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Lady1989
Mitglied

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Hallo zusammen,

mich würde interessieren, wie es euch nach einer längeren Krankschreibung ergangen ist.

Bei mir wird es keine klassische Wiedereingliederung geben, da ich aktuell ohne Arbeitgeber bin und später komplett neu starten werde – mit einem neuen Arbeitgeber, neuen Aufgaben und einem neuen Umfeld.

Wie war das bei euch? Habt ihr euch auf den Neustart gefreut oder habt ihr die freie Zeit auch etwas vermisst? Wann habt ihr gemerkt, dass ihr wirklich bereit wart?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen. 🌷

08.07.2026 #1


17 Antworten ↓

-juli
Bei mir war es ein bisschen anders… Ich habe erst ein FSJ gemacht und bin dann aufgrund meiner PTBS und einer körperlichen Erkrankung krank geworden. Durch die PTBS haben mich dann zu viele Themen innerhalb der Einrichtung (Brennpunktschule) getriggert, sodass ich nicht mehr dort bleiben konnte. Parallel hatte ich mich zu sehr verausgabt, sodass anderweitig weitermachen dann erstmal undenkbar war. Ich war insgesamt sechs Monate krank und musste in der Zeit die Stelle auch kündigen. Ich bin dann umgezogen und habe ein Studium angefangen.

Es war hart, nach einer längeren Zeit mit einer „eigenen“ Struktur, wieder eine äußere Struktur zu bekommen, aber irgendwie ging das. Ich hatte allerdings parallel dazu Therapie… Und mein Studium ist halt verhältnismäßig flexibel.

x 2 #2


A


Wer war nach längerer Krankschreibung wieder arbeiten?

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Lonewolf_
Ich war auch ein 3/4 Jahr krank wegen einer schweren Depression. Hatte die Ausbildung pausiert und AG gewechselt und nun bin ich am Ende vom dritten Lehrjahr.

Ich frag mich auch wie ich das alles geschafft habe.. nach der schweren Zeit.

x 1 #3


CosmicPancake
Ich war vor über 10 Jahren insgesamt 7 Monate aus psychischen Gründen arbeitsunfähig und bin dann mit einer Wiedereingliederung gestartet. Das hat geklappt und seit dem komme ich einigermaßen über die Runden. Lediglich vor einem Jobwechsel (unmittelbar nach einer Mobbing Situation) war ich noch einmal 6 Wochen lang AU.
Ich merke aber auch heute noch, dass ich sehr auf meine Belastbarkeit achten muss.
Also so wie vorher war es nie wieder und ich glaube, dass ich in den Jahren davor sehr krass gepowert habe und es mir dabei selten schlecht ging. Ich konnte viele Dinge ohne Probleme machen, die ich seitdem Burnout nur noch unter Anstrengung machen kann.

x 2 #4


Schlaflose
Zitat von Lady1989:
Wie war das bei euch? Habt ihr euch auf den Neustart gefreut oder habt ihr die freie Zeit auch etwas vermisst? Wann habt ihr gemerkt, dass ihr wirklich bereit wart?

Ich habe nach 10 Monaten Krankschreibung einen völlig anderen Job an einem ganz neuen Arbeitsplatz angefangen (vom Schuldienst weg zu einem Verwaltungsjob am Ministerium). Ich war überglücklich, dass ich nicht wieder in die verhasste Schule zurück musste und die Chance bekam, weiterhin mein Geld zu verdienen. Bereit wäre ich schon von Anfang an für den Wechsel gewesen, denn mein psychisches Problem war der Schuldienst. Natürlich war ich aufgeregt und die ersten Wochen waren schon stressig, weil ich so viel völlig Neues lernen musste, aber ich habe durchgehalten und noch 14 Jahre bis zur Rente letztes Jahr gearbeitet.

x 3 #5


Burn
Ich war ebenfalls 11 Monate krank und bin danach direkt in einen neuen Job mit anderen Aufgaben gestartet.
Ich habe direkt in vollzeit angefangen und war vor der Krankheit sogar in Teilzeit.

