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dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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Min0109
@Nick21

Danke für deinen Zuspruch.
Ich hatte heute den Eindruck, dass meine Ärztin etwas genervt ist und meinen Leidensdruck nicht ganz ernst nimmt. Da denke ich manchmal: hier bitte, sei mal einen Moment in meinem Kopf...
Ich stand halt nicht in Tränen aufgelöst vor ihr.

Ich teste heute Abend mal eine Selbsthilfegruppe an. Vielleicht entlastet mich das etwas...

#21


Nick21
Zitat von Min0109:
@Nick21 Danke für deinen Zuspruch. Ich hatte heute den Eindruck, dass meine Ärztin etwas genervt ist und meinen Leidensdruck nicht ganz ernst nimmt. Da denke ich manchmal: hier bitte, sei mal einen Moment in meinem Kopf... Ich stand halt nicht in Tränen aufgelöst vor ihr. Ich teste heute Abend mal eine ...

Das ist gut.
Gibt es solche Gruppen bei dir in der Nähe?

#22


Min0109
@Nick21

Ja, sogar zwei. Die eine findet montags statt, das würde mir aber zu viel werden, da ich montags schon immer Gruppentherapie habe. Und die andere ist eben dienstags und auch nicht weit von mir entfernt.
Die Gruppen sind speziell für Angst und Depressionen.
Ich bin gespannt, ob das etwas für mich ist oder zusätzlich zur Gruppentherapie eher nicht so gut ist.

Hast du Erfahrungen mit SHG?

#23


Nick21
Zitat von Min0109:
@Nick21 Ja, sogar zwei. Die eine findet montags statt, das würde mir aber zu viel werden, da ich montags schon immer Gruppentherapie habe. Und die andere ist eben dienstags und auch nicht weit von mir entfernt. Die Gruppen sind speziell für Angst und Depressionen. Ich bin gespannt, ob das etwas für mich ist oder ...

Nein ich war noch nie bei einer und bin mir ehrlich gesagt gar nicht sicher ob es sowas hier in der Nähe gibt. 🤔
Na ja ich könnte ja mal nachschauen.

#24


P
@Min0109 ich war längere Zeit über krank geschrieben und in Reha. Habe mich dann während der Reha entschlossen abzubrechen und wieder arbeiten zu gehen. Mir ging es vorher nicht so schlecht wie während der Reha. Einiger Therapie-Ansätze haben meinen Zustand leider rapide verschlechtert. Ich spreche nicht so gut auf „Exposition“ und Meditation oder Übungen an die das vegetative Nervensystem beruhigen sollen. Vor allem wenn diese forciert sind und einem aufgezwungen werden wie es leider in der Reha der Fall gewesen ist. Und mir persönlich hat es nicht gut getan mit Menschen zu sprechen die zb. der absoluten Überzeugung waren „man hat das halt für immer“ und würde daran schlussendlich auch sterben usw. Das hat mich in ein tiefes Loch katapultiert. Ich habe eine Panikstörung entwickelt mit Angstzuständen zusätzlich zu Panikattacken, einer Herzneurose und depressiven Episoden. Also das war meine Diagnose quasi. Dann habe ich bemerkt das ich dann doch lieber arbeiten gehe. Ich habe aber sehr großes Glück und konnte in den ersten Wochen von zuhause aus arbeiten und dann phasenweise ins Büro bis ich schließlich wieder normal gehen konnte. Mein Arbeitgeber hatte einen Burnout gehabt und konnte die Situation selber verstehen.

Meiner persönlichen Meinung nach hilft es sehr „sich abzulenken“, einen normalen Alltag aufrecht zu erhalten und möglichst wenig Aufmerksamkeit dem zu schenken was dein Körper und dein Geist gerade von dir wollen. Bzw. zu versuchen das zu „portionieren“. Das ist furchtbar anstrengend und erfordert sehr viel Geduld. Auch die Setbacks dürfen keine große Rolle spielen. Im Grund genommen habe ich mich selber „gegaslighted“ darin, dass ich gar nichts hab und völlig „normal“ bin. Das war am Anfang echt schwer weil es sich so falsch angefühlt hat. Ich hab mich halt sch. gefühlt. Aber das arbeiten gehen hat da halt dazu gehört.

