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RoseLoomis
Mitglied

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Oder schaffen es manche von euch auch ohne therapeutische Hilfe raus aus der GAS, der Dauerangst und Depressionen? Mein Therapeut (ist über 70) hat gestern (2. Sitzung) die Behandlung abgebrochen weil er festgestellt hat, dass er gar nicht die Zeit für eine intensive Betreuung für mich hat. Er ist Juli / August komplett zwei Monate weg. TJa, jetzt steh ich ich ziemlich verzweifelt alleina da.

05.06.2024 x 1 #1


52 Antworten ↓
F

Ferrum
Gast

Ich habe nur eine nette, dicke, lustige Psychiaterin in meinem Alter, mit der ich mich sehr gut verstehe und die ich alle viertel Jahre aufsuche. Es gibt da kein Gefälle Arzt/Patient. Meist habe ich keine Anliegen, da sich nichts ändert, wenn doch, geht sie auf mich ein. Ich brauche sie im Hintergrund, falls ich einen Ansprechpartner brauche.
Eine Therapie hat mir früher nicht geholfen und hilft mir auch jetzt nicht. Ich trage meine Erkrankung lange genug mit mir herum und versuche damit selbst klarzukommen. Einen Weg heraus gibt es nicht. AD´s nehme ich nicht, da die Nebenwirkungen bei mir stark auftreten und neue Probleme schaffen. Im Frühjahr war ich bei einer Gruppentherapie, die von einer jungen, schönen und sehr emphatischen Therapeutin geführt wurde. Allerdings stellte ich fest, dass alle anderen Mitglieder leichter oder einmalig betroffen waren und ich somit leider keine Identifikation aufbauen konnte. Was vermittelt wurde, war Theorie, die ich in einer halben Stunde auch in einer Broschüre hätte durchlesen können. Für die anderen Teilnehmer neu, für mich nur Wiederholung. Ich brach das ab.
Hilfe bietet mir dagegen die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, in der man sich unter Betroffenen austauschen kann. Da wird auch gelacht und es geht nicht ununterbrochen um Probleme.

02.06.2024 12:00 • x 6 #9


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Hat jeder von euch einen Therapeuten?

x 3


S

SteveRogers
Gast

Zitat von Coru:
Manchmal find ich das frustrierend. Aber es stimmt leider schon. Es ist nur schwer es zu machen.

So ist es, aber genau das Problem hat jeder hier und genau das ist der Knackpunkt der meisten Erkrankungen hier. Es ist diese unfassbar schwere Überwindung, AKTIV zu werden und selbst den A....hochzukriegen. Ich weiß es ja selbst und muss auch immer wieder kämpfen.

Der erste Schritt wäre also (und genau dazu ist der Therapeut da), zu verstehen und auch einzusehen, dass man nur selbst etwas tun kann und es geht niemals (!) ohne diese unfassbar schwere Überwindung und Anstrengung.
Wäre es leicht oder nur ab und zu mal ein wenig schwer, würden wir hier alle nicht mehr sein und schreiben. Der Mensch mag es immer bequem und möglichst einfach. Das geht aber nicht mit unseren Erkrankungen und dem Weg zur Besserung (von Heilung rede ich gar nicht einmal).

Es ist das eine, ob man es jeden Tag schafft, sich aufzuraffen oder aktiv "zu trainieren" (ja, richtig gehört....TRAINIEREN wie beim Sport....regelmäßig und hart....rauszugehen, soziale Kontakte zu haben oder auch seine Ängste zuzulassen). Dass man das nicht immer schafft, ist keine Schande und sollte akzeptiert werden.

Das andere ist aber, ob man diese Tatsache eben akzeptiert, dass es nur so geht.
Wer immer noch an dem Punkt ist, dass er nicht akzeptiert, dass er sich nur selbst helfen kann mittels diesem dauerhaften Aufraffen und Kämpfen und stattdessen immer noch erwartet, dass ein Therapeut, ein Arzt (mittels Medikamente etc) einem Besserung verschafft, der ist leider noch ziemlich am Anfang in Bezug auf das Verstehen der ganzen Sache.
Das mag unfassbar frustrierend und auch hart sein, aber es ist halt einfach die Wahrheit.

Ich vergleiche unsere Situationen manchmal ein wenig mit Menschen, die täglich aufstehen müssen, um einen knallharten und gehassten Job zu machen und zwar einfach, weil es nicht anders geht und sie sonst (finanziell) nicht leben könnten - vielleicht noch alleinerziehend.
Jeden Tag immer wieder die gleiche Last und Anstrengung, abends kaputt um 22 Uhr ins Bett fallen, kaum Zeit für sich selbst oder Hobbies - einfach funktionieren. Ich kenne solche Menschen und diese sind ebenso wie wir auch immer wieder soweit, dass sie sagen, dass sie das nicht mehr können und keine Kraft mehr haben bzw. wofür denn? Die meisten machen es für ihre Kinder. Bei mir sind auch meine Kids meine größte Motivation, mich dann doch aufzuraffen, wenn ich eigentlich denke "Es geht heute nicht".
Und ja, ich weiß, dass das wohl immer so sein wird und nie wieder so wie früher wird, wo ich Kraft für fast alles hatte.

