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Hallo,

nach einigen Jahren geht nun bald meine Therapie bei meiner Psychotherapeutin zu Ende. Weiß jemand, ob es üblich ist, da was zu schenken? Einige hatten sogar nach wenigen Monaten in der Klink ihrem dortigen Therapeuten was geschenkt.

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht "geheilt" bin, sondern einfach die Zeit inkl Therapieverlängerung abgelaufen ist, bzw ich jetzt von ihr nicht mehr so viel mitnehmen kann. An sich kamen wir gut klar, ich finde sie auch sympathisch, aber ich hab es in der Zeit nie geschafft mich ihr komplett zu öffnen und über sie weiß ich privat eigentlich auch nichts.

Deswegen möchte ich ihr eingentlich nichts persönliches wie einen Brief schenken und generell sollte es wenn auch nur eine Kleinigkeit und nichts großes oder teures sein.

Desweiteren würde ich gerne wissen, wie man die letzte Stunde noch gut gestalten kann. Es wäre etwas seltsam, so zu reden wie immer und zu gehen, weil wir meistens über was gesprochen haben, über das ich "fürs nächste Mal" nachdenken sollte. Aber ich möchte jetzt am Ende auch kein neues Thema anfangen oder in eine ganz andere Richtung gehen oder über was belangloses reden und damit die Zeit verschwenden.

06.06.2016 22:37 • 02.08.2016 #1


12 Antworten ↓


ich denke es ist keine Verpflichtung oder üblich dem Therapeuten zum abschluss der Behandlung etwas zu schenken. die machen einfach ihren Job und bekommen ihr Geld dafür. einem Handwerker oder Bäcker schenkt man in der Regel ja auch nicht bei jeden Vertragsabschluss etwas Diejenigen , die etwas schenken, wollen einfach ihre Dankbarkeit ausdrücken , weil es ihnen besser geht oder sie sogar geheilt wurden. Kein Psychotherapeut wird gekränkt sein, wenn er kein Geschenk von seinen Patienten bekommt, da sollte man sich nicht unter Druck gesetzt fühlen. Es ist ja kein persönliches Verhältnis zwischen Patient und Therapeut, wenn überhaupt empfindet nur der Patient so.
Ansonsten rede einfach darüber, was dich in dem Moment vielleicht beschäftigt. ich weiß in der Regel bei keiner Sitzung, was ich erzählen soll oder sitze erstmal eine halbe stunde schweigend da. Du kannst ja davon erzählen wie du dein leben planst nach der Therapie , wenn du magst. Ist immer komisch, wenn man nicht mehr wie gewohnt wiederkommt, aber die letzte Sitzung ist wahrscheinlich nicht allzu ausschlaggebend

07.06.2016 11:56 • x 1 #2



Ende der Therapie - Geschenk und letzte Stunde

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Also meine Therapeutin hat in der letzten Stunde noch mal meinen kompletten Weg aufgezeigt. Sie hat ihre Notizen zur Hand genommen und mir nochmal einige Zitate von mir vorgelesen und mir gezeigt, wieviel sich positiv verändert hat. Das fand ich sehr schön. Ich hoffe, dein Therapeut bietet dir auch sowas an. Ich empfand es als tollen Abschluss.

Übrigens wurde ich darauf hingewiesen, weiß aber nicht, ob das immer so ist, dass mir noch für - ich glaube? - ein Jahr pro Monat 10 Minuten Zeit bei ihr zur Verfügung stehen würden. Falls ich also mal anrufen wollen würde oder in einem halben Jahr nochmal kommen wollen würde (man könnte die Minuten wohl auch sammeln), dann hat sie mir eben noch diesen weiteren Besuch angeboten.

Ich habe ihr hangemachte Pralinen (aus einer Chocolaterie in unserem Dorf) und einen Tee mitgebracht, weil sie sehr gerne Tee getrunken hat.

Ich habe mich aber wirklich sehr, sehr wohl bei ihr gefühlt und dennoch hatte ich nicht das Gefühl einer Abhängigkeit. Ich bin also ohne schlechtes Gefühl gegangen und war dennoch dankbar, dass sie mir geholfen hat.

Aber verpflichtet würde ich mich nicht fühlen, einem Therapeuten was zu schenken. Ist im Grunde ja auch "nur" ein Job, auch wenn "wir" das oft nicht so empfunden haben.

07.06.2016 12:13 • #3


Weltverlust
ich habe meiner therapeutin ein fachbuch geschenkt an dem sie sich sehr interessiert zeigte, als ich während einer sitzung mal davon berichtete.

ich hatte wie du auch das gefühl, dass man etwas schenken sollte

07.06.2016 12:45 • #4


Ich hab einer Ärztin, der ich sehr dankbar war, als kleine Aufmerksamkeit zu Weihnachten eine kleine Schachtel besonderer Pralinen geschenkt. Sie hat sich sehr darüber gefreut. Ich würde meiner Psychologin einen Topf mit einer kleinen schönen Pflanze schenken. Sie mag Pflanzen gern oder in Serviettentechnik eine Schachtel basteln .. werde ja allmählich Bastelexpertin ..
Verpflichtet bist du jedenfalls nicht etwas zu schenken. Was sagt dir dein Bauchgefühl?
Irgendwas Sinnvolles zu besprechen, wird einem ja auch in der letzten Stunde einfallen.