Ist aber nur meine Meinung, ich halte nicht viel von „Innere Kind Arbeit“, „Traumabewältigung“, „Achtsamkeit“ usw. Das ist ALLES super super wichtig, ebenso Meditation und Atemübungen und Körperscanning und Yoga usw. Aber ich bin der Meinung das es dazu führt, dass man denkt. Prima, ich MACHE etwas aktiv, ich hacke das dann ab und DANN geht’s mir besser.

Der Schlüssel liegt darin (so perfide sich das auch anhört), das es dich gar nicht mehr interessieren muss wie es dir geht. Dann gehts dir wie durch Zauberhand plötzlich besser. Das zu bewerkstelligen ist eine Mindsetsache und da kommt man eben schwer hin.

Ich persönlich bin zur Erkenntnis gekommen das ich maßgeblich in dieses Problem gerutscht bin weil ich mich selber sehr vernachlässigt habe und in der Vergangenheit eben blöde Sachen erlebt habe die ich verdrängt hatte (ich hatte nie zugelassen bestimmte Gefühle zu empfinden), dadurch ist mein Nervensystem halt super sensibel geworden (was an sich weder schlecht noch gut ist).

Ich habe also versucht mein Leben weiter zu leben so gut es geht und alles an Gefühle komplett zuzulassen ohne mich darin zu verlieren, eben so lange dieses Gefühl halt da sein wollte. Bei mir waren es Schuld, Wut, Angst und Trauer.

Ich denke das Setbacks genau diese Gefühle sind und das die gelebt werden wollen. Auch wenn sich das sch. anfühlt.

Man braucht das Vertrauen das es vorübergehen ist! Es geht vorbei!
Es wird nicht für immer da sein. Ich lag in der schlimmsten Phase stundenlang auf dem Boden und habe es nicht geschafft mich zu bewegen und auch das ist nach Wochen irgendwann gegangen, so wie die täglichen Panikattacken.

Aber ich war auch in Therapie und ich bin ein Befürworter was Tabletten angeht (vor allem
In der Anfangszeit). Deswegen finde ich den Weg nochmal die Dosis anzupassen sehr gut.

Ich nehme selber sehr leichte Betablocker, einfach weil es ein bisschen leichter machen (obwohl ich das nicht müsste).

Sorry, was es so lang geworden ist, ich wünsche dir sehr viel Kraft und das du deinen Weg findest!

x 1 #25


Min0109
@Panikatthedisco

Guten Morgen Panikatthedisco,

vielen Dank, dass du dir die Zeit für eine Antwort genommen hast.
Ich kann deine Haltung und Vorgehensweise verstehen. Ich wünschte, ich könnte es aktuell auch so haben, aber ich bin in eine Krise abgerutscht. Seit November quäle ich mich und mache weiter, gehe arbeiten, spazieren, verabrede mich etc., aber es wird leider nicht besser sondern schlechter. Ich habe mich am Mittwoch auf die Warteliste einer Akutklinik setzen lassen.
Heute Morgen bin ich am totalen Tiefpunkt angelangt und überlege, ob ich in die Akutpsychiatrie fahren muss. So nach dem Motto: hier bin ich, ich kann nicht mehr, bitte helfen sie mir.
Ich habe da wie gesagt bislang überhaupt keine Erfahrung und war bislang nur "ambulant" unterwegs.
Ich hätte nie gedacht, dass es mal so kommen wird und ich frage mich auch, warum es so gekommen ist.
Aber 24/7 Angst zu haben, ist so anstrengend, macht mich depressiv und hoffnungslos.

x 1 #26


P
@Min0109 ich kann dir nur raten es zu tun! Hol dir Hilfe! Sprich mit jemandem der aktiv für dich da sein kann. Am besten einen Therapeuten. Ich kenne das Gefühl das einen niemand wirklich ernst nimmt. Das „Problem“ ist halt, eine Angststörung ist an sich eben nicht gefährlich und die meisten wissen einfach selber nicht wie sich das anfühlt. Man denkt dann eventuell die Person hat halt „ein wenig Angst“ und nimmt es nicht ernst. Ich selber war „nur“ in Reha, das war keine Klinik. Da war ich die einzige mit Panik. Ich denke das du in einer speziellen Einrichtung viel besser aufgehoben bist. In jedem Fall kannst du nur gewinnen, auch wenn es dir nicht gefällt. Schlussendlich bist du ein Stück weiter gekommen in deiner Reise. Ich wünsche dir wirklich ganz viel Kraft und ich kann dich so gut verstehen!

