App im Playstore
Pfeil rechts
7

Min0109

Min0109
Mitglied

35
3
42
Hallo zusammen,

ich möchte hier keinen nerven, da ich schon 2 Threads zu meiner aktuellen Situation geschrieben habe.
Aber ich freue mich einfach über Austausch und den Erfahrungswerten anderer.

Mich belastet immer noch dieses morgendliche Gefühl, das direkt nach dem Aufstehen da ist und wie Teer an mir klebt!

Abends fühle ich mich oft "normal", ohne Angst und Depression und hoffe jeden Abend, wenn ich ins Bett gehe, dass es morgens auch so ist.
Meistens wache ich schon vor dem Wecker klingeln auf (ich frage mich, ob dann Pregabalin nicht mehr wirkt, nehme zur Zeit 75m tgl, was ja eine sehr geringe Dosis ist) und -zack- ist das Gefühl da. Morgenangst, Depression. Teilweise muss ich weinen, weil ich mich so schrecklich fühle und frage mich: wann, wann ist das endlich vorbei? Wie schaffe ich den Tag und alles liegt wie Blei vor mir.
Ich bin zittrig, freudlos, ängstlich, Gedankenkreisen.
Mein Mann ist sehr lieb und verstädnisvoll und sagt: Heilung braucht Zeit, sei nicht so ungeduldig!

Ja, ich bin ungeduldig (leider) und ich denke: seit November geht das nun schon so.

Ich bin ja mittlerweile in Gruppentherapie, hatte auch bereits Einzelsitzung und diese helfen mir sehr.
Letzte Woche war ich von Mo-Do auch ganz "gut drauf" und dann merkte ich schon, dass am Freitag die Stimmung wieder sehr wackelig war und mich fragil fühlte. Und Sa früh war ich emotional ganz unten und habe mich durch das WE gequält.

Kennt ihr das auch, dass ihr krasse Auf und Abs im Genesungsprozess habt?
Ich hatte auch schon Tage, da dachte ich: hey, alles gut, ich kann den Wartelistenplatz für die Tagesklinik absagen. Brauche ich nicht.
Und dann kippt es einen Tag später komplett und ich denke, dass ich überhaupt nicht klar komme.

Ich habe einfach Sorge, dass es nicht besser wird. Muss ich noch mehr tun, reicht das was ich tue? Muss ich mehr Geduld haben, gelassener sein?
So wie es seit November ist, war es noch nie und das macht mich einfach fertig.
Alle anderen wirken immer so wahnsinnig geordnet und geduldig auf mich, die auch mit dem Thema zu tun haben.
Aber ja, ich weiß, man kann keinem hinter die Stirn gucken.

Wer kennt dieses Morgengefühl auch?
Bei mir zieht es sich oft bis in den späten Nachmittag und dann wird es langsam besser.

Ich arbeite seit Corona fast ausschließlich von zu Hause aus. Ich habe mir jetzt einen Platz in einem Co Working Space gemietet für 2 Tage in der Woche (ich arbeite 4 Tage), weil ich merke, dass es sehr schlecht ist, wenn ich alleine zu Hause sitze und dann grübel.
Eigentlich ist es etwas gaga, weil ich zu Hause genügend Platz habe und es nur mache in der Hoffnung, dass es mir gut tut und besser geht (ja, es lenkt mich auch eher ab).
Alleinsein ist auch so ein Thema - kann ich gerade sehr schlecht!

In der Therapie geht es bei mir um die Arbeit mit dem inneren Kind aufgrund traumatischer Erfahrungen in der Kindheit. Ich versuche immer wieder mit dem inneren Kind in Kontakt zu treten, es zu beruhigen und zu sagen: alles ist gut, ich bin da, du brauchst keine Angst haben.
Es funktioniert ganz gut, aber eben nur punktuell.

Ich freue mich von euch zu lesen! Kommt gut in die neue Woche.








Ich habe oft auch Probleme einfach nur da zu sitzen, sondern fühle mich innerlich getrieben.
Jetzt wo das Wetter so schön, kann ich mich noch nicht mal darüber freuen. Und dann denke ich: das kann doch nicht sein! Warum ist es gerade so wie es ist und ich will mein altes Leben zurück.

02.03.2026 #1


6 Antworten ↓


P
Hallo!

JA! Das ist NORMAL!
Das morgens die Depression und Angst stärker ist als Abend ist völlig normal. Das du Auf und Abs erlebst, wie bei einer Welle oder Kurve während des Heilungsprozesses auch! Unser Körper funktioniert nicht wie eine Maschine, er reguliert sich nicht stetig nach oben, er reguliert sich durch genau so eine auf und ab Bewegung. Wie bei einer Welle. Das morgendliche Unwohlsein nennt man auch „Cortisol awakening Symptom“. Was NICHT bedeutet das dein Cortison abnormal hoch Ist, sondern das dein Nervensystem sensibler darauf reagiert. Ich hatte das meist immer bis zum Mittag, dann flacht es ab und du fühlst dich „normal“. Was dir im Moment fehlt ist vermutlich die Geduld. Und ich persönlich würde versuchen mein Mindset vom Trauma weg zu bewegen. Traumabewältigung ist super, muss aber auch mal pausiert werden damit man selber zur Ruhe kommen kann. Ich lese aus deinen Zeilen heraus das du sehr frustriert bist und auch wenn das vermutlich noch frustrierender ist: du muss versuchen es los zu lassen.

