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Schlaflose
Zitat von jawa:
Ich fand es auch ganz prima das dort so gut wie nicht mit Medikamenten therapiert wurde,


Das wäre für mich genau das Ausschlusskriterium für eine Klinik oder einen Therapeuten. Ich hatte das Pech, am Anfang meiner Probleme bei drei Therapeuten hintereinanander zu landen, die Medikamente ablehnten. Dadurch habe ich jahrelang mit extremen Schlafstörungen und Depressionen leben müssen, bis mir mein Hausarzt endlich ein Medikament verschrieb.

29.09.2017 11:56 • x 1 #61


Zitat von Schlaflose:
Ich hatte das Pech, am Anfang meiner Probleme bei drei Therapeuten hintereinanander zu landen, die Medikamente ablehnten. Dadurch habe ich jahrelang mit extremen Schlafstörungen und Depressionen leben müssen, bis mir mein Hausarzt endlich ein Medikament verschrieb.

Du Arme! Dann hast Du das Gleiche durch wie ich. Habe mich auch lange Zeit unnötig rumgeqäult, was nur mit Medikamenten, deutlich besser werden konnte.

Zehn Jahre Meditation, Therapie und Entspannung am Stück, hätten nicht das gleiche Ergebnis gebracht. Inzwischen habe ich wieder Lebensqualität. Hoffe Du auch!

Viele vergessen, daß Depressionen und Angststörungen auch eine körperliche Krankheit sind und ab einem gewissen Schweregrad nur noch mit Medikamenten,
wieder ausgeglichen werden können.

29.09.2017 12:24 • x 2 #62



Hallo Galgenmännchen,

Eure Therapie-Erfahrungen

x 3#3


Zitat von Blackstar:
Viele vergessen, daß Depressionen und Angststörungen auch eine körperliche Krankheit sind und ab einem gewissen Schweregrad nur noch mit Medikamenten,wieder ausgeglichen werden können.


So ist es.
Ich musste auch um Medikamente betteln,es ist echt entwürdigend,wenn man eh schon am Boden ist und dann auch noch betteln muss.
Und dann steht auch noch in meinem Entlassungsbericht,ich sei "medikamentenfixiert",obwohl DIE zu spät eingesehen haben,dass es ohne Medikamente bei mir nicht mehr geht...
Und dann wurde mir auch noch ein schlechtes Gewissen gemacht,indem mir gesagt wurde,Medikamenteneinnahme sei dysfunktionales Verhalten (ähnlich wie Alk.) und ich würde den "bequemen Weg wählen".
Und in Wahrheit hab ich mich eine gefühlte Ewigkeit ohne Medikamente rumgequält und es wurde immer schlimmer bis hin zu Suizidgedanken.

29.09.2017 13:35 • x 2 #63


Pilzsammler
Zitat von Blackstar:
Viele vergessen, daß Depressionen und Angststörungen auch eine körperliche Krankheit sind und ab einem gewissen Schweregrad nur noch mit Medikamenten,wieder ausgeglichen werden können.


Das glaube ich auch. Ich merke gerade das es da sehr grosse Unterschiede gibt. Bei mir hat sogar meine Hausärztin heute (bin noch nicht in Behandlung) gefragt ob für mich eine Medikamenteneinnahme in Frage kommt oder ich das wünsche. Es gibt da sicherlich versch. Ansätze und man sollte immer erst den medikamentenlosen Weg wählen solange es geht. Noch zu sagen ist das ich aus der Schweiz komme, vielleicht ist hier das Gesundheitssystem auch etwas anders.

29.09.2017 14:55 • #64


Krasse Story von Flame.
Wie aus einem Film.
In meiner Klinik konnte man selber entscheiden, ob man Medis möchte oder nicht.

29.09.2017 16:02 • #65


Es ist wie immer Glücksache, zur richtigen Zeit, an den richtigen Arzt oder Therapeuten zu geraten.
Jeder arbeitet anders. Die einen sind für Medikamente, die anderen wieder nicht.
Auch habe ich die Erfahrung gemacht, daß einige Vertreter der Psyindustrie, sich sehr viel verdienen können,
wenn sie Medikamente so lange wie möglich aus dem Spiel lassen. Selbst erlebt, daß man abhängig gemacht
werden sollte von einem Psychiater, der mir Sachen eingeredet hat, die gar nicht da waren. Man sollte immer
seinen gesunden Menschenverstand walten lassen auch bei Psychiatern und Therapeuten, denn dort gibt es
auch schwarze Schafe. Deshalb immer gesunde Vorsicht walten lassen und niemandem, blind vertrauen!

