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Kennt das jemand? Ich konnte Anfang der Woche nicht mehr zum Unterricht. Todesangst, Panikattacken. Mein Therapeut riet mir mich krankschreiben zu lassen, was ich tat. Die PAs gingen nicht weg, bis heute nicht. Montag wollen wir einen erneuten Versuch starten. Ich bin traumatisiert, mehrfach. Genaueres wissen wir noch nicht, nur daß ich Mobbingtraumatisiert bin. Seit Wochen versucht man wieder mich zu mobben. Ich bekomme Hilfe, therapeutisch und auch von den Vorgesetzten. Trotzdem reißen alte Wunden auf. In Träumen usw. Die Todesangst ging nach einem Tag wieder weg. Gott sei Dank. Ist jemand auch traumatisiert?

Mona Lisa

12.01.2008 16:12 • 13.01.2008 #1


13 Antworten ↓


Hallo MonaLisa!

Ich denke, dass auch ich traumatisiert bin bzw. wurde. Ich musste in meiner Kindheit sehr sehr viel Streit und zum Teil auch Gewalt zwischen meinen Eltern erleben. Das hat zur Folge, dass ich heute Todesangst bekommen kann, wenn ich einen Streit nur sehe (an dem ich gar nicht beteiligt bin) oder wenn ich selbst in einen Streit oder Konflikt verwickelt bin.

Mein Therapeut meinte diese Woche, dass ich 100 Jahre Therapie machen könne, aber es würde davon nicht mehr weggehen, ich bin quasi "geprägt".

Diese Aussage hat mich schon etwas runtergezogen und ich bin darüber sehr traurig, dass ich oder andere nichts dagegen tun können.

Meinst du / meint ihr, dass man gegen diese Traumata tatsächlich nichts tun kann? Hilft da ggfs. eine "Traumatherapie"? Habt ihr Erfahrungen damit?

12.01.2008 16:30 • #2



Angst und Trauma vermischen sich

x 3


Ich kenne Deinen Therapeuten nicht, aber die Antwort überzeugt mich nicht gerade. Man kann Traumata behandeln, aber es dauert halt oft recht lang. Bei mir werden die Termine angepaßt an die Situation. Nach schwierigen Aktionen ein Telefonat, ein Termin vorgezogen. Wer sehr gut ist in Sachen Traumata ist Luise Reddemann. Ich habe 2 Bücher von ihr gelesen. Mein Th. empfiehlt ihre Bücher. Sie hat auch eine homepage mit links.

Aber eigentlich hoffe ich auf weitere Beiträge.

Mona Lisa

12.01.2008 17:19 • #3


ZZerRburRuSs
@ Tina 2212

Therapie und Therapeuten müssen bestimmt nicht immer im weichspülerprogramm laufen

aber es gibt auch sachen die überhaupt nicht gehen !

für patienten wiegen die worte eines therapeuten oft schwerer als die von anderen personen . dieser tatsache muss sich ein guter therapeut bewusst sein und muss seine worte auch dementsprechend wählen.

selbst wenn er also recht hätte, was ich stark bezweifele, hätte er es anders ausdrücken müssen .

man kann durchaus mit seinen therapeuten diskutieren und ihnen auch mal sagen wenn einem irgendetwas nicht passt.

ich bin therapie und therapeuten gegenüber sehr positiv eingestellt weil ich schon sehr weit damit gekommen bin .
aber alles für richtig halten oder gar alles schlucken werde ich trotzdem nicht was damit zu tun hat

ich selbst mache sie auch darauf aufmerksam wenn mir was queer runter geht und wenn sie das nicht akzeptieren konnten habe ich mir einen neuen therapeuten gesucht .

um nicht zu grosse therapie-pausen zu haben hab ich das immer parallel gemacht.
meine gründe habe ich übrigens auch immer genannt als ich mich verabschiedet habe

guck mal hier
http://www.therapie.de/psyche/info/frag ... en-finden/

bischen weiter unten "WORAN ERKENNE ICH DAS DIES DER RICHTIGE THERAPEUT FÜR MICH IST"
die ganze seite ist sehr interessant zu diesem thema


lg ZZ

12.01.2008 17:52 • #4


hi,

ja ich kenne das! ich bin auch traumatisiert durch zwei op`s bei denen ich fast gesorben wäre mein thera meint wir schaffen das ich wieder eine gesunde agnst habe und nicht mehr so panisch bin. ich bin guter dinge und kann seit oktober wieder arbeiten*frohbin*
auch du wirst es schaffen aber setzte dich nicht selber unter druck. am besten ist du gehst in eine kur. da kannst du völlig abschalten und nur etwas für dich machen!
alles gute