07.06.2016 12:55 • #5


Ich werde nichts schenken. Bei einem Mann ist das ja noch mal schwieriger, weil ich da schlecht mit Blumen oder Pralinen auftauchen kann. Aber ich habe eh noch lange hin, wir haben noch nicht einmal die Hälfte der bewilligten Stunden abgearbeitet. - Frage: Wie kann man jahrelang in einer Therapie sein? Bekommt man in Deutschland dermaßen viele Stunden bewilligt? Bei uns in Österreich bekommt man nur 30 bis 40, und die muss man zum Teil selbst bezahlen.

07.06.2016 14:23 • #6


Weltverlust
Nicht selten werden die Stunden am Anfang der Therapie sehr eng gelegt und danach werden die Intervalle größer (z.B. alle 4 Wochen eine Sitzung). Dann können sich auch 30 Stunden leicht über 2 Jahre ziehen.

07.06.2016 14:28 • #7


Aha, okay. Ich habe 40 Stunden bewilligt bekommen, für 2x die Woche (weil ich angeblich ein Härtefall bin), wir machen aber nur 1x, damit die Zeitspanne größer ist

07.06.2016 14:30 • #8


Ich habe meinem Therapeuten zum Ende eine Kleinigkeit geschenkt. Ich war aber auch sehr zufrieden mit ihm und hatte den Eindruck, dass er mehr für mich getan hat, als er müsste und abrechnen kann.

Beim letzten Gespräch haben wir ein Fazit gezogen und über meine geplante Zukunft gesprochen. Im Gegensatz zu den meisten vorherigen Sitzungen hat er auch ein bisschen von sich erzählt und von sich aus Stellung zu mir genommen. Das machen die in den Sitzungen normalerweise ja nicht, da wollen die, das der Patient redet, nachdenkt und eigene Schlüsse zieht. Zu guter letzt hat er noch Mut zugesprichen und gesagt, dass er zuversichtlich ist, dass ich es von nun an ohne Therapeut und packe und meinen Weg meister. Bis heute (ein Jahr danach) trifft das zu.

07.06.2016 14:40 • #9


fragile1980
Zitat von juwi:
Ich werde nichts schenken. Bei einem Mann ist das ja noch mal schwieriger, weil ich da schlecht mit Blumen oder Pralinen auftauchen kann. ...


Kann diese Art von Druck gut nachvollziehen. Ginge mir auf jeden Fall auch so, aber diesem Druck würde ich persönlich nicht nachgeben. Wie schon gesagt, ist es ja ein professionelles Verhältnis zwischen Patient und Psychologe. In Sachen Mann und Pralinen wäre ich allerdings dafür. Finde, das passt ob Mann oder Frau.

07.06.2016 14:46 • x 1 #10


Meiner mag gern besondere Kaffees. Das wäre eventuell eine Idee.
Ich hatte auch mal eine Ärztin, die sich sehr um mich bemüht hat, mehr, als sie müssen hätte. Da wollte ich auch etwas schenken, aber es wäre mir irgendwie peinlich vorgekommen. Haha, einmal hat sie mir erzählt, dass sie von einer Patientin als Dankeschön eine Packung viel zu großer Feinripp-Unterhosen bekommen hat

07.06.2016 16:59 • x 1 #11


Schlaflose
Ich habe meinem letzten Therpeuten und seinem Team (seiner Frau, die auch Therapeutin ist, und dem Angestellten, der die Verwaltung macht) einen Kuchen zum Abschied gebacken. Das habe ich gemacht, weil ich das Bedürfnis dazu hatte, denn durch seine Hilfe hat sich mein Leben komplett geändert.
Im Wartezimmer waren immer irgendwelche selbstgemachten Kunstobjekte ausgestellt, die sie von anderen Patienten zum Abschied bekommen hatten. Früheren Therapeuten, bei denen ich war, hatte ich nie etwas geschenkt.

Zitat von juwi:
Ich hatte auch mal eine Ärztin, die sich sehr um mich bemüht hat, mehr, als sie müssen hätte. Da wollte ich auch etwas schenken, aber es wäre mir irgendwie peinlich vorgekommen.


Das ist nicht unüblich. Mein Vater war Arzt und er bekam oft von seinen Patienten z.B. zu Weihnachten Geschenke, meist etwas Essbares. Davon habe ich dann immer profitiert Oder auch Alk. Getränke. Die letzten Flaschen habe ich erst vor kurzem entsorgt. Und das nach 33 Jahren. Alk. war bei uns nie ein Thema

07.06.2016 17:33 • #12


Danke für eure Antworten.

Hatte jetzt noch eine Sitzung gehabt, wo wir uns nochmal den Therapieverlauf angesehen haben. Mir fällt auch immer noch was ein, was man besprechen kann, man muss sich dann aber in der letzten Stunde recht kurz halten, weil man es eben nicht noch ein weitres Mal besprechen kann.

Tee und Pralinen werde ich mir merken, wenn es an dem Tag zu heiß ist nehme ich den Tee.
Finde beides übrigens auch für einen Mann passend.

Ich hatte zu Anfang immer eine Stunde pro Woche, später alle 2 Wochen und dann alle 4. Es sind aber im Jahr immer ein paar Wochen ausgefallen, wo sie oder ich im Urlaub waren.
Außerdem hatten wir nochmal die Therapie verlängert, weiß nicht wie viele Stunden wir genau hatten, aber über 80 waren es sicher.

02.08.2016 21:54 • #13



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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf