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Madda

Madda


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Hey ihr ..
Leide jetzt auch schon seit 11 Jahren unter emetophobie.
Zwischenzeitlich immer wieder gute Zeiten, leider seit 2 Monaten wieder eine schlechte.
Ich hab komischerweise überhaupt kein Problem, wenn sich andere übergeben (ich mache eine Ausbildung zur Krankenschwester)
So Sachen wie Schüsseln halten, aufwischen oder der Geruch sind kein Problem für mich. Allgemein "eklige" Dinge. Bin da etwas Schmerzfrei.
Nur sobalt mich die übelkeit betrifft geht gar nichts mehr. Meine Panikattacken sind teilweise so schlimm, bzw. diese Zitteranfällte, dass man sie mit Krampfanfällen vergleichen kann.
Ich esse in letzter zeit wenig, bin sehr zwanghaft was eigentlich alles angeht, vorallem das Essen und Rausgehn.
Irgendwie versuche ich mich jeden Tag auf die Arbeit zu schleppen, wenn ich dann mal einen tag ohne Panik rumbekam habe ich das gefühl, als hätte ich schon 10 Wochen am Stück gearbeitet (nur so zum Beispiel)
Alles in Allem is das einfach nur ermüdent. Und irgendwann nicht mehr zu schaffen.
Ausser mit Medis. Wo ich jetzt letztendlich drauf zurück greifen musste, sonst würd ich keinen Tag mehr überstehn.
Dazu kommen die ganzen psychosomatischen Beschwerden. Täglich Bauchschmerzen, Übelkeit usw...

23.08.2016 12:33 • #21


redtiger


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Ich leide leider seit ein paar Wochen wieder unter der Emetophobie. Ich hatte die Angst früher zur Schulzeit schon mal, aber so plötzlich wie sie damals weg war ist sie nun leider wieder da. Die Angst zeigt sich bei mir darin, dass ich Angst habe, in der Öffentlichkeit zu erbrechen. Ganz besonders stark ist es in Situationen, wo ich weiß, dass ich diesen nicht so einfach entfliehen kann, sondern es eine Weile aushalten muss.

Angefangen hat die Angst kurz vor Weihnachten im Fitnessstudio. Ich muss sagen, dass ich schon immer sehr empfindlich war, was Gerüche angeht, d.h. bei schlechten Gerüchen wird mir schnell übel. An diesem Tag war das Fitnessstudio sehr voll und außerdem ist die Klimaanlage ausgefallen. Dementsprechend hat es auch etwas nach Schweiß gerochen, was mich ziemlich angeekelt hat und mir wurde dann auch während des Trainings schlecht.

Seitdem ist mir jedes Mal, wenn ich trainieren gehe, vorher und währenddessen übel und ich habe das Gefühl, mich jederzeit übergeben zu müssen. Selbst wenn ich morgens trainieren gehe, wo noch fast nichts los ist und es auch nicht unangenehm riecht. Meine Angst wird auch dadurch verstärkt, dass ich weiß, dass ich der Situation nicht so einfach entfliehen kann. Ich kann nicht einfach das Training abbrechen und nach draußen gehen. Ich muss erst durch die Umkleide, Dusche usw.

Dasselbe Problem hatte ich neulich im Supermarkt. Es war sehr viel los und ich stand an der Wursttheke an. Von jetzt auf gleich kam wieder die Angst wie eine riesige Welle und überflutete mich. Ich wusste, dass ich noch eine Weile anstehen musste, bis ich dran kommen würde. Auch konnte ich nicht einfach schnell nach draußen mit meinem halb vollen Einkaufswagen, sondern muss erst noch bezahlen (und an der Kasse muss ich vermutlich auch lange anstehen). Es war einfach grausam.

Auch auf der Arbeit hatte ich das Problem mittlerweile schon. Und zwar in einem Meeting mit meinem Vorgesetzten. Auch hier wusste ich, ich muss jetzt 1,5 Stunden durch halten und kann der Situation nicht einfach entfliehen, falls mir schlecht wird. Dieser Gedanke verstärkt meine Angst leider so sehr, dass sich mein kompletter Magen umdreht und mir die ganze Zeit übel ist.

