Zitat von Alphacentauri: Was hat dir geholfen? Wie hast Du den Schmerz gelindert, der durch das Ummögliche ausgelöst wurde, dass die eigenen Eltern einen nie geliebt haben?
Aaalso:
Ich bin aus der kptbs nicht raus.
Ich glaube auch, das ist leider ess wo man nicht raus kommt, sondern es ist ein elends langer Prozess der Akzeptanz und Annahme.
Akzeptanz und Annahme, dass man selber eben leider so geformt wurde und es daher jetzt schwerer hat.
Aber auch andersrum darin, dass meine Eltern es nie böse meinten.
Mein dad zb hat sich für vieles entschuldigt, währendhin meine Mutter immer noch in ihrem ich hab alles gut euch getan und das soll der dank sein? Denken hängt.
Stichwort: Let them theory. Gibt's klasse Material zu.
Aber auch Akzeptanz, dass es trotzdem Tage gibt, an denen es sich wieder anfühlt wie früher. Wo alles in mir schreit: Das kann doch nicht sein, dass niemand das gesehen hat. Dass ich wirklich so egal war.
Was mir geholfen hat, ist nicht ein Ding – es war eher ein langsames Wieder-Zurückkommen zu mir. Kein großer Aha-Moment, sondern tausend kleine: Momente, in denen ich gemerkt hab, dass ich gerade nicht sterbe, obwohl mein System das behauptet. Dass da kein inneres Loch aufgeht, wenn ich jemandem meine Grenze zeige. Dass ich nicht komplett zerfalle, wenn ich mir erlaube, wütend zu sein.
Ich hab irgendwann aufgehört, nach Beweisen für meine Wertlosigkeit zu suchen – und angefangen, meine Reaktionen als das zu sehen, was sie sind: Schutzstrategien. Clever. Effektiv. Nur halt alt. Und überholt.
Die Hypochondrie war bei mir wahrscheinlich so’n Versuch, doch noch was finden zu dürfen, was schlimm ist. Irgendwas, was jemand ernst nimmt. Irgendwas, dass ich mal die arme bin. Die Angst war ein ständiger Alarm, der eigentlich sagen wollte: Hier ist jemand, der verdammt nochmal gesehen werden will. Und ja – die kPTBS hat das alles angefeuert. Überreagiert, misstraut, eingeengt. Aber sie hat mich auch lange Zeit über Wasser gehalten.
Was mir hilft, ist heute:
– Klartext. Kein Schönreden. Kein „aber sie konnten halt nicht anders“. Was jetzt nicht heißt dass man ewigen Groll hegen soll, weil das einzige was bei Groll passiert: man vergiftet sich selber. Den anderen interessiert es NULL.
Den einzigen den man negativ beeinflusst ist sich selbst.
Daher, versuche für dich selbst einen Weg zu finden, mit dem du möglichst fein sein kannst mit dem was passiert ist auf der einen Seite (gegenüber den Eltern) aber schließe kleine pakte mit dir selber, dass du sowas nie wieder zu lässt. Und halt dich dran.
So findet man Schritt für Schritt wieder Sicherheit in sich selber. Weil man sich ja selber erstmal vertrauen lernen muss.
– Körper. Ich hab’s überlebt. Aber mein Körper hat’s getragen. Und ich lern jeden Tag, wie krass der eigentlich ist.
Und ja, der somatisiert. Bei dem einen weniger, bei mir halt mehr. Aber man kann keine kptbs ohne die einbeziehung des Körpers bearbeiten. Aber mit bauchgefühl.
Nicht einfach weil alle Krafttraining empfehlen um Wut und Stress abzubauen ist das auch für einen selbst das beste. Den Fehler hab ich kang gemacht und bin ins fitness studio gelaufen., hab diverse Sport Arten ausprobiert ohne Erfolg. Weil jeder sagte die Wut muss aus dem Körper raus...ja, aber zb mein Körper reagiert auf auspowern zb mit noch mehr Unruhe und agression. Weil es ihn irgendwie jedes mal in eine Kampf Situation treibt.
Mir hilft tatsächlich yin Yoga am besten. Laaaamgsame Bewegungen, Körper spuren...
Hör wirklich auf dein bauchgefühl und nicht das was dir alle raten.
Hast du immer noch bock auf raufen? Auch MMA kann man als Sport betrieben. Oder zumindest Boxen ^^
– Menschen, die nicht wegrennen, wenn’s in mir eng wird.
Es sind wenige geblieben, ja.
Aber ich habe nur noch Menschen um mich herum mit denen ich
1. Ehrlich sein kann.
2.Keine notlügen brauche (warum ich zb spontan absagen muss)
3.Nicht ewig überlegen muss, wie ich jetzt was formuliere.
4. Die ein hohes Maß an selbstreflektion besitzen oder man zumindest merkt sie arbeiten aktiv dran.
Das schöne ist: alles was dem nicht entspricht, sortiert sich quasi automatisch selber aus, weil sie mit mir nicht (mehr) klar kommen.
Ich Lauf auch niemandem mehr hinterher. Wenn man beleidigt ist (meine Mutter kann das zb auch sehr gut), ja, dann muss man beleidigt sein.
Es ist DEREN Problem, nicht MEINS.
Es ist nicht MEINE Aufgabe, für gute Gefühle bei ANDEREN zu sorgen.
Es ist auch nicht meine Aufgabe, mich dauernd zu erklären.
Und also der Schmerz wird nicht einfach „weg“. Aber er wird… weicher. Ehrlicher. Und ich glaub, das ist das, was zählt: Nicht, dass es nie weh tut. Sondern dass du heute anders mit diesem Schmerz umgehen darfst als damals. Dass du heute dir glaubst, auch wenn’s andere nicht getan haben.
Und wenn du das irgendwann kannst – dann hast du etwas geschafft, was sie nie konnten. Dann hast du’s beendet. Für dich.