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Stgroupro
Ich lebe schon seit meinem 13ten Lebensjahr mit Ängsten. Da ich 47 bin bedeutet dies 34 Jahre belasten mich die Ängste. Zurzeit bin ich allerdings in einer Phase in der ich jeden Moment bewerte vor dem Hintergrund der Angst, heißt wenn man so schön sagt, lass uns erst einmal einen Kaffee trinken, dann sehe ich schon den Moment in 2 Minuten jetzt vor dem Auge und denke, dann habe ich auch die Angst. Da es zurzeit ein Dauerzustand ist, gelingt es mir auch nur mit größten Anstrengungen morgens raus zu kommen und meine Arbeit zu erledigen. Auch schöne Aktivitäten wie ins Stadion gehen verlaufen so. Ich sitze dann auch auf der Tribüne und mir geht es schlecht, aber auch weil ich schon ein paar Stunden vorher danke, gleich sitzt du auf der Tribüne und es geht dir schlecht, weil die Angst da ist.

Zu meinen Ängsten werde ich im Verlauf mal mehr schreiben. Vorab: Zwangsgedanken/generalisierte Angststörung, Kontrollzwänge und zwanghaftes Grübeln (hängt ja alles irgendwie zusammen)

Wäre echt dankbar über Tipps, wie ich so eine Einstellung „ok. Die Angst ist da, aber jetzt genieße ich den schönen Moment“.

Stgroupro

17.01.2016 12:58 • 23.01.2020 #1


16 Antworten ↓


Icefalki
Ich denke mir, wenn man so lange mit diesen Ängsten lebt, werden die auch mal chronisch. Man ist quasi darauf programmiert, so zu denken. Immer und immer wieder.

Hattest du schon Therapie, medis? Und nix geholfen?

17.01.2016 13:26 • #2


Stgroupro
Hi Icefalki,

ja seit 2000 drei ambulante Psychothrepien, 3 psychosomatische Reha´s und 9 Wochen Tagesklinik in 2009. Medi´s hab ich auch langsam alles durch was es so gibt. Am 28.01. hab ich mal wieder ein Erstgespräch bei einem Therapeuten. Die letzte Therapie ist so vier Jahre her.

Gruß

Stgroupro

17.01.2016 13:35 • #3


Icefalki
D.h. Du fandest noch keinen Zugang zu deinen Ängsten? Warum die dich quälen müssen?

17.01.2016 13:42 • #4


Stgroupro
Hi,

doch ich weiß genau wovor ich Angst haben. Wie bei fast allen Ängsten steht die Angst vor dem Tod dahinter. Mein Problem: die Eintrittswahrscheinlichkeit, dass die Situation (kann ich hier nicht schreiben) eintritt, liegt objektiv bei 0,00000001 %. Eigentlich müsste ich ja mehr Angst vor Krebs, Herzinfarkt oder Autounfall (bin Pendler) haben. Aber das will mein "Hirn" irgendwie nicht begreifen.

LG und danke für deine Antworten

17.01.2016 14:07 • #5


Hotin
Hallo Stgroupro,


Zitat:
doch ich weiß genau wovor ich Angst haben. Wie bei fast allen Ängsten steht die Angst vor dem Tod dahinter.


Das hört sich ja eigentlich positiv an.
Was würdest du sagen, wenn Du Dich irrst. Wärst Du nach vielen Jahren
noch bereit mal etwas ziemlich anderes und Neues zu denken und zu probieren?

Die Eintrittswahrscheinlichkeit, das sich Deine Ängste abschwächen ist
größer als 100 zu 1.
Ist bestimmt schwer zu glauben, oder?

Zitat:
Aber das will mein "Hirn" irgendwie nicht begreifen.


Ach, bei Dir denkt das Gehirn von allein, also was es will?
Ich war bis jetzt immer davon überzeugt, das Du selbst entscheidest, was Dein Gehirn denkt.
Wann hast Du die Kontrolle über Dein Denken abgegeben? War das damals
als Deine Angststörung anfing?

Viele Grüße

Hotin



Viele Grüße

Hotin

17.01.2016 15:59 • #6


Icefalki
Wenn ich dich da richtig verstanden habe, hast du quasi ein grübelgedanke, der mit einem Tod zu tun hat, der relativ unwahrscheinlich (statistisch) zu tun hat?

17.01.2016 17:34 • #7


Stgroupro
Hallo,

klar würde ich noch neue Dinge ausprobiere, wie Achtsamkeit etc. Hast Du (Botin) einen Tipp?

Ja, Icefalki, so ist es.

LG

18.01.2016 14:57 • #8


Icefalki
Stoppschild hochfahren, beim grübeln?

18.01.2016 16:39 • #9


Vergissmeinicht
Hey Groupro,

nun, 34 Jahre sind eine verdammt lange Zeit und sehe es wie Icefalki, das sich vieles schon chronifiziert hat. Wie bist Du erwachsen geworden; wie konntest Du einen Job wählen und finden; was ist mit Familie etc.?

Wenn Du in all den Jahren nicht gestorben bist, warum solltest Du es die nächsten 34 Jahre tun?! Angst vor dem Tod heisst Angst vor dem Leben. Was genau macht Dir Angst?

18.01.2016 16:46 • #10


monochrom
Das kenne ich, nur nicht so drastisch. Jede Aktivität wird systematisch zerlegt und kaputtgegrübelt: was wird alles schief laufen, worauf muss ich jetzt wieder gefasst sein? Man verliert jeden Spaß an allem. Bisher hat mir nur geholfen mich dann in der Situation kurz zu sammeln und mir vehement zu sagen "Jetzt genießt Du das hier, du wolltest dich doch mit ihr treffen und eine schöne Kaffeerunde machen", anstatt darüber nachzudenken dass mir jemand etwas Böses will.

19.01.2016 10:26 • #11


Vergissmeinicht
Hey monochrom,

und, hat es bisher jedesmal geklappt? Es will Dir allerdings niemand etwas böses; Du bist selbst die Angst.

19.01.2016 16:02 • x 1 #12


monochrom
Es hat oft geklappt weil ich dann wirklich bewusstgenoseen habe und es dann viel intensiver wahrnehmen konnte! Die Angst macht nur der Kopf, die anderen denken gar nicht darüber nach...

19.01.2016 16:54 • #13


Vergissmeinicht
Hey monochrom,

das Geniessen können ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Versuche immer mehr davon zu erreichen.

19.01.2016 21:55 • x 1 #14


Stgroupro
Hi monochrom.

ich finde es auch sehr positiv, dass du es schaffst bewusst Momente zu geniessen. Das würde ich auch sehr gerne. Bei mir ist auch nicht so, dass ich denke bei dieser Aktivität geht was schief, sondern es hängt mit einer Angst zusammen, die ich jetzt mittlerweile 17 Jahre habe. Und hier bekomme ich die Ungewissheit einfach nicht weggegrübelt, wohl auch weil ich es nie schaffen werde es zu kontrollieren ob es eintritt oder nicht. Wie ich zuvor schon geschrieben habe, schätze ich die Wahrscheinlichkeit auf sehr sehr minimal.

Gruß

Stgroupro

20.01.2016 07:13 • #15


23.01.2020 01:39 • #16


saga1978
Mir hat es geholfen zu lesen oder anders zu beschäftigen man entwickelt irgend wann seine Strategie. Bist du in Therapie

23.01.2020 15:16 • #17




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