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kopfloseshuhn
Achso lieber Suizid als andere Strategien?

KLar ich bin auch nicht für Vermeidung aber deine anderen Alternativen erscheinen mir.... vergleichen damit...eher seltsam

03.08.2018 20:46 • x 2 #21


Zitat von StimmeausdemOff:
./follower.php?u=44779&mode=wall Ich kann von mir persönlich sagen, dass ich immer und ausschließlich Angst davor hatte, in der Schule kotzen zu müssen. Die Vorstellung, dass mir im Unterricht übel wird, war mein größter Albtraum. Wie ich bei meinen Mitschülern ankomme, lag nicht in meiner Hand, weil man ab der fünften Klasse gemeinschaftlich beschlossen hat, mich und zwei andere Mädchen auszugrenzen. Ich wurde insgesamt 4 Jahre lang gemobbt. Komischerweise habe ich es trotzdem auf allen Schulen geschafft, mindestens eine Freundin in der Klasse zu finden, die ebenfalls nicht dazu gehören durfte. Und solange die bei mir war, haben mich die anderen gar nicht interessiert.


Eigentlich ist es auch letztendlich egal, was die Ursache ist, um zu behaupten wie besch**** diese Angst ist. Wenn du den Auslöser kennst, dann möchte ich natürlich keine Mutmaßungen aussprechen a la Angst sich vor anderen zu blamieren, was auch aus dem Mobbing resultieren könnte.
In der Schule kotzen zu müssen war für mich auch das schlimmste was eintreten konnte. Natürlich war dann bei mir eher so, dass ich Angst hatte, dass es alle mitbekommen und sich vor mir ekeln. Aber auch so, das erbrechen an sich in fremder Umgebung (aber auch Zuhause) machten und machen mir auch heute Angst, auch wenn ich heute an dem Punkt angelangt bin, dass mich momentan nicht einschränkt und ich in der Hinsicht keine Beschwerden habe.

Also hast du diese Angst schon seitdem du ein kleines Kind bist?
Wie ist es denn für dich, wenn sich andere übergeben müssen? Kriegst du da auch Panik oder kannst du es irgendwie ertragen? Ich war vor ein paar Jahren in einem Forum für Emetophobie, da nannte man das Fremdkotzemo ^^

Zitat von StimmeausdemOff:
Zwischen alleine und in der Öffentlichkeit kotzen gibt es für mich übrigens auch keinen Unterschied. Beides ist exakt gleichermaßen fürchterlich.

Jap, das kenne ich! Es wäre auch der Horror mich Zuhause alleine übergeben zu müssen. Ich würde mich nicht mal trauen ins Bad zu gehen und naja, du weißt schon...:S Aber die Angst vor der Öffentlichkeit überwiegte und ich hatte mit den Nachwirkungen auch Zuhause zu kämpfen.

Zitat von StimmeausdemOff:
In den letzten Monaten habe ich immer öfter Cremelikör (Whiskey, Vodka) getrunken und jetzt habe ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Magenschleimhautentzündung. Abgesehen von meiner chronischen Übelkeit habe ich absolut keinen Hunger mehr, bekomme von fetthaltigen Lebensmitteln sofort Magenschmerzen und oft auch Sodbrennen und wenn ich nichts esse, brennt der ganze Bauch.


Da ist wirklich kein Wunder, wenn der Magen auch irgendwann wirklich mal rebelliert. Das kann auch nicht der stärkste Magen auf Dauer mitmachen.

Zitat von StimmeausdemOff:
Darf ich fragen, unter welcher Essstörung du gelitten hast/leidest?


Es war keine klassische Essstörung im Sinne von Magersucht, Bulimie (das schon mal gar nicht) etc. Durch die permanente Angst vor dem Erbrechen und der daraus resultierenden Übelkeit habe ich sehr wenig gegessen, oft auch freiwillig, weil ich dachte, dass wenn ich nichts im Magen habe, auch nichts rauskommen kann. Was natürlich quatsch ist, aber es hat mich sicherer gemacht. Es entstand ein gewisser Ekel vor dem Essen. Oft habe ich die Leere im Magen und den Hunger (wenn er doch mal da war) genossen, weil es für mich ein Zeichen war, dass ich z.B. kein Magendarm habe und ich mich nicht übergeben muss. Ich muss aber erwähnen, dass dieses Hungergefühl ganz schnell umschlagen kann in Übelkeit und Kreislaufbeschwerden. Dadurch entsteht ein Teufelskreis , weil du dann wieder denkst, du musst dich übergeben. Es geht dir dann hundeelend.

Hattest auch auch Probleme mit bestimmten Lebensmitteln, die schnell verderben können und den Zwang alles kontrollieren zu müssen, um auch wirklich den kleinsten Schimmel zu erkennen?

03.08.2018 21:17 • x 1 #22


StimmeausdemOff
@Dani2107 Ja, ich habe Emetophobie seit ich denken kann. Im Kindergarten habe ich jeden (!) Morgen eine Freundin gefragt, ob sie glaubt, dass ich kotzen muss. Ich kenne kein Leben ohne diese Angst.

