.
Ich könnte Dir jetzt vergewissern, dass Du wahrscheinlich Zwangsgedanken hast. Aber das bringt Dir nichts, du musst für dich deinen eigenen Umgang mit deinen Gedanken finden.
Was mir half, war mich meinen Gefühlen zu stellen. Ich hab so viel Kram aus der Vergangenheit beiseite geschoben, dass ein unglaublicher Druck in mir drin war.
Eine Verhaltenstherapie mit Expositionen. Das bedeutete, dass ich ohne Selbstberuhigung in die Zwangsgedanken auslösenden Situation (in meinem Fall mein Fenster im 4. Stock) gehe und dort mich auf die Angst und Zwangsgedanken konzentriere, bis sie nicht mehr bedrohlich erscheinen. Und das immer und immer wieder.
Und zusätzlich hat mit der ACT-Ansatz aus der Verhaltenstherapie sehr geholfen, denn es dort unter anderem genau darum Abstand zu Gedanken (nicht nur Zwangsgedanken zu bekommen)
Außerdem war es für mich hilfreich, mich mit Zwangsstörungen zu beschäftigen, dass hat es mir leichter gemacht anzunehmen, dass das was ich habe "nur" eine Zwangsstörung und keine akute Suizidalität/Depression/Selberverletztendes Verhalten etc. ist.
Inzwischen bin ich den überwiegenden Teil meiner Zeit symptomfrei. Wirklich schlimm ist es vielleicht noch fünf bis zehn Minuten am Tag und beunruhigt bin ich ein bis zwei Stunden pro Tag. Das ist ein Riesenfortschritt innerhalb eines halben Jahres.
Ich kann Dir nicht garantieren, dass es bei Dir genauso ist, aber ich bin noch am Leben und finde diese Gedanken meistens nur noch absurd.