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"Abnehmen" ist doch keine Tätigkeit, sondern höchstens die
Folge bestimmter Verhaltensweisen. Wenn man aber - aus physichen, sozialen und psychischen Gründen - genau diese Verhaltensweisen nicht ausüben kann, schon gar nicht so lange, wie es für ein erhebliches Übergewicht nötig wäre, dann kann man eben nicht "Abnehmen" und das evtl. Erreichte nicht aufrechterhalten.
Wenn man tagsüber und/oder abends unter Essdrang leidet (weil die Psyche und/oder der Körper danach verlangen), dann ist einfaches "Nicht-Essen" keine praktikable Lösung, schon gar nicht dauerhaft. Wenn dieser Essdrang durch Aufregung, Einsamkeit, Verlassenheitsgefühle, Unterlegenheitsgefühle o.v.a. massiv ausgelöst wird, dann nutzt alles "Abnehmen-Wollen" oder gar "Abnehmen-Müssen" nichts.
Und man sollte ja auch nicht durch Nicht-Essen abnehmen, denn das ist ebenfalls gesundheitsschädlich. Daher wäre es wichtig, dass es zu jeder Zeit gesunde, leckere und bezahlbare Angebote gäbe, also auch unterwegs. Dann könnte man dem Essdrang und dem natürlichen Hunger nachgeben, ohne dass man davon zunimmt, ja sogar davon abnehmen. Das wird einem aber durch die vielen Imbissbuden, Bäckereien und fehlende Alternativen schier unmöglich gemacht. Das ist so als müsste ein Dro. ständig an Dro. vorbeigehen, die dazu noch köstlichen Duft von sich geben.
Hier im Forum haben wir auch schon das Beispiel miterlebt, dass ein stark übergewichtiger Mensch sich mit einem unglaublichen Aufwand an Selbstkontrolle und Selbstkasteiuung zu einem - weiterhin essgestörten - dünnen Magersüchtigen entwickelt, seine seelischen Probleme aber behalten hat. . Aber sowas bringen nur die allerwenigsten fertig, und ob das ein wünschenswertes Ergebnis ist ...
Trotzdem: Um überhaupt eine Chance zu haben, sich nicht mehr selber zu zerfleischen, muss man irgendwie dazu gelangen zu akzeptieren, dass man nun mal diese Behinderung (nicht
mein Ausdruck) hat. Andere Leute haben eine andere, viele haben gar keine - aber mit seinen persönlichen Gegebenheiten muss man sich nun mal erstmal abfinden, andernfalls bekommt man außer der Fettleibigkeit noch
weitere gesundheitliche und seelische Probleme. Maßloser bzw. ständiger Ärger kann einem die inneren Organe zerfressen und m.E. auch Krebs auslösen. Darüber sollte man sich m.E. klar werden.
Lieben kann und muss man seine Fettmassen m.E. nicht. Aber wer sie auch das kann, ist in einer glücklichen Lage.