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@Min0109 ich war längere Zeit über krank geschrieben und in Reha. Habe mich dann während der Reha entschlossen abzubrechen und wieder arbeiten zu gehen. Mir ging es vorher nicht so schlecht wie während der Reha. Einiger Therapie-Ansätze haben meinen Zustand leider rapide verschlechtert. Ich spreche nicht so gut auf „Exposition“ und Meditation oder Übungen an die das vegetative Nervensystem beruhigen sollen. Vor allem wenn diese forciert sind und einem aufgezwungen werden wie es leider in der Reha der Fall gewesen ist. Und mir persönlich hat es nicht gut getan mit Menschen zu sprechen die zb. der absoluten Überzeugung waren „man hat das halt für immer“ und würde daran schlussendlich auch sterben usw. Das hat mich in ein tiefes Loch katapultiert. Ich habe eine Panikstörung entwickelt mit Angstzuständen zusätzlich zu Panikattacken, einer Herzneurose und depressiven Episoden. Also das war meine Diagnose quasi. Dann habe ich bemerkt das ich dann doch lieber arbeiten gehe. Ich habe aber sehr großes Glück und konnte in den ersten Wochen von zuhause aus arbeiten und dann phasenweise ins Büro bis ich schließlich wieder normal gehen konnte. Mein Arbeitgeber hatte einen Burnout gehabt und konnte die Situation selber verstehen.
Meiner persönlichen Meinung nach hilft es sehr „sich abzulenken“, einen normalen Alltag aufrecht zu erhalten und möglichst wenig Aufmerksamkeit dem zu schenken was dein Körper und dein Geist gerade von dir wollen. Bzw. zu versuchen das zu „portionieren“. Das ist furchtbar anstrengend und erfordert sehr viel Geduld. Auch die Setbacks dürfen keine große Rolle spielen. Im Grund genommen habe ich mich selber „gegaslighted“ darin, dass ich gar nichts hab und völlig „normal“ bin. Das war am Anfang echt schwer weil es sich so falsch angefühlt hat. Ich hab mich halt sch. gefühlt. Aber das arbeiten gehen hat da halt dazu gehört.
Ist aber nur meine Meinung, ich halte nicht viel von „Innere Kind Arbeit“, „Traumabewältigung“, „Achtsamkeit“ usw. Das ist ALLES super super wichtig, ebenso Meditation und Atemübungen und Körperscanning und Yoga usw. Aber ich bin der Meinung das es dazu führt, dass man denkt. Prima, ich MACHE etwas aktiv, ich hacke das dann ab und DANN geht’s mir besser.
Der Schlüssel liegt darin (so perfide sich das auch anhört), das es dich gar nicht mehr interessieren muss wie es dir geht. Dann gehts dir wie durch Zauberhand plötzlich besser. Das zu bewerkstelligen ist eine Mindsetsache und da kommt man eben schwer hin.
Ich persönlich bin zur Erkenntnis gekommen das ich maßgeblich in dieses Problem gerutscht bin weil ich mich selber sehr vernachlässigt habe und in der Vergangenheit eben blöde Sachen erlebt habe die ich verdrängt hatte (ich hatte nie zugelassen bestimmte Gefühle zu empfinden), dadurch ist mein Nervensystem halt super sensibel geworden (was an sich weder schlecht noch gut ist).
Ich habe also versucht mein Leben weiter zu leben so gut es geht und alles an Gefühle komplett zuzulassen ohne mich darin zu verlieren, eben so lange dieses Gefühl halt da sein wollte. Bei mir waren es Schuld, Wut, Angst und Trauer.
Ich denke das Setbacks genau diese Gefühle sind und das die gelebt werden wollen. Auch wenn sich das sch. anfühlt.
Man braucht das Vertrauen das es vorübergehen ist! Es geht vorbei!
Es wird nicht für immer da sein. Ich lag in der schlimmsten Phase stundenlang auf dem Boden und habe es nicht geschafft mich zu bewegen und auch das ist nach Wochen irgendwann gegangen, so wie die täglichen Panikattacken.
Aber ich war auch in Therapie und ich bin ein Befürworter was Tabletten angeht (vor allem
In der Anfangszeit). Deswegen finde ich den Weg nochmal die Dosis anzupassen sehr gut.
Ich nehme selber sehr leichte Betablocker, einfach weil es ein bisschen leichter machen (obwohl ich das nicht müsste).
Sorry, was es so lang geworden ist, ich wünsche dir sehr viel Kraft und das du deinen Weg findest!