So, hier auch erstmal der link:
http://www.redworks.info/adipositasonli ... 111&lng=deNein, der Text war nicht von mir, ich hatte ihn in Anführungszeichen geschrieben und den Namen den Verfassers dazu. Ich habe ihn in einem Adipositas-Forum gefunden und meine Gefühlswelt sehr gut beschrieben gefunden.
Nein, eine schwere Krankheit würde ich nicht in Kauf nehmen, um von meinem Gewicht wegzukommen, aber alles andere kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ich war schon als Kind mopsig. Meine Eltern sind beide dick, meine Großelter sind/waren dick. Seit ich denken kann, wurde mir vermittelt, dass ich zwar intelligent, aber zu dick bin.
Ich war einfach nicht gut so, wie ich war. Deshalb habe ich mich schon im Grundschulalter mit der Thematik befasst und tue es bis heute. Mit 15 war ich nahezu normalgewichtig. Mit 17 habe ich ANtidepressiva bekommen und wusste nicht, dass ich davon zunehmen würde.
Mit 21 habe ich 110 Kilo gewogen, bei 1,64m. Jetzt wiege ich 96 Kilo.
Ich kann abnehmen, wenn ich möchte. Das heisst für mich aber ein Kampf mit mir selbst. Was ist denn das für eine Lebensqualität, wenn man Tag für Tag genau auf alles achten muss. Der Speckmantel ist bei mir zu 15% Veranlagung und zu 85% psychischen Ursprungs.
Wenn jemand zu mir also sagt, ich müsse "eben einfach mal weniger essen" und "einfach mal abnehmen", klingt das für mich wie eine Verarsche. Wie wenn man einem Alk. sagen würde "ach lass doch einfach den Schnap. im Kühlschrank". Oder jemandem mit Depressionen: "Mach doch mal was lustiges, dann gehts dir gut". Oder jemandem mit Panikattacken, dass es doch grad gar keinen Grund gibt, Angst zu haben.
Sowohl die Lebensmittelindustrie, als auch die Gesellschaft machen einem die ganze Sache zusätzlich schwer, mal ganz abgesehen davon, dass neben Fett und Zucker noch etliche andere Zutaten im Ersatzmittelcoktail rumschwimmen. Mach mal als Fettklops Sport in der öffentlichkeit. Wenn du Glück hast, fühlst du dich danach so erniedrigt, dass du die nächsten drei Tage in ner Höhle verbringen möchtest.