Ich weiß genau wie wütend man werde kann darüber dass es gerade nicht vorwärts geht. Aber das tut es. Hab Geduld.

x 1 #2


A


Heilung in Wellen? - Morgenfeeling

x 3


Min0109
@Panikatthedisco,

heyyy, lieben Dank für deine Antwort. 👍
Auch, dass du geschrieben hast in Fettbuchstaben: JA, das ist NORMAL.
Denn oft fühle ich mich nicht normal in diesen Momenten. Auf der einen Seite versuche ich rational und "erwachsen" zu reagieren, so nach dem Motto: keep cool, es ist zur Zeit eben so und auf der anderen Seite bin ich voll im Alarm-Deprimodus und mein Hirn feuert drauf los und gestaltet worst case Szenarien.
Irgendwie muss ich das anscheinend immer wieder hören, dass das alles aktuell dazu gehört und ich mich auf einer Reise befinde.
Und ja, ich bin wirklich ungeduldig und frustriert. Da muss ich direkt selbst ein gif denken, bei dem ein Kind sich auf dem Boden wirft und mit den Armen und Beinen strampelt (weil es wahrscheinlich nicht die Süßigkeiten in der Kassenzone bekommen hat). So ungefähr ist das schon manchmal.
Ich nehme gerne auch noch ein gutes Mantra mit, wenn Du eins haben solltest, was ich mir immer wieder sagen kann.

x 1 #3


Greta__
Hallo du.

Erst einmal: Ja, es ist normal. Heilung läuft in Wellen, nicht linär. Das du dich abends besser fühlst ist auch normal. Der Stress, die Anforderungen des Tages fallen ab. Cortisol fällt ab.

Aus deinem Profil entnehme ich das du 45 bist. Wechseljahre spielen ein großes Thema bei Depressionen, Ängsten. Lass dich diesbezüglich bei einem Endokrinologen auf deine Werte testen.

Gleichfalls kannst du "34 Symptome der Wechseljahre" googlen, da wirst du vieles erkennen.

x 3 #4


Min0109
@Greta__

Danke dir für deine Antwort. Ja, ich muss wirklich mal meine Werte testen lassen - es würde mich auch interessieren, wie die so sind. Ich denke, da spielt auch ein gewisser Anteil mit rein, der einfach gewisse Dinge verstärkt.

Ich würde mich natürlich über einen linearen Heilungsverlauf freuen zwinkern
Aber ich denke, jeder hier.

#5


P
@Min0109 😅😂 mir ging es genau so. Mein Mantra war „sch… drauf“ auch wenn es nicht immer funktioniert hat. Man weiß halt man ist auf den richtigen Weg und es geht voran und dann fühlt man sich als wäre man hundert Schritte zurück geworden worden. Ich saß so oft da und hab einfach nur geheult weil ich es nicht verstanden habe. Und dann merkt man irgendwann das es ein ganz klein bisschen besser ist, der Rückfall war auch nicht mehr ganz so schlimm und dann noch mehr und so weiter.
Vorletztes Jahr im Herbst hatte ich täglich mehrere Panikattacken, vor allem direkt morgens nach dem aufstehen und auch in der Nacht. Aufstehen ist da auch eine wirklich schwere Sache gewesen, habe 1-2 Stunden dafür gebraucht weil es mir so schlecht ging. Im Dezember dann konnte ich keine zehn Minuten am Stück das Haus verlassen. Ich erinnere mich nicht mal mehr wie das besser geworden ist, nur an das auf und ab und die tausend Rückschläge, aber irgendwann bin ich ohne darüber nachzudenken einfach aufgestanden nach einer halben Stunden, dann nah zehn Minuten nach dem aufwachen. Wirklich, es war davor ein Riesenakt gewesen. Irgendwann merkte ich das ich vier Stunden am Stück geschlafen hatte, dan sechs, dann acht. Irgendwann konnte ich zwanzig Minuten ums Haus spazieren, dann eine Stunde. Inzwischen würde ich mich als 99% wieder die alte bezeichnen. Insgesamt hatte ich es 4 Jahre lang. Ich kann wieder normal arbeiten, Sport machen, schlafen usw. Aber es gibt immer noch Rückschläge auch wenn die sehr mild ausfallen. Vor allem Morgens geht es mir so lala, aber es ist halt besser. Was ich damit sagen will: ich vermute du bist gerade in der Heilungs-Phase. Steckst gerade mitten drin. Du merkst wahrscheinlich das es besser wird und ea frustriert dich das es aber auch immer wieder schlechter geht. Hab mich übrigens auch immer gefragt ob ich normal bin 😅 Ja, ich denke wir sind sogar „normaler“ als andere Menschen 😅

x 2 #6

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Min0109
@Panikatthedisco

zwinkern Das Mantra gefällt mir.
Mir helfen Erfahrungsberichte wie deiner sehr und machen mir Hoffnung. Natürlich wäre ich auch gerne schon so weit... Manchmal zähle ich die Monate, wie lange das nun schon so geht. Auch wenn ich weiß, dass das kontraproduktiv ist. Leider vergesse ich an schlechten Tagen gerne die guten Tage, die ich schon hatte! Als wenn mein Hirn dann einen Schalter umgelegt hat, mein Hirn vernebelt und nur wieder Blödsinn im Kopf passiert.
An guten Tagen beschäftige ich mich auch deutlich weniger mit dem Thema Angst / Depression, lese oder google nix dazu. Und wenn der Mist dann wieder verstärkt anklopft und da ist, dann befasse ich mich wieder intensiv damit, weil ich mich jämmerlich und alleine fühle.
Zumindest kannst du wahnsinnig stolz auf dich sein, wie gut du diese Phase gemeistert hast! Also Hut ab, Respekt!
Ich mag es, dass du schreibst, dass wir wahrscheinlich sogar normaler sind als andere Menschen lachen.

#7






Mira Weyer
App im Playstore