47

Insorge
Hallo Abe,
vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort
Ich habe versucht so ein Arrangement zu finden, wo es ein Mindestmaß an Reinigung gibt, was mich beruhigen könnte. Hat leider immer nur bis dahin funktioniert, bis irgendwas passiert ist, was sich meiner Kontrolle entzog (z.B. mein Mann mit dem Kinderwagen durch Kot fuhr und den dann bis hier oben über alle Fußmatten in den Flur schob).

Zitat von Abe:
Wäre ich also Du, dann würde ich wie folgt vorgehen:
Sichtkontrolle Reifen und Schuhe unten am Eingang. Wenn ES eingetreten ist oder Du Dir unsicher bist, dann dort Wechsel der Schuhe auf diese günstigen Plastikbadelatschen, welche man im Schwimmbad benutzt. Wenn unsicher am Reifen, dann über den Reifen einen festen Gefrierbeutel drüber und fixieren. Beides hast Du ja immer mit dabei in einer Tüte am Buggy. Hast Du doch, oder?!

Einen großen Bottich bedarf es gar nicht auf dem Balkon. Reichen doch dann 2 Frischhalteboxen, ein paar Einweghandschuhe und Deine Chlormischung.


Badelatschen könnte ich unten nicht im Hausflur stehen lassen. Ist ein 13 Parteien Haus. Ich könnte aber über die Fußmatte steigen und müsste dann eben nur den Boden normal abwischen, über den in ging oder ich müsste auf Socken laufen.
Die Räder sind riesig, geschätzt 25 cm Durchmesser, da passt wohl eher ein Müllbeutel als ein Gefrierbeutel Ist so ein Geländebuggy mit 3 luftbefüllten Rädern.
Mit den Frischhalteboxen ist an sich eine gute Idee (fertig machen und Buggy mit den Rädern in die Boxen stellen), aaaber...die riesen Reifen...das müssten dann schon Frischhalteboxen in Übergröße sein.
Die meisten Buggies haben ja die relativ kleinen und profilfreien Kugellagerräder (meist dann 8 Räder, weil 2 immer nebeneinander sind zur besseren Stabilisierung). Meine Reifen sind gefühlt 5 Mal so groß wie die Räder des Durchschnittbugies. Ist für jemanden mit Hundekotphobie also nicht gerade ideal...aaarg.

Die Schwiegermutter muss ich eher nicht überzeugen. Denke mein Mann ist da schwieriger, der findet die Geländegängigkeit des Buggies ja gerade so toll und zudem denkt er sich: "Warum einen neuen kaufen, wenn man doch einen hat". Aber wir brauchen eh einen Reisebuggie, den ich dann einfach stattdessen immer nutzen könnte ...und den jetzigen könnte man dann...aaarg, wir hätten gar keinen Platz den zu lagern.

Zitat von Abe:
Zierfische und Zierfisch Artige z. B. brauchen glaub gar keinen Auslauf auf Wiesen und Felder.

Da könntest du recht haben

Zitat von Abe:
Ggf. könntest Du Dich mal mit der Form der systematischen Desensibilisierung im Netz bissle kundig machen, ob diese Methode was für Dich wäre,


Generell sicher, ist ja das gleiche Prinzip wie Expositionstherapie (nur eben Schritt für Schritt...und nicht mit dem schlimmsten Reiz begonnen, wie bei manchen Expositionsverfahren). Also es muss ja immer eine Gegenkonditionierung stattfinden bei Ängsten, der Reiz muss emotional neu besetzt werden (nicht mehr panisch).

Zitat von Abe:
Gedanke an sich: Könnte es sein, dass Du Dir bei ES, gegenüber den anderen Gefahren von Außen (Leiter im Haushalt, Bakterien am Telefon, etc.), viel mehr Sorgen machst, weil da der Ekelfaktor, der uns glaub angeboren ist, stark mit hineinspielt, obwohl die Wahrscheinlichkeit viel mehr für den Leiterunfall beim Gardinenabhängen spricht?


Der Ekelfaktor spielt mit Sicherheit eine Rolle. Zudem kommt aber auch ein Gefühl des Ausgeliefertsein (das Gefühl nicht verhindern zu können, dass Fuchsbandwurmeier in die Wohnung kommen, z.B. weil ich nicht alleine wohne). Gefühlsmäßig muss ich immer was extrem bedrohliches abwehren, was andere verursacht haben. So habe ich Angst durch Nachlässigkeit was Schlimmes zu verursachen, wobei es sich ja gefühlsmäßig auch meiner Kontrolle entzieht. So kann ich mir keinen wirklich sicheren Handlungsplan zurecht legen. Denke da ist noch was viel tiefer liegendes hinter dem Gefühl des "Ausgeliefertseins".

Warum gerade die Alveolöre Echinokokkose so ängstigt liegt wohl an dem nicht ganz klaren Infektionsweg, daran, dass Parasiten generell schon was ekliges haben und vor allem, weil die Krankheit nicht heilbar ist (man kann mit Medikamenten nur das Fortschreiten aufhalten, aber mit starken Nebenwirkungen). HIV kein Problem für mich, obwohl unheilbare Infektionskrankheit, weil der Infektionsweg für mich plausibel ist und ich genau weiß wie man sich schützen kann.

Aber wie sind die ca. 500 Deutschen an die alveoläre Echinokokkose gekommen, die haben ja auch kein ganzes Stück Kot gegessen? Also muss der Kot vom Fuchs oder Hund irgendwie durch Umwege in deren Körper gelangt sein. Wegen der langen Inkubationszeit kann man aber nicht wirklich Rückschlüsse über den genauen Hergang der Infektion ziehen. Die meisten waren Hundebesitzer und / oder haben viel gegärtnert (Arbeit mit Erde) in offenen (für Füchse zugängliche) Gärten. Vom Berufsstand waren/ sind die meisten Landwirte (hier auch wieder die Arbeit mit Erde, gleichzeitig haben die meisten Landwirte aber auch Hunde, die sicher auch schon Mal die Mäuse in den Kornspeichern jagen und fressen). Aber ein gewisser Prozentsatz hat weder gegärtnert, war Hundebesitzer (oder Katzenbesitzer), war Landwirt, Jäger oder Tierarzt noch hat er wilde Beeren gegessen. Es bleibt also eine Lücke, aus der man keine Rückschlüsse ziehen kann.

Wobei man mittlerweile für Waldfrüchte Entwarnung gibt. Früher hieß es ja immer, man solle bloß nie Waldbeeren essen. Aber die meisten wachsen zu hoch, da kotet ein Fuchs eher nicht hin und wenn, würde man es sehen und riechen (Fuchskot muss wohl bestialisch stinken). Eher die Erde oder sehr erdnahe Beeren (z.B. ungewaschene wilde Erdbeeren oder Erdbeeren aus eigener Zucht in einem für Füchse zugänglichen Garten in Gebieten mit vielen infizierten Füchsen) sind ein Risiko und natürlich der Kot von Füchsen oder Mäuse fressenden Hunden (aber den isst ja keiner bewusst...glaube ich zumindest. Walderdbeeren sind sooo lecker, ich weiß nicht, ob ich selbst noch ungewaschene (und ungekochte natürlich) Beeren aus dem Wald essen könnte. Wobei Füchse ja eigentlich eher ihr Geschäft in exponierten Lagen verrichten, da sie ihr Revier damit markieren wollen und es dafür gut sichtbar sein muss. Zudem kann man Fuchskot leicht am Geruch und an den Beerenkernen erkennen. Das ist ja das doofe am Hundekot, der ist ja wirklich überall zu finden und im Herbst dann von Laub, im Winter von Schnee bedeckt.

Jedenfalls muss der Kot (von Fuchs oder Hund) immer indirekt aufgenommen worden sein, was heißt, dass es wohl auch nie riesen Mengen gewesen sein können. Man weiß eben nicht, wie sich die Betroffenen konkret infiziert haben. Ebenso ist unklar, wie viele Eier für eine Infektion nötig sind und welche Rolle das Immunsystem spielt (man nimmt an, dass viel mehr Menschen mit den Fuchsbandwurmeiern in Berührung kommen -diese also irgendwie verschlucken- als es Infizierte gibt). Da man aus ethischen Gründen natürlich auch auf Menschenversuche verzichtet, werden viele Fragen hinsichtlich der Infektionswahrscheinlichkeit in Bezug auf bestimmte Tätigkeiten auch künftig ungeklärt bleiben.