Ich habe so gemischte Gefühle gehabt… Ich war durch Mobbing und sehr viel Leistungsdruck hier in die Spirale rein gekommen und habe nach 8 Jahren schlechtem Umfeld den Zusammenbruch gehabt.

Bei mir ist es jetzt eher so ich war völlig ausgehungert nach neuen und schönen Erfahrungen im Arbeitsleben.
Das merke ich gerade extrem, essen gehen mit Kollegen, dazu gehören, neue tolle Dinge lernen usw.
Ich merke es somit in der Hinsicht „ Energie „ nicht, denn die wird gerade genäht

Ich habe andere Themen weil ich viel schlimmes erlebt habe, hab ich jetzt Angst , dass ich dem allen nicht trauen kann.
Ich merke sehr wie arg ich Kollegen und Chefs nicht mehr traue obwohl es keinen Grund gibt.
Ich zweifle an mir und meinen Fähigkeiten obwohl ich positives Feedback bekomme
Ich habe Angst alles wieder zu verlieren usw.
Ich habe Angst wieder krank zu werden
Damit muss ich jetzt klar kommen und das ist schwieriger für mich als die „ Arbeitszeit in Stunden oder aber die neuen Aufgaben

Somit ist es glaube ich viel, was dich triggert und was deine Themen sind, nicht unbedingt immer die Leistungsfähigkeit im eigentlichen Sinne, denn ein neues Umfeld kann auch sehr nährend sein

x 2 #6


Lokalrunde
Im ganzen Stück war ich 1998 sieben Monate AU geschrieben, davon 10 Wochen in einer Reha in Rastede, wo mich der damalige Chefarzt noch fragte, ob ich denke, weiterarbeiten zu gehen, oder ob er mich in Erwerbsminderungsrente versetzen solle. Habe vielleicht 10 Sekunden überlegen müssen und gesagt, dass ich mich mit 36 Jahren noch zur Arbeit verpflichtet fühle! Heute bin ich froh über meine Entscheidung, werde demnächst 64 und bin seit 2 Jahren in passiver Altersteilzeit. Nächstes Jahr gehe ich als besonders langjährig Versicherter in abschlagsfreie Rente. Ich werde einer der letzten sein, die dies noch können, wegen der Rentenreform ist das alles leider nicht mehr möglich. Ich hatte Glück und nutze noch die Übergangsregelung (Vertrauensschutzregel). Ich habe dann aber 49 Beitragsjahre, weil ich schon mit 16 in Arbeit war. Gern gearbeitet habe ich schon, ich war mit 16 auf dem Bau zum Hochbaufacharbeiter und habe nach meinem Gesellenbrief bei Mercedes-Benz gearbeitet bis zur Altersteilzeit. Ich habe es nie bereut und habe dadurch als Arbeiter sehr gut verdient, brauchte nie Angst um den Job haben und besitze dadurch sogar eine Betriebsrente, welche mein Arbeitgeber voll bezahlt hat. Ok, die Kollegen waren teilweise gewöhnungsbedürftig. Habe alle Schichten durch (Früh/Spät/Nacht) und später sogar die 35 Stunden auf Wochenendschicht. Das war am besten, viele Jahre nur 7 Kollegen und keine Vorgesetzte. Ich bin dankbar, dass meine Therapie damals Früchte trug: 6 Jahre ambulant und 10 Wochen stationär. Die Zeit krankgeschrieben zu Hause fand ich nicht schön, ich bin danach sofort voll wieder rein ohne Wiedereingliederung!