Es legt sich wirklich erst wieder, wenn die Situation vorbei ist. Ich versuche mich zwar jedes Mal meiner Angst zu stellen und mich nicht zu verstecken, aber gefühlt wird es auch nicht besser, sondern immer schlechter. In immer mehr Situationen überkommt mich mittlerweile diese Angst.

Da ich aber ungern eine Therapie machen würde und die Angst damals ja auch irgendwie in den Griff bekommen habe, frage ich mich, ob es nicht irgendwelche Tipps gibt, wie man sich in so einer Situation selbst helfen kann. Wie man es für einen selbst evtl. erträglicher macht und sich selbst den gedanklichen Druck nehmen kann?

16.01.2019 20:31 • #22


Kapputze


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Liebe Leute,

ich würde gerne etwas von euch wissen. Wie äußert sich richtige Übelkeit und wenn man kurz vor dem Erbrechen steht?
Wie kann man körperliche Übelkeit und von psychischer Übelkeit unterscheiden?

Ich leide an einer leichten Form der emetophobie und ich frage mich immer wie ich das etwas abschätzen kann. Vor 2 Jahren habe ich mich das letzte Mal erbrochen ( Virus ) und ich merkte wie mir vorher heiß kalt wurde, der Magen grummelte und dann ging auch schon alles ins Auto
Ich konnte es nicht wirklich abschätzen. Dachte nämlich erst , es wäre eine PA. Fühlte sich ähnlich an.


Über ein paar erfahrungen in dieser Sache wäre ich Mega dankbar. Ich will versuchen noch besser damit umzugehen.

Alles Liebe Kapputze

17.01.2019 09:07 • #23


Aviditas


@redtiger das, was du da beschreibst, klingt vor allem nach Panikattacke und der Angst vor der Angst. Es ist in dem Moment wahrscheinlich nicht die Übelkeit, die dir Angst macht, sondern die Angst davor, dass dir schlecht wird, macht dir Übelkeit.
Ich kenne das in genau solchen Situationen von mir selbst. Ablenkung und das penibel genaue Vergegenwärtigen der Situation, also der REALEN Situation, hilft mir da sehr. Wie wahrscheinlich ist es, dass du dich nun gleich hier an der Wursttheke übergeben musst? Wahrscheinlich nicht sehr, wenn es dir vor 30 Sekunden noch gut ging. Und selbst wenn, ja was passiert dann im schlimmsten Fall? Eben, es ist zwar doof für alle Anwesenden, aber sterben muss davon zB keiner.
Um deine Aufmerksamkeit von deinem Körper weg hin zu etwas im Außen zu lenken kann dir das zählen von zB allen grünen Dingen in der Umgebung helfen. Oder du sagst im Kopf irgendwelche Reime auf. Oder zählst die Fussel auf der Jacke deines Vorstehenden. Alles, was dich ablenkt und nichts mit deinem Körper zutun hat, kann in solchen Situationen helfen, den Fokus wieder auf die richtige Ebene zu lenken.

@Kapputze ich hatte Anfang Feb eine MDG. Bei mir hat sich das ungefähr vier Stunden vorher durch Magenschmerzen und Übelkeit angekündigt. Das verschlimmerte sich dann und ließ sich auch nicht durch Tee oder Wärmflasche oder Ablenkung beheben.
Und ich war mir zu 1000% unverrückbar total und absolut sicher, dass es so ist, als es passieren musste. Mein Körper war da sehr eindeutig und es war komplett anders, als bei der Panikübelkeit.

Die Panikübelkeit spüre ich zB vor allem im Hals. Es ist halt so ein zugeschnürtes Gefühl zusammen mit den anderen Angstsymptomen und besonders eindeutig ist es ja, wenn es durch Ablenkung besser wird. Körperliche Übelkeit lässt sich ja nicht "wegignorieren".

26.03.2019 14:34 • #24



Prof. Dr. Borwin Bandelow