Es ist also -wie die meisten seltenen Krankheiten- eine noch ziemlich unerforschte Krankheit. Und da sie selten ist, ist die Pharmaindustrie auch nicht interessiert hier nach Heilmitteln zu forschen (ist ja bei ganz vielen seltenen Krankheiten ein Problem).

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass der Fuchsbandwurm aus drei Gründen für mich beängstigend ist.

1. für mich gefühlt unkontrollierbar ( a) mangelndes Wissen hinsichtlich der genauen Infektionswege (ich muss annehmen, dass nicht sichtbare Mengen an Kot reichen - unsichtbar = unkontrollierbar, b) Hundekot ist überall ( ich kann ihn kaum meiden, da es keine Städte ohne Hunde und demnach ohne Hundekot gibt) und man sieht ihm nicht an, welche Parasiten und Keime sich eventuell in ihm tummeln.
c) selbst wenn ich vorsichtig bin und alles was nach Kot aussieht gründlichst reinigen würde, handeln Menschen um mich rum, mit denen mein Kind und ich Gegenstände teilen, anders.

2.Die Erkrankung ist wirklich schlimm. Sie gilt als schlimmste Helminthose Europas. Es gibt bei den meisten Infizierten keine Heilung. Wenn die Krankheit früh entdeckt wird können die Herde in der Leber manchmal komplett entfernt werden, hängt von der Lage der Herde ab. Die Medikamente können nur ein Fortschreiten verhindern und haben starke Nebenwirkungen. Manche Patienten vertragen die Medikamente nicht (Nutzen-Kosten-Abwägung - die Menschen würden an den Nebenwirkungen eher sterben als an dem Wurm) und müssen die Therapie deshalb abbrechen. Unbehandelt führt die Erkrankung in 90% der Fälle zum Tod

3. Würmer, die meine Leber nach und nach zerstören, im eigenen Körper durch die Sch..ße von anderer Leute Hunden bekommen zu können ist eine absolut widerliche Vorstellung. Ich fühle mich machtlos gegenüber Menschen, die ihre Hunde überall hinkoten lassen.

Nun das dazu, warum gerade dieser Wurm Objekt meines wohl grundsätzlichen Gefühls, ausgeliefert zu sein, geworden ist. Tatsächlich haben die äußeren Umstände seit dem Tod meiner Mutter, vor weniger als 2 Jahren, Ping-Pong mit mir gespielt...alles passierte und ich war machtlos. Mutter starb, ich wurde 2 Monate später schwanger mit meinem ersten Kind (gut, dazu habe ich schon einen Beitrag geleistet). Als ich ausgezählt war, wollte das Kind nicht kommen, jeden Tag Kontrolle beim Arzt, am 10 Tag musste dann die Geburt eingeleitet werden, am 12 Tag kam er dann, alles total unangenehm und mit starken Ängsten verbunden. Dann, als der Kleine nicht mals 4 Wochen alt war, ein riesen Wasserschaden in unserer Wohnung. Schlafzimmer unter der Tapete und unter dem Teppich verschimmelt. Vermieter wird nicht tätig und als er was tut leben wir 3 Monate lang auf einer Baustelle (Bad und Schlafzimmer komplett alles raus, trockengelegt, neue Böden rein) total beengt. Deshalb sind wir dann gezwungenermaßen im Oktober umgezogen, hohe Kosten für uns (doppelte Miete, normale Umzugskosten mit Transporter, Kartons, Renovierung, Anpassung der Küche etc halt) und vor allem schwer zu stemmen mit Säugling, ich konnte außer Kartons packen nichts machen und da wir hier weder Familie noch Freunde haben musste mein Mann fast alles alleine machen.

Jetzt wohnen wir etwa 4 Monate hier und vieles ist noch nicht fertig. Langsam könnte ich endlich zur Ruhe kommen...aber in der Ruhe kommt nicht selten der Schmerz über den Tod meiner Mutter hoch. Verdränge ich den Gedanken an den blöden Fuchsbandwurm, kommt mir der Tod meiner Mutter in den Sinn. Ich fühle mich schrecklich alleine. Gefühlt (ob Illusion, Wunsch oder zumindest teilweise Realität) war meine Mutter der sichere Ort für mich, der Platz ist jetzt weg und ich fühle mich völlig schutzlos.

Jetzt bin ich weit von meiner Ursprungsfrage abgewichen. Aber durch dein vorsichtiges formulieren ohne mir was in den Mund zu legen, hast du Abe mit deinen Fragen und Überlegungen zum Ursprung der Angst und zur Behandlung mich ein wenig dahin gebracht Wenn es einmal bei mir fleißt, dann fließt es und ich schreibe wie eine Irre...

15.02.2020 23:15 • x 1 #21


Abe
Ahoj, @Insorge

Ich danke Dir für Deine weiteren Ausführungen.

Habe da jetzt längers drüber nachgedacht. Insbesondere, da ich persönlich jetzt mit so einer Art von Ängsten bisher nicht zu kämpfen hatte. Bei mir waren es Personen mit einem bestimmten Habitus.

Von daher versuche ich dies abzugleichen und Gemeinsamkeiten zu finden. Was sicherlich nicht immer Glücken wird oder gar, von der nicht Vergleichbarkeit an sich, kann.

Wobei das mit der Plattform, bis ein, aus den Augen der Angsterkrankung betrachtet, ein katastrophales Ereignis hinzutritt und futsch wars mit der Basis, kenne ich aus der Vergangenheit auch sehr gut.

Bei mir hatte ich die tiefere Kausalität zu meiner Kindheit und Jugend überhaupt erst vor ein paar Jahren verstanden und konnte diese, auch mit einem sehr guten Tiefenpsychologen, angehen.

Waren viele neutrale und sogar welche dabei, welche mich massivst gefördert haben, mit gleichem Habitus, beruhigte sich die Sache über Monate. Begegnet man einem einzigen, wo das Auftreten zusammenpasst mit dem negativen Charakter, den ich von früher gewöhnt war, zack alle neutralen und guten Erfahrungen wieder futsch.

Gut, aus Sicht des Angstzentrums verständlich. Positive Erfahrungen sind Drauf- und Dreingaben des Lebens. Aber einmal einen negativen Hinweis nicht wahrgenommen, zack, aus der Abe.

Auch Dein bis ins Detail den Gegner zu analysieren kenne ich ebenfalls gut, nur gegenüber bestimmten Personen von früher, Du eben in Gestalt des Fuchsbandwurms und was dieser anrichten kann, solltest Du auf ihn treffen.

Bzw. als Stellvertreter für was anderes.

#

Du führst einige, auch für mich sehr gut nachvollziehbare, Hintergründe an, was bei Dir dahinter stecken kann, vermutlich in Kombi. Soweit bist Du schon gut voran gekommen in Deiner Analyse.

Ich schließe mich Dir da, insbesondere aus eigener positiver Erfahrung, vollkommen an, dass ES abstellbar sein wird, am wahrscheinlichsten mit einer guten tiefenpsychologischen Psychotherapeutin, welche die analysierten Hintergründe dann als Profi mit Dir angeht.

Ich habe Deine Ausführungen dazu in dem anderen Faden auch gelesen (jetzige Therapeutin, wo Du auf der Warteliste stehst, andere Therapeuten zu weit weg, etc.).

Wäre ich Du, mit meiner sehr guten Erfahrung mit meinem früheren Therapeuten, oft telefonisch dran zu gehen (da es mir damals, aus der unendlich großen Grundangst an sich heraus nicht möglich war in seine Praxis zu fahren, im Hintergrund) würde ich mich nach tiefenpsychol. Psychologen/innen umschauen (über Goggel, Anfrage bei deren Verbänden, etc.), auch weiters weg, welche Videosprechstunden anbieten.

Begründung:

Erstens, es ist seit Kurzem endlich möglich, dass diese diese Art der Sitzungen mit der KV abrechnen können.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/...-geoeffnet

#

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/...echstunden

#
https://www.kbv.de/media/sp/Videosprech...g_tung.pdf

Zweitens, ES mit einem Profi angehen, ist an sich ja immer besser, je schneller der Beginn ist.
Und Drittens signalisierst Du, selbst durch das sich aktuell aktiv kümmern um einen Platz mit wöchentlichen Videosprechstunde, an sich ja schon was positives fürs Unterbewusstsein. He super, die Frau Insorge, an der ich ja nun mal als Unterbewusstsein dran gebunden bin, ist ne Macherin...Probleme im Ansatz erkannt, jetzt sucht sie aktiv nach Abhilfe.

