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Erdbeermuffin
Gast

Guten Abend.

Ich habe während meines dritten stationären Aufenthalts im Jahr 2018 in einer Akutpsychosomatik die Diagnose F61 Kombinierte Persönlichkeitsstörung erhalten, die wohl viele meiner Beschwerden und damit verbundenen Einschränkungen erklärt…

Gerade wollte ich mich nochmal ein wenig in das Thema einlesen und bin dabei auf die folgende Information gestoßen:

Zitat:
Wir wissen, dass eine Person diese ausweichende Tendenz Stück für Stück entwickeln kann. Und zwar so weit, bis sie zu einer Psychose führt, die oft eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik erfordert. Psychiater definieren diese Menschen und dieses Isolationsverhalten als „Schrumpfer.“ Und wir beobachten in jüngsten Jahren eine steigende Inzidenz derartiger Psychosen.

Quelle: https://gedankenwelt.de/die-aengstlich-. luchtsort/

Ich habe noch nie von diesem Zusammenhang gehört und bin nun noch verängstigter als zuvor.
Kennt ihr Menschen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung, die mit zunehmender Schwere ihrer Symptome eine Psychose entwickelt haben? 😨

27.11.2022 x 3 #1


74 Antworten ↓
Icefalki

Icefalki
Mitglied

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Zitat von Liucid:
vielleicht sein könnte


Das ist doch unser Hauptthema, dass wir Angst vor etwas haben, das sein könnte, dadurch bleiben wir ja im Angstkreislauf drin. Wenn bei jeden Mensch, der seine erste Panikattacke erlebt, sofort ein Arzt käme, um zu erklären, was gerade passiert ist, und dass das nur eine reine Körperreaktion auf Stress gewesen sei und vollkommen harmlos, würde man vieles vermeiden können.

Aber das ist leider Wunschdenken. Ab Tag 1befindet man sich plötzlich im Ausnahmezustand und hat dadurch das Gefühl, irre zu werden. Wobei unser Wissen um "Irre" eh total falsch ist . Tatsächlich fürchten wir eher das negative Gerede anderer, den vermeintlichen Gesichtsverlust, und hier liegt dann mit die Grundthematik offen, um die es sich m.E. überhaupt handelt.

Man könnte sagen, dass Angsterkrankte wenig Vertrauen und Liebe zu sich selbst haben, anderen Menschen zuviel Macht einräumen, in der Kindheit ziemlich verletzt wurden und deswegen in einem permanenten Stress leben und sich deswegen irgendwann der Stress als Panik entlädt. Und weil die Grundmuster so sind, wie sie sind, beginnt jetzt der vermeintliche Wahnsinn, da alles eine Erklärung braucht.

Was wäre so schlimm dran, "verrückt" zu sein? Hier liegt unser Problem, dass man alles daran setzt, brav, geliebt und in der Norm zu funktionieren zu müssen, damit kein Mensch mehr negativ über einen denken kann. Und hier haben wir dann unseren Stress, der tata! zur Panikattacke führt. Und nun wieder Stress, weil man plötzlich immer näher an den Zustand kommt, der schon immer gefürchtet wurde: Abgelehnt, Aufgefallen, vernichtet durch die Kritik anderer.

Weil wir Neurotiker aber so ein tolles Völkchen sind, bekommen wir alle eine 2. Chance, um unsere Negativsichtweisen ablegen zu lernen. Und bissle gaga, darf man sich doch auch mal gönnen. 😜

21.11.2022 12:38 • x 4 #54


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A


Ängstlich-vermeidende PS und Psychose? Hilfe!

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Liucid
Gast

Zitat von Erdbeermuffin:
Kennt ihr Menschen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung, die mit zunehmender Schwere ihrer Symptome eine Psychose entwickelt haben?

Ich zumindest keine, bei denen eine ÄvPS auch nur annähernd als eine Art 'Auslöser' gesehen werden könnte.

Natürlich kann sich eine Psychose parallel zu einer bereits bestehenden PS entwickeln, aber ich würde dann zunächst davon ausgehen, dass dies unabhängig voneinender geschieht. Neurosen (z.B. Persönlichkeitsstörungen) und Psychosen 'funktionieren' schon vom 'Grundprinzip' her eigentlich auf komplett unterschiedliche Weise, so dass ich es auch schwer fänd, da einen kausalen Zusammenhang zu sehen.

Nur so am Rande und speziell für dich @Erdbeermuffin .. ich habe übrigens seit knapp 10 Jahren nun auch die Hauptdiagnose 'kombinierte PS', war vorher ÄvPS. Falls in dieser Hinsicht deinerseits vielleicht noch ein bisschen Aufklärungsbedarf besteht, kann ich dir evtl. ein bisschen unter die Arme greifen, wenn du möchtest.

