Zitat von Natty:
Hallo Annie,
dieses Denken und Fühlen kenne ich auch zu gut. Schriftlich fällt es mir auch leichter als Reden. Was mir auch hilft, ist mir zu überlegen, was im schlimmsten Fall passieren könnte bzw. wie der andere am schlechtesten reagieren könnte auf mein Sprechproblem. Und dann überlege ich, wie ich in diesem schlimmen Fall mich dann verhalte. Das gibt mir dann ein Stückchen mehr Sicherheit. Und das komische ist, daß dieser schlimmste Fall dann noch nie eingetroffen ist. Es ist wundersamerweise immer anders und damit weniger schlimm verlaufen als ich so sehr befürchtet hatte.
Ja, so geht mein Therapeut auch vor. Bloß komme ich aus der Anspannung nicht heraus. Heute Abend soll ich, auch zum wiederholten Mal, an einem Termin einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, gemäß Vorschlag meines Therapeuten, konnte deshalb wieder nicht schlafen und denke und denke und denke...was könnte im Schlimmsten Fall passieren...ich denke, dass diese Leute sich schon kennen und ich dann allein da stehe und gar nicht gefragt werde...ich schätze, dann würde ich halt wieder gehen...ich halte nicht viel von derartigen Selbsthilfegruppen, da ich schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Zitat von Natty: Du könntest das ja vor Kursbeginn abklären, daß Du auf keinen Fall auf Video aufgenommen werden möchtest. Ansonsten finde ich solche Kurse eine gute Idee für Dich. Du könntest ja vor Kursbeginn, notfalls per Brief/Mail, die Kursleitung vertraulich ansprechen und um Rücksicht und Unterstützung bitten, weil es Dir besonders schwer fällt mit dem Reden.
Stimmt, daran hatte ich noch nicht gedacht. Da wäre ich sicher etwas beruhigter.
Zitat von Natty:Entspannungstechniken: Mit Autogenen Training komme ich auch überhaupt nicht klar. Da werde ich erst so richtig unruhig und zappelig. Hast Du schon mal Progressive Muskelentspannung probiert? Ich empfinde das als viel angenehmer. Aber so richtig durchschlagend erfolgreich sind diese ganzen Entspannungsmethoden bei mir auch nicht.
Liebe Grüße
Natty
Ich habe schon Tai Chi, verschiedene Entspannungsmöglichkeiten durch, PMR auch, das hat nur manchmal funktioniert aber ich werde dann ziemlich unruhig. Das Schwierigste ist die Geduld, wenn mir diese Übungen dann zu lange dauern, gebe ich auf, versuche dann zwar etwas Neues, aber dann ist es wieder genauso. Meine Mutter hatte schon damals gesagt, ich hätte kein Durchhaltevermögen, weil ich immer wieder andere Dinge gemacht habe, wie zum Beispiel im Sport: Aerobic, Jazzdanke, Fitness-Studio, Trampolin, Reiten, Reha-Sport, Badminton und dann hörte es auf durch die sozialen Ängste. Jetzt bin ich lieber allein draußen auf dem Fahrrad unterwegs, das ist aber dann auch wieder mit dem Gedanken verbunden, dass ich immer schnell weg kann, wenn es bedrohlich werden würde...ist schon ein Kampf..
ich hoffe und wünsche es mir, dass ich irgendwann die richtige Mitte finde. Danke für deine aufbauenden Worte, es ist immer beruhigend zu wissen, dass es jemanden gibt, dem auch ähnlich ergangen ist.
Wie geht es dir heute damit, wie lange hat es gedauert mit Übungen bei dir?
LG Annie