#

Zum Thema Schuhe nicht bunkern können am Hauseingang und Zweit-Buggy kein Platz kam mir in den Sinn: Wenn Du ein WOZU hast, braucht es fürs WIE höchstens Sekunden.

Das Wozu an sich hast Du bereits ausgeführt hier. Warum scheitert es dann an diesen beiden Stellen? Nur als Frage gemeint: Gibt es da einen Mehrwert, ggf. Deines Unterbewusstseins, welches Dir im Wege steht, welcher Dir bewusst gar nicht klar ist?

Und andererseits, wie wäre es da den MacGyver in Dir zu wecken?



#

Ich bin gestern über dieses Video gestolpert. Mal ihn als Person nicht bewertend, sondern seine Aussagen. Am meisten im letzten Drittel. Könnte es Dir aktuell weiterhelfen, bis Du die Therapie beginnst?

Meiner Meinung nach handelt es sich bei seiner Methode an sich doch als eine Hauptkomponente um selbst angewandte systemathische Desensibilisierung. Allerdings noch moderater beginnend mit Gedanken an sich. Was ist, wenn ich mit dem Buggy über ES drüber fahre, etc.. in Kombi mit, das Leben ist endlich.

Oder versteh ich es komplett falsch?

17.02.2020 09:21 • x 1 #22



Hallo Insorge,

Wer ist denn schon mal in Hundekot getreten?

x 3#3


Darky37
Was auch helfen könnte, wenn du beispielsweise siehst, dass deine Schuhe dreckig sind und es Hundekot sein könnte, die Sneaker einfach in die Waschmaschine zu stecken und schonend zu waschen. Dann brauchst du nicht die ganze Wohnung wie wild putzen. Und du glaubst nicht, wie sauber Sneaker danach wieder sind! Natürlich solltest du nicht jedes Mal deine Schuhe dann in die Waschmaschine stopfen.

19.02.2020 21:32 • x 1 #23


Insorge
Hallo lieber Abe
danke für deinen Beitrag. Du machst dir richtig Gedanken über das was ich geschrieben habe und was du schreibst. Das freut mich!

Zitat von Abe:
Bei mir waren es Personen mit einem bestimmten Habitus.

Das interessiert mich. Gibt es einen Thread, wo du darauf näher eingegangen bist ?
Ich habe ja auch eine leichte soziale Phobie, es sind dann bestimmte soziale Situationen und bestimmte Typen an Menschen, die mich verunsichern.

Zitat von Abe:
Erstens, es ist seit Kurzem endlich möglich, dass diese diese Art der Sitzungen mit der KV abrechnen können.


Das wusste ich nicht, danke für die Info. Da werde ich mich auf jeden Fall mal näher erkundigen.

Zitat von Abe:
Zum Thema Schuhe nicht bunkern können am Hauseingang und Zweit-Buggy kein Platz kam mir in den Sinn: Wenn Du ein WOZU hast, braucht es fürs WIE höchstens Sekunden.


Ich weiß was du meinst. Ich denke das Hauptproblem ist, dass es keine bequeme Lösung gibt und es so ein Abwägen zwischen mehreren negativen Möglichkeiten ist. Situationen in denen ich nichts verändere sind also meist Situationen, wo ich mit anderen Ängsten in Konflikt komme und überlegen muss, was schlimmer ist. Meist ist es dann aber schwieriger mich für die Veränderung zu entscheiden. Ich bin eh etwas unflexibel hinsichtlich Veränderungen.
Es ist ja oft so, dass der Staus Quo einem immer auch Sicherheit gibt, weil Bekanntes eben vertraut ist. Wird der Leidensdruck dann groß genug, ist man bereit was zu verändern (so weit bin ich schon), aber einem fehlt dann oft der Mut und man weiß nicht wie. Ich hoffe durch die ambulanten Psychotherapie da weiter zu kommen. Ich weiß nicht ob ich es schon geschrieben hatte, dass ich momentan alle 2 Monate einen Termin dort habe, um die Wartezeit zu überbrücken.

Um nochmal auf die Logik innerhalb meiner Phobie zu kommen, so hoffe ich, dass es im Sommer besser wird (im Juni müssten alle Poten. Fuchsbandwurmeier ihre Infektiosität verloren haben, die -vom "Unfall im Oktober mit dem Kinderwagen"- eventuell noch unten auf der Fußmatte im allgemeinen Hausflur haften könnten ( Maximum 240 Tage unter herbstlichen und winterlichen Bedingungen, im Sommer bis Maximal 78 Tage, da die Eier empfindlicher gegenüber Hitze und Trockenheit sind). Allerdings darf dann kein "Unfall" mehr hinzukommen. Wobei ich da dann auch wieder in der Logik meiner Ängste bin, heißt ich lebe so, als wenn die Wahrscheinlichkeit bei 100% läge.
Das ist natürlich nicht so: In Deutschland hat man nur wenige Hunde untersucht und es waren 1,4 infizierte Hunde dabei
(ist aber wegen der geringen Anzahl der untersuchten Hunde nicht so repräsentativ wie die Untersuchung in der Schweiz mit 0,3%. Außerdem ist mir unbekannt, wie die Auswahl der Hunde, die in Deutschland untersucht wurden, getroffen wurde. Möglich, dass diese sowieso einem größeren Risiko ausgesetzt waren als der Durchschnittshund).

Nehmen wir eine Immunität von 80% an (auf die Immunität von 8ß% bin ich schon an anderer Stelle eingegangen), wäre die Wahrscheinlichkeit bei 1,4 % infizierten Hunden etwa 3 zu 1000 bzw. 1 zu 333,33.., wenn man ein kleines Stück frischen Hundekot verschluckt, dass man sich infiziert und die Krankheit ausbricht. Das entspricht einem "Gelegentlich" bei der Häufigkeit von Nebenwirkungen eines Medikaments (1-10 von 1000). Geht man von den 0,3 % aus, dann wäre das Risiko 6 zu 10.000 bzw. 1 zu 1666,66... (falls ich nicht falsch gerechnet habe).
Um die Wahrscheinlichkeit jetzt konkreter auf meine Situation zu beziehen müsste ich 1. mehr darüber wissen welche Überlebensspanne die Eier haben (also nicht nur das Maximum, sondern die gesamte Range) und 2. wie viele Eier man mindestens aufnehmen müsste, um sich infizieren zu können. Die beiden Punkte sind aber unbekannt. Deshalb gehe ich davon aus, dass schon ein verschlepptes Ei reichen könnte (weil ich vom schlimmsten anzunehmenden Fall ausgehe, solange nichts anderes bewiesen ist oder ich keine überzeugenden Gegenargumente finden kann) und dieses 8 Monate infektiös bleibt (maximale gemessene Infektiosität unter herbstlich-winterlichen Bedingungen) und damit eine Bedrohung ist.

Erstaunlicherweise hat es mich beruhigt, mir vorzustellen, dass mein Sohn und ich schon infiziert wären und es jetzt darauf an käme, ob wir zu den Immunen gehören oder nicht. Ich vermute, dass es mich beruhigt hat, weil ich mich dann nicht mehr in der Verantwortung fühlen würde, etwas verhindern zu müssen. Dieses Gefühl etwas abwenden zu müssen, von dem man nicht genug weiß um sich wirklich effektiv schützen zu können, ist furchtbar. Der unberechenbare Feind, der Jederzeit zuschlagen kann.

Ich könnte natürlich auch damit anders umgehen und einfach sagen, die Wahrscheinlichkeit ist so gering, wenn es dann doch mich oder meinen Sohn trifft, dann habe ich bzw. er einfach großes Pech gehabt. Aber so kann ich damit leider nicht umgehen, weil ich mich ja gezwungen fühle die Gefahr abwenden zu müssen.

Zitat von Abe:
Und andererseits, wie wäre es da den MacGyver in Dir zu wecken?

Irgendwie ist da wenig gesprochener Text in dem Video, deshalb weiß ich nicht genau was du meinst. Kannst du mir da auf die Sprünge helfen?

Zitat von Abe:
Allerdings noch moderater beginnend mit Gedanken an sich. Was ist, wenn ich mit dem Buggy über ES drüber fahre, etc.. in Kombi mit, das Leben ist endlich.

