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immermuede81
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Hallo zusammen,

wie ich schon in anderem Beitrag beschrieben habe, habe ich eine soziale Phobie, die momentan leicht ausgeprägt ist, würde ich sagen. Die Phobie habe ich schon mehr als 20 Jahre, bin also recht erfahren damit.

Vor paar Jahren kam ich auf die Idee in die Konfrontation zu gehen. Wenn Du schiss (auf gut Deutsch) hast, von vielen Menschen angeschaut zu werden, zu stolpern, das Bewusstsein zu verlieren und all die anderen Gedanken hast, dann könntest Du das einmal ausprobieren. Google in Deiner Stadt nach Oper oder Theater und schaue, ob es eine Jobseite gibt. und bewirb Dich dort. Manchmal gibt es keine Jobseite, dann kannst Du einfach dort anrufen oder eine Mail schreiben.

Ich habe als Statist angefangen und musst einfache Dinge auf der Bühne machen, wie entlang laufen, etwas aufheben. Es ist unglaublich befreiend, zu sehen, dass man immer noch lebt, nachdem man von 300 Zuschauern angeschaut worden ist.

Deine Angst wird dann denken, hää? Wieso ist gar nichts Schlimmes passiert? Wieso war ich, die Angst, überhaupt da? Wenn es ja ganzlich ungefährlich ist?
LG Immermüde

• • 25.10.2026 x 2 #1


10 Antworten ↓

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Zitat von immermuede81:
Hallo zusammen, wie ich schon in anderem Beitrag beschrieben habe, habe ich eine soziale Phobie, die momentan leicht ausgeprägt ist, würde ich sagen. Die Phobie habe ich schon mehr als 20 Jahre, bin also recht erfahren damit. Vor paar Jahren kam ich auf die Idee in die Konfrontation zu gehen. Wenn Du schiss (auf gut ...

Hallo immermuede81,

nach meiner Erfahrung (40 Jahre) bringt Konfrontation bei sozialer Phobie nur einen kurzzeitigen Effekt der Befreiung.
Vor der nächsten gleichartigen Situation hast wieder Schiss.

Man kann sich auch daran kräftemäßig aufreiben und sollte, gerade bei chronifizierter SP unterscheiden lernen, was man wirklich will und braucht und nur das konfrontieren.
Man muss nicht alles können und Menschen die nicht an so einer Erkrankung leiden, haben auch Dinge, die ihnen nicht liegen und die sie ängstigen.

Trotzdem ist Konfrontation nützlich, da sich mit der Zeit die Erfahrung festigt, dass man alles schaffen kann, aber eben nicht unbedingt angstfrei.

• x 3 #2


A


Werde Statist oder Komparse bei leichter sozialer Phobie

x 3


Schlaflose
Zitat von immermuede81:
Ich habe als Statist angefangen und musst einfache Dinge auf der Bühne machen, wie entlang laufen, etwas aufheben. Es ist unglaublich befreiend, zu sehen, dass man immer noch lebt, nachdem man von 300 Zuschauern angeschaut worden ist.

Das würde mir von vornherein gar nichts ausmachen. Nur wenn ich vor dem Publikum reden müsste, das wäre für mich schlimm.

• x 1 #3


cats49
@immermuede81
Respekt das du das schaffst.
Ich habe vor etlichen Jahren mal bei einer
Clownnummer im Circus mitgemacht,nicht ganz
freiwillig,und war vor Panik das mich so viele
Leute anschauen nahezu bewegungsunfähig.
War heilfroh als ich wieder raus war aus der Manege.

• x 1 #4


-juli
Ich denke, dass man das nicht pauschalisieren kann und dass es eine gewisse Stabilität braucht, um einen Nutzen daraus ziehen zu können.

Ich hatte als Jugendliche eine stark ausgeprägte soziale Phobie und hätte mich vermutlich vor Angst übergeben, wenn man mich dazu gedrängt hätte.

Ich habe meine soziale Phobie inzwischen überwunden und gebe Lesungen vor größeren Menschengruppen, aber heute habe ich auch die notwendige Stabilität.

• x 3 #5


Schlaflose
Zitat von -juli:
Ich hatte als Jugendliche eine stark ausgeprägte soziale Phobie und hätte mich vermutlich vor Angst übergeben, wenn man mich dazu gedrängt hätte.

Bei mir war es umgekehrt. Als Kind und Jugendliche liebte ich es, vor Publikum aufzutreten und zu "glänzen". Erst so ab Mitte 20 fing es an, dass ich immer mehr Hemmungen bekam. Trotzdem habe ich als Lehrerin genau das 20 Jahre lang getan aber es wurde immer schlimmer.

• x 1 #6


Aponi
Die Idee finde ich gut, wäre jedoch nichts für mich.

• #7


-juli
@Schlaflose beeindruckend, dass du dann trotzdem so lange als Lehrerin durchgehalten hast. Ich habe ein FSJ an einer Schule versucht und habe es nicht durchgehalten, auch ohne starke sozialen Ängste.

• #8


freely
Zitat von immermuede81:
Deine Angst wird dann denken, hää? Wieso ist gar nichts Schlimmes passiert? Wieso war ich, die Angst, überhaupt da? Wenn es ja ganzlich ungefährlich ist?

Ich denke unsere Vorstellungskraft wird einem da immer wieder in die Quere kommen.
Und ich finde das Selbstbild, das man von sich hat und auch in welchem Umfeld man sich bewegt, spielen eine große Rolle.
Ich war früher sehr ängstlich, heute habe ich manchmal noch Probleme zb den Müll raus zu bringen. Weil Müll raus bringen in meiner Vorstellung einfach etwas peinliches ist.
Jemanden im Baumarkt etwas fragen, ist peinlich. Alles mögliche kann einem peinlich sein. Man selbst sieht sich als peinlich und minderwertig an.
Ist das die Wurzel einer sozialen Phobie?

Ich ziehe mir zb ungern schöne Kleidung an. Ich mag nicht zu gut aussehen, nicht auffallen, das wäre mir peinlich. Schlampig und zu locker gekleidet darf es aber auch nicht sein. Also total normal und langweilig. 🙄

Dann gibt es noch die wirklich peinlichen Dinge. Wobei ich die oft lustig fand. Mir ist mal mein Autoschlüssel samt Müll in die große Wertstofftonne gefallen. Also gab keinen anderen Weg als da kopfüber im Müll rum zu wühlen 😵

Also ich denke, was die Ängste nimmt, ist eine starke Überzeugung, nicht nur, dass einem nichts passiert, sondern vor allem das man OK ist. 🤔
Auch wenn einem was ungeschicktes passiert zb.

• #9


Kruemel_68
@immermuede81 Ich finde Deinen Ansatz unglaublich kreativ. Und genau so sollte es sein - seine Ressourcen bestmöglichst nutzen und sich da abholen, wo man steht. Der Ansatz passt sicherlich nicht für jeden, aber das muss er ja auch nicht.

• x 2 #10


Butterfly-8539
Zitat von -juli:
@Schlaflose beeindruckend, dass du dann trotzdem so lange als Lehrerin durchgehalten hast. Ich habe ein FSJ an einer Schule versucht und habe es nicht durchgehalten, auch ohne starke sozialen Ängste.

Das habe ich auch schon mal geschrieben, doch soviel ich als Antwort bekam, war sie keine Lehrerin.

• #11


A


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Dr. Reinhard Pichler
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