#7


L
@Burn

Vielen Dank, dass du deine Geschichte so offen geteilt hast. 🤍
Deine Antwort hat mich wirklich berührt. Besonders der Satz, dass ein neues Umfeld die eigene Energie wieder nähren kann. Das macht mir sehr viel Hoffnung.
Ich glaube, bei mir wird es ähnlich sein. Wenn ich wieder einsteige, dann wahrscheinlich auch direkt in Vollzeit und ohne Wiedereingliederung. Ich bin jetzt im zweiten Monat ohne Job und merke, dass meine größte Angst im Moment gar nicht die Arbeit selbst ist, sondern die Lücke im Lebenslauf. Ich habe fast 18 Jahre Berufserfahrung und hatte bisher noch nie eine Lücke. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass mein Nervensystem noch etwas Zeit braucht und meine Therapeutin mich genau darin bestärkt.
Ich freue mich sogar auf den Tag, an dem ich wieder arbeiten gehe, weil ich glaube, dass ich dieses Mal viel früher merken werde, ob ein Arbeitsplatz mir guttut oder nicht. Gleichzeitig ist da natürlich auch die Angst, wieder in alte Muster zu geraten oder erneut krank zu werden.
In den letzten Wochen ist mir aber bewusst geworden, wie wichtig die Regulation des Nervensystems ist. Je mehr unser Körper wirklich spürt: „Ich bin sicher“, desto mehr wächst auch das Vertrauen, dass wir neue Situationen bewältigen können.
Danke, dass du deine Erfahrungen geteilt hast. Sie haben mir wirklich Mut gemacht und gezeigt, dass nach einer schweren Zeit wieder etwas Schönes entstehen kann. Ich wünsche dir von Herzen weiterhin alles Gute. 🌿🤍

#8


L
@Lokalrunde

Vielen Dank für Ihren Beitrag. 🤍
Ihre Geschichte hat mich wirklich beeindruckt. Besonders, dass Sie sich damals trotz der schweren Zeit für das Leben und den weiteren Berufsweg entschieden haben und heute sagen können, dass Sie diese Entscheidung nie bereut haben.

Für mich, die gerade selbst nach einer längeren Krankheitsphase wieder Schritt für Schritt den Weg zurück ins Berufsleben sucht, machen solche Erfahrungsberichte wirklich Mut. Sie zeigen mir, dass auch nach einer schweren Krise noch viele gute Jahre kommen können.

Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute für Ihren wohlverdienten Ruhestand und bedanke mich, dass Sie Ihre Geschichte mit uns geteilt haben. 🍀🍀💐💐

x 1 #9


L
@Schlaflose

Vielen Dank, dass Sie Ihre Geschichte geteilt haben. 🤍

Ich habe mich in vielem wiedergefunden. Auch ich komme aus einem sehr belastenden Arbeitsumfeld und merke immer mehr, dass es oft nicht die Arbeit an sich ist, sondern das Umfeld, das einen krank machen kann.

Es macht mir sehr viel Hoffnung zu lesen, dass Sie nach zehn Monaten Krankheitsphase einen kompletten Neuanfang gewagt haben und anschließend noch viele Jahre mit Freude arbeiten konnten. Genau solche Erfahrungsberichte geben mir gerade sehr viel Zuversicht.

Ich wünsche mir, dass ich irgendwann genauso auf meine jetzige Zeit zurückblicken kann und sagen darf: Es war ein schwerer Weg, aber er hat mich an einen besseren Ort geführt.

Vielen Dank für Ihre ermutigenden Worte. 🍀🍀💐💐

#10


Argonia
Ich war 1 Jahr lang krank. Währenddessen wurde ich gekündigt. War nicht rechtmäßig, habe aber auch nicht geklagt. Ich war froh, dass ich dort weg konnte. War gegen Ende meiner Erkrankung, mir ging es wieder etwas besser. Nach der Reha, hatte ich bereits einen neuen Job und bin dann direkt Teilzeit eingestiegen. Es war anfangs sehr anstrengend. Habe mich dann aber schnell eingelebt.

#11


Hope2026
Ich bin nach über 1 Jahr AU in der Wiedereingliederung. Es ist nicht einfach aber ich bin zuversichtig. In diesem Umfeld gab es gute und schlechte Erfahrungen. Ich möchte an mich arbeiten um besser zu navigieren, Grenzen setzen und auf mich aufpassen. Die Welt da draussen ist nicht perfekt.

#12


L
@Argonia wow, deine Nachricht hilft mir sehr. 🌞🌞 Wie schön, dass es bei dir so gut geklappt hat, prima. 🍀💐

Wie lange warst du denn quasi noch krank ohne Job? Wurde da im Vorstellungsgespräch nachgefragt?