Oder versteh ich es komplett falsch?


Verstehe ich dich richtig, dass du meinst, wenn ich den Bezug zum Sterben ändere, ich dann auch lockerer damit umgehen kann, wenn Dinge ein gewisses geringes Risiko bergen?
Meine Ursprungsangst ist tatsächlich die Angst vor dem Sterben und ich habe mich mit dem Gedanken, dass das Leben endlich ist, schon als kleines Kind gequält. Meine erste und bisher einzige Therapie hatte ich auch wegen dieser Angst begonnen (wobei mir die Therapie nicht viel gebracht hat). Ich hatte nämlich Angst davor zu schlafen, weil ich befürchtete nicht mehr aufwachen zu können. Dabei fand ich die Vorstellung schlimm, dass ich mein Sterben nicht mitbekommen würde (das Gefühl von Kontrolllosigkeit).
Nachts lag ich dann wach im Bett und habe darüber nachgedacht, was nach dem Tod sein könnte. Ich habe dann alle möglichen verschreibungsfreien Sachen ausprobiert (Baldrian, Hoggar Nights, Neurexan, Lasea), aber ohne großen Erfolg.
Irgendwann habe ich dann angefangen sehr wohlige Phantasiebücher zu lesen (die mich in eine schöne heile Welt entführt haben) und dabei Eukalyptusbonbons zu lutschen. Zudem habe ich manchmal noch Kalzium genommen (zur Muskelrelaxion). Ich las dann so lange bis mir die Augen zu fielen und konnte mich somit selbst von den Zwangsgedanken abhalten. Irgendwann hat das Gehirn es dann verlernt die automatisch abzuspulen und so musste ich mich nur daran hindern den Gedanken bewusst aufzunehmen. Die Angst dahinter ist aber geblieben, ich hatte nur die Zwangsgedanken bekämpft.

Jetzt kann man natürlich ergründen, welche Ursprünge diese Angst vor der Endlichkeit und vor Kontrolllosigkeit haben. Ich denke darum wird es in der Therapie dann auch gehen.

Komisch finde ich allerdings, dass es mich ja beruhigt hat, mir vorzustellen, ich wäre schon infiziert. Denn dann könnte ich es ja gar nicht selbst kontrollieren und das müsste mich bei meinem Bedürfnis, die Dinge kontrollieren zu können, ja eigentlich total stören. Ich vermute aber, dass es da verzwickter ist. Denn ich fühle mich ja momentan der Umwelt ausgeliefert, die mich mit ihrem Hundekot bedroht (gefühlt natürlich) und ich finde auch immer Erklärungen, warum ich machtlos bin und es kein sicheres Reinigungsverfahren gibt. Ich denke das gibt es für mich - gefühlt- auch nicht, vielleicht darf es das für mich auch nicht geben, weil es Teil der Krankheit ist, die eben immer etwas findet, weshalb etwas nicht geht bzw. bedrohlich ist. Zumindest wäre das logisch, wenn man davon ausgeht, dass meine Grundangst eigentlich diffus ist, weil sie nicht bewusst in ihrem Ursprung von mir erfasst werden kann. Also braucht der Verstand ein Objekt für die Angst.

Das Blöde ist, dass mir all meine theoretischen Ansätze und Selbstanalysen bisher nicht wirklich helfen konnten. Aber vielleicht braucht es auch einfach Zeit, weil alles Schritt für Schritt gehen muss und im Wechsel (Gedanken/ Einstellung und dann das Handeln, dann der nächste Schritt wieder: Gedanken/ Einstellung und das Handeln usw.).

Wobei ich den Eindruck habe, dass es mir hilft, dass ich hier über mich schreiben kann. Es ist oft gar nicht der Rat eines anderen der ( mir) hilft, sondern sein aufrichtiges Interesse und ein ernstgemeinter, respektvoller Austausch auf gleicher Augenhöhe. Deine Fragen und Überlegungen haben mich angeregt weiter zu reflektieren und da ich den Eindruck habe, dass du mir zuhörst und mich trotz meiner Fuchsbandwurmphobie ernst nimmst, habe ich dann meine Gedanken in Worte gefasst. Und das hat mir wirklich gut getan. Danke Abe

20.02.2020 02:06 • x 1 #24


Insorge
@Darky37
prinzipiell ein guter Gedanke. Ich danke dir für den Tipp. Leider trage ich selten Sneaker

Wobei meine eigenen Schuhe gar nicht so das Problem sind. Ich wollte nur wissen wie andere es handhaben, wenn sie in Hundekot getreten sind, um abschätzen zu können, ob ich zu fahrlässig bin. Ich versuche mich ja irgendwie von dem Gefühl zu befreien, alles erdenkliche tun zu müssen, um sicher zu vermeiden, dass ein Fuchsbandwurmei in den Mund meines krabbelnden Sohnes gelangen kann. Und da reicht es dann schon für mich in Sorge zu sein, wenn ein Besucher vielleicht Hundekot an seinen Schuhen gehabt haben könnte und ich an der gleichen Stelle mit den Hausschuhen langgegangen bin, wo der Besuch vorher seine Schuhe auszog usw. Oder der Postbote, der das Paket auf die "verseuchte" Fußmatte gelegt hat, über die mein Mann zuvor mit dem Kinderwagen fuhr, nachdem er vorher (tatsächlich) durch Hundekot gefahren ist. Für ihn waren die Reifen sauber genug, weil der grobe Schmutz abgefahren war.

Da mein Mann die Dinge insgesamt anders handhabt und er sich -glücklicherweise- von mir nicht bestimmen lässt, macht es die Sache natürlich kompliziert. Ich selbst könnte eventuell sogar ausschließen, dass durch mich (nicht direkt sichtbare) Hundekotreste in die Wohnung gelangen, aber ich sehe mich nicht in der Lage es bei anderen absolut sicher verhindern zu können (außer ich übe totale Kontrolle aus, was ich aber nicht möchte).

Somit wollte ich einfach nur einen Vergleich haben, wie andere mit dem Thema umgehen. Ich hatte gehofft, dass es eine Reihe von Leuten gibt, die sagen "ich streif die Schuhe auch nur in der Pfütze oder an der Wiese ab, bis nichts Grobes mehr sichtbar ist und lauf danach damit auch wieder über die Schmutzfangmatte /Schuhabtreter vor der Wohnungstür". Denn dann wäre dies vergleichbar wie die Situation bei uns, in welcher mein Mann mit dem Kinderwagen über die Schmutzfangmatte fuhr und auf welcher unmittelbar danach das Postpaket lag, welches ich unbedarft reingenommen habe.

20.02.2020 03:10 • #25


Schlaflose
Zitat von Insorge:
ch hatte gehofft, dass es eine Reihe von Leuten gibt, die sagen "ich streif die Schuhe auch nur in der Pfütze oder an der Wiese ab, bis nichts Grobes mehr sichtbar ist und lauf danach damit auch wieder über die Schmutzfangmatte /Schuhabtreter vor der Wohnungstür".


Du hattest doch einiger solcher Antworten bekommen. Von mir auf jeden Fall. Aber das hier ist ein Angstforum und deswegen bekommst du keine represäntativen Antworten, wie es "normale" Leute handhaben.

20.02.2020 15:03 • x 1 #26


Insorge
Hallo Schlaflose
Zitat von Schlaflose:
Du hattest doch einiger solcher Antworten bekommen
.
Auf jeden Fall von dir

Es sollte auch keine Beschwerde sein, sondern ich wollte Darky nochmal schreiben, was meine eigentliche Intention ist. Ich suche ja weniger nach Tipps wie man mit verkoteten Schuhen umgehen kann (auch wenn ich dankbar bin für die Antworten, hilft es mir bei meiner Problematik nicht so sehr weiter und den Grund dafür habe ich halt nochmal ausgeführt). Zugegeben, hatte ich auf mehr Antworten wie deine gehofft, weil diese mich vermutlich auch mehr darin hätten bestärken können, dass es schon ok ist.

Sicher ist das ein Angstforum, aber meist sind selbst die "beklopptesten" Menschen in vielen Bereichen "normal" und wenn deren Angstschwerpunkt nicht bei Keimen oder Kot liegt, dann haben die da auch einen "normalen" Bezug zu, zumindest so mein Eindruck.

Ich fand den Austausch mit Abe gut, auch wenn er in eine ganz andere Richtung ging als meine ursprüngliche Intention. Mir hat das sehr geholfen zu reflektieren, deshalb wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen mich über Antworten zu beschweren.