Wenn andere kotzen, ist das nur nachwirkend dramatisch, wenn sie eine Krankheit haben, die ansteckend ist. Ansonsten triggert mich das unweigerlich insofern, dass mir selbst schlecht davon wird und ich deshalb befürchte, dass ich auch gleich muss.
In dieser Situation befand ich mich vor sechs Tagen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag bin ich mit dem Bus von Spanien zurück nachhause gefahren und zwei andere Urlauber, Mutter mit Kind, haben die Fahrt aufgrund ihrer Reisekrankheit nicht vertragen. Erst ist die Mutter nach 15 Minuten an der ersten Haltestelle in Spanien rausgelaufen und hat sich übergeben, später hat ihre Tochter das im Busklo erledigt und kurz vor Ende der Fahrt am Samstagmorgen hat die dann genau neben mir in den Gang gekotzt. Fünf Minuten später musste ich Vomex nehmen.

Ich esse jetzt auch nur noch dann, wenn mein Magen wirklich knurrt. Hunger war für mich immer schon eines der schönsten und sichersten Gefühle überhaupt. Wenn ich spüre, dass mein Magen nach Nahrung verlangt, weiß ich, dass ich keine Infektion habe.

Ich kontrolliere grundsätzlich das Mindesthaltbarkeitsdatum und wenn Schimmel vorhanden ist, werfe ich das Produkt weg. Was Lebensmittel betrifft, habe ich aber viel mehr Angst, dass diese durch Menschenhand kontaminiert wurden. Deshalb esse ich nichts, das von unsterilen Händen berührt worden ist.

03.08.2018 22:30 • x 1 #23


StimmeausdemOff
@kopfloseshuhn Ich begehe nicht lieber Suizid, weil ich ihn gar nicht erst gerne begehen würde. Sich selbst zu töten ist keine freie Entscheidung.

04.08.2018 19:37 • #24


Jochanan
Welche Möglichkeiten gibt es, dass du weiter kommst, mit deiner Angst und wie könnten dir andere helfen?

04.08.2018 23:22 • #25


@StimmeausdemOff
ich kann gut nachfühlen wie es dir geht.
leide auch seit der frühen kindheit an emetophobie.
kannst du normal essen? hast du appetit und hunger? oder ist dir durchgehend übel?
ich hab das letzte mal 2003 gekotzt
ich geh mit der angst sehr offen um. mein umfeld weiss davon und neuen leuten erzähle ich auch davon. macht es für mich einfacher.
hast du schon mal eine therapie gemacht? leider ist emetophobie nicht so bekannt und nur wenige therapeuten kennen sich damit aus.
ich hab mich teilweise damit arrangiert und kann schon witze drüber machen aber sobald mir mal übel wird verfalle ich in totale panik.
ich kann es auch nicht ertragen andere kotzen zu sehen. das bereitet mir wochenlang alpträume.
ich wüsste auch zu gern was bei mir eigentlich der grund dieser absurden angst ist und was genau sie zum erscheinen gebracht hat.
weisst du es bei dir?
lg
tschulsen

05.08.2018 02:58 • #26


StimmeausdemOff
@tschulsen

Es gab eine Zeit, in der ich durch die dauerhafte Übelkeit fast nur noch Äpfel essen konnte. Aus mir unbekannten Gründen hatte ich das Gefühl, dass sie mir helfen und den Magen nicht zu sehr belasten. Weil ich damals nahezu jede Nacht eine Panikattacke bekommen habe, bin ich dann aufgestanden und habe etwas Kleines gegessen. Tagsüber war das kaum noch möglich.
Jetzt esse ich wirklich nur noch dann, wenn mein Magen knurrt und somit nach Nahrung verlangt.

Zu Beginn der Pubertät habe ich immer gedacht, ich sei verrückt, und niemand außer mir hätte Angst vor dem Erbrechen. Auch als ich in die Psychiatrie kam, habe ich dieses Thema verschwiegen. Deshalb wusste jahrelang niemand, was eigentlich mit mir los ist. Alle waren überzeugt davon, dass ich eine Schulphobie habe. Erst 2013 habe ich den Namen für meine Erkrankung gefunden und gehe seitdem offen damit um. Es gab diesbezüglich kein großes coming out, aber wenn mich jemand fragen würde, hätte ich kein Problem damit, es zu sagen.