29.09.2017 16:24 • #66


Zitat von Galgenmännchen:
In meiner Klinik konnte man selber entscheiden, ob man Medis möchte oder nicht.

Du Glücklicher!

29.09.2017 16:59 • #67


Hi @juwi, das ist traurig dass du so isoliert bist.

Hast du schon mal dran gedacht das Sorgentelefon anzurufen? Das ist ganz umsonst, am Anfang vielleicht ein bisschen komisch so mit einem völlig wildfremden Menschen zu sprechen, aber da es anonym ist und nichts daranhängt kann man zuallermindest ein bisschen den sozialen Umgang üben und hat eine Zeit lang Gesellschaft.

Hier ist die Nummer: 0800/111 0 111.

29.09.2017 20:59 • x 1 #68


Also, ich habe zwischen 1997 und 2010 drei Therapien gemacht und jede war anders. Anders effektiv...anders anstrengend. Die erste war zur Trauma-Aufarbeitung. Die 2. eine tiefenanalytische. Und die dritte eine normale Gesprächstherapie. Ich habe die Therapien immer eigeninitiativ gemacht und bis zur Erreichung der Hauptziele. Für mich war das ein guter, richtiger Weg. Aber auch sehr anstrengend.

02.10.2017 16:01 • #69


Ich bin hoch motiviert in die Therapie und wollte etwas ändern - nur leider merke ich wie ich immer mehr resigniere. Meine Therapie besteht mehr aus Wartezeit als aus Therapie - ich fühle mich dadurch überhaupt nicht ernst genommen - was die Angst und die Depression noch schürt.
Ich habe im April mit den Probesitzungen angefangen - die Stunden die ich bis jetzt bis Oktober hatte kann man an, okay nicht einer, aber an zwei Händen abzählen. Ich fühle mich unverstanden in meiner Not. Ich habe teils Wartezeiten zwischen 2-7 Wochen. E gibt keine Kontinuität.

05.10.2017 08:47 • #70


Zitat von enana:
Meine Therapie besteht mehr aus Wartezeit als aus Therapie - ich fühle mich dadurch überhaupt nicht ernst genommen - was die Angst und die Depression noch schürt.
Ich habe im April mit den Probesitzungen angefangen - die Stunden die ich bis jetzt bis Oktober hatte kann man an, okay nicht einer, aber an zwei Händen abzählen. Ich fühle mich unverstanden in meiner Not. Ich habe teils Wartezeiten zwischen 2-7 Wochen. E gibt keine Kontinuität.

Oje, sowas hatte ich bei meiner ersten und zweiten Therapie, das ist nix! Kontinuität und Regelmäßigkeit sind wichtig. Mein zweiter Therapeut war der Beste: Machte sich zwar wöchentliche Termine mit mir aus, rief mich dann aber öfters an und meinte, ich soll meinen Termin bitte hergeben, er hätte einen dringenderen Fall als mich. Und da soll man sich ernst genommen und wertgeschätzt fühlen

05.10.2017 09:16 • #71


Also normalerweise sollte am Anfang einer Therapie, bei ja in der Regel akuten Problemen 1 x wöchentlich sich getroffen werden. So kenne ich das. Und "irgendwann" wird dann auf 14-tätig gestreckt. Das ist nicht gut für dich...

05.10.2017 09:19 • #72


Liegt an total überlaufenen Psychologenpraxen und dem Kassensystem, wird immer gruseliger.

05.10.2017 09:21 • #73


Zitat von Schlaflose:

Das wäre für mich genau das Ausschlusskriterium für eine Klinik oder einen Therapeuten. Ich hatte das Pech, am Anfang meiner Probleme bei drei Therapeuten hintereinanander zu landen, die Medikamente ablehnten. Dadurch habe ich jahrelang mit extremen Schlafstörungen und Depressionen leben müssen, bis mir mein Hausarzt endlich ein Medikament verschrieb.