Ich denke einfach nur, dass es besser ist klar zu formulieren was man will, also auch in welche Richtung man gerne Antworten hätte. Sonst geben sich die Leute Mühe zu helfen, aber treffen gar nicht das Problem und das wäre schade.

20.02.2020 15:53 • #27


Molaskin
Hi - ja ist mir auch schon passiert .., sogar mal unbemerkt als ich auf dem Weg zum Zahnarzt war. Habs erst im Wartezimmer beim Zahnarzt bemerkt - hat gestunken wie Sau - in den ZA Praxen ist ja immer dieser typische sterile Geruch. War mir voll peinlich , ich schnell auf die Patiententoilette und das gröbste am Schuh beseitigt - hat trotzdem aufs übelste gestunken.. ich hab dann an der Anmeldung Übelkeit vorgegeben so das ich nicht ins Behandlungszimmer musste - es hat so - im wahrsten Sinne des Wortes , tierisch gestunken !

Und ja, kennt jemand den Spruch .. wenn man in Hundesch**** tritt hat man noch Glück am gleichen Tag

LG Molaskin

22.02.2020 21:45 • x 1 #28


Insorge
Danke Molaskin für deinen Beitrag.
Das war ja dann ein sehr besch...nes Erlebnis beim Zahnarzt. Zumal man da ja bei der Behandlung doch gezwungen ist durch die Nase einzuatmen
Ich kenne den Spruch, dass in Hundesch... treten Glück bringen soll. Und hattest du am gleichen Tag noch Glück?
Ich denke das Glück liegt eher darin, dass man nicht mit dem Gesicht reingefallen ist

22.02.2020 22:37 • #29


Abe
Ahoj, Ahoj, Frau @Insorge

Danke Dir! Aber das Lob gebe ich Dir gerne zurück. Zwar aktuell auf andere User mit ganz anderen Themen bezogen, aber für mich und mein Angstzentrum leg ich (weiterhin) meine Hand nicht ins Feuer. Und umso beruhigender ist es da für mich, dass Du Dir mindestens eben soviel Mühe geben wirst, sollte bei mir mal wieder Regen im Steinbruch angesagt ist.

Beim Punkt: Wenn Du ein WOZU hast, braucht es fürs WIE höchstens Sekunden.

Interessant, dass Du meinst, nur die Auswahl an der Tür zwischen zwei unbequemen Lösungen siehst. Wo ich mindestens eine unkomplizierte sehatzieren oder im Rucksack, oder, oder, oder. Kommt Dir irgendwas beim wieder kommen komisch vor an einem Rad oder einem Schuh. Der Hinweis mit Video war so gemeint, dass Du bestimmt weit kompliziertere Aufgaben gelöst bekommen hast!?

Insgesamt war mein Satz (Wozu/Wie) ein spontaner Gedanke, als ich an dem Punkt (Treppenhaus unten/Buggy) gelesen hatte. Erst wollte ich sofort Dich nochmal auf die TütenTechnik hinweisen aber dann viel mir ein, dass es irgendwie nicht dazu passt, wie ich Dich im Forum wahr nehme.

Es muss gar nichts tieferes dahinter stecken. Bemerke es nur ab und an bei mir selbst. Wenn ich mich dabei ertappe zu sagen, ach, heute kann ich wieder nicht XYZ machen, da es nicht in den Ablauf passt, da ich ja noch ABC vorher machen müsste. Und wenn ich da mal nähers einsteige, würde mich ABC gar nicht davon abhalten.

Ja, das Ding mit den Veränderungen ist im Hinblick darauf, dass wohl fast jeder Mensch seinen Rahmen benötigt um Sicherheit zu haben. Der eine mehr, der andere weniger. Hat wohl auch mit dem zu tun, bei Veränderungen begibt man sich, im schlimmsten Fall, in Gefahr, da bisher unbekannt und vieles nicht mit bisherigen Erfahrungen abprüfbar. So hält es oft Menschen ihr lebenslang im gleichen Dorf, obwohl es dort gar nicht für sie zu passen scheint. Glaub wieder dieses Taube und Spatz Sprichwort.

Insgesamt sehe ich da bei Deiner Keim- und Fuchsbandwurmvorsichtigkeit mit meiner früheren belastenden Situation gar kein großen Unterschied. Man will das Unbekannte kontrollieren und diskutiert mit sich selbst in Gedanken eigentlich immer aus, nur nichts übersehen zu haben. Was dann zu Gedankenkreiseln führt.

Dazu passt auch gut, was Du hier schreibst:

Zitat:
Erstaunlicherweise hat es mich beruhigt, mir vorzustellen, dass mein Sohn und ich schon infiziert wären und es jetzt darauf an käme, ob wir zu den Immunen gehören oder nicht. Ich vermute, dass es mich beruhigt hat, weil ich mich dann nicht mehr in der Verantwortung fühlen würde, etwas verhindern zu müssen. Dieses Gefühl etwas abwenden zu müssen, von dem man nicht genug weiß um sich wirklich effektiv schützen zu können, ist furchtbar. Der unberechenbare Feind, der Jederzeit zuschlagen kann.


Vielleicht kannst Du was damit anfangen, was ich meine, was an dem Punkt gut passt. Bei nicht therapierbaren Erbkrankheiten sagen viele Ärzte, welche bei den humangenetischen Instituten arbeiten: Das Ergebnis wäre so in 2 Wochen da. Überlegen sie es sich aber bitte genau, ob sie es überhaupt wissen wollen.
Aus meiner beruflichen Erfahrung heraus, gibt es zwei Arten von Menschen, die einen können besser damit leben, wenn sie es wüssten. Die anderen macht gerade dass dann psychisch fertig.

Du würdest dann wohl unter Erstere fallen (bezüglich des Fuchsbandwurmbefall)!?

Und ich finde es da gar nicht widersprüchlich, wenn Du meinst, dass es Dich dann beruhigen würde, wenn ihr bereits infiziert sein würdet. Dann gebe Dein Angstzentrum endlich Ruhe. Ab da könntest Du die Verantwortung auf alles acht zu geben und ja nichts dabei zu vergessen endlich abgeben. Abgeben an das (bereits eingetretene) Schicksal. Jetzt könnte Dein Unterbewusstsein endlich mal auf Pause stellen.

Was Du beschreibst aus Deiner Kindheit mit dem Einschlafen. Ja, ich denke auch, dass da eine Tiefenpsychologin als Gegenüber Dich weiter bringen wird. Aus eigener Erfahrung ist es schon erstaunlich, was in dieser Zeit sich auf die Festplatte eingraviert, dass dies so weitreichende (negative) Auswirkungen für die ganzen Jahrzehnte danach haben kann. Aber nicht aussichtslos.
Eben genau da ran zu gehen.

Was wahrscheinlich gar nicht viel zu den Themen gerade an sich zu tun hat. Aber als so bissle
Nebenaspekte gar nicht schlecht, wie ich finde.

Fand ich ganz interessant, kam vor 2 Tagen im WDR: Planet Wissen Resilienz

https://www.ardmediathek.de/swr/player/...tark-macht

Ggf. kannst Du aus dem Video bzw. aus anderen von Vera Birkenbihl auf YT raus ziehen:



Viele Grüße
Abe

04.03.2020 06:27 • #30


Insorge
Hallo Abe,
danke dir für deine Antwort

Vielleicht muss ich ein bisschen erklären, wie es genau mit meiner Angst ist. Mein Mann ist ja vor einigen Monaten durch Hundekot gefahren (zumindest sehr wahrscheinlich Hundekot, sicher bin ich mir auch nicht. Es klebte braunes Zeug mit Blättern am Rad, nachdem mein Mann über den Wiesenrand gefahren war). Dann habe ich mich extrem aufgeregt. Mein Mann und ich stritten uns dann und ich bin nach Hause gegangen und er ist mit dem Kinderwagen weitergefahren.