Solange mir nicht übel ist, begegne ich der Angst auch gerne mit Humor. Da ich Autorin bin, überlege ich schon lange, ein Buch darüber zu schreiben. Vor allem, weil die Ursache der Phobie in meinem Fall fast schon lächerlich ist.
Ich war schätzungsweise 4 Jahre alt, als meine Mutter zum wahrscheinlich ersten Mal seit meiner Geburt an einem Abend ausgegangen ist. Ich habe deshalb bei meiner Tante übernachtet, die 30 Kilometer von Zuhause weg wohnte. Für mich war das damals eine riesige Entfernung und wie es sich für ein Kleinkind gehört, habe ich meine Mutter vermisst. Ich habe geweint und mich einfach unwohl gefühlt. Gleichzeitig wurde mir immer wieder übel. Am nächsten Abend wurde ich von meinen Eltern abgeholt und da war meine Übelkeit bereits so weit fortgeschritten, dass ich weinerlich war. Aber ich musste mich ins Auto setzen und nachhause fahren. Meine Mutter hat mit mir auf der Rückbank gesessen und versucht, mich zu beruhigen. Sie hat mir aber auch verboten, ins Auto meines Vaters zu kotzen, weil es neu war. Und um es für alle Beteiligten abzukürzen: Als wir zuhause waren, habe ich gekotzt. Ich weiß bis heute nicht, warum. Vielleicht war es ein Infekt, vielleicht aber auch nicht, denn danach ging es mir wieder gut und ich hatte damals zur gleichen Zeit schwere Darmprobleme mit drohendem Darmverschluss.

Ich habe all die negativen Gefühle aus diesen zwei Tagen - Traurigkeit, Verzweiflung und Hilflosigkeit - automatisch mit der damit eigentlich nicht in Verbindung stehenden Übelkeit verknüpft. Seitdem habe ich Emetophobie.

Eine Zeit lang konnte ich nicht mehr mit dem Auto fahren und die Strecke zu meiner Tante bereitet mir heute, 15 Jahre später, noch Panik. Vor 3 Jahren habe ich beim Betreten unserer Wohnung sofort das Gefühl bekommen, kotzen zu müssen, habe deshalb viele Nächte bei meinem Vater verbracht und war wieder genauso traurig wie damals, weil meine Mutter völlig unschuldig und hilflos war und ich trotzdem von ihr weg musste. Ich glaube, dass meine Psyche mich dazu bringen wollte, meine Mutter wieder zu vermissen, um zu merken, dass mir davon nicht übel wird.

Wie auch immer. Die beiden Tage bei meiner Tante haben meine Emetophobie verursacht, und ich erinnere mich daran, als sei es gestern gewesen.

05.08.2018 15:21 • #27


@StimmeausdemOff

krass dass du das genaue ereignis kennst. hast du das durch ne therapie herausgefunden oder konntest du dich schon immer dran erinnern?

ja äpfel sind echt super. leicht verdaulich und frisch! die gehn bei mir auch immer.

hast du ein lieblingsessen? irgendwas wo du öfter richtig appetit drauf hast?

wenn ich mal wieder ne panikattacke mit übelkeit habe, die dann oft auch länger anhält, denke ich einfach an mein lieblingsessen. wenn die übelkeit gleichbleibt und ich keinen ekel bekomme, weiss ich dass es mir eigentlich gar nicht wirklich übel ist.
denn hätte ich zum bsp einen virus würde es mich beim gedanken an essen schon würgen.

ja das mit dem buch klingt super! mach das.

ich dachte auch inmer ich bin ganz allein damit und dachte wenn ich erwachsen bin wird alles besser. und nun bin ich 27 und es ist schon seit ca. 20 jahren das gleiche.
hab den namen der krankheit auch erst vor ca. 7 jahren herausgefunden.

es nervt

05.08.2018 22:34 • x 2 #28


StimmeausdemOff
@tschulsen

Ich konnte mich immer schon daran erinnern, weil es sich so stark eingebrannt hat, dass ich es wahrscheinlich auch nie wieder vergessen werde.

Ich mag Nudeln in jeglicher Form und Brot geht auch immer. Allerdings ist meine Symptomatik inzwischen so weit fortgeschritten, dass ich bei Übelkeit und Panik auch den Appetit verliere. Wenn ich dann an Essen denke, wird es wirklich schlimmer. Das ist zwar glücklicherweise nur selten der Fall, aber trotzdem schrecklich. Höchstwahrscheinlich ist das aber auch nicht psychisch, sondern körperlich bedingt, weil ich eine Magenschleimhautentzündung habe.

06.08.2018 11:31 • #29


Schneesturm93
Zum Thema Uni: Da ist einiges vieeeel entspannter als an der Schule. Du kannst jederzeit die Vorlesungen verlassen, ohne dass sich irgendwer was denken würde oder auch an schlechten Tagen nicht hingehen. Außerdem hast du viel viel weniger Anwesenheitszeiten, also so 0 bis 4,5 Stunden pro Tag. Das ist schon was ganz anderes.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft und alles was man lernt kann man auch wieder umlernen, nicht zu Hoffnung verlieren.

07.08.2018 06:32 • x 2 #30


StimmeausdemOff
@Schneesturm93
Das beruhigt mich wirklich. In der Schule war alles immer so starr und angespannt, dass man schon Angst hatte, überhaupt zu fragen, ob man zur Toilette darf. Aufgrund meiner Fehlzeiten wurde ich sofort von der Sozialarbeiterin angerufen, wenn ich um 8 noch nicht anwesend war. Es war einfach nur schrecklich.

07.08.2018 15:29 • #31


Noch andere männliche User hier, die unter einer ausgeprägten Emo leiden?

29.10.2019 21:57 • #32




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