Azure
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Zitat von Logo:Die Psyche bezeichnet die Gesamtheit aller geistigen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale eines Individuums oder speziell eines Menschen. Sie beinhaltet Fühlen, Denken und sämtliche individuelle geistige Fähigkeiten, also somit auch unter anderem Denkvermögen, Lernfähigkeit, Emotionen, Wahrnehmung, Empfindung, Empathie, Wissen, Intuition oder Motivation.
Und somit eben für mich persönlich ein Teil von mir, da ich für mich zumindest der Körper (physis) auch dazu gehört, darüber hinaus hätte ich persönlich meine Erfahrungen, meine Fähigkeiten, mein Umfeld ebenfalls im entferntesten Sinn als Teil von mir bezeichnet.
Zitat von Logo:Besser du lernst zu dir und damit auch zu deinen psychischen Problemen zu stehen, lernst sie zu begreifen und erst dann kannst du sie lösen.
Ich denke, dass ich von den Punkten, die du beschreibst nicht weit weg bin. Im folgenden nocheinmal sehr subjektiv ausgeführt:
Ich beobachte meine psychischen Problemchen sehr intensiv und kann sie für micht sehr gut begreifen. Ich erkenne, wenn mein Körper Ruhe oder Erholung benötigt, stelle immer mehr fest, dass einzelne Handlungen, Meinungen Ursprung in Erziehung und Kindheit haben und stelle aber auch fest, dass es gewisse wiederkehrende Muster gibt, die ich nicht ohne weiteres unterbrechen kann.
Durch Beobachtung, Notizen und Recherche versuche ich einerseits konkrete körperliche und seelische Empfindungen zu erkennen, schaffe es, diese größeren Kategorieen zuzuordnen und steuere in dem Tempo, dass für mich im Moment gut ist dagegen.
Wenn ich in ein depressives Loch falle, Kopfschmerzen habe oder Panikattacken verspüre, dann lasse ich mich in die Situation ein und schaue mit welchen Werkzeugen ich daran arbeiten kann möglichst schnell wieder handlungsfähig zu werden. Wenn dies einen Tag dauert, dann dauert es einen Tag, wenn es eine Stunde dauert, dann eben eine Stunde.
Die Distanzierung von meiner Psyche geschieht bewusst, so dass ich eben aus einem anderen Blickwinkel darauf schauen kann. Hier beobachte ich mein Verhalten, meine Gedanken, meine Empfindungen, stelle fest, ob ich in einem eher aktiven (Schaffensphase, gute Unterhaltung möglich, ...) oder passiven (depressive Phase: Decke über den Kopf) Zustand bin.
Ich schaffe es inzwischen recht gut, auch in sozialen Situation hier kurz die Sicht zu wechseln und kann dann auch bewusst mein Verhalten steuern.
* Unsicherheit in sozialer Situation: nicht abhauen, sondern warten, Gedanken sammlen, mit Zielen in Gespräche gehen
* Grübelattacken, Depressionen: Stimmung aufhellen, systematisch Notizen machen
* Wichtige Aufgaben nicht anfangen, Problemen aus dem Weg gehen: Tritt in den eigenen Hintern, Belohnungen überlegen, Probleme umformulieren, Detailplanungen starten, externe Hilfe anfordern, Ablenkungen entfernen
* Rückzug in die eigenen Vier Wände: Bewusst nach draussen gehen und Dinge unternehmen
Zitat von Logo:Distanzierst du dich von deiner Psyche, dann distanzierst du dich von deiner Persönlichkeit. Auch das ist ein psychisches Problem.
Man bezeichnet das als Depersonalisation.
Die Depersonalisation ist eine Störung des "Ich-Erlebens". Sie ist mit dem Gefühl verbunden, man sei von der eigenen Psyche losgelöst.
Ich habe mich mit dem Begriff Depersonalisation noch nicht auseinandergesetzt, aber deinen Satz "du lernst zu dir und damit auch zu deinen psychischen Problemen zu stehen, lernst sie zu begreifen", ist für mich genau der Punkt, dass ich eben, die Möglichkeit habe, micht selbst und meine Psyche zu beobachten. Ich habe schon immer sehr stark mich selbst reflektiert, aber durch Techniken wie "Beobachter-Meditation" habe ich gelernt, dieses Beobachten aktiv durchzuführen und nicht in Grübeleien und Selbstmitleid zu ertrinken.
Diese Schritte sind ein großer zusätzlicher Aufwand für mich, an dem ich aber Gefallen finde, weil es mir hilft, tolle Dinge zu erleben, neue interessante Menschen kennenzulernen, bestehende Beziehungen zu vertiefen oder bewusst zu kappen und viele weitere Dinge. Leider habe ich oft den Eindruck, dass ich häufig das Rad wieder von neuem erfinden muss, aber das gehört für eben dazu (siehe oben: akzeptieren) und ich bemühe mich, möglichst effiziente Wege ins Leben zu finden.
Viel Text(noch immer unstrukturiert), viel innerliche Arbeit(aber eben zunehmend zielgerichtet und als Werkzeug effektiv eingesetzt) heute morgen spontan innerlich zusammengefasst in "Ich lasse nicht zu, dass mir meine Psyche mein Leben ruiniert."
(PS: und jetzt den Worten Taten folgen lassen. Internetforum beenden und die Dinge, die mir für heute wichtig sind in Angriff nehmen - Ihr lest später in meinem Beitrag Beichtstuhl, wenn ich das nicht geschafft habe.)
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