Letztendlich kam er dann mit dem Kinderwagen hier hoch in die Wohnung. Man sah nur noch im Profil braunes Zeug, aber auch eher trocken und man konnte auch nichts riechen. Doch in meiner Vorstellung konnte da noch Kot am Rad gewesen sein, als er über die Fußmatte unten im Hausflur und die Schmutzfangmatte in unserem Wohnungsflur fuhr. Die Schmutzfangmatte in unserer Wohnung habe ich gestaubsaugt und ich habe das Treppenhaus geputzt (obwohl wir ja einen Putzdienst haben). Doch mit der großen Fußmatte unten (das ist so eine, die in einer extra Vertiefung liegt) wusste ich nicht, was ich tun kann (im Hausflur ist keine Steckdose, so hätte ich dort nur schwer saugen können). Letztendlich traue ich mich nun nicht mehr den Staubsauger zu benutzen (vielleicht sind da Reste hängen geblieben, somit dann vielleicht auch Fuchsbandwurmeier), vor Allem nicht die Schmutzfangmatte in der Wohnung, wo der Kinderwagen zur Hälfte drauf steht, zu reinigen (ich könnte die Eier ja aufwirbeln). Dann traue ich mich auch nicht auf die Fußmatten zu treten. Aber mein Mann tritt natürlich darauf, deswegen ist der ganze Wohnungsflur mit Schuhregal (wo mein Mann seine Schuhe drauf abstellt) "verseucht". Ich sehe keinen Kot, ich rieche keinen Kot...aber trotzdem denke ich, dass mögliche Fuchsbandwurmeier überall lauern könnten. Wenn ich dann im Flur gewischt habe -mit einem Reinigungstuch und Handschuhen) und das Reinigungstuch auf den Rand des Mülleimers fällt, dann ist auch der Mülleimer "verseucht". Letztendlich haben sich in meiner Überzeugung die Fuchsbandwurmeier nach und nach überall verteilt (z.B. Mann fasst in den Fußraum des Autos, wo seine Schuhsohlen ja drankommen, mit denen er vorher über die Fußmatte ging und fasst dann Lenkrad, Türgriffe, Garagenknauf etc.) an.

Wahrscheinlich (ziemlich sicher) hört sich das sehr absurd an. Bei einer Schmierinfektion bei Bakterien wäre so eine Übertragung tatsächlich denkbar. Allerdings machen mir konkrete Bakterien (außer Salmonellen, weil Kleinkinder schon bei sehr wenigen eine Infektion -die auch schwer verlaufen kann- entwickeln können) und Viren verhältnismäßig wenig Sorgen. Die meisten Viren sterben auf Oberflächen nach wenigen Tagen ab, Bakterien brauchen Proteine um sich zu vermehren und diesen Untergrund kann man ihnen leicht auf Oberflächen nehmen. Meist braucht man von beidem eine große Anzahl um sich zu infizieren, so dass normales Putzen reicht, weil man die Keimanzahl dadurch reduziert. So stört mich am Coronavirus am meisten, dass ich keine Desinfektionstücher mehr kaufen kann (die ich gerne zum Putzen von Klinken, Lichtschaltern usw. nehme um pot enzielle Fuchsbandwurmeier abzuwischen und nachher keinen Seifenreste, wie bei normalen Reinigungstüchern, überall kleben zu haben). Das Coronavirus selbst macht mir keine große Sorge (weil es für Kinder nicht so gefährlich zu sein scheint), ich hätte nur keine Lust auf zwei Wochen Zwangsquarantäne. Zudem ist bei einer normalen Infektion der Spuk meist relativ schnell vorbei, entweder man überlebt oder nicht. Aber in den meisten Fällen kann man was dagegen tun (Immunsystem stärken, Ruhe, Medikamente, genug Flüssigkeit etc.).

Beim Fuchbandwurm hingegen können nur bis zu 30% durch eine radikale Resektion des betroffenen Gewebes geheilt werden, der Rest muss ein Leben lang fiese nebenwirkungsreiche Medikamente nehmen. Die Finnen können sich sogar ähnlich wie Krebs in allen möglichen Organen ansiedeln (meist bleiben sie aber in der Leber). Deswegen finde ich das dann schon sehr beängstigend im Vergleich zu normalen Infektionen, die man sowieso immer mal durchläuft. Aber auch dieses Unabwendbare, wenn man dann wirklich betroffen ist, weil es kaum Heilung gibt.

Nun bin ich zu einem gewissen Anteil überzeugt, dass es nur wenig Infizierte gibt, weil wenige Menschen Fuchsbandwurmeier durch verschleppten Hundekot oder Fuchskot verschlucken, da sie besser aufpassen und nicht wie ich, z.B. eine verseuchte Fußmatte im Hausflur haben. Sie würden vermutlich nicht mit verkoteten Schuhen oder Kinderwagen über eine Fußmatte gehen/rollen. Ich versuche mir in der Phantasie auszumalen, wie auch andere Menschen mit eventuell verseuchtem Hundekot so in Berührung kommen könnten, dass sie unsichtbare Spuren davon verschlucken. Warum: es gibt die nicht nachgewiesene Annahme von Experten, dass Menschen mehrere hundert Fuchsbandwurmeier aufnehmen müssten, um sich zu infizieren (das wird abgeleitet von Experimenten mit Mäusen, weil es wohl Mäusestämme gibt, die eine größere Anzahl an Eiern verabreicht bekommen müssen, um eine Infektion zu entwickeln). Würden viele Menschen wohl in eine Situation kommen, wo sie wenige Fuchsbandwurmeier verschlucken könnten (weil sie eben nachlässig ihre Schuhsohlen von fremden Fuchs- oder Hundekot reinigen oder eben auch auf den Teppich mit nur grob abgetretenen Kotschuhen traten und den nur abgesaugt haben), dann könnte ich dieser Annahme eher glauben und würde mich sicherer fühlen, denn mehrere hundert Eier zu verschlucken ( oder dass mein Sohn die verschluckt) kann ich recht sicher ausschließen (dafür war zu wenig an den Rädern als mein Mann nach Hause kam und hätte sich das mittlerweile schon zu weit verteilt). Ich hoffe, dass mein Gedankengang als solches nachvollziehbar ist? Mir ist schon klar, dass die Wahrscheinlichkeit infizierten Hundekot eingeschleppt zu haben recht gering ist (die Zahl variiert je nach Quelle - zwischen 0,3-1,4% infizierter Hunde) und hinzu kommt noch die wahrscheinliche Immunität (manche Experten gehen von 80% aus, andere Wissenschaftler sogar von 99%). Aber wenn nur ein Ei reichen würde und es infizierter Hundekot war und ich eben nicht zu den Immunen gehöre, dann würde meine Art zu putzen nicht reichen, dann würde eine Nachlässigkeit schlimmste Folgen haben. Dann denke ich mir wieder: wie viele gesunde Spermazellen sind nötig, damit eine Frau schwanger werden kann? Und da ist der Organismus sogar genau darauf ausgelegt, dass die Spermazellen zur Eizelle gelangen. Demnach ist es ja leicht denkbar, dass Fuchsbandwurmeier auch nicht so einfach den Weg aus dem Magen (dort wird ihre Hülle durch die Magensäure aufgelöst und dann wandern sie über Blutbahn oder Lymphe, glaub ich, zum Zielorgan) bis zur Leber finden. Ich suche also zig Erklärungen um meine Ängste zu lindern. Aber nichts gibt mir genug Sicherheit um locker lassen zu können.

Das heißt, ich bin immer noch mit den Altlasten beschäftigt, die ich nicht loswerde. Die Fußmatte unten bleibt die Quelle (noch bis Ende Juni, weil so lange Fuchsbandwurmeier überleben könnten bis 240 Tage im Winter).

Manchmal denke ich mir, ich sollte einfach loslassen. Die Wahrscheinlichkeit ist so gering. Aber nur beim Gedanken daran, bekomme ich Panik. Mein Gefühl sagt mir du darfst nicht unachtsam oder nachlässig werden, du musst aufpassen.

Ich denke, dass da auch einiges an zwanghaftem Verhalten drin ist. Bei allen Zwängen ist es ja so, dass man fürchtet, dass was ganz Schlimmes passiert, wenn man dem Zwang nicht nachgibt.

