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Hallo ihr Lieben!

Ich hatte bereits einen Post in dem es um Bindungsängste ging, danke für die tollen Antworten. Daraufhin habe ich mir Gedanken gemacht, was mit mir los sein könnte.

Meine Kindheit war geprägt von den Aggressionen meines Erzeugers, Alk., Gewalt, wir wurden nie ernst genommen und verspottet und wir wurden allesamt mit Nichtachtung gestraft, wenn wir nicht nach seinem Willen agierten. Um mein 19. Lebensjahr herum ereilten mich aufeinmal diese Erinnerungen, vor allem die Schreie meiner Brüder, wenn sie verprügelt wurden, die Nächte in denen ich voller Panik aufwachte und die Luft anhielt, um zu hören was passierte. Als ich mit meinen Brüdern und Mutter im Flur stand und im ersten Stock mein Vater sich mit Polizisten prügelte, meine Mutter mit mir (ca. 9-10 Jahre alt) die Alk. in den Ausguss kippte. Ich habe immer Tränen in den Augen, wenn ich an die Situation denke, wie mein kleiner Bruder verhauen wurde. Er war am Rücken grün und blau, auch durch die Windel am Po! Ich verachte meine Mutter, dass sie das so über uns hat ergehen lassen!

Schlimm ist auch, dass mein Erzeuger es selbst heute abstreitet, also mich für verrückt erklärt und uns die Schuld für seine Aggressionen gibt.

Verstärkt wurden die Ängste durch die Geburt meines Kindes, weil ich sie vor solch schlimmen Dingen bewahren möchte. Muss allerdings sagen, dass sie geliebt und mit tollen Menschen aufwächst.

Kann man das als Trauma bezeichnen oder ist es nicht "schlimm" genug? Ich habe mich mit dieser Thematik noch nicht eingehend beschäftigt, fand aber interessante Literatur von Luise Reddemann. Ist das was? Ich arbeite gerne an mir selbst und bin gewillt meine Situation zu verbessern, möchte diese Dinge hinter mir lassen!

Danke und herzliche Grüße!

15.12.2014 11:38 • 16.12.2014 #1


6 Antworten ↓


Ich bin schwer traumatisiert und du solltest für eine fundierte Diagnose auf jeden Fall zum Psychiater gehen. Alles andere ist wischiwaschi und bringt dich nicht weiter. Kindheitstrauma sind auch neurologisch nachweisbar (bei mir 1998 so geschehen).

Du kannst dir zb das Buch "Trauma" von Reddemann holen. Da gibt's auch Selbsttest drin. Zum ersten selbst einschätzen.

In welcher Stadt wohnst du? Unikliniken machen Studien, wo du dich auch diagnostizieren lassen kannst...

Ein Kindheitstrauma äußert sich immer in Traunafolgestörungen...

Kann dir da ein sehr gutes, familiäres Forum empfehlen! Bei Interesse schreib mir ne PN
Liebe Grüße

15.12.2014 12:01 • x 1 #2



Trauma?

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Hi Buddy

"nicht schlimm genug" liegt meines Erachtens immer im eigenen Ermessen bzw. in der eigenen Betrachtungsweise. Wenn Du davon krank wirst / geworden bist, dürfte es schlimm genug (gewesen) sein (psychisch erkrankt bekommt man ja oftmals nicht wirklich mit, nur an der Art und Weise, wie man sich später mal gibt / nicht gibt).
Das hört sich alles sehr traurig an und ich kann Dir da leider keine Tipps geben, aber ich sehe es so, wie Flocke es vorschlägt.

Und wenn Du etwas daraus gezogen hast, dass Dein Kind hoffentlich niemals solche Dinge erleben wird / muss. Dass Du Deinem Kind ein besseres Leben bieten kannst. Das ist doch etwas, auf was Du stolz sein kannst!

15.12.2014 18:11 • x 1 #3


phu ich kenne das auch.. nächtelang im bett liegen und die luft anhalten vor angst! jedes geräusch wird analysiert, bis heute noch! ich kann, 18 jahre später noch nicht richtig schlafen.. ein knacken und ich bin wach! auch polizei ist mir bekannt und meine mutter verfluche ich auch! obwohl sie einfach nur abhängig war und nicht weg konnte!

und ja meiner meinung nach ist dies ein traumata, es zeigt sich in bindungs -und verlustängste.

15.12.2014 21:05 • x 1 #4


Dein Blick der weiterhin auf die Vergangenheit wird Dir nicht helfen, nach vorne zu kommen. Lerne zu akzeptieren, dass Du nichts an dem was geschehen ist, ändern kannst. Du hast jetzt Dein Leben und das was vor Dir liegt. Trümmer wegräumen, damit der Platz für ein Neubau geschaffen wird.
Wie? Disziplin und den Willen und nicht sich jedes mal seiner Vergangenheit bewusst machen. Je mehr Du sie zum Thema machst, desto weniger wirst Du die Zukunft vor Dir haben.

Mehr gibst da eigentlich nicht zu sagen.

15.12.2014 21:51 • x 1 #5


Celestine
Liebe Buddy,

dies ist ganz sicher einTrauma, wobei es eigentlich keine Rolle spielt, wie man die schrecklichen Geschehnisse nennt, die Dir in Deiner Kindheit und Jugend widerfahren sind.

Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es wichtig ist, das Erlebte mit professioneller Hilfe zu verarbeiten. Und das hat nichts mit mangelnder Akzeptanz oder fehlendem Blick nach vorne zu tun.

Wenn Du diese Erlebnisse richtig eingeordnet und sozusagen "verdaut" hast, kannst Du voll und ganz im Hier und Jetzt sein und Deinen Weg gehen.

16.12.2014 00:26 • x 1 #6


Ich danke euch sehr!

16.12.2014 15:13 • #7




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