Was für den einen ein Ausschlusskriterium ist, kann sich später für den anderen als Segen herausstellen, ich beispielsweise möchte nicht mein Leben mit Medikamenten Fronen, und dass Ärzte umsichtig mit Medikamenten handeln ist sogar oberstes Gebot, und ja, es gibt Erkrankungen wo es ohne nicht geht.
Schlafstörungen/Depressionen/Panik oder anderes, alles hat eine Ursache nur ist es aber auch bewiesenermaßen eine Tatsache das gerade im psychiatrischen Bereich sehr viele einfach zu schnell auf Medikamente eingestellt werden, andere Therapieansätze verdrängt/verschoben werden, allein schon weil vieles aus den gesetzlichen Versicherungen herausgenommen wurde. Da spielt auch ganz groß der Lobbyismus der Pharmaindustrie rein, allerdings im gesamten Bereich.

Es bleibt jedem überlassen wie er damit umzugehen hat sollte aber schon eine wichtige Rolle spielen, jeder ist seines Glückes Schmied und muss wissen das lebenslange Einnahmen von Medikamenten auf den gesamten Organismus negative Auswirkungen mit sich bringt. Das wird unter Umständen Jahrzehnte gut gehen aber es kommt mit Sicherheit der Tag wo der Körper/Organe nicht mehr mitspielt. Ich habe in der Reha viele kennenlernen dürfen die nicht unbedingt den leichten Weg gehen wollten, aufgefallen ist mir dabei dass ganz viele selbstständige diesen Weg ablehnten, mit 30 an Medikamenten hängen wo das berufliche Leben gerade erst begonnen hat, bei Frauen kommt hinzu das sie Kinder möchten und allein dies schon nicht passt. Wer möchte am Morgen nach dem Frühstück schon eine Pille einwerfen und am Abend vor dem schlafen gehen nochmal, in der Vorstellung dass sein Tag ansonsten nicht zu ertragen wäre. Ganz zu schweigen auf die Auswirkungen - die eigene Familie dabei/damit zu belasten. Das ist nicht die Vorstellung von einem erfülltem Leben wenn man gerade erst einsteigt.

Das viele resigniert haben und ihr da sein so akzeptieren können liegt aus meiner Sicht am falsch gewähltem Weg, zumindest bei einem großen Teil. Ein paar wenige schaffen dann noch den Absprung oder gehen von vornherein einen anderen Weg, dass diese sogenannten falschen Ärzte dabei großen Anteil hegen ist in meinen Augen gut so, egal wie schlimm etwas ist, jeder ist für sich selber in Verantwortung und egal wie der gewählte Weg ausschaut man muss ihn gehen bis zum Ende.

08.10.2017 09:12 • #74


Schlaflose
Zitat von jawa:
jeder ist seines Glückes Schmied und muss wissen das lebenslange Einnahmen von Medikamenten auf den gesamten Organismus negative Auswirkungen mit sich bringt. Das wird unter Umständen Jahrzehnte gut gehen aber es kommt mit Sicherheit der Tag wo der Körper/Organe nicht mehr mitspielt.


Nach Jahrzehnten stirbt man doch sowieso an irgendetwas. Für mich ist es keine Option, Jahrzehnte ohne Medikamente zu leiden und dann sowieso zu sterben. Dann lieber 10 früher sterben, aber nicht bis dahin leiden. Ebensowenig konnte ich es mir erlauben, aufgrund meiner extremen jahrenlangen Schlafstörungen meine Arbeit zu verlieren und kein Geld mehr zu verdienen. ich war in einem Zustand, dass ich nur noch daran dachte, wie ich mich am besten umbringen kann. Dann lieber jahrzehntelang Medikamente nehmen und irgendwann daran sterben als sich mit Mitte 30 umbringen.

08.10.2017 10:10 • x 3 #75


Ja das ist schlimm vor allem wenn man nie aus diesem Kreislauf entfliehen kann, hatte mal eine Zeit Schlafprobleme was nicht schön war. Aber du wirst zugeben das es ganz selten ist wo sich im lauf der Jahre nichts oder nur wenig ändert, ich spreche mich nicht grundsätzlich gegen Medikamente aus weil wo wären wir wenn wir sie nicht hätten. Ein Onkel muss sie nehmen bis zum Ende weil er Epileptiker ist. Auch in der Schmerztherapie vollkommen ok, ich selber kenne dies aus dem Hospiz, man sollte wegen Schmerz keine Tränen verlieren müssen. Schlaflos, erinnert mich ein wenig an Michael Jackson und seine Einnahme von Propofol um schlafen zu können.