Hypochonder denken, dass was ganz Schlimmes mit ihrem Körper passiert (ist) und sie haben den Drang zum Arzt zu gehen. Da ist dann zum Teil sogar eine reale Grundlage deutliche ungewöhnliche Symptome die die Angst anfeuert. Aber die Überzeugung, dass was mit dem Körper nicht in Ordnung ist hat m.E. auch viel Zwanghaftes, so dass ich deshalb da auch einige Gemeinsamkeiten zu mir finde.
Ich bin selbst bin aber überhaupt nicht hypochondrisch (bisher zumindest), aber meine Schwester ist es. Mein Bruder hat wiederum irrationale Zwänge. Zwänge ohne ein konkretes Angstobjekt. So darf er zu einer bestimmten Uhrzeit ( Minutenzahl) nicht auf die Uhr gucken, weil es Unglück bringt usw. also er hat eine ganze Reihe Dinge, die sehr nah an Aberglaube gekoppelt sind. Meine Mutter wiederum hatte Panikattacken, allerdings erst sehr stark, als ihre COPD ihr Beschwerden machte und sie demnach dann tatsächlich öfters Luftnot hatte. Das heißt, ich kenne einiges aus dem Spektrum der Angst und Zwangsstörungen, habe es vermutlich nicht nur genetisch abbekommen, sondern eben auch irgendwie vorgelebt bekommen. Da bedarf es dann ja oft nichtmals mehr einer eigenen Konditionierung (also eigener realer negativer Erfahrungen mit einem Objekt bzw. Subjekt), wenn man die Angst bei seiner engsten Bezugsperson beobachtet (Lernen durch Vorbild)
Man weiß ja, dass die Zwangshandlung im Grunde dazu dient, sich selbst zu beruhigen. Man läuft mit dem Gefühl es wird was schlimmes passieren, wenn ich nicht aufpasse durchs Leben.

Zitat von Abe:
Man will das Unbekannte kontrollieren und diskutiert mit sich selbst in Gedanken eigentlich immer aus, nur nichts übersehen zu haben. Was dann zu Gedankenkreiseln führt.


Ja, genauso ist es bei mir. Das Unbekannte. Da muss ja ein tiefes Grundmisstrauen in die Welt bzw. ins eigene Schicksal bestehen, aber auch das Gefühl für alles verantwortlich zu sein. Da ist dann die Frage naheliegend: Wie sehr konnten wir uns auf unsere Eltern verlassen? Haben wir schon als Kinder das Gefühl gehabt, in einer gefährlichen Welt zu leben, der wir schutzlos ausgeliefert sind, weil die Eltern uns nicht verlässlich schützten (oder gar selbst die Bedrohung waren). Meine Mutter hat mich nicht genug geschützt, zudem habe ich ihre Ängste, mangelndes Selbstvertrauen, mangelnde Durchsetzungskraft usw. übernommen. Meine Mutter war selbst keine Bedrohung für mich (da bin ich sehr froh, sonst hätte ich wohl deutlich schlimmere psychische Probleme), aber sie konnte mir nicht (kontinuierlich) das Gefühl von Sicherheit geben. Aber wie hilft mir dieses Wissen über mögliche Zusammenhänge weiter? Wenn mein Gefühl aufschreien würde Ja, davor (?) hast du eigentlich Angst und nicht vor dem Fuchsbandwurm, dann könnte ich mich ja auf das Eigentliche konzentrieren...aber mein Gefühl macht das nicht, mein Gefühl sagt mir pass auf, dass keine Fuchsbandwurmeier durchkommen und du deinen Sohn oder dich infizierst.

Manchmal denke ich, wenn ich nur loslassen könnte, einfach nicht immer aufpasse. Normal putze (so, dass theoretisch Fuchsbandwurmeier aber irgendwo hängen bleiben könnten), dann könnte ich ein recht schönes Leben haben. Dann denke ich, ach was ist schon das minimale Risiko gegen das was ich an Lebensqualität durch die Angst und die Zwänge verliere. Aber ich kann einfach nicht loslassen, die Angst ist so groß. Da ist dieses starke Gefühl, das einem signalisiert, dass es falsch wäre. Aber Gefühle sind nunmal das was uns leitet, sie sind unser Kompass. Wenn die Gefühle aber dann nicht mehr den richtigen Weg anzeigen oder wir wissen nicht, ob es der richtige oder falsche Weg ist, merken nur, dass der Weg den wir gehen ziemlich unbequem ist und die Füße einfach nicht mehr weiter laufen können, dann ist man einfach nur noch irritiert, hilflos, verloren...wie soll man ohne seinen Kompass klarkommen? Sich auf andere verlassen und ihnen ohne eigene Sicherheit vertrauen? Nein, das geht für mich nicht. Ich muss meinen Kompass reparieren. Aber wie?


Zitat von Abe:
Du würdest dann wohl unter Erstere fallen (bezüglich des Fuchsbandwurmbefall)!?

Ja, ich will genau Bescheid wissen. Auch wenn mir Blut abgenommen wird, muss ich hingucken. Wobei es ja viele gibt, die dann weggucken. Ungewissheit ist für mich Ohnmacht. Dieses könnte ist für mich schwer erträglich. Nur wenn ich frisch verliebt war, dann habe ich die Zeit der Schwebe oft am meisten genossen (will er mich auch oder nicht?), wobei da auch der Spaß in der Eroberung lag (ich bin ja immer die Eroberin gewesen, mochte immer die eher schüchterneren Männer ). Allerdings in Bezug auf Gesundheit bzw. meinen Körper will ich Gewissheit und (Selbst)Kontrolle.
Ich nehme an, dass ich nicht hypochondrisch bin, weil ich eigentlich ein gutes Gefühl für meinen Körper habe, ich kenne zwar auch Derealisationserfahrungen, aber z.B. keine Depersonalisation. Ich vermute, dass Menschen mit Hypochondrie auch eher Depersonalisationserlebnisse haben und ihr Körper ihnen irgendwie fremd vorkommt und sie deswegen Symptome nicht einzuordnen wissen. Zumindest hat meine Schwester teilweise stundenlang Körperteile (z.B. ihre Hände) von sich angeschaut und meinte, irgendwas sei komisch, verändert. Vielleicht hängt es sogar mit Dissoziation zusammen. Naja, jedenfalls ist es bei mir deshalb wohl eher so, dass ich Angst vor einer Ansteckung habe, als Sorge davor, eine gewisse Krankheit bereits zu haben. Ich vergleiche natürlich auch immer zwischen mir und anderen Menschen hier im Forum, es ist interessant, wenn man sieht, welche Sachen eigentlich ähnlich sind. Mir hilft es auch, weil es mir bei anderen leichter fällt etwas zu durchschauen bzw. zu erkennen und wenn ich es dann auf mich übertragen kann, kann ich vielleicht auch Dinge bei mir besser begreifen.

Zitat von Abe:
Es muss gar nichts tieferes dahinter stecken. Bemerke es nur ab und an bei mir selbst. Wenn ich mich dabei ertappe zu sagen, ach, heute kann ich wieder nicht XYZ machen, da es nicht in den Ablauf passt, da ich ja noch ABC vorher machen müsste. Und wenn ich da mal nähers einsteige, würde mich ABC gar nicht davon abhalten.


Ja, sowas habe ich auch. Ich bin da auch ein bisschen "autistisch" in der Hinsicht, dass ich meine, dass Dinge einen bestimmten Ablauf haben müssten und ich da dann auch im Denken und Handeln (oder Handlungsdenken, Organisation, Strukturierung) recht unflexibel bin. Wenn ich etwas nicht nach Plan mache, läuft es meist chaotisch und unbefriedigend. Bei der Fuchsbandwurmsache ist natürlich auch viel Angst davor, dass ich durch "falsche Reinigung" die Eier weiter verteile und dann noch mehr Aufwand hätte oder es sogar nicht erkenne und mich dann infiziere. Deshalb wage ich es dann nicht etwas zu verändern bzw. etwas anzugehen, was vielleicht am Anfang aufwändig ist, aber auf Dauer die Sache vereinfachen würde.

Zitat von Abe:
Und umso beruhigender ist es da für mich, dass Du Dir mindestens eben soviel Mühe geben wirst, sollte bei mir mal wieder Regen im Steinbruch angesagt ist.


Ich versuche zumindest mir Mühe zu geben bzw. es ist ja eigentlich keine Mühe, aber ich versuche andere Menschen ernst zu nehmen (bzw. ich glaube das tue ich einfach meistens, weil es meine Art ist und ich es auch sehr wichtig finde). Von oberflächlichen oberschlauen Weisheiten aus dem Reißkallender hat keiner was, wobei es manchmal auch ok für mich ist, wenn es nicht von oben herab wirkt und ich den Eindruck habe, dass es herzlich gemeint ist. Ich selber versuche es aber zu meiden, weil ich mich dann doch lieber in tiefere Ebenen begeben will (sofern der andere das überhaupt will). Leider finde ich nicht bei jedem immer einen Ansatz, manchmal weil der andere einfach zu verschieden ist oder zu wenig Informationen gibt oder mir nicht klar ist, was der andere eigentlich genau möchte, wo er hin will.