Ich habe schon seit längerer Zeit keinen Therapeuten mehr.
Ich hatte die letzten neun Jahre mehrere. Ich betrachte mich als ambulant austherapiert.
Ich habe schon bei den letzten beiden Therapeuten gemerkt, dass die mir nix Neues mehr "erklären" können. Es liegt also nur noch an mir selbst, was daraus wird.
Irgendwann ist das Fass "Therapie" ausgeschöpft, egal ob mit Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie etc

04.06.2024 11:26 • x 3 #42


Zum Beitrag im Thema ↓


Samishi
Ich hatte bis Freitag selbst keinen und habe es irgendwie geschafft. Habe dann nach langer Zeit nochmal die 116117 angerufen und siehe da, nun habe ich für Montag einen Termin bekommen.

Es geht auch ohne, nur weiß ich mittlerweile das es nur eine Übergangslösung sein kann und keine endgültige ist.

x 3 #2


FrancesTheMute
Ich habe eine Psychotherapeutin, zweifle ich aber aktuell daran, dass ich dank ihrer Hilfe große Fortschritte mache. Es fühlt sich so an, als würde ich auf der Stelle treten. Hier verhält es sich wohl sowie mit Medikamenten, manchmal muss man "wechseln" um den passenden Ansatz zu finden.

x 2 #3


D
Zitat von Samishi:
116117 angerufen

Ich habe meinen Therapeuten letztes Jahr September auch über diesen Weg gefunden.

Allerdings hatte ich die GAS schon vor vielen Jahren in einer anderen Therapie sehr gut bearbeitet.

Die Therapie jetzt ist wg etwas anderem.

x 2 #4


Peekay
Ich war jetzt fast zwei Jahre bei meiner Therapeutin, noch 2 Sitzungen und dann werde ich keine neue suchen. Leider hat es mir nichts gebracht, denke dafür hab ich den Mist schon viel zu lange. Werde damit also weiterhin leben müssen.

x 2 #5


Löwenzähnchen
Ich habe auch keinen Platz. Der letzte war leider unterirdisch. Behandlung nach der Art: bei der anderen Patientin klappt das auch, sie strengen sich nicht genug an.
Seitdem bin ich auf der Suche.

x 1 #6


Abendschein
Zitat von Peekay:
Ich war jetzt fast zwei Jahre bei meiner Therapeutin, noch 2 Sitzungen und dann werde ich keine neue suchen. Leider hat es mir nichts gebracht, denke dafür hab ich den Mist schon viel zu lange. Werde damit also weiterhin leben müssen.

Ein Therapeut kann nur so gut sein, wie der Patient mitarbeitet.
Will damit sagen, das ich mich nicht nur auf den Therapeuten verlasse,
sondern jeden Tag an mir selbst arbeite.

x 3 #7


Peekay
Zitat von Abendschein:
Will damit sagen, das ich mich nicht nur auf den Therapeuten verlasse,
sondern jeden Tag an mir selbst arbeite.


Das ist doch Voraussetzung an sich zu arbeiten.
Aber auch das bringt nicht jeden von uns weiter.

x 1 #8


F
Ich habe nur eine nette, dicke, lustige Psychiaterin in meinem Alter, mit der ich mich sehr gut verstehe und die ich alle viertel Jahre aufsuche. Es gibt da kein Gefälle Arzt/Patient. Meist habe ich keine Anliegen, da sich nichts ändert, wenn doch, geht sie auf mich ein. Ich brauche sie im Hintergrund, falls ich einen Ansprechpartner brauche.
Eine Therapie hat mir früher nicht geholfen und hilft mir auch jetzt nicht. Ich trage meine Erkrankung lange genug mit mir herum und versuche damit selbst klarzukommen. Einen Weg heraus gibt es nicht. AD´s nehme ich nicht, da die Nebenwirkungen bei mir stark auftreten und neue Probleme schaffen. Im Frühjahr war ich bei einer Gruppentherapie, die von einer jungen, schönen und sehr emphatischen Therapeutin geführt wurde. Allerdings stellte ich fest, dass alle anderen Mitglieder leichter oder einmalig betroffen waren und ich somit leider keine Identifikation aufbauen konnte. Was vermittelt wurde, war Theorie, die ich in einer halben Stunde auch in einer Broschüre hätte durchlesen können. Für die anderen Teilnehmer neu, für mich nur Wiederholung. Ich brach das ab.
Hilfe bietet mir dagegen die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, in der man sich unter Betroffenen austauschen kann. Da wird auch gelacht und es geht nicht ununterbrochen um Probleme.