Und mal kurz zu deiner Angst, dass du - aus welchem Grund auch immer - vielleicht mal 'komplett durchknallen' und dadurch anderen etwas 'antun' könntest: ich würde es, aufgrund der bestehenden Diagnose und auch schlichtweg der Tatsache, wie ich dich hier bisher wahrgenommen und erlebt habe, für viiiel wahrscheinlicher halten, dass du, sollten dir eventuell tatsächlich mal die Sicherungen durchknallen, viel eher dir selbst etwas antun würdest, als anderen Menschen zu schaden. (Nur mal so am Rande, nach meinem Gefühl und mit - zumindest von der Diagnose her - ähnlichem Krankheits- und Persönlichkeitsbild ..)

20.11.2022 15:52 • x 3 #39


Zum Beitrag im Thema ↓


Romana73
Jeder Mensch kann eine Psychose entwickeln, egal ob eine Persönlichkeitsstörung vorhanden ist oder nicht. Ich kenne viele Personen, die eine PS haben und psychotische Episoden haben, das ist in meinem Beruf Alltag. Aber diese Menschen befinden sich zu ihrer PS auch noch in einer schwierigen Situation und haben meist eine polytoxische Abhängigkeit.

x 3 #2


E
Zitat von Romana73:
Jeder Mensch kann eine Psychose entwickeln, egal ob eine Persönlichkeitsstörung vorhanden ist oder nicht. Ich kenne viele Personen, die eine PS ...

In einer schwierigen Situation befinde ich mich auch schon seit Jahren. Der Höhepunkt war vor ca. sechs Jahren, da ich damals mit einem einschneidenden Erlebnis konfrontiert wurde. 😒
Wenn ich es richtig verstanden habe, sorgen jahrelange psychische Erkrankungen im schlimmsten Fall für ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn und lösen damit eine Psychose aus, richtig? Ich habe so eine Angst vor dieser Erkrankung! 😭

x 2 #3


P
Zitat von Erdbeermuffin:
Guten Abend. Ich habe während meines dritten stationären Aufenthalts im Jahr 2018 in einer Akutpsychosomatik die Diagnose F61 Kombinierte ...


Die zitierte Seite scheint mir nicht das Nonplusultra der psychiatrischen Fachseiten zu sein. Von daher würde ich den Inhalt mindestens mit Vorsicht genießen, wenn nicht gar ignorieren.

Von dem Zusammenhang habe ich ebenfalls noch nie gehört und denke, dass ängstlich vermeidende Persönlichkeiten ähnlich häufig Psychosen bekommen wie alle anderen Persönlichkeiten. Nämlich sehr, sehr, sehr selten.

Und wenn? Dann bekommst du es nicht mit und dir kann sehr gut geholfen werden Cool

x 3 #4


Wildrose
Zitat von Erdbeermuffin:
habe so eine Angst vor dieser Erkrankung!

Ganz ruhig Trost
Beruhige dich knuddeln

x 6 #5


Romana73
Psychosen sind temporär und behandelbar. Wenn du in einer Psychose steckst merkt das vorderhand dein Umfeld zuerst. Deine Angst kann ich verstehen aber ich kann dich auch beruhigen, falls und ich sage bewusst falls du eine psychotische Episode hast ist sie nicht von Dauer und behandelbar.

x 4 #6


E
Zitat von Romana73:
Psychosen sind temporär und behandelbar. Wenn du in einer Psychose steckst merkt das vorderhand dein Umfeld zuerst. Deine Angst kann ich verstehen ...

Meine größte Angst ist, verrückt zu werden und währenddessen etwas Schreckliches anzustellen. 😭
Diese Angst entstand, nachdem ich vor einigen Monaten in den Nachrichten von mehreren schrecklichen Taten, die von Schizophrenen begangen wurden, gehört hatte (z. B. die Amokfahrt in Berlin oder der Messerangriff an der Hochschule Hamm). Ich würde lieber nicht mehr leben wollen, als daran zu erkranken und zu solchen schrecklichen Taten fähig zu werden. 😭

x 2 #7


Romana73
Liebes, du kannst eine Psychose nicht mit Schizophrenie vergleichen oder verwechseln. Das sind ganz verschiedene Paar Schuhe.
Und da ich auf deinem Profil gesehen habe, dass du 30 Jahre alt bist ist eine Schizophrenie bei die eher ausgeschlossen.

x 3 #8


E
Zitat von Romana73:
Liebes, du kannst eine Psychose nicht mit Schizophrenie vergleichen oder verwechseln. Das sind ganz verschiedene Paar Schuhe. Und da ich auf deinem ...

Ich hatte in Erinnerung, dass die Psychose das Hauptsymptom der Schizophrenie ist, das ja für den Realitätsverlust und die damit verbundenen Wahnvorstellungen verantwortlich ist.
Ist das denn wirklich so unwahrscheinlich? 😕
Ich habe schon oft gehört und gelesen, dass Frauen gerade mit Ende zwanzig bis Mitte dreißig am meisten gefährdet sein sollen. 😣

#9


Romana73
Hauptsymptom einer Schizophrenie sin Halluzinationen.
Das Ausbruchsalter von frauen ist im Durchschnitt mit 29 Jahren

x 2 #10


Romana73
Es braucht auch noch andere Voraussetzungen für eine Schizophrenie, wie zum Beispiel eine genetische Veranlagung oder Missbrauch von Dro gen.

x 1 #11


Romana73
Natürlich gibt es schizophrene Psychosen, aber wenn du in einer Therapie warst wäre die Erkrankung bei dir entdeckt worden wenn du sie hättest.
Es braucht gewisse Voraussetzungen für Schizophrenie z.bsp. Genetische Veranlagung,

x 1 #12


E
Zitat von Romana73:
Natürlich gibt es schizophrene Psychosen, aber wenn du in einer Therapie warst wäre die Erkrankung bei dir entdeckt worden wenn du sie hättest. Es ...