#13


M
Ich war nun zwei Jahre raus, ich dachte eigentlich das ich wieder ganz gesund werde, das bin ich bis jetzt leider nicht. Ich fange nun mit ganz wenigen Stunden an, Körperlich kann ich mehr einfach nicht leisten. In meinem alten Beruf kann ich auch erst mal nicht arbeiten, aber ich hab jetzt eine leichtere Tätigkeit. Angst oder sowas hab ich aber nicht. Ich weiß das es für mich so das beste ist im Moment.

Dir wünsche ich viel Glück wenn du wieder anfängst zu arbeiten 🌸

x 2 #14


Micha2
Ich war auch 3Jahre krankgeschrieben.
Hab dann auch ne Wiedereingliederung gemacht.

Kann zwar trotzdem nur noch 30H aber es funktioniert, muss auch sagen das meine Chefin mir auch viel Zeit gegeben hat, also ich hatte 1Jahr "Gewöhnungszeit".

Zitat von Lady1989:
dass es oft nicht die Arbeit an sich ist, sondern das Umfeld, das einen krank machen kann.

Das ist auch zu 98% das Prob, nicht die Arbeit an sich sondern viele Menschen.

Ich bin an einem Punkt wo ich mir sage sche..ß auf paar 100Euro mehr hauptsache das Umfeld stimmt.

x 1 #15


L
@Micha2 Hallo Micha, vielen Dank für deine Nachricht. Ja, ich sehe es genauso. Mein letztes Gehalt lag bei fast 5000 Euro brutto, dafür aber teilweise 45 Std. die Woche gearbeitet.

Bei mir ist ja das schlimme, dass ich keine Wiedereingliederung haben werde, da ich ja komplett bei neu und von Null anfage. Wenn die Zeit kommt und ich mich bewerbe, dann werde ich auf mein Bauchgefühl hören. Meine Therapeutin sagte mir neulich, dass ich beim nächsten Arbeitgeber viel schneller merken werde, ob es passt. Habe immer min. 40 Std. die Woche gearbeitet und es hat mir nie was ausgemacht. Dieses Umfeld aber ist mir so noch NIE begegnet. Hinzu kam, dass ich mich aus einer sehr ungesunden Partnerschaft gelöst habe und dadurch körperlich und nervlich völlig am Ende war. Nun mache ich meine Fortschritte, Schritt für Schritt. Ich werde definitiv auch schauen, dass ich weniger Stunden arbeite und vor allem bin ich auch bereit etwas weniger zu verdienen, wenn ich dafür aber ein ruhiges/stabiles/wertschätzendes Umfeld habe.

#16


L
@minelicious vielen lieben Dank für deine Nachricht. Darf ich fragen, was du vorher gemacht hast? Ich bin zum Glück eine "Büromaus", habe also immer im kaufmännischen Bereich gearbeitet und hatte somit körperlich wirklich die maximale Schonung.

Es ist so unfassbar wichtig, ein gesundes und wertschätzendes Umfeld um mich zu haben, wenn man mal bedenkt, dass wir viele Stunden am Tag eben auf der Arbeit sind. Irgendwann kommt der Tag auch bei mir, es macht mir Angst, da ich keine klassische Wiedereingliederung haben werde, sondern gleich loslege und neu anfange. Es wird aber auch bestimmt eine schöne Erfahrung werden, denn aktuell jrankgeschriebe zu sein ohne einen neuen Job ist auch ein sehr unangenehmes Gefühl. Es löst Angst und Unsicherheit aus, will mich aber weiter stabilisieren um dann gestärkt loszulegen.🍀

#17

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Karimma
Ich habe auch aus einer gekündigten Stelle heraus bei einer neuen Firma begonnen. Und da erstmal mit 15 Stunden begonnen. Mittlerweile sind es 20 . Mehr möchte ich aber aktuell auch nicht.

5000 EU im kaufmännischen Bereich ist schon eine Hausnummer. Das würde ich nie hier bekommen, obwohl ich auch Kauffrau bin. Aber im Gesundheitswesen. Da liegt man hier Vollzeit so bei 2800 bis 3000.

In welcher Branche warst du? Und könntest du dir Teilzeit leisten?

Ich habe meiner Chefin damals die Wahrheit gesagt, aber das kann man sicher nicht überall.

#18


A


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Mira Weyer
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