12.01.2008 17:53 • #5


Hallo,

ja - sicher. Panik- und Angststörungen sind als Traumareaktion zu werten. Ich bin ebenfalls komplex traumatisiert. Daher mache ich eine Traumatherapie (Verhaltenstherapie mit EMDR). EMDR ist eine sehr wirksame therapeutische Maßnahme, die natürlich nicht immer angezeigt ist.

Wenn man an das Trauma heran möchte, ist erstmal eine sehr lange Stabilisierungsphase nötig, um sicherzustellen, dass das Trauma nicht reaktiviert wird. Ein erfahrener Therapeut wird das natürlich berücksichtigen, eine Kurzzeittherapie ist absolut nicht anzuraten und ist in vielen Fällen auch nicht möglich. Auf die Schnelle geht bei diesem Thema meist wirklich nichts!

Wenn Therapie, dann erstmal mit dem Vorsatz an sich langfristig und lebenslang zu arbeiten. Vertrauen zum Therapeuten muss erstes Gebot sein und natürlich muss dieser Therapeut eine nachweisbare Qualifikation haben.

Esoterik, Engelsweissagungen, Channelings oder dergleichen sind absolut zu vermeiden (auch wenn das jetzt vielen nicht gefällt), denn auch auch Angstattacken können Psychosen werden. Esoterik ist für Angsterkrankte und Traumatisierte ein großer Unsicherheitsfaktor, da zu abstrakt. Man braucht als Angsterkrankter Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit! Keine Engel, keine Ionenstrahlentherapien...

Also mit einem guten Therapeuten, dem vertraut werden kann, Sicherheit aufbauen, innere Stabilität erwerben, das körperliche Geschehen begreifen lernen, die Symptome einschätzen lernen! Das Stammhirn muss wieder lernen, andere, reale Verknüpfungen herzustellen und das geht nur mit einer Therapie.

Alles Beste für alle!

12.01.2008 18:19 • #6


Hallo Tina,

manchmal ist es sehr ratsam, den patienten/klienten mit der Realität zu konfrontieren. Es ist aber eine Kunst, das richtige Timing zu finden. Der Patient muss in der Lage sein, das Gesagte auch verkraften zu können. Wenn du dies nicht kannst (was ich gut verstehen würde) dann solltest du deinen Therapeuten darauf auch hinweisen, bevor du dir gleich einen neuen suchst.

Einen perfekten Therapeuten gibt es sicher nicht und allzuoft wird idealisiert. Vielleicht hat er dich ganz anders eingeschätzt oder er wollte sehen, ob du diese herausforderung annimmst. möglicherweise hilft es ihm auch, wenn du ehrlich sagst, wie es dir mit dieser aussage von ihm geht!

alles gute

12.01.2008 18:26 • #7


Hallo MonaLisa,
hallo Tina,

ein sehr guter Beitrag von "unserem Gast" um 17.19 Uhr. Trauma-Therapie ist möglich, eben -wie beschrieben- mit EMDR u. Verhaltens-
therapie.
Tina, es kann sein, dass dein Psychologe diese Technik nicht gelernt hat. Bei mir hat EMDR beim Bearbeiten des Todes meines Vaters sehr geholfen.
Wie ZZ, so hat auch mich die Aussage deines Psychologen gestört. Vielleicht bist du schon zu lange bei ihm/ihr?

Liebe Grüße
Michael

12.01.2008 18:44 • #8


Hallo! Also das ist ja die Härte mit dem Therapeuten von Tina. Mein Therapeut hat einmal zu mir gesagt das die Chancen sehr gut stehen das ich wieder geheilt werde. Aber sich kann man da nie sein. Wahrscheinlich aber! Als ich dann nach Hause fuhr habe ich nur Rotz und Wasser geheult. Dann bei der nächsten Sitzung habe ich zu ihm gesagt das dies entweder eine Bodenlose Frechheit war von ihm mir das so zu sagen denn das nimmt einen den ganzen Mut oder er wolle damit ereichen das ich meinen Hintern hoch bekomme! Mir egal wie er es gemeint habe er dürfe nie wieder so mit mir reden das ich in ein Loch sinke. Er hatte mich nur angeschaut und ok gesagt! Wir alle wissen selber das es Höhen und Tiefen gibt. Wir alle wissen das es eine harte Zeit ist. Aber wir wissen auch das wir wieder geheilt werden können. Das dauert halt nur. Wir haben ja alle nicht wenig erlebt! Gebt den Mut nicht auf! Gemeinsam sind wir stark!