Wenn das Durchschnittsalter 29 Jahre ist, bin ich ja doch ziemlich gefährdet. Es wird so oft gesagt, dass man sich mit 30 keine Sorgen mehr machen müsste, aber scheinbar stimmt das leider nicht so ganz…

Eine genetische Vorbelastung liegt in meiner Familie nicht vor. Meine Frage nach Infektionen während der Schwangerschaft oder Komplikationen bei der Geburt wurde von meiner Mutter verneint. Dro. habe ich auch nicht missbraucht. Hm… Aber meine Symptome lassen mich die ganze Zeit glauben, jeden Moment verrückt zu werden. Es fällt mir so schwer, zu glauben, dass das wirklich „nur“ die Angst sein soll. 😪

#13


Romana73
Wenn du Symptome merkst kann es keine Schizophrenie sein, weil die erkrankten keine Krankheitseinsicht haben und sicher nicht befürchten verrückt zu werden.
Hast du den Halluzinationen, egal ob akustische, geruchliche, visuelle oder spürst du auf deiner Haut etwas, dass du nicht siehst?

x 1 #14


E
Zitat von Romana73:
Wenn du Symptome merkst kann es keine Schizophrenie sein, weil die erkrankten keine Krankheitseinsicht haben und sicher nicht befürchten verrückt ...

Nein, die habe ich meines Wissens nicht.
Merken Schizophrene denn im Vorfeld wirklich überhaupt nicht, dass sie verrückt werden? Also wirklich gar nicht, dass irgendwie etwas anders ist?

#15


C
@Erdbeermuffin
Deine Angst ist dein Fluch und Segen zugleich. Denn solange du Angst davor hast, "verrückt" zu werden, bist du nicht verrückt.
Eine Psychose ist ja lediglich ein Oberbegriff für einen Symptomkomplex z.B. aus Halluzinationen, Wahn, Realitätsverlust oder Ich-Störungen. Und so lange du Angst vor solchen Symptomen hast, hast du die Symptome nicht. Klingt komisch, ist aber so. Das einzige, was dir in Zukunft helfen wird, ist die Erfahrung zu sammeln, dass du nicht verrückt wirst. 😊 Alles Gute wünsche ich dir!

x 3 #16


Romana73
Sie hören zum Beispiel Stimmen aber sie suchen überall anders die Ursache oder Erkältung dafür als einzugestehen, dass es Halluzinationen sind. Genauso ist es auch, wenn sie Dinge sehen, die nur sie sehen.Kennst du den Film A Beautyful Mind, da wird schon sehr realistisch die Schizophrenie von John Nash gezeigt. Es gibt auch einen ganz guten Film der Das weisse Rauschen heisst, dort kannst du sehen wie der Protagonist eine Erklärung sucht für seine akustischen Halluzinationen. Wenn du keine Parallelen zu dir erkennst, weisst du, dass deine Angst unbegründet ist.
Übrigens, nicht jeder Schizophrene ist gewalttätig

x 2 #17

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E
Zitat von Romana73:
Sie hören zum Beispiel Stimmen aber sie suchen überall anders die Ursache oder Erkältung dafür als einzugestehen, dass es Halluzinationen sind. ...

Parallelen erkenne ich zum Glück nicht und ich hoffe, dass sich daran auch nie etwas ändern wird. 😕
Die beiden Filme kenne ich leider nicht.

Mir fällt gerade ein, dass ich neulich auf Instagram einen Beitrag von einer schizophrenen jungen Frau gesehen hatte. Unter dem Bild stand „Die Psychose steht wieder vor der Tür und keiner kann mir helfen“ oder sowas ähnliches.
Woran liegt es, dass einige es scheinbar doch merken? Sind das therapieerfahrene Menschen?

x 1 #18


Romana73
Ja die haben Therapieerfahrung.
Du bist eindeutig zu klar im Kopf um schizophren oder psychotisch zu sein. Wenn du verstehst was ich meine.

x 1 #19


P
Die Angst vor dem Verrücktwerden ist die klassische Angst schlechthin. Ihre Schwester ist die Angst vorm Sterben.
Beides sind die grundlegenden Ängste der allermeisten Panikattacken und völlig "normal" bei Angst- umd Panikstörungen.

Auch ich leide an der Angst vorm Verrücktwerden. Früher war es die Angst vorm Ersticken, als ich das dann kognitiv nicht mehr ernst nahm - ich habe ja mehrfach überlebt - kam die Angst vor dem Verrücktwerden.
Das hat mit der Angst vor Kontrollverlust zu tun und ist eine total verbreitete, sehr gut behandelbare Angst.

x 6 #20


A


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