Natürlich würde ich , sollte bei dir Regen im Steinbruch sein, versuchen mit Herz und Verstand dir dabei zu helfen die Wolken zu vertreiben

06.03.2020 00:47 • #31


Insorge
Misst, ich musste die letzte Nachricht im Schreibprogramm vorverfassen, weil mein Internet immer abschmiert, wenn ich hier im Forum bin. Und nun hat das Programm Satzzeichen geschluckt (Doppelpunkt, Anführungszeichen, Bindestriche). Also sorry, wenn der Text dadurch nicht so einfach zu lesen ist.

06.03.2020 01:08 • #32


Ibreaktogether
Witzig. Gestern früh ging ich einen mir bis dahin unbekannten Weg entlang, als es plötzlich stank. Ich dachte, ich wäre in Hundekot getreten, aber das kam irgendwo aus der Hecke raus. Zum Glück.

06.03.2020 01:09 • x 1 #33


Schlaflose
Das hast du doch schon alles mehrmals lang und breit im Forum geschildert, warum wieder?

06.03.2020 07:25 • #34


kritisches_Auge
Ich habe den Eindruck, dass es bei uns weniger Hunde gibt als früher oder die Leute sind achtsamer, jedenfalls ist es schon lange her, dass ich in einen getreten bin.
Ich habe den Schuh im Gras gereinigt oder wie schon geschrieben wurde an der Bordsteinkante abgetreten, ich glaube nicht,dass ich ihn mit Wasser reinigte.

Können Katzen auch den Fuchsbandwurm bekommen?

06.03.2020 07:43 • x 1 #35


Insorge
@ Schlaflose,
es sind einige Wiederholungen drin, mag sein. Das passiert, wenn ich eine Sache reflektiere und dann wird es eben in den Kontext gesetzt, in dem es steht und so wiederholt sich der Kontext dann beim Schreiben erneut. Ich wollte Abe mitteilen, dass es mehr um "Altlasten" geht, als um die Sorge vor künftigen Missgeschicken, weil ich mir nicht sicher war, ob das so rübergekommen ist. Der Grund für Wiederholungen ist demnach auch, dass ich sicher gehen will, dass es so verstanden wird, wie es meiner Meinung nach ist. Kenne es einfach, dass andere nicht so ganz verstehen, was mir eigentlich wichtig ist bzw. was ich meine. Ich hoffe, das beantwortet deine Frage nach dem "Warum"?

Aber das hier ist ja auch kein Roman, wo eine Story immer neue Aspekte bringt um den Handlungsstrang voranzutreiben, sondern ein Forum für Menschen mit psychischen Schwierigkeiten, in dem sie schreiben, was sie bewegt. Die Wiederholungen spiegeln so auch meine gedankliche Zirkulation wieder und genau die ist ja eben auch ein Problem bei Zwängen.

Zudem sind da aber auch einige neue Aspekte, die ich aufgegriffen habe. Vielleicht für jemanden, der mit der Problematik nichts am Hut hat und sich deswegen da nicht gut reindenken kann etwas langweilig oder unwesentlich...kaum bemerkbar...aber für mich steckt bei jeder leichten Verschiebung des Kontext schon eine gedankliche Weiterentwicklung. Muss aber nicht für jeden spannend sein. Wie gesagt, es ist doch kein Buch, es ist auch eine Selbsthilfe für mich zu schreiben, beziehungsweise nehme ich mir das Recht heraus, das Forum als Selbsthilfe zu nutzen und gerade das eigene Schreiben hilft mir am meisten, weil ich dabei reflektiere. Also hoffe ich, dass die meisten Menschen hier Verständnis dafür haben, wenn ich mich im Zuge meiner Reflektionen auch Stellenweise wiederhole.

Wer mir antworten möchte, kann die Wiederholungen ja ignorieren (macht ja auch Sinn) und nur auf die neuen Aspekte eingehen. Sonst würde es auch zu viel werden.

Meine Erfahrung zeigt mir, dass viele Menschen bei längeren Threads sowieso nur den Anfang und die neusten Threads lesen, weshalb Wiederholungen bei einem langen Thread sogar durchaus sinnvoll sein können. Ich vergesse bei anderen Threads auch schon mal Informationen des TE, wenn die einige Beiträge in der Timeline zurückliegen und muss dann immer alles durchscrollen, wenn ich eine Frage habe oder mir Sachen unklar sind. Auch da würden Wiederholungen es vereinfachen.

So, ich denke das sind schon einige klare Gründe.
Beruht deine Frage auf einer Kritik (weil es dich nervt) oder willst du mir damit einen Anstoß geben (weil du denkst, mir wären die Wiederholungen vielleicht nicht bewusst)?

06.03.2020 11:51 • #36


kritisches_Auge
Ich kann mich gut in deine Problematik einfühlen, die meinige ist etwas ähnlich, ich werde sie aber nicht benennen, aus Vorsicht dir gegenüber.

06.03.2020 12:49 • x 1 #37


Insorge
Hallo kritisches Auge,
theoretisch können sich Katzen auch mit dem Fuchsbandwurm infizieren (das tun sie nur nicht so schnell, weil sie als Entwirt nicht so gut geeignet sind wie die Hundeartigen) . Zudem entwickelt sich der Fuchsbandwurm bei Katzen schlechter und demnach scheiden sie wohl - wenn überhaupt - nur wenige und selten Eier aus, wenn sie infiziert sind. Letztendlich gelten sie allgemein eher nicht als Poten. Überträger, aber wenn man ganz sicher bei einer Katze mit viel Freigang (dann frisst sie vermutlich auch Mäuse) sein will, macht es Sinn die Katze regelmäßig zu entwurmen und sich nach der Säuberung der Katzentoilette gründlich die Hände zu waschen (oder mit Handschuhen, Schaufel etc.). Aber sich die Hände gründlich waschen macht man ja auch schon wegen Toxoplasmose oder einfach weil es Kot ist...

Zitat von kritisches_Auge:
Ich kann mich gut in deine Problematik einfühlen, die meinige ist etwas ähnlich, ich werde sie aber nicht benennen, aus Vorsicht dir gegenüber

Ich bin nicht so empfänglich die Ängste anderer zu übernehmen, auch wenn meine Phobie schon sehr extrem ist. Ist bei mir auch nur bei dem Fuchsbandwurm so, andere Sachen kann ich viel rationaler bewerten (bzw. da ist mein Bezug wie bei jedem anderen Durchschnittsmensch ohne Phobie oder Angststörung). Also wenn du möchtest, kannst du sehr gerne schreiben, was du für eine Problematik hast (oder wenn du einen Thread dazu hast, kannst du den auch benennen und ich kann nachlesen).

Lieben Gruß,

Insorge

06.03.2020 14:48 • #38


kritisches_Auge
Hallo,
es ist keine Angst, sondern nur eine tiefe Abneigung.
Obwohl ich mich bemühte, Salat wirklich gründlich zu waschen, hatte meine Tochter einmal Würmer, aus dem Alter im Sandkasten zu spielen war sie längst raus. Als Kind hatte ich auch einmal Madenwürmer gehabt, sicher konnte sich meine Tochter auch die Würmer woanders geholt haben, aber seitdem habe ich nie mehr Salat gegessen was kein großer Verlust für mich ist.
Ich finde Madenwürmer so eklig.

Aber Würmer wurden ein fester Bestandteil unserer Geschichten, die Würmer führten im Labyrinth der Därme ihr eigenes Leben, hatten einen Wurmfernseher, einen Wurmcomputer etc.

An den Fuchsbandwurm habe ich schon lange nicht mehr gedacht, ich fürchtete ihn hauptsächlich auf Obst, auf Nahrung und mir war unverständlich wie eine Freundin lachend im Kaufland Erdbeeren und Kirschen stibitzen konnte und sie ungewaschen in den Mund steckte.
Obwohl ich Erdbeeren sehr gerne esse habe ich oft auf sie verzichtet, aus Angst vor dem Fuchsbandwurm.

Eine Freundin hat eine Katze, nie im Leben könnte ich eine um mich haben die Vögel und Mäuse frißt und auch noch stolz ihre Beute vorführt.

06.03.2020 15:13 • #39




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Prof. Dr. Borwin Bandelow