x 6 #9


Peekay
@Ferrum, das ist genau das bei mir auch. Ich verfüge über alles Wissen diverser Erkrankungen, nur ist das in der Praxis nicht umsetzbar. Hat sich über die vielen Jahre, ca 35, verfestigt und ist unumkehrbar. Eine Selbsthilfegruppe gibt es in meiner Umgebung leider nicht. Hatte mal versucht selber eine aufzubauen, aber scheinbar haben keine Menschen in meiner Stadt diese Erkrankungen 😜.
Alles Gute dir.

x 2 #10


J
Zitat von Samishi:
Ich hatte bis Freitag selbst keinen und habe es irgendwie geschafft. Habe dann nach langer Zeit nochmal die 116117 angerufen und siehe da, nun habe ...

Bei der 116117 bekommst du doch nur ein Erstgespräch oder ? Das bedeutet noch lange nicht das du dann dort eine Therapie anfangen kannst.

x 2 #11


F
@Peekay Oh, dir auch! Versuch doch mal das Thema deiner SHG auf Depression zu ändern. Die hat jeder und dann könnten auch Betroffene, die Depression und damit verbundene Angsterkrankungen haben, kommen.

x 1 #12


R
Zitat von -Hedwig-:
Ich habe auch keinen Platz. Der letzte war leider unterirdisch. Behandlung nach der Art: bei der anderen Patientin klappt das auch, sie strengen sich nicht genug an. Seitdem bin ich auf der Suche.

DAS kenne ich auch, leider... das macht es dann nur noch schlimmer...

x 1 #13


R
@Ferrum
die fehlende Identifikation hatte ich bei meinem Aufenthalt in der Tageslinik auch. Die anderen hatten gefühlt nicht wirklich Probleme. Bei mir war das Wochenendziel oft ""überleben", währene die anderen von Ihren Ausflügen etc. berichtet haben... die 10 Wochen dort haben mich auch nicht wirklich weiter gebracht, weil ich meine Resssourcen nicht aktivieren kann. Warum auch immer !?

x 1 #14


R
@Peekay
Ja, in der Theorie weiß ich auch ziemlich viel und kann es auch nicht umsetzen.
Ich arbeite eigentlich tagtäglich an mir, aber es kommt nichts positives dabei raus...deshalb hoff ich jetzt trotz allem, noch eine Therapeutin zu finden die mich aufnimmt... und eine SHG gibt es zum Thema Angststörung auch in unserer Stadt nicht....

x 2 #15


R
ich wünsch euch allen einen schönen angstfreien und ruhigen Sonntag

x 4 #16


Samishi
Zitat von Justin3456:
Bei der 116117 bekommst du doch nur ein Erstgespräch oder ? Das bedeutet noch lange nicht das du dann dort eine Therapie anfangen kannst.

Nein, nicht unbedingt. Das ganze kommt auf die Kapazität und die Therapeuten in deiner Region an. Ich habe explizit nachgefragt, ob es sich dabei nur um ein unverbindliches "Erstgespräch" handelt, oder ob im Anschluss auch eine Therapie startet. Es wurde mir bei diesem Termin explizit gesagt, dass es sich um einen freien Therapieplatz handelt und nicht nur um ein Erstgespräch.

x 3 #17

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J
@Samishi warte mal lieber ab bis du da warst und mach dir Eindruck. Habe da schlechte Erfahrungen gemacht.

#18


SilentRoG
Ich habe eine Therapeutin, recherchiere aber selbst sehr viel und probiere Sachen aus und bespreche diese dann mir ihr.

Von Ihr kommen dann eher Buchtips oder Podcasts.

Ich würde daher sagen sie gibt mir Denkanstöße, den Rest erarbeite ich mir selbst. Also nichts mir dauerhaft Händchen halten und geführt werden, aber due Erwartungshaltung habe ich auch nicht. Es ist mein Leben und ich muss selbst damit klar kommen.

Außerdem habe ich einen Physiotherapeuten. Der mir gefühlt bissher mehr geholfen hat, da er mich mit meinen Ängsten konfrontiert hat und mich bei deren Aufarbeitung unterstützt hat. Außerdem ist er ein ansteckendes Mindsetmonster.

x 4 #19


D
Nach jahrelanger therapeutischer Unterstützung, die hilfreich war und sowohl ambulant als auch stationär stattgefunden hat, habe ich sehr viel über mich gelernt. Das wichtigste ist, kein anderer Mensch, ob Therapeut, Arzt oder sonst wer, kann einen Schalter bei mir umlegen, dass es Klick macht. Das kann ich nur selbst und muss es je nach Situation immer wieder tun um klar zu kommen.

x 4 #20


A


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Mira Weyer
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