x 1 #27


Min0109
@Panikatthedisco
Ganz lieben Dank für deinen Zuspruch! Das tut gut! Denn ich bin gerade so verwirrt von meinem Zustand, verzweifelt und möchte „einfach nur gesunden“…

Ich telefoniere aktuell die Kliniken ab, denn mittlerweile ist es mir auch egal, wo diese ist, hauptsache ich bekomme mehr Unterstützung, weil ich selbst merke, dass 1x in der Woche Gruppentherapie nicht ausreicht.

Und es ist, wie du schreibst: verständlich ist das für Außenstehende nicht, was -ich schreibe jetzt mal wir- wir da erleben.
Kenne ich auch, dass dann kommt: wovor hast du denn Angst? Hier ist doch alles fein!
Ja, danke, weiß ich auch!
Gefühlt fahre ich aktuell im Kopf im Kreisverkehr in der immer selben Gedankenschleife und finde die Ausfahrt nicht. Wobei ich auch hier selbst weiß, dass diese Gedanken nicht hilfreich sind.
Ich würde am liebsten meinen Kopf abschrauben und durch ersetzen.
Kennen sicherlich auch einige, die mit dem Thema zu tun haben.

Ich hätte nie geglaubt, dass ich mal so drauf sein werde, aber wahrscheinlich habe ich in den letzten Jahren den „Rucksack“ immer weiter voll gemacht und irgendwie explodiert das alles gerade.
Dabei würde ich auch einfach nur gerne in der Sonne sitzen, ein Eis essen, es schön finden und überleben, wohin ich in den Urlaub fahre. Jetzt kann man natürlich sagen, dass ich kann ich ja auch mit Angst, Panik und Depressionen tun.
Fühlt sich halt irgendwie nur nicht so richtig toll und überzeugend an.

x 1 #28


P
Ja, das kommt dann noch dazu. Das man sich total allein gelassen damit fühlt. Ich hatte es damals wirklich schwer das meinem Mann verständlich zu machen bis ich irgendwann zu ihm sagte, dass ich buchstäblich das Gefühl habe zu sterben. Und das jeden Tag. Ich glaube viele hier im Forum kennen dieses Gefühl. Das es einfach nicht mehr weiter geht, das man nicht mehr weiter kann. Aber dann kann man das doch. Ich kann dir nur sagen das es besser werden wird, insbesondere dann wenn du den absoluten Tiefpunkt erreicht hast. Interessanterweise habe ich das hier ziemlich oft gelesen und auch in Videos gesehen, das sich während der Heilungsphase alles nochmal extrem verschlimmern kann. Das ist die Art wie sich unser Nervensystem reguliert. Ich hoffe du hast Erfolg mit einem Platz in einer Klinik!

x 1 #29


Min0109
@Panikatthedisco
Heyyy, ja genauso ist es, wie du schreibst. Danke -wie gesagt- für deinen Zuspruch. Das ist sehr ermutigend. Ich versuche diese Phase auch bereits als Teil des Heilungsprozesses zu sehen. Irgendwas wurde angepiekst… Ich habe leider immer gleich krasse blöd- vibes, wenn ich aufstehe.
Mein Mann und ich haben das Wochenende sehr viele schöne Sachen unternommen, aber natürlich bin ich trotzdem noch so drauf, wie ich drauf bin. Nichtsdestotrotz ist es ja schon mal viel wert, dass ich noch so aktiv bin 😅. Ich habe aber auch eher Probleme mit „Leerzeiten“ und lenkt mich viel ab. Heute war ich bei einem Danceworkout und fand es gar nicht mal so gut 😉.
Morgen telefoniere ich noch mal die Kliniken ab bzw. Frage nach und dann werde ich eine Entscheidung fällen.
Ich will‘s, aber auf der anderen Seite, habe ich Manschetten und hoffe, dass es etwas bringt (sorry, z.zt. bin echt zweifelnd).
Ich kann mir aktuell noch gar nicht vorstellen, dass ich bald für ein paar Wochen nicht zu Hause bin 😵‍💫✌🏻.
Dir ebenfalls alles Gute und noch einen schönen Sonntag!

#30


A


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Mira Weyer
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