08.10.2017 10:30 • #76


Zitat von Schlaflose:
Nach Jahrzehnten stirbt man doch sowieso an irgendetwas. Für mich ist es keine Option, Jahrzehnte ohne Medikamente zu leiden und dann sowieso zu sterben. Dann lieber 10 früher sterben, aber nicht bis dahin leiden. Ebensowenig konnte ich es mir erlauben, aufgrund meiner extremen jahrenlangen Schlafstörungen meine Arbeit zu verlieren und kein Geld mehr zu verdienen. ich war in einem Zustand, dass ich nur noch daran dachte, wie ich mich am besten umbringen kann. Dann lieber jahrzehntelang Medikamente nehmen und irgendwann daran sterben als sich mit Mitte 30 umbringen.


Das spricht mir aus der Seele.

08.10.2017 10:32 • #77


Schlaflose
Zitat von jawa:
Aber du wirst zugeben das es ganz selten ist wo sich im lauf der Jahre nichts oder nur wenig ändert,


Nach dem, was ich hier in den letzten 6 Jahren so lese, ist es ziemlich häufig, dass sich nichts oder wenig ändert.
Aber mir geht es darum, dass einem die Option zugestanden wird, es mit Medikamenten zu probieren, so dass man es selbst entscheiden kann und nicht von der ideologischen Gesinnung des Therapeuten abhängig ist.

08.10.2017 11:01 • x 2 #78


Zitat von jawa:
Aber du wirst zugeben das es ganz selten ist wo sich im lauf der Jahre nichts oder nur wenig ändert, ich spreche mich nicht grundsätzlich gegen Medikamente aus weil wo wären wir wenn wir sie nicht hätten.


Wenn man es richtig anstellt kann sich und wie ich persönlich finde sollte sich vieles ändern im Laufe von Jahren. Wenn sich nix ändert, hat man was falsch gemacht, denke ich. Ich hatte Jahre ohne medikamentöse Unterstützung und dann Jahre mit. Und in beiden Phasen hat sich immer viel verändert. Durch mich. Durch mein bewusstes Dazutun. Von nix kommt nix.

Wenn ich hier lese, das manch einer seit Jahren oder gar Jahrzehnten im gleichen Dilemma steckt, dann kann das nur heißen, daß derjenige nie etwas richtig verändert hat. Nie eine Therapie gemacht hat. Oder nicht richtig mitgearbeitet hat.

08.10.2017 11:14 • x 1 #79


Zitat von jawa:
Aber du wirst zugeben das es ganz selten ist wo sich im lauf der Jahre nichts oder nur wenig ändert

Ich hätte mir 25 Jahre Quälerei erspart, wenn ich mich schon damals nicht total quer dagegen gestellt hätte.
Es kommt darauf an, wie schwer jemand erkrankt ist! Wenn man zu lange wartet, wird alles chronisch, sogar Depressionen.
Wenn meine rechtzeitig medikamentös behandelt worden wären, hätte ich sie losgekriegt und müsste nun nicht mein
ganzes Leben lang damit rumrennen, weil ich damals zu dumm war, mich darauf einzulassen. 10 Jahre Meditation und
Therapie am Stück, haben bei mir weniger gebracht als die richtigen Medikamente, weil Depressionen eben auch eine
körperliche Krankheit sind, was von vielen gerne als Hingespinst abgetan wird. Leider sind dabei Botenstoffe im Gehirn
aus der Bahn geraten und ab einem bestimmten Schweregrad, den der Patient leider nicht selbst beurteilen kann,
geht keine Besserung ohne! Seit einem Jahr nehme ich Medis und mir geht es besser, als mit jedem natürlichen
Mittel das ich jemals genommen habe und ich habe bestimmt so ziemlich alles, in dieser Zeitspanne durch! Da ich
es schon gewohnt war, schwer depressiv zu sein, war das für mich der Normalzustand und ich konnte dessen Schwere
im Rückblick beim besten Willen nicht selbst beurteilen. Der Vergleich von vor Medis und jetzt, ist ein Unterschied
wie Tag und Nacht an Lebensqualität und wenn ich zurück denke erschrecke ich wie schlecht es mir ging und ich bin
noch alles andere als psychisch gesund.

Zitat von Flocke37:
Wenn ich hier lese, das manch einer seit Jahren oder gar Jahrzehnten im gleichen Dilemma steckt

Es braucht aber auch Glück, an die richtigen Ärzte und Therapeuten zu geraten. Ich kann Leute gut verstehen, die da gar nichts mehr
machen wollen, wenn sie da an schwarze Schafe geraten sind und davon gibt es auch nicht wenige und da weiß ich sehr genau,
wovon ich schreibe, aus eigener Erfahrung!

08.10.2017 11:20 • x 1 #80




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