12.01.2008 19:22 • #9


Danke für die Antworten. Ich bin in einer Therapie, die von dem Trauma praktisch eingeholt wurde. Mitten in der Therapie begann ein Mobbing und schnell war klar, daß ich wohl traumatisiert bin. Mein Therapeut hält sehr viel von Prof. L. Reddemann, die jahrzehntelang in diesem Bereich gearbeitet hat. Ich habe schon 2 ihrer Bücher gelesen. Im ersten fand ich mich nicht so ganz wieder, im zweiten schon. Im Moment versucht der Therapeut zu retten, was zu retten ist. Aber vorsichtig. Das erste Trauma war wohl als Kleinkind, das Mobben natürlich viel später, aber leider mehrfach. Ich war damals 6 Monate in Behandlung, stationär. Sie waren nicht so weit wie heute. Aber es macht trotzdem Angst, daß man nach so langer Zeit noch so heftig reagieren kann. Fünf Tage war ich kein richtiger Mensch. Morgens PA, danach brauchte ich Stunden um mich zu erholen. Von der Klopftechnik hat mir mein Therapeut in der Sache absolut abgehalten. Es darf nur unter Aufsicht geschehen.

Gibt es jemand, der sein Trauma besiegt hat?

Mona Lisa

12.01.2008 19:26 • #10


Meiner Meinung nach kann man kein Trauma besiegen denn man muß es verarbeiten. Ich hatte auch eine Art Trauma und ich habe diese Situation nun vollkommen verarbeitet und in dieser Hinsicht geht es mir nun gut. Gib nicht auf. Du schaffst das auch!

12.01.2008 19:32 • #11


Wie hast Du es verarbeitet?

Mona Lisa

13.01.2008 00:26 • #12


Das kommt darauf an was für ein Trauma du hast. Und du musst dein eigenen Weg nach deinem Gespür finden. Ich hatte zum Beispiel angst vor brennenden Kerzen, da es bei mir schon drei, vier mal gebrannt hatte. Ich konnte noch rechtzeitig löschen, aber das machte mir riesige Angst. Dann habe ich auch noch einen Ölofen den ich anzünden muss. Wenn ich denn nicht gleich schliesse oder zu weit auf mache schlagen mir die Flammen entgegen. Ich habe monatelang keinen Ofen mehr angemacht. Wartete bis mein Partner kam und dies für mich übernahm. Oder machte nur noch Kerzen an, wenn jemand da war. Aber nun kann ich es wieder allein. Ich habe mir lange Zeit zugesprochen und mir Mut gemacht. Und irgendwann hat es geklappt. Das ist nun ein harmloses Beispiel ich habe auch härtere, aber wollen wir hier mal lieber klein Anfangen. Du solltest dir vor AUgen führen das es nicht immer so schlimm sein muss und kann. Versuche es in kleinen Schritten. Mit deinen Kollegen, du weißt das deine Vorgesetzen hinter dir sind, das sollte dich auf bauen. Du hast jemand hinter dir? Warum? Sie mögen dich und schätzen deine Arbeit! Das könnte bei den anderen Eifersucht hervor rufen. Aber dir ein positives Gefühl geben. Jemand ist eifersüchtig auf dich. Also möchte doch jemand so wie du sein?! Führe dir die positiven Seiten vor AUgen! Schau dein Trauma mit der Todesangst hast du innerhalb einem Tag weg bekommen. Und das du davon träumst ist doch klar, da dich das Thema beschäftigt. Versuche an etwas schönes zu denken bevor du einschläfst. Das wird am Anfang schwierig aber mit der Zeit klappt es. Du bist doch etwas besonderes, oder? Dann sehe dich auch in diesem Licht! ( Aber nicht das du nun voll eingebildet wirst! )
Ich hoffe ich konnte dir ein kleines STück weiter helfen.

13.01.2008 00:45 • #13


Danke

Mona Lisa

13.01.